Tortureporn und der Horrorfilm

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Kann man den Horrorfilm vom Tortureporn a la Saw oder Hostel dergestalt thematisch trennen, in dem man für den Horrorfilm die Voraussetzung eines übernatürlichen Elementes einführt?

Laut Definition ist der Horrorfilm Teil des Überbegriffs „Phantastik“. Die Phantastik simuliert praktisch eine eigene Welt, in der eigene Regeln gelten. So können Jedis ihre Mindtricks vollführen und Jason Voorhees immer und immer wieder von den Toten wiederkehren. Tortureporn benötigt keine Phantastik. Tortureporn benötigt Realismus, das ist es, was ihn von den anderen Vertretern des Horrorfilms unterscheidet. Auch „einfache“ Slasher wie „Scream“, in denen der Mörder nichts weiter als ein Irrer ist, überhöhen diese Killer ins Mystische, Übermenschliche, was man durchaus als eine gewisse Phantastik durchgehen lassen kann.

Genau dasselbe versucht Saw auch und versagt dabei kläglich. Verzweifelt versuchen die Produzenten, den Killer Jigsaw als Ikone zu verkaufen, scheitern aber an der Austauschbarkeit der Figur. Was ist Jigsaw gegen Freddy, Jason oder die Zenobithen? Eben. Nichts. Denn was bei Saw zieht, ist nicht der mythische Killer, sondern die Frage: wie geht der nächste drauf? Welches perverse Spielchen kommt als nächstes?


(Youtube DirektSaw4)

Es ist das gleiche Konzept, wie bei Hostel und beide Filme haben einen Verwandten. „Gesichter des Todes“ nämlich. Würde man das wirre und aufgesetzte Storyline bei Saw und die simple Un-Dramaturgie bei Hostel einfach streichen, es bliebe die Essenz dieser Streifen zurück: Folterporno.

Natürlich ist die Grenze unscharf. Ist ein Film wie Wolf Creek nun ein Horrorfilm oder ein Folterporno? Davon abgesehen, dass er formal brillant inszeniert ist, ist eine mythische Überhöhung des Killers nur ansatzweise vorhanden. Oder „Last House on the left“. Es mutet etwas absurd an, Wes Cravens Erstling nicht mehr zu den Horrorfilmen zu zählen. Aber warum nicht?

Warum nicht?

Ganz einfach: weil das große, in der Öffentlichkeit wahrgenommene Merkmal des Horrorfilms nicht das phantastische Element ist, sondern die Gewalt. Deshalb wird eine solche Trennung nicht stattfinden und das Wort Tortureporn wird auch nicht außerhalb von cineastischen Kreisen bekannt werden. Zurück bleibt das Bild des immer gewalttätiger werdenden Horrorfilms.

Was mir als Horrorfan übrig bleibt, ist zu hoffen, dass mit Hatchet oder dem Remake von Friday 13th wieder andere Zeiten aufziehen. Und bis dahin schau ich mir eben nochmal Hellraiser und Nightmare on Elm Street an.

hatchet.jpg

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  1. Thomas

    Mir wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wieso Menschen sich so etwas freiwillig ansehen. Ich hab es nicht mal geschafft, den YouTube-Schnipsel mehr als ein viertel durchlaufen zu lassen.
    Ich stimme dir aber bei der Genre-Bezeichnung für solche Filme zu: Folterporno. Treffend.

  2. Knurrunkulus

    Interessante Ausführungen, da auch ich den Horrorfilm (erst spät in das Genre eingestiegen) nur ganz schwer einordnen kann. Horror ist für mich wohl am ehesten ein ungutes Gefühl, das würde daher auch auf die Tortureporns zutreffen. Horror ist für mich aber auch kurzweilige Unterhaltung. Das wiederum sehe ich bei “Hostel” und Konsorten nicht. Die sind bereits zu nah dran, zeigen mir auch ehrlich gesagt ein bißchen zuviel. Das sind Filme, bei denen ich nach der Sichtung nicht sage: “Hey, das hat Spaß gemacht und war echt creepy” (wobei ich das Wort “creepy” in wörtlicher Rede wohl nicht benutzen würde), sondern Filme, nach deren Sichtung ich sage: “Der war hart, das war kein Spaß, muss das sein?”

    Wenn ich mir daher die Szene aus Saw4 anschaue, dann denke ich genauso. Zumal ich sie als arg in die Länge gezogen empfinde. Bleibt zu hoffen, dass diese Tortureporns schon bald ihren Zenith überschritten haben und nur eine kurzweilige Mode sind.

    “Hatchet” hingegen macht schon aufgrund der Plakatbeschriftung Freude. Wobei ich mich für die Remakes teilweise in die Bresche schlagen möchte. Das Remake von “Ring” (zumindest den ersten Teil) fand ich zum Beispiel sehr sehenswert.

  3. Binding

    Als Horrorfilm-Fan hat man leider ständig das Gefühl, sich immer verteidigen zu müssen. Aber hallo zum wiederholten Male: Es geht hier um Fiktionen und um (genregemäße)Unterhaltung für Erwachsene. Wer kein Fan oder professioneller Filmversteher ist und ein Problem damit hat, sollte sich lieber selbst fragen, wieso DAS so ist. Psychisch krank sind natürlich diejenigen, die sich hirnlos an der Gewalt ergötzen – aber das kann man den Filmen nicht vorwerfen. Im schlimmsten Fall ist der Film halt schlecht.

  4. Binding

    Der Begriff “Folterporno” ist übrigens eh nicht ganz korrekt, weil es ihm egal ist, ob die gezeigten Szenen echt oder gestellt sind. Im Sinne der Definition von Pornografie (jetzt mal abgesehen von Zeichentrick-Pornos) müsste ein Folterporno nämlich ein Snuff-Film sein. Und seien wir doch ehrlich: Richtig krasse (fiktionale!) Filme traut sich doch eh kaum noch jemand zu machen. Ich meine jetzt zum Beispiel Szenen wie die Vergewaltigung in “Irreversibel”, die noch gar nicht mal so blutig ist, dafür aber wirklich voll reinhaut. Und der ganze “Hostel”- und Co.-Mist ist doch näher betrachtet wirklich auch nur kommerzieller Teenie-Schwachsinn.

  5. justus_jonas

    Ist Horror nicht ohnehin der generelle Überbegriff und “Slasher”, “Torture Porn”, “Geisterhaus”, “Vampir”, “Zombie”, “Pipapo” daher eher die Bezeichnung für entsprechende Subgenres?
    Musste man sich als “Horror”-Fan nicht ohnehin immer und zu jeder Zeit rechtfertigen? Das gleiche gilt doch auch für “Metal” und “Computerspiele”. Da wird halt nicht lange differenziert, da wird einfach draufgehauen.
    Ich finde es nur bedenklich, dass diese Folter-Geschichten überhaupt so populär sind… da läuft auch irgendwas falsch (Mir scheint “Torture Porn” ist das filmische Äquivalent zu “Berliner Ghetto-Rap”).

  6. Tim

    Ich denke nicht, das ein Horrorfilm ein phantastisches Element beinhalten muss. Als Horrorfilm würde ich eher einen Film bezeichnen, in dem eine möglichst dem Zuschauer nahestehende Gruppe von Menschen (deshalb müssen so oft die Teenies dran glauben) durch eine Gefahr von ausserhalb in Lebensgefahr gerät.
    Diese Gefahr kann einen übernatürlichen Ursprung haben, muss aber nicht. Das einzige was alle echten Horrorfilme meiner Ansicht nach gemeinsam haben, ist die Identifikation des Zuschauers mit den Opfern.
    Die übernatürliche Komponente existiert in Filmen wie “Last house on the left” oder “Texas Chainsaw massacre” ja auch nicht.

    Die Bedrohung war natürlich jahrzehnte lang immer ein Monster, sei es Dracula oder Frankenstein oder die Grabräuber aus dem All. Aber seit den 60er/70er Jahren wird doch immer häufiger der Mensch zum Monster im Horrorfilm.

    Interessant ist ja daran, dass viele der brutalen Filme aus den 70ern heute als Reaktion auf Vietnam und die Studentenrevolten gesehen werden.
    Und das gerade heute in Zeiten von Golfkrieg und Guantanamo die Filme die Gewaltschraube wieder deutlich anziehen, scheint mir doch mehr als nur Zufall.

    Damit will ich nicht sagen, jeder brutale Horrorfilm ist eine intelligente Reaktion auf unschöne Zeiten, aber irgendwie reagiert er doch – manchmal dumm, manchmal nicht so dumm – auf seine Zeit. Und in dieser Zeit ist eben auch Folter ein Thema, dem sich der Horrorfilm annimmt.

    Ich finde Hostel tut das ganz gut, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber meiner Ansicht nach ist das ein lupenreiner Horrorfilm, dem ich auch keine Nähe zu “Gesichter des Todes” attestieren würde.
    Saw hingegen ist eine andere Geschichte. Aber in dem Film ist man sich eben nicht darüber bewusst, dass man keinen ordentlichen Horrorfilm zusammenbekommt, wenn man unbekannte Opfer der Reihe nach über die Klinge springen lässt. Aber schon allein deshalb ist das für mich kein Horrorfilm – ich identifiziere mich ja als Zuschauer eh mit einem Polizisten, der genau wie ich, die Ekelhaftigkeiten der Reihe nach wie in einer Nummernrevue beobachten darf. Das ist kein Horror sondern ein fehlgeleiteter Thriller.

    Deshalb finde ich den Begriff Torture Porn auch wenig schlüssig und besonders unsinnig als Untergenre des Horrorfilms…

    Sorry für den Roman, aber bei dem Begriff Torture Porn geht mir immer die Düse ;)

    Sehr schöne Seite ansonsten ;)

    Tim

  7. grobi

    Habe “Hatchet” letztes Jahr auf dem FFF erleiden müssen.

    Naja, “leiden” ist nicht der richtige Ausdruck. Es gab ja immerhin Brüste, zu Beginn einigermaßen funktionierende Witze inklusive Tony Todd mit stand-up-Szene(kein intellektuell hochwertiges Gag-Feuerwerk, aber immerhin. Man schraubt halt automatisch das Niveau und die Erwartungshaltung runter.) und Tamara Feldman, die ich in einer schwachen Sekunde beinahe verwechselt hätte, aber bei Licht betrachtet einen Claire-Forlani-Lookalike-Contest doch sehr deutlich verlieren würde. Egal.

    Jetzt ist das halt so mit diesen modernen Slasher-Filmen. Eine Anzahl Klischee-Deppen rennt durch das Studio mit dem ewig gleich aussehenden Waldstück (“Wir rennen im Kreis”? Ne, is klar…) und werden einer nach dem anderen durch nicht mehr so einfallsreiche, aber spritzige Latexpuppen-Splattertricks aus dem Storyboard entfernt. Neben der Kamera stand immer der Azubi und horchte der Regieanweisung: “Eimer mit Kunstblut. Dieser Baum. Action!” Da man leider zu blöd ist, den ganzen Kram spannend und brutal zu erzählen, macht man halt mal was “frisches, freches, unverbrauchtes”: einen witzischen Splatterfilm. Mit Gedärm. Und lustigen Leuten. *gähn* Zum wievielten Male bitte? Okay, ich gebs zu: auf dem FFF mit Szenenapplaus usw. funktioniert das noch ganz gut, ich habe mich NICHT geärgert den Film gesehen zu haben und ergo war es nicht der ultimativ schlimme Reinfall, den ich erwartet hatte. Trotzdem hab ich nach den ersten 45 Minuten mal auf die Uhr gelinst und mich gefragt, wann denn das Metzelfest nun eigentlich losgeht. Und als dann 2 Minuten später der muntere einer-nach-dem-anderen-Reigen beginnt (in gewisser Vorhersehbarkeit) wurde es dann auch schnell ein bißchen fade und öde.

    Immerhin war das Ende dann trotzdem ein bißchen “in-your-face” und überraschend. Rettet aber nix. Nochmal muss ich das nicht sehen. Beim nächsten FFF gibts dann eh wieder einen weiteren Film nach diesem Strickmuster.

  8. dispatcher

    @Renington Steele

    das ist jetzt wirklich eine wilde (und vielleicht voellig absurde) vermutung…

    koennte “Hatchet” die comic verfilmung von “Swamp Thing” sein?
    “Swamp Thing” ist von alan moore, der unter anderem auch “Watchmen” und “From Hell” kreiert hat.

  9. Renington Steele

    @ Thomas: Ich hab mir schon viel schlimmeres angeschaut. Als Fan macht man was mit, ich sach Dir…

    @ Knurrunkulus: Naja, Horrorfilme sind schon dazu da, auch Grenzen zu überschreiten. Mich interessiert einfach, wie man diesen Folterporno vom Rest abgrenzen könnte. Ist alles nur ein Gedankenspiel.

    @ Binding: Die meisten verkennen die tiefenpsychologische Konotation beim Horrorfilm. Nicht umsonst liegen Sex und Gewalt hier so nah beieinander, da geht es um Urtriebe, um das Vieh in jedem. Die meisten finden es krank, sich damit zu befassen. Finde ich verständlich, aber kurzsichtig.

    Und dann nennen wir es eben Folter-Softporno ;-)

    @ Justus_Jonas: Klar ist er das. Phantastik splittet sich auf in Fantasy, Science-Fiction, Horror, Grusel und Splatter, wobei bei letzteren dreien die Grenzen fließend sind und sich vor allem im Härtegrad ausdrücken. Was mich etwas stört: beim Folter-Porno ist ausgesprochener Realismus gefragt, während das eigentlich dem Konzept der darüberliegenden Phantastik eigentlich entgegenläuft. Deshalb der Gedanke, das übernatürliche Element als Vorraussetzung für die Genrezugehörigkeit zu machen. So gesehen bräuchte man für Hostel ein neues Genre außerhalb des Horrorfilms.

    @ Tim: Der Zusammenhang zwischen Irak-9/11-Afghanistan und dem neuen brutalen Kino ist sicherlich gegeben und darüber schrieb ich schonmal:

    Sind es wirklich die Bilder von Guantanamo und Abu Greibh, die all das auslösen? Ist es der ebenfalls sinnbefreite Irak-Konflikt, der die sinnlosen Splatter-Orgien beeinflusst? Könnte das mehr sein, als ein unterbewusstes Abu Greibh? Könnte die Oberflächlichkeit dieser Filme der Oberflächlichkeit in den Mainstream-Medien dieser Tage geschuldet sein? So gesehen, wären Filme wie “Hostel” oder “Saw” tatsächlich ein Spiegel, der unserer Gesellschaft vorgehalten wird. Noch lange kein Grund, sich keine originelle Geschichte oder detailierte Charaktere auszudenken.

    @ Grobi: Na gut, aber das Poster ist, das musst Du zugeben, sehr sympatisch. Es besteht eh Hoffnung, denke ich. Der demnächst anstehende „Trick’r Treat“ schaut schonmal sehr nett aus…

    @ dispatcher: Glaube ich nicht, damit hätten sie garantiert die Werbetrommel gerührt…

  10. dispatcher

    @Renington Steele
    “Glaube ich nicht, damit hätten sie garantiert die Werbetrommel gerührt…”

    dem ist wohl so..

  11. dispatcher

    @Renington Steele

    … aber falls nicht, gibst du mir ein virtuelles bier aus.

  12. grobi

    Das Poster ist richtig schick. Nur das Versprechen vom “Oldschool American Horror” löst der Streifen imho nicht ein.

    Aber schaut ihn euch nur an, mit ein wenig Gerstenkaltschale und niedrigen Erwartungen.

  13. Tim

    @Renington Steele

    Wie gesagt, mit Saw gebe ich dir völlig recht. Auch wenn das für mich kein Horrorfilm ist. Aber bei Hostel sehe ich das anders. Charakterisierung und Story sind da auf demselben Niveau wie bei anderen guten Genrefilmen. Ist ja auch nix anderes als bei Halloween oder The Hills have eyes usw.
    Horrorfilme sind ja eh nicht das Genre in dem sich viel Zeit für Charaktere und Story gelassen wird. Und Hostel lässt sich ja noch vergleichsweise viel Zeit für beides. Ich glaub, es kommt halt drauf an, ob die Atmosphäre bei einem wirkt oder eben nicht. Ich fand zB das Hostel 2 über weite Strecken eine ziemlich unheilsschwangere Atmosphäre hatte. Aber das ist halt Geschmackssache.

  14. Binding

    Als Splatter neu war bzw. sich dann Anfang der Achtziger zu einem neuen Subgenre entwickelte, gab es dieselbe Diskussion im Prinzip schonmal. Nach Fun-Splatter und Slasher erleben wir eben jetzt wieder die Entstehung eines neuen Subgenres, das ziemlich direkt zur Sache geht und das man deswegen jetzt halt Torture-Porn nennt. Es wird so weiter gehen wie immer: Irgendwann ist es öde und ausgereizt (meiner Meinung nach zu großen Teilen sogar jetzt schon!), und irgendwann wird wieder was Neues kommen und auch die Diskussion wieder neu beginnen.

  15. omahabitch

    Ich teile deine Ablehnung des neuen Folterhorrortrends (Den Begriff Torture Porn mag ich nicht weil ich mir nicht anmaßen will den Fans dieser Filme zu unterstellen sie würden sich an der Folter aufgeilen, was nunmal der einzige Zweck eines Pornos ist).

    Dass du SAW in dieselbe Kategorie wie Hostel stecken möchtest finde ich aber falsch, den SAW wollte nie ein Horrorfilm sein, sondern ein harter Thriller. Wie du richtig sagst sind die Grenzen manchmal fliessend aber SAW spricht eine ganz andere Zielgruppe an als seine Sequels die nur noch auf Gore setzen.

    Die Idee einer klaren Abgrenzung zwischen Horror und solchen “Folterfilmen” über eine Definition die den Begriff Phantastik enthält liegt zwar nahe aber solch eine Abgrenzung würde (wie du ja richtig erkannt hast) Filme wie Last House On The Left aus dem Genre ausklammern was unangebracht wäre.

    Unangebracht deshalb, weil LHOTL NOES und die neuen Brutalofilme doch alle eines gemeinsam haben: Sie spielen mit den Ängsten der Zuschauer und unterhalten dadurch. Für manchen mag es keine Unterhaltung sein, sich einen ultrabrutalen Film reinzuziehen, andere sehen es als Mutprobe (was für sich ja schon einen Unterhaltungswert hat), andere finden die Effekte toll usw.

    Es ist also weder das phantastische Element noch die Gewalt die einem Film den Genretitel “Horror” beschert, aber das Horrorgenre ist nunmal nicht homogen sondern besteht aus verschiedenen Subgenres, von denen die neue Folterwelle (mit ihren Vorläufern aus den 70ern) sicherlich ein eigenständiges bildet das man gerne Torture Porn nennen darf, aber nicht muss. Und nur weil man eines dieser Subgenres nicht mag oder es gerade dominant innerhalb des Hauptgenres ist und den Mainstream besetzt, ist das doch noch kein Grund es unbedingt abgrenzen zu müssen.

    Das brächte ja auch das Problem mit sich, dass du einen Film wie TCM: The Beginning wegen des durchaus vorhandenen phantastischen Elements dem Horrorgenre zuordnen müsstest, obwohl er nach deiner Definition doch eher ein Torture Porn wäre…

    Ich finde jedenfalls nicht, dass Torture Porn (sic!) ein eigenständiges Genre ausserhalb des Genres darstellen kann oder muss, dafür bedienen sich diese Filme viel zu sehr beim (wohl eindeutig dem Horror zuzuordnenden) Splatter und folgen auch sonst den für das Horrorgenre typischen Mustern. Ob der Killer nun ein Mensch ist oder ein Zombie oder Geist ist doch Nebensache, zumal ich durchaus finde dass Jigsaw ebenfalls mystifiziert wird (zumindest mehr als der Scream- Killer) und in dieselbe Kerbe schlägt wie Freddy Jason und Konsorten.

  16. Saw - Kurzfilm : Screws

    […] bin ja eigentlich kein Fan von diesem “Tortureporn” Zeugs… Den Saw Kurzfilm finde ich allerdings gar nicht mal sooo […]

  17. Jörg

    Das (strukturalistische) Konzept der Phantastik als Überkategorie zu Science Fiction, Fantasy & Horror will nicht so recht funktionieren. Solche Genrezuschreibungen beschreiben verschiedene, inkommensurable Aspekte eines Films/Werks:

    Science Fiction ist entweder (wie der Western) vornehmlich durch das futuristische Setting bestimmt bzw. durch ein spekulatives Weiterspinnen wissenschaftlicher Theorien.

    Fantasy ist ebenso durch das Setting gekennzeichnet: In der dargestellten Welt ist Platz für das Wunderbare (Magie, Feen, etc.).

    Horror ist doch wohl eher auf die beabsichtigte Wirkung bezogen. Der Ur-Horror-Plot ist – wie schon angedeutet worden ist – ganz auf die Identifikation mit dem/den Opfer/n ausgelegt, um uns das Fürchten zu lehren (wobei hier alle Register gezogen werden können: von der Gänsehaut bis zum Ekel). Dieser Ur-Plot (z.B. die Lagerfeuergeschichte vom Hakenmörder oder die alten Gespenster- und Räubergeschichten) wurde natürlich – mit vielerlei intertextuellen Referenzen – weiterentwickelt: zur Gruselkomödie (Das Spukschloss im Spessart), Parodie (Tanz der Vampire) usf.
    Tortureporn ist nichts wirklich Neues: die italienischen Kannibalen- und Foltercampfilme in den 70ern und Anfang der 80er hat das Genre schon vorweggenommen. Und man denke auch an die dt. Hexploitation-Beiträge wie “Hexen bis aufs Blut gequält”, in denen die Lust am geschundenen Frauenkörper gewinnbringend ausgebeutet wurde.

    “Hostel” habe ich als ironischen Kommentar auf den Chicago-Kapitalismus verstanden, “Saw” kann ich bisher nicht einordnen. Aber unzweifelhaft handelt es sich um Horrorfilme.

    Der Begriff “Tortureporn” ist etwas problematisch (so wie “Killerspiele”). Aber natürlich ist was dran, dass man die Folter auch mit (Angst-)Lust genießt. De Sade läßt grüßen.

  18. Dietmar

    Manchmal frage ich mich, ob hier Kinder, die gerade mit dem Horrorgenre in Berührung gekommen sind, ihren klugscheissen oder ob hier auch ältere sind. Brutale Horrorfilme gibt es nicht erst seit Saw und Hostel, sondern hat es auch schon in den 70ern und 80ern gegeben und diese waren bei weitem härter als Saw oder Hostel.

  19. ersguterspanier

    du laberst scheiße…..

    wärs ein porno, wäre in irgendeiner Art sexuelle Handlungen in scene gesetzt worden…

    akzeptier lieber das es auch solche filme gibt….

    Hostel und Saw reizen mich in keinster Weise, ich finde sie überaus unterhaltsam aber teilweise langweilig….
    aber im gegensatz zu the ring könnten sachen wie in Hostel Realität sein…The Ring mit Samaras Video hingegen reisnter unfuk…

    ich würde einfach nru eine Sache dazu sagen:

    JEDEM
    DAS
    SEINE…

    achja noch was

    fick dich du hurensohn und deien komischen ansichten…

    wahrscheinlich guckst du noch folterpornos xd sucker

  20. Kirillow

    agreed

  21. Dietmar1968

    Ich kann mit neumodischen Begriffen wie Torture Porn oder Folteporno nichts anfangen. Der Begriff “Horror” bedeutet übersetzt “Schrecken”, “Abscheu oder “Ekel” und genau das bieten “Saw”, “Hostel” und Konsorten ebenso wie “Tanz der Teufel”, “A Nightmare on Elmstreet” und “Freitag der 13″. Man sollte vieleicht zwischen übernatürlichem und realitätsnahem Horror unterscheiden. Man sagt ja auch nicht, dass Horror blutig sein MUSS und alles nicht blutige ist dann kein Horror sondern Gänsehaut-Porno.

  22. Dietmar1968

    “…Zurück bleibt das Bild des immer gewalttätiger werdenden Horrorfilms…”

    Wo wird der Horrorfilm immer gewalttätiger? Der gewalttätige Horrorfilm ist lediglich mainstreamiger geworden. Gegeben hat es ihn schon früher. Nehmen wir mal Filme wie Antropophagus I & II, I spit on your Grave, der zweite Teil der “Guinea Pig” Reihe oder Bloodsucking Freaks. Für extrem blutige Horrorfilme gibts ausserdem, auch schon seit Jahrzehnten, die Genrebezeichnung “Splatter”, bzw. “Gore”.

  23. -Fin-

    Ich hab nach dem Begriff “Tortureporn” gesucht und bin dadurch zufällig auf diese Seite gestoßen.

    Für den Mainstreamkinobesucher sind Filme wie Saw und Hostel doch Neuland (Auch wenn es Sie Früher schon gegeben hat). Bin noch ziemlich jung und kenne mich auf dem Gebiet nicht aus. Jedoch fühlen sich Filme wie “Hostel” und “Saw” nicht wie Horrorfilme an. Wenn man solchen Filmen etwas abverlangen kann, impliziert es doch das der Zuschauer sich an den Qualen ergötzt. Oder etwa nicht? Also trifft der Begriff “Totureporn” doch zu. Spätestens bei SAW2, Hostel2 weiss man doch worauf man sich einlässt, zumindest ab dem Zeitpunkt kann man dem Zuschauer dies unterstellen.

    Abgrenzen aus dem Horror-Genre kann man diese Filme nicht. Denn das würde bedeuten das sie “echt” sind, bzw Snuff Movies.

    Ich sehe da auch keine Problematik mit Filmen wie TCM, denn TCM(74/03) sind für mich klar dem Horrorgenre zuzuordnen. Jedoch bei TCM TB dürfte es problematisch werden. Denn hier weiss man ja wiederum worauf man sich einlässt, denn er spielt vier Jahre vor den Ereignissen der Neuverfilmung. Für mich ist dieser Folter statt Spannung-Stil eine Neuerscheinung die im modernen Horrorkino immer stärker um sich greift.

  24. Dietmar1968

    “Ich hab nach dem Begriff “Tortureporn” gesucht und bin dadurch zufällig auf diese Seite gestoßen.”

    Nette Begriff, doch völlig aus der Luft gegriffen, zumal diese Filme keine Pornos sind. Das Genre “Tortureporn” gibt es ausserdem nicht. Saw, Hostel, Carver, Frontier(s) oder Martyrs sind ganz klar Horrorfilme, wie man sie seit den späten 70ern kennt. übernatürlich hin oder her, nicht jeder Horrorfilm handelt von Spukhäusern und Untoten.

  25. Dietmar1968

    Und sie fühlen sich sehr wohl wie Horrorfilme an.

  26. Dietmar1968

    Filme ohne Spannung, die rein von harten Splatter oder Folterszenen leben sind seit den 70er/80er Jahren bekannt und wurden schon immer dem Horrorgenre zugeordnet. Warum soll sich das jetzt ändern, nur weil eben diese Art Filme jetzt ein Revival erleben?

  27. Binding

    @ Dietmar1968: Es heißt “Tortureporn”, weil es nach dem Porno-Prinzip funktioniert: Nicht die Story steht im Mittelpunkt, sondern die Folterszenen. Oder anders gesagt: Es geht um das “Sich-Aufgeilen” an Folterszenen.

    Und inzwischen ist der Begriff sehr wohl als Subgenre des Horrorfilms etabliert. Er kam aber in dieser Form erst vor Kurzem auf und findet sich daher noch nicht in Lehrbüchern, Lexika, etc.

  28. Dietmar1968

    Es gab in der Vergangenheit viele Horrorfilme, die ausschliesslich von ihren brutalen “Folter-” Szenen leben und keine Handlung haben (Muttertag, Sado, Texas Chainsaw Massacre) Diese nennt man nach wie vor Slasher- oder eben Splattermovies und nicht Tortureporn. Auch in Filmen zum Thema Hexenverfolgung werden Menschen der Reihe nach, zum Teil auch extrem blutig, gefoltert. Man denke nur an den hierzulande beschlagnahjmten Film “Mark of the Devil”. Diese Filme wollen den Zuschauer durch diese Szenen schocken, ebenso auch aktuellere Filme wie Saw, Hostel oder Frontier(s). Mit aufgeilen hat das nichts zu tun. Wer sich daran aufgeilt sollte mal einen Psychiater aufsuchen.

  29. Dietmar1968

    In den 60ern wurden diese Filme in den USA den Sexfilmen zugeordnet, da man dachte diese blutigen Szenen dienten zum aufgeilen, doch die Zeiten sind vorbei.

  30. Binding

    @ Dietmar1968: Splatter ist nur der Oberbegriff für alles, was spratzelt und ist ein Subgenre des Horrorfilms. Slasher-Filme ebenfalls – die haben aber ausschließlich nicht bzw. kaum zu stoppende Killer, die mit Messern oder ähnlichen Stich- und Schneidwerkzeugen “arbeiten”. Tortureporn ist auch Splatter, meint aber ganz konkret Filme wie “Saw” oder “Hostel”, in denen hauptsächlich gefoltert wird. Wer in den letzten paar Jahren Zeitschriften-Artikel zu diesen und ähnlichen Filmen gelesen hat, muss davon eigentlich etwas mitbekommen haben. Gemeint waren/sind immer nur aktuelle Filme dieser Art, allerdings gibt es sicherlich den ein oder anderen Klassiker, der auch gut in dieses Raster passen würde.

  31. Dietmar1968

    Dann erfinde doch gleich den “Maskenfetischmörderfilm”. Gemeint sind Filme wie Freitag der 13. oder Halloween in denen der Mörder eine Maske trägt oder Fäkaldialogfilme (Gutterballs), aber egal, wer irgentwann, irgentwas nennt, es sind Horrorfilme, da sie nun mal schrecklich sind.

  32. Fin

    @Dietmar1968

    Sicherlich sind Filme wie “Saw”, “Hostel” etc keine totale Neuerfindung. Und nur weil es “Insider” Filme solcher Art (zum teil sogar Verboten)schon in den 70ern und 80ern gegeben hat, sind das keine vernüftigen Gegenargumente. Im Gegenteil, es ging doch darum das Sie jetzt mainstreamiger sind. Und nein, ich “empfinde” anders bei solchen Horrorfilmen! Okay SAW 1 kann man noch als Psycho-Horror durchgehen lassen. Innovative Story+Spannung! Aber alle Hauptcharaktere mit unsympathie belegt und keiner ist frei von schuld. Es ist dem Zuschauer völlig egal ob er überlebt oder nicht. Auch wenn du nicht in der Lage bist zu reflektieren, aber jedem Zuschauer wird ab dem doch noch ausgeklügelten SAW 1 Torturefest ein gewisses “aufgeilen” unterstellt. Selbst die beiden Macher der SAWfilme sehen es ebenso(einfache Rechenformel, saw 2+3+4+5+6+7+8+9), nicht umsonst legen sie keinen Wert auf interessante und ausgefallene Charaktere oder eine gute Story. Nein die Folter steht im Fordergrund! Und die Formel geht auf, die Leute wollen mehr sehen….

    Und die Vergleiche die du anstellt :”Antropophagus I & II, I spit on your Grave, der zweite Teil der Guinea Pig Reihe oder Bloodsucking Freaks, Muttertag, Sado, Texas Chainsaw Massacre”

    Leider ist so gut wie kein Mainstreamkinofilm dabei! Eher Szenetypische Filme die du nennst! Aber wusel dich mal durch Myspace/StudiVZ/SchülerVZ/MeinVZ/Facebook etc. Du wirst dich wundern wieviele Jugendliche/Erwachsene “Saw” und “Hostel” als ihre Lieblingsfilme bezeichnen(Und worauf beruft man sich? geile Folterszenen bis der Pimmel steht?).

    “Für extrem blutige Horrorfilme gibts ausserdem, auch schon seit Jahrzehnten, die Genrebezeichnung “Splatter”, bzw. “Gore”.”

    Threadfail! Bitte nochmal den Artikel lesen!!!

    Nenn mir mal bitte einen Kino-Folter-Horror-Film der sich in die “Tortureporn” Ecke stellen “könnte”! Aber deiner Meinung nach keiner ist, weil dieser Begriff ja völlig aus der Luft gegriffen sei.

    Saw ist halt ein Bastard der Neuzeit.

    Ich finde die Bezeichnung Tortureporn treffend, aber eine Abgrenzung vom Horrorgenre ist zu überzogen. Daher bleibt :”es sind Horrorfilme, da sie nun mal schrecklich sind”!

  33. TorturePorn?

    […] der Grundidee fand ich ja Reningtons Ansatz zu diesem Thema wirklich gut, jedoch würde ich genauso wie OmahaBitch […]

  34. Der Horrorfilm

    […] Diskussion, ob Tortureporn überhaupt existiert und ob es Horrorfilme sind, könnt Ihr bei den Fünf Filmfreunden nachlesen. Es soll ja Leute geben, die die extremen Gewaltdarstellungen und Splattereinlagen als […]

  35. ItaloRaver

    Also ich muss da mal sagen achtet mal mehr auf die Message!
    Also z.B Saw hat da ne eindeutige super Message. Und zwar man soll sein Leben schätzen!

    Hostel kann ich nu auch nicht wirklich eine erkennen, ausser ev. man soll aufpassen wem man traut, aber wer dat noch nicht mitbekommen hat …

  36. ItaloRaver

    Also ich muss da mal sagen: achtet mal mehr auf die Message!
    Also z.B Saw hat da ne eindeutige super Message. Und zwar man soll sein Leben schätzen!

    Hostel kann ich nu auch nicht wirklich eine erkennen, ausser ev. man soll aufpassen wem man traut, aber wer dat noch nicht mitbekommen hat …

    Und was ich mag bei Horror (wo ich nu auch Saw usw. dazu zähle) is das Adrenalin, aber das hat für mich überhaupt nichts mit Sexuell-Erregung zu tun.
    Sicher gibt es leider solche die das erregt, was ich aber wirklich sehr Fragwürdig finde.

    Ein grosses Problem is wohl auch: gewisse kommen damit gut zurecht, und gewisse bekommen nen schaden.
    Nur wie soll man die aus-filtern, immer nur Verbote zu machen kann’s ja auch nicht sein.
    Die eine Möglichkeit wär ev. das jeder nen Test muss machen bevor er/sie sowas anschauen darf, wenn nötig mit Lügendetektor

  37. Im düster verwinkelten Reihenhäuschen | Bandschublade

    […] mit spekulativen, für die 20.15-Uhr-Schiene in ihrer Brutalität durchaus avancierten Bildern im Torture-Porn-Stil der “Saw”-Reihe. Außerdem weiß Salonen, soziale Gefüge zu skizzieren, er zeigt […]

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