“FREEDOM!”
Originaltitel: Braveheart
Herstellungsland: USA 1995
Regie: Mel Gibson
Darsteller: Mel Gibson, Sophie Marceau, Brian Cox, Angus Macfadyen, Brandon Gleeson





Ich habe mal wieder in meiner Kiste mit alten Filmen herum gekramt und einen Klassiker hervorgeholt, den ich hier in Erinnerung rufen möchte: Mel Gibsons “Braveheart”! 1995 brachte der Schauspieler, Produzent und Regisseur, der in letzter Zeit mehr durch Negativschlagzeilen von sich reden ließ, einen Abenteuerfilm in die Kinos, der mich bis heute noch begeistern kann.
“I shall tell you of William Wallace. Historians from England will say I am a liar, but history is written by those who have hanged heroes.” Robert the Bruce
Ende des 13. Jahrhunderts herrschen Angst und Schrecken über Schottland. Der englische König Eduard I. (Patrick McGoohan) möchte das Land und den Thron für sich beanspruchen und geht dabei mit äußerster Brutalität und kriegerischer Konsequenz vor.
Nachdem William Wallace’ (Mel Gibson) Frau Murron (Catherine McCormack) von englischen Truppen öffentlich hingerichtet wird, entbrennt ein Krieg zwischen Wallace und der Krone Englands. Sein Mut und sein Kampfgeist eilen ihm voraus und er wird zu einer lebenden Legende, der sich viele Schotten anschließen.
“Braveheart” stützt sich auf wahren, historischen Begebenheiten, jedoch sollte man diese Tatsache nicht allzu hoch bewerten. Viele Details wurden für den Film anders in Szene gesetzt bzw. hinzu gedichtet und distanzieren sich von der wahren Geschichte William Wallace’. Besonders die zeitliche Abfolge der geschilderten Ereignisse ist mit der Wahrheit nicht zu vereinbaren. “Der Film erweckt den Anschein, dass sämtliche Ereignisse des schottischen Unabhängigkeitskrieges innerhalb kurzer Zeit stattgefunden haben, wodurch besonders im Falle von Robert the Bruce die historischen Fakten stark verzerrt dargestellt oder aus dem Zusammenhang gerissen werden.” (Zitat Wikipedia.de) In Wirklichkeit spielte sich dieser Kampf zwischen Schottland und England über viele Jahre hinweg ab.
Man kann dem Film eine gewisse Glorifizierung von Heldenmut und Kampfeslust vorwerfen, noch immer klingelt es bei dem Wort “FREIHEIT” in meinen Ohren, dennoch würde ich diesen Film nicht unter ethnischen Gesichtspunkten betrachten. “Braveheart” ist kein Lehrfilm, auch wenn man ihn im Geschichtsunterricht über mehrere Stunden hinweg gesehen hat, sondern ein Aberteuerunterhaltungsfilm aus der Traumfabrik Hollywoods.
Von Anfang an wurde ich von der Atmosphäre gepackt und in eine fiktive Welt Schottlands, könnte man sagen, hineingezogen. Die ersten Landschaftsbilder, die nach wenigen Sekunden gezeigt und durch die sensiblen Töne J. Horners musikalisch unterstrichen werden, hinterlassen einen tiefen Eindruck. Kurze Zeit später erfährt man ein wenig über Williams Vergangenheit, Grundsteine, die ihn zu dem gemacht haben, der er war… zumindest im Film.
Noch lange vor “Der Herr der Ringe” wurden hier Schlachtszenen gezeigt, fernab tänzerischer Choreografie, die zu der Zeit an Brutalität und Authentizität kaum zu übertreffen waren. Hunderte von Kriegern gaben sich dort eins auf die Mütze und mit (Kunst-)Blut wurde dabei nicht gespart. Ewig in Erinnerung bleibt mir die Rede des schottischen Freiheitskämpfers.
“[...] fight and you may die, run, and you’ll live… at least a while. And dying in your beds, many years from now, would you be willin’ to trade all the days, from this day to that, for one chance, just one chance, to come back here and tell our enemies that they may take our lives, but they’ll never take… our FREEDOM!”
Nach “Der Mann ohne Gesicht” führte Gibson hier zum zweiten Mal Regie und betätigte sich zudem auch als Produzent. Seine Arbeit wurde belohnt, so erhielt der Film 5 Oscars (Bester Film, Beste Regie, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bestes Make-up) und viele weitere Auszeichnungen.
Die DVD hingegen verdient keine Auszeichnung, denn bis heute warte ich auf eine angemessene Special Edition, die diesem filmischen Epos gerecht wird. Zwar gibt es eine Doppeldisc-Edition u.a. in einem schönen Steelbook, doch inhaltlich bekommt man da wenig geboten. Auf der ersten Disc befindet sich der Film in deutscher und englischer Sprache (DD 5.1), inklusive deutsch untertiteltem Regiekommentar. Das Bild ist außerdem nicht weiter herausrragend, aber akzeptabel. Auf der zweiten DVD sind dann nur noch ein Kinotrailer und eine Dokumentation zu finden. Nicht zu vergessen sei die limitierte Jubiläums-Edition, die die gleiche DVD in besonderer Verpackung bietet und das zu einem völlig überteuertem Preis…
Da bleibe ich bei meiner 2-Disc-Special Edition in der einfachen Plastikhülle und hoffe, dass es irgendwann eine schönere Sonderedition gibt.
- Dog Hollywood •
- September 5th, 2007 •
- 6 Kommentare



















Mein absoluter Lieblingsfilm… ich war dieses Jahr im März in Schottland auf einer Bustour zum Loch Ness, wo man uns unterwegs oft die (teilweise drastischen) Unterschiede zw. Film und tatsächlicher schottischer Geschichte näher brachte – man darf ja nicht vergessen, dass Schottland in Sachen Tourismus sehr von dem Film profitierte. Ich war auch an diversen Filmschauplätzen, bspw. am Fuße des Glens wo Mel Gibson im Film zu schottischem Folk auf dem Gipfel entlanglief. Man erzählte uns, dass er sich da mit einem Helicopter raufbringen ließ… was ich nur zu gut nachvollziehen kann. Anbei ein paar wenige Fotos von dieser Reise: s172.photobucket.com/albums/w3...
Kommentar #1 von Koyaanisqatsi am 05.09.2007 um 14:56 Uhr
Klasse Film eindeutig. Find ich ja lustig, dass dieser (erste?) Trailer mit der Musik von Speed hinterlegt war. :)
Kommentar #2 von Twist am 05.09.2007 um 17:27 Uhr
Tja, das kommt dabei raus, wenn Profis den Film kommentieren: Popcorn & Chain mail: Braveheart
Wer viiiiel Zeit hat, unbedingt auch deren restliche “Kritiken” lesen, mich haut’s jedesmal vom Stul vor Lachen. :)
Kommentar #3 von Kai am 05.09.2007 um 23:00 Uhr
Braveheart ist so ziemlich das Beste was Mel Gibson zu Stande gebracht hat. Wirklich super der Film. Und sooooo traurig… ;)
Kommentar #4 von suicide am 13.09.2007 um 22:23 Uhr
Ohne Frage, ein guter Film. Mit seinen 180 Minuten aber nichts fuer mal
eben zwischendurch. Habe mir damals die LaserDisc in PAL/deutsch ge-
kauft. Fuer alle, die nicht wissen, was eine LaserDisc ist hier kurz zu- sammengefasst: Die LaserDisc, kurz LD ist eine der ersten Platten, auf
die Filme digital gepresst wurden. Sie haben ca. 30 cm im Durchmesser, sind zweiseitig und muessen bei einem 90 Minuten-Film je nach Player
einmal umgedreht werden. Darueber hinaus, ist ein Standbild nicht moeglich und nur eine Tonspur (deutsch) vorhanden. LDs sind eine
Erfindung von Pioneer und schafften es eigentlich nie richtig in den Massenmarkt, wie heute die DVD, was auch daran lag, das sie mit min.
ca. 80,- DM auch recht teuer waren. Braveheart hat mich damals ca.
130,- DM gekostet und befindet sich auf 3 Seiten, sprich 2 LD-Scheiben.
Auf der 4.Seite ist noch ein Making of vorhanden, ansonsten ist die LD
THX-gemastert. Zurueck zum Film. Zugetraut haette ich Mel Gibson ehrlich gesagt, ein Filmprojekt von 180 Minuen-Ausmass als 2.Regie-
arbeit nicht, zumal seine erste Regiearbeit “Der Mann ohne Gesicht” mit Nick Stahl (Terminator 3) doch eher etwas kleines, dramatisches und persoenliches ist. Aber Mel Gibson scheint sich auf solche, koplezierten
und langen Filme spezialisiert zu haben. Nach Braveheart lieferte er
“Die Passion Christi” und “Apocalypto” als Filme ab. Gibson liess die
Darsteller aramaeisch oder so lernern und versagte bis heute den Ver-
leihfirmen und DVD-Anbietern synchronisierte Fassungen zu erstellen.
Daher habe ich die o.g. Filme von Mel Gibson noch nicht gesehen. Ich
moechte mich auf den Film und die Handlung konzentrieren und nicht
die Haelfte verpassen, weil ich die Untertitel lesen muss, um den Film
zu verstehen. Mal sehen, was Mel Gibson und Bruce Daveys Firma “Icon Productions” als naechstes hervorbringt…
Kommentar #5 von Stevie am 03.02.2009 um 01:57 Uhr
Die Untertitel in “Apocapypto” und “Die Passion Christi” lassen einen überhaupt nichts vom Film verpassen. Zumal vor allem in Apocalypto nicht wirklich viel gesprochen wird. Die Sprache gibt den Filmen Tiefe. Eine Synchronisation wäre ein Verbrechen!
Kommentar #6 von Art Vandelay am 20.07.2010 um 17:27 Uhr