„Es ist doch nur Unterhaltung“

58 Comments

Zu oft muss man sich folgende Sätze anhören: „Was erwartest Du? Was hast Du denn bitte für Ansprüche? Dieser Film ist doch nur Unterhaltung.“ Diese Sätze fallen vor allem dann, wenn ein schwacher oder mittelmäßiger Film es geschafft hat, mit Augenwischerei und eingeseifter Emotionalität den ein oder anderen Zeitgenossen einzufangen und der aufgrund dieser Tatsache nicht bereit ist, den Schwächen des Werkes mit offenen Augen entgegenzutreten.

„Es ist doch nur Unterhaltung“ ist eine Beleidigung für die Kultur, für den Kunstbetrieb. Egal wie aufgeladen ein Werk mit Botschaften, Aussagen oder Emotionen ist – ob es nun dabei um Film oder Musik geht, ist völlig egal -, es geht immer nur um eines: Unterhaltung. Picassos Guernica? Unterhaltung! Buñuels „Der andalusische Hund“? Unterhaltung! „E.T.“? Unterhaltung! „Transformers“? Unterhaltung! Comics? Unterhaltung! Kunst – und Film ist „lediglich“ eine weiter Form der Kunst – ist Unterhaltung, geschaffen um die Sinne zu fordern, zu überfordern und den Menschen an Grenzen zu führen. Oder auch nicht.

Im Sinne der Unterhaltung steht „Transformers“ gleichwertig neben Hitchcocks „Psycho“ und muss sich eine Gleichbehandlung in der Kritik gefallen lassen. Eine Entschuldigung, weil „es ja nur Unterhaltung“ sei, ist meilenweit am Thema vorbeigedacht. Die griechische Tragödie, bis heute die Blaupause für das Konzept „Geschichtenerzählen“, hat ihre Wurzeln im Theater und diente vor allem einem: Unterhaltung. Sie ist keine Entschuldigung für debile Comicverfilmungen oder martialische Kriegsverherrlichung.

Das Argument „Es ist doch nur Unterhaltung“ ist die intellektuellere Schwester von „Es ist doch nur eine Comicverfilmung“. Beides sind Null-Aussagen, die niemanden weiterbringen, außer demjenigen, der die Schwächen eines Werkes übertünchen will, indem er auf ein scheinbar unschuldiges Spielfeld ausweicht. Seriöse Kunst ist genauso Unterhaltung wie der Film „Bierfest“. Nur dass eins von beiden im Negativbereich der Skala wildert.

Ich kann meinen Geist damit unterhalten, indem ich mir junge Mädchen beim Schlammcatchen zusehe. Ich kann ihn aber auch damit unterhalten, indem ich eine filmgewordene Metapher über Gewalt in der modernen Welt ansehe. Beides spielt in einer Liga, beides ist Unterhaltung, das eine ist mies, das andere hat Qualität. Was nicht heisst, dass man schlammcatchende Mädchen nicht gehaltvoll inszenieren könnte. Gewusst wie. Russ Meyer hat’s vorgemacht.

Und ab heute will ich Sätze wie „Einfach mal das Gehirn abschalten“ nicht mehr hören. Erstens, weil das auf der wissenschaftlich-biologischen Ebene überhaupt nicht funktioniert, und zweitens: weil es Bullshit ist. Bullshit, der darüber hinweg täuschen will, dass die ach so geliebte Comicverfilmung oder sonstiger Schnickschnack unter dem Lack der CGI-Effekte völliger Mist ist. Was man weiß, insgeheim, aber vor Leuten nie zugeben würde. Weil es ja „nur“ Unterhaltung ist.

Auf dem Spielfeld des Films steht „Transformers“ direkt neben „Wild Bunch“, „Beerfest“ direkt neben „Ferris macht blau“. Da gibt es keine Ausreden.

In : Thema

About the author

  • http://www.epenis.de Marcel

    sehr wahr

  • malde

    Wahrer Wort ward selten gesprochen.
    Absulute Zustimmung.

  • Heinz

    Also darf ich bei “Transformers” nun keinen Spaß mehr haben und dazu stehen?

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Heinz: doch. Aber Du musst Dir dann eben auch anhören können, dass Transformers formal und dramaturgisch enorm abstinkt, wenn man ihn neben andere Vertreter des Action-Genres hält. Und vom Humor will ich gar nicht anfangen. Das ist Unterhaltung für Nachmittags-TV-Gucker. Die meinen ja auch, sie hätten ihren Spaß.

  • http://www.channelhopping.de EmmJay

    Aber was, wenn man sich in einem Film trotz offensichtlicher narrativer Schwächen und emotionaler Untiefen prächtig unterhalten gefühlt hat?

    Ist es dann ein schlechter Film? Oder ist es dann nur ein oberflächlicher Film? Ein Film muss nicht zum Nachdenken anregen, um unterhaltsam zu sein. Ebenso ist es kein Garant für gute Unterhaltung, wenn der Film hochtrabende philosophische oder gesellschaftskritische Themen aufzugreifen versucht.

    Dahingehend ist deine Argumentation nicht zu Ende gedacht. Auf dem Spielfeld des Films stehen effektüberladene Filme auf Augenhöhe neben langsamen, alternativen, emotionalen, philosophischen Filmen. Und wenn der effektüberladene Film mich besser amüsiert hat als der alternative, dann war er einfach bessere Unterhaltung. Für mich zumindest.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Ich kann Renington nur bedingt zustimmen. Fakt ist: Es gibt Filme, die ohne Wenn und Aber schlecht sind. Das ist wie Musik: Da gibt es auch eindeutig mieses, wertloses Gedöns, ohne das die Welt ein besserer Ort ist.

    Als Renington das erste Mal darüber sprach, was er hier schreiben will, habe ich eine hervorragende Argumentation auf die Beine gestellt, die irgendwas mit Pornofilmen zu tun hatte, die ich jetzt leider nicht mehr ganz auf die Reihe kriege.

    Der ungefähre Tenor muss aber so ausgesehen haben: “Pornos sind doch nur Unterhaltung!” Und darüber regt sich kein Cineast auf. Es wird hingenommen, dass Pornofilme nur einem Zweck dienen: Sich zu erleichtern und dabei auf eine ganz eigene Art unterhalten zu werden. Was ist nochmal daran verwerflich? Nackte Frauen, die nur als Lustobjekt dargestellt werden?

    Sollte ich nochmal die ganze Argumentation auf die Reihe kriegen, teile ich sie gerne mit euch..

    Und die war so gut!

  • http://www.zeitspuk.de julian

    Renington, du sprichst mir aus der Seele!

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ EmmJay: Nun, da sind wir dann bei guter und schlechter Unterhaltung. Versteh mich nicht falsch: ich kann mich wunderbar von Trash unterhalten lassen, der weiß, was er ist und dem seine Plotholes einfach furchtbar egal sind, weil er auf seinen Plot gar nicht angewiesen ist, sondern auf seine Skurrilität. Kein Problem. Plan 9 from outer Space ist wunderbar und kann sich, auf seine Weise, durchaus neben anspruchsvollen Filmen sehen lassen.

    Bei anderen Filmen ist das etwas anders gelagert, vor allen Dingen solchen Machwerken, die am Reißbrett der Marketing-Abteilung entworfen werden, und denen dann willfährige Regisseure wie Bay oder Sommers den Todesstoß versetzen.

    @ Mal Sehen: Wenn Du Bockmist wie Transformers oder Van Helsing auf eine Stufe mit Pornos stellst, sind wir uns ja einig. Beidemale entscheidet das Marketing über den Humor/Tittengröße. Dann wundert es mich aber doch sehr, dass Porno mit Worten wie „Der beste Film seit Jahren“ verteidigt wird. Käme mir nie in den Sinn, ginge es tatsächlich um Unterhaltungs-„Porno“.

    Unterhaltung ist für mich mehr Hirnwichse, da kann ich nicht einfach sagen: es gibt eine Schmuddelecke, die dann fehlende Qualität entschuldigen kann, einfach weil die Hauptdarstellerin die größten Titten hat.

  • http://www.channelhopping.de EmmJay

    Ich verstehe noch immer nicht, warum du dich so dagegen sträubst, eine Kategorie für Filme, deren _einzige_ Aufgabe die Unterhaltung ist, zu erlauben. Es kann nicht an der Terminologie “Unterhaltung” liegen, das wäre nur Wortklauberei. Nenn es halt Popcornkino oder was auch immer. Es gibt unter Pornos gute und schlechte (hab ich gehört ;)), unter hirnlosen Actionstreifen gibt es gute und schlechte, aber unter gesellschaftskritischen Werken gibt es auch gute und schlechte.

    Die Frage ist immer, welche Kriterien man ansetzt, um Filme zu bewerten. Man könnte argumentieren, dass alle Filme an den gleichen Kriterien gemessen werden müssen. Beispielsweise Kameraarbeit, Charaktertiefe, Plotdevelopment… was auch immer. Aber man kann doch auch argumentieren, dass für Filme verschiedener Genres und verschiedener Ansprüche eben auch andere Kriterienkataloge angelegt werden dürfen. Bei Pornos vielleicht “Geilheit der Titten”, bei romantischen Komödien die Emotionalität und der Humor; und bei hirnlosen Filmen, die nur der Unterhaltung dienen, eben “Qualität des Unterhaltungsgefühls”.

    Und in diesem Punkt hat Transformers bei mir eben ziemlich gut abgeschnitten. Natürlich bewerte ich bei Transformers nicht die Titten und bei Brokeback Mountain bewerte ich nicht in erster Linie das Unterhaltngsgefühl.

  • Geroge

    Boah, Eure Probleme möchte ich haben :D

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ EmmJay: Ich sträube mich doch gar nicht gegen Unterhaltung, im Gegenteil stelle ich oben die These auf, dass letztlich alle Kultur lediglich der Unterhaltung dient. So gesehen ist ein Film, der „nur“ der Unterhaltung dient nur daran zu messen, ob er das gut oder schlecht macht.

    Und, um mal von den Riesenrobotern wegzukommen, ein Film wie „Van Helsing“ macht das eben schlecht. Weil er den Zuschauer nicht fordert und an Grenzen führt, sondern unterfordert, für blöd hält und ihn mit Zirkusakrobatik verhöhnt. Und sowas kann ich nicht leiden.

  • http://notausgang.baumgarf.de/ baumgarf

    Danke für diese Worte. Ich kann Aussprüche wie “Wenn man sein Hirn abschaltet, macht der Film richtig Spaß!” auch nicht mehr hören. Was spricht dagegen, hin und wieder auch mal sein Hirn einzuschalten?

    Wobei man auch eingestehen muss, dass es unstrittig ist, dass Filme wie “Transformers” und Konsorten durchaus manche unterhalten können, denn letzten Endes ist es eben eine Geschmacksfrage, die jeder anders beantwortet. Aber genau deswegen sollte man auch Kritik an einem Film zulassen können und dazu stehen und sich dadurch nicht persönlich angegriffen fühlen, was leider noch viel zu oft vorkommt (was ich erst letztens wieder erleben durfte, als ich den persönlichen Unterhaltungswert von Bourne 3 wegen der m.E. miesen Kameraführung deutlich herabstufte).
    Aber auch als Kritiker muss man eben akzeptieren, dass es Menschen gibt, die einen für andere offensichtlichen Schrottfilm noch als unterhaltsam und gut gemacht empfinden. Sie deshalb zu verdammen ist mit Sicherheit auch der falsche Weg.

  • http://watchclose.blogspot.com/ David.

    Ich glaube, das Problem liegt tiefgreifender.

    Um es mal mit den Worten eines der größen Poeten zu sagen:

    When you were young and your heart was an open book,
    You used to say live and let live,
    (You know you did, you know you did, you know you did)
    But if this ever changing world in which we live in
    Makes you give in and cry,

    Say live and let die!
    Live and let die,
    Live and let die,
    Live and let die.

  • http://watchclose.blogspot.com/ Jesus Q

    War noch nicht fertig. Und warum heisse ich auf einmal Dave? Filme sind letztlich nur das, was man daraus macht. Bleibt jedem selbst überlassen, mit was er sich unterhält, wir leben in einem freien Land. Sonst könnten wir gleich eine Geschmackspolizei einführen. Letztlich ist es nur eine Meinung unter vielen, ob Filme jetzt unterhalten oder “nur unterhalten”. Für jede Zielgruppe gibt es Werke. Solaris für den Denker, Transformers für den Spaßfreund.

    Es gab mal dieses unsterbliche Zitat bei “Finding Neverland” : “The critics made it important…”

  • Petrella

    Also das mit den Pornos hinkt aber etwas: man kann nicht sagen, dass Pornos allgemein “hingenommen” werden, solange du selber und viele andere auch wissen, dass damit eine teils sehr frauenverachtende Industrie (ist mir egal, wieviel Geld die Damen für die Erniedrigungen bekommen) verbunden ist – und weiß Gott was da noch alles in dieser dubiosen Industrie abgeht, bloß damit Mann sich erleichtern kann. Nein, das Thema kann schon allein wegen der ganzen Gender-Problematik hier nicht taugen!

    Zum “ohne wenn und aber schlecht” oder “Bullshit ist Bullshit”: letztlich steht immer ein subjektiver Geschmack einer objektiven “Kunst” gegenüber..beide Hunde wurden doch über Jahrhunderte durch die Theorie gejagt. Ich weiss aber noch nicht wer gewonnen hat. Bis dahin kann kein Film objektiv schlecht sein (obwohl ich das zu oft gerne glaube), solange ihn meine Mama einfach schön findet. Zu sagen, meine Mutter hätte überhaupt keine Ahnung wäre … ziemlich arrogant (und fies!). Andererseits wäre es zu einfach alles Subjektive gelten zu lassen. Stichwort: Gehirn einschlaten! Hat denn keiner einen Ausweg?

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Hach…
    Auf der einen Seite habe ich in meinem Leben so verdammt viele schlechte Filme gesehen (oft auch mit vollem Wissen und Vorfreude, dass sie schlecht sein werden!), dass ich der Meinung bin den Unterschied zwischen einem Film zhu sehen, bei dem man sich “Mühe gab” und einem, der nur hingerotzt wurde, um eine schnelle Mark zu verdienen.

    Was viele leider nicht geschnallt haben, ist dass die leichte Kost, die nämlich nicht das Gehirn beansprcht, durchaus mit viel Liebe und Mühe umgesetzt werden konnte.

    Die Grenzen sind oft ziemlich schwammig. Was Transformers angeht, haben Batz, René und die “Ooooohhhhhhh, wie schlecht!”-Crew auf der einen Seite und die “Boah ey, geilster Film des Jahrtrillions!”-Anhänger auf der anderen Seite, sich gegenseitig so dermaßen hochgeschaukelt, dass am Ende ganz klar war, dass keine vernünftige Diskussion zustande gekommen ist. Auf einmal war so ziemlich alles an dem Film schlecht, was in einer Schularbeit “Ungenügend” gleich käme und damit Arbeitsverweigerung. Dass es natürlich nicht stimmt, wissen die beiden natürlich insgeheim. Auf der anderen Seite meinten die anderen Extremisten den Film bis aufs Blut und übelste Niveau verteidigen zu müssen und meine Fresse, ist mir das peinlich, dass ich zu der Gruppe gehöre, die den Film mögen!

    Langer Rede, kurzer Sinn – was lernen wir daraus?

    Ihr könnt nur meinem Geschmack trauen.
    Also schreibt euch das hinter die Ohren! Der Onkel Sehen hat Recht unjd zwar immer.

    Also echt jetzt mal…

  • http://www.zeitspuk.de julian

    Es ist übrigens angesichts der Flut an guten Filmen gar nicht einzusehen, warum man sich all den schlechten Unsinn antun sollte; und noch schlimmer: warum man ihn verteidigen sollte indem man nur einzelne Aspekte hervor hebt. Wenn ich Kakerlaken im Hotelzimmer habe, sage ich ja auch nicht hinterher “Aber das Bettwäsche sah schön aus”

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Achquatsch! Demnach gäbe es keinen einzigen guten Film. Sehen wir es realistisch: Jeder Film hat eine Kakerlake. Egal wie klein.

  • Ballhaus

    War das so schön ruhig vor 10 Jahren. Ich würde das Internet nicht vermissen. Wo man hinkommt, nur noch Profilneurotiker, die mir militant ihr subjektives Weltbild aufs Auge schlagen wollen. Und wenn ich nicht pariere, gleich noch eine in die Fresse.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Naja, jedes Hotelzimmer hat Milbenl, um im Bild zu bleiben, aber wegen denen beschwere ich mich nicht.

    Life of Brian: keine einziger Kackerlak. Mann beisst Hund: nirgends ein Kackerlack. Der Pate, Taxi Driver, Der weiße Hai… das sind Killer von Filmen und allesamt einfach nur Unterhaltung, Jaws hat auch einen reinen Thrill-Anspruch, lupenreine Unterhaltung. Aber solche Szenen wie Quints Indianapolis-Geschichte kommen heute in Filmen leider nicht mehr vor…

    Das hier atmet Film, die dichte Atmosphäre kannste schneiden und es ist nichts weiter als Entertainment. Aber die Qualität, Baby, die ist drei Millionen mal höher als bei diesem Rotz der heute viel zu oft gemacht wird.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Ganz ehrlich: Taxi Driver und Der Weiße Hai würden heute niemandem hinterm Ofen hervorlocken. Die Filme sind nur so gut, weil sie ihrer Zeit weit voraus waren. Aber für heutige Verhältnisse?
    Das geht besser!

  • der_bär

    Ren widerspricht sich auch selbst: “Versteh mich nicht falsch: ich kann mich wunderbar von Trash unterhalten lassen, der weiß, was er ist und dem seine Plotholes einfach furchtbar egal sind, weil er auf seinen Plot gar nicht angewiesen ist, sondern auf seine Skurrilität. Kein Problem. Plan 9 from outer Space ist wunderbar und kann sich, auf seine Weise, durchaus neben anspruchsvollen Filmen sehen lassen.”

    Nur ist Plan 9 from outer Space kein bewusst schlechter Film, Ed Wood hat nie versucht den schlechtesten Film aller Zeiten zu drehen, im Gegenteil, er hielt den Film bis zum Ende für sein Meisterwerk. P9foS ist kein bewusst schlechter Film, es ist nur ein schlechter Film – und genau das macht ihn so unterhaltsam.

    Im ursprünglichen Beitrag schreibst du: “auf dem Spielfeld des Films steht „Transformers“ direkt neben „Wild Bunch“, „Beerfest“ direkt neben „Ferris macht blau“. Da gibt es keine Ausreden.” Und direkt neben Klassikern wie der Pate, Taxi Driver, etc soll sich nun Plan 9 sehen lassen? Das geht aber nur, wenn du ihn nach anderen Kriterien bewertest wie beispielsweise Taxi Driver, wenn du “Ausreden” suchst. Und genau so ist es eben auch mit “reinen Unterhaltungsfilmen”, “Popcornfilmen”, oder was auch immer man dazu sagt.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Genau da wiederspreche ich Dir, genau hier liegt der Hund begraben, des Pudels Kern, die Essenz. Nenne es veränderte Sehgewohnheiten, ich nenne es ADS.

    Zu ungeduldig, gute Geschichten zu verfolgen er ist. Weil er sich von CGI das Gehirn hat verschwurbeln lassen. Hat aber leider nix mit gutem Film zu tun, das CGI. Guter Film hat als Grundvoraussetzung erstmal eine gute Geschichte.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Na warte, Schätzchen! Mit dem Beginn der CGI ist die Geschichte nicht gleich ausgestorben! Komm schon, du magst Popcorn und Action genauso sehr wie ich und in Wirklichkeit hättest du dich für Transformers so richtig gern begeistern wollen!

    Ich habe Anaconda gesehen und ich habe den weißen Hai gesehen. Nur leider habe ich geschichtentechnisch keine allzu großen Unterschiede gesehen.
    Na gut…außer bei den schauspielerischen Leistungen. Höhö!

  • Sven

    Zum Vergleich mit Pornofilmen ist es interessant, dass Mark Kermode (britischer Filmkritiker) bei seinem Review zu Transformers gesagt hat, dass Michael Bay, wenn er keine Hollywood Blockbuster drehen würde, wahrscheinlich Pornographie, oder noch eher Werbung für Pornographie, drehen würde. Und genau wie Pornofilme nur einem Zweck dienen, werden doch Filme wie Transformers oder Pirates of the Carribbean primär dafür gemacht, möglichst viel Geld zu verdienen. Das muss einen ja nicht daran hindern diese zu konsumieren und sich dabei zu unterhalten. Nur ergeben Zielgruppen-Optimierung und Fixierung auf Special Effects selten etwas Unterhaltsames außer dem Aussehen. Und das ist doch in der Pornographie ganz ähnlich. Dass es auch anders geht, zeigen z.B. Filme wie King Kong und Spider-Man 2, und an diesen müssen sich Transformers und natürlich Spider-Man 3 messen.

    So sehr ich der Unsinnigkeit des Satzes “Einfach mal das Gehirn abschalten” zustimmen kann, konnte ich mich doch von “Shooter” gut unterhalten lassen, aber nur in dem ich etwas dem Satz ähnliches getan habe. Vielleicht liegt die Kunst bei guter “schlechter Unterhaltung” ja gerade dabei, dass man das Abschalten nicht merkt oder sich nicht dazu zwingen muss.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ Der_Bär: Klar, gegen Klassiker stinkt Plan 9 auch ab, ich wollte lediglich klarmachen, dass ich nicht nur Hochkultur als gute Unterhaltung gelten lasse.

    @ Malcolm: Klaro wollte ich mich begeistern, aber der Kinderkackehumor macht es mir leider unmöglich.

    Und Anaconda mit dem weißen Hai zu vergleichen, dass ist, wie einen Ferrari mit einer Ente zu vergleichen. Beide fahren, aber…

  • Moppel

    Ich zitiere mal renitent stil aus seinem apocalypto review

    ” ganz einfach derbe fesselndes Action-Kino, das bisweilen zwar extrem blutrünstig ist… wobei die Gewalt allerdings nie zum Selbstzweck verkommt.—

    Und der Einsatz der subjektiven Kamera, bei der man den letzten Blick eines abgeschlagenen Kopfes einnimmt, ist eine umwerfend gute Idee, die ich so noch nicht gesehen habe.”

    Ein Paradoxon? Primitives Reizkino ist was geiles, gelle? Muss nur prätentiös genug daher kommen, dass sich die selbsternannten Megacineasten ihre künstlerischen Ausflüchte basteln können. Im Kontext mit dem aktuellen Beitrag ist das natürlich pures Gold. Du bist meiner Meinung keinen Deut besser … Baby:-)

  • Pingback: Fabian Fingerle

  • herrmelin

    “Im Sinne der Unterhaltung steht „Transformers“ gleichwertig neben Hitchcocks „Psycho“ und muss sich eine Gleichbehandlung in der Kritik gefallen lassen.”

    Absolut. Ich bin absolut für jede Gleichbehandlung.
    Gleichbehandlung ist aber NICHT gleich Vergleiche-ziehen.
    Und dass man alles unter dem Gesichtspunkt “Unterhaltung” betrachten kann, halte ich ehrlich gesagt für etwas…ja, zu sehr den Pulli aus einem Faden gestrickt.
    Was verstehst du unter Unterhaltung?
    Ist das für dich ein Begriff, der alles enthält? Die absolute Skala, in die sich alles, was zum Ansprechen der Sinne in etwas Konsumierbares gebannt wurde, gepresst werden kann?
    Interessante These, gleichzeitig aber auch nicht wirklich treffend, imo.
    Mh?

  • der_bär

    @Ren: klar, aber warum unterhält plan9 überhaupt? weil du, so gesehen, “teile deines hirns ausschaltest”, genau die teile, die eigentlich bei jeder szene “wie können die das ernst meinen? da sieht jede kasperletheaterbühne realistischer aus?” usw. schreien sollten. auf einmal lacht man halt über plotholes, über darstellerleistungen, über kulissen – alles dinge, die man bei einem anderen film wohl bemängeln würde. und dennoch – oder gerade deshalb – bleibt am ende ein “wunderbarer” film, der gut unterhalten kann.

    und nun: warum sollte ich nicht auch vor popcornfilmen “das hirn ausschalten”? ich will hier ja keinesfalls argumentieren, dass van helsing ein guter film ist, _kein_ normal denkender mensch würde das machen. aber ich guck ja auch nicht lethal weapon und zähle nebenher die logikfehler.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Der Kernsatz ist hier in den Kommentaren schon gefallen: “Was spricht dagegen sein Gehirn ab und zu auch mal einzuschalten?”

    Bei der Masse an Leuten die immer so eifrig das abschalten befürworten, könnte man fast meinen sie würden es ansonsten ständig benutzen und sich so häufig mit Anspruchsvollem auseinandersetzen, daß es eine seltene, zu gönnende Abwechslung sei, wenn man sich “mal” mit idiotischem Scheißdreck ablenken würde.

    Eine These die mir doch eher gewagt erscheint.

    Und insgesamt Zustimmung zu Reningtons Text und der Hervorhebung das es eben auch im “einfachen Unterhaltungsbereich” eben grandiose Filme gibt und debilen Scheissdreck. Es gibt nicht nur die Trennung zwischen Blockbuster und Arthouse, die viele hier immer reflexartig unterstellen, sondern eben grade die Unterscheidung zwischen guter Unterhaltung und kalkulierter Reißbrettkacke. Zwischen Indiana Jones und Die Mumie, zwischen Stirb Langsam und Con Air, zwischen Herr der Ringe und Eragon.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ Moppel (27): Schön aus dem Zusammenhang gerissen. Beschrieb ich doch vorher noch die grandiosen Bilder, was ja, glaube ich, durchaus Bestandteil eines guten Films sein kann. „Apocalypso“ auf die Reizebene zu ziehen tut dem Film Unrecht.

    @ Herrmelin: In der Tat, das da oben ist alles eine von mir aufgestellte These: Unterhaltung als Begriff für Geistfutter, der die Sinne anspricht und mit Dir spielt. Oder auch nicht. Vielleicht nicht ganz treffend, aber dafür kann man das ja hinterher hier in den Comments ausdiskutieren. Welche Alternative zum Begriff „Unterhaltung“ hättest Du denn anzubieten? Mir fällt keiner ein.

    Na klar, wenn Du den Kaufmanschen Begriff der Unterhaltung („Wir unterhalten uns zu Tode“) anführst, dann habe ich ein Problem, weil dann nämlich Unterhaltung grundsätzlich intellektuell negativ besetzt ist. Finde ich aber nicht.

    Philosophische Abhandlungen können äußerst unterhaltsam sein. „Jaws“ aber auch. „Transformers“ dagegen nicht. Weil die ersten zwei schmeicheln und fordern, das andere dagegen beleidigt.

    So ungefähr.

    @ der_bär: Wenn ich mir Plan 9 so ansehe, wie von Dir dargestellt, dann habe ich dabei alles andere als mein Gehirn ausgeschaltet. Vielleicht gefällt Plan 9 ja eben als schlechter Film, als Vertreter des Genres „So schlecht, dass er gut ist“.

    Ich weiß auch nicht, all das ist ein sehr diffuser Gedanke, den ich mal konkretisieren wollte. Sicherlich gibt es da Grauzonen und meine Meinung ist da auch nicht in Zement gegossen… aber die Grenzen, die

    @ Batzman: bei den Filmen wie Stirb Langsam und Con Air zieht, die sind unübersehbar und die liegen mE in der Beteiligung der Marketing-Abteilung. Sobald wirtschaftliche Interessen in einem Filmprojekt die Oberhand gewinnen, und das ist bei Filmen neuerer Zeit immer so, dann ist die Gefahr mehr als groß, dass die Qualität zugunsten der Zielgruppe, der Marktförmigkeit flöten geht.

    „Marktförmigkeit“… muss ich mir merken…

  • http://www.channelhopping.de EmmJay

    Um nochmal auf die sich verändernden Sehgewohnheiten einzugehen: Es ist ja nicht so (zumindest nicht nur), dass die Leute immer dümmer und ungeduldiger werden, und daher Filme mit viel Dialog nicht ertragen könnten.

    Es kommt ja auch hinzu, dass die Seher von heute zu solchen Sehern erzogen worden sind. Und zwar von den Filmen selbst. Es gibt Erwartungshaltungen, und die werden nach wie vor zielsicher bedient. Der Protagonist der romantischen Komödie bekommt am Ende das Girl. Der Held, dessen Tod schon mit viel Suspense angedroht wurde, überlebt doch knapp und rettet die Welt. Es gibt Charakterarchetypen, die schnell wiedererkannt werden *sollen* (der Tech-Geek in jedem Spionage-Film, zB)…

    Und so züchten sich die Filme ihre Zuschauer und die wiederum erwarten von den Filmen das, was sie kennen. Nur in besser. Kommt ja nicht von ungefähr, dass 2007 wahrscheinlich als “Das Jahr der Filmfortsetzungen 2″ in die Filmgeschichte eingehen wird.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ EmmJay: Völlig korrekt beobachtet. Man könnte sozusagen eine Steigerung der Sinnüberflutung ausgehend von, sagen wir mal, „Alien“ über „Gremlins“ über „Octalus“ bis hin zu „Van Helsing“ konstatieren… immer schneller, weiter, höher…

    Das explodiert irgendwann und am Ende steht was Neues. Darauf freue ich mich schon.

    Dazu empfehle ich übrigens nochmal den total untergegangenen Artikel auf Telepolis

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    Nachtrag: Diese Zunahme der Sinnüberflutung ist proportional zur Einflußnahme der Marketing-Abteilung.

  • Buckaroo Banzai

    Kultur kann und soll (und muss zumindest partiell) im Idealfall mehr als bloße Unterhaltung sein. Es geht um Wahrhaftigkeit. Um den Versuch einer Erklärung auf die großen Fragen. Um eine bewusste Auseinandersetzung mit unserer Existenz als solche. Dies geschah schon immer in Form von Geschichten.

    Jeder Film stellt neue Regeln auf. Jeder Film entwirft für sich selbst von der ersten Sekunde an ein neues Wahrnehmungskonzept. Die Qualität spielt hierbei, wie in allen Medien eine fundamentale Rolle. Meiner Meinung nach gibt es daher auch objektive Kriterien nach denen ein jedes Werk (im weitesten Sinne) kontextuell gemessen werden kann (in diesem Fall möchte ich im Übrigen eine mögliche Diffamierung von Comics im Artikel abweisen. Comics sind Kunst. Man muss nur die Richtigen lesen).

    Nur vollkommene Ignoranten vermögen es daher geniale Meisterwerke wie “Psycho” (hier könnte man jetzt eine lange Liste beginnen) einer Verdummungsmaschinerie wie “Transformers” (die nächste noch viel längere Liste wäre hier anzufügen)
    vorzuziehen. Einfältige Gemüter haben halt an pissenden Robotern sehr viel Spaß.

    Um ein Medium zu verstehen verlangt es nach Beschäftigung mit dem selbigen. Trash kann auch unterhaltsam sein. Hübsch präsentierte Oberflächlichkeiten können interessantere Aspekte beinhalten als mancher kaum verdaulicher Monolith sogenannter großer Kunst. “Das Hirn abzuschalten” ist wohl phasenweise durchaus eine Notwendigkeit.

    Letztlich bleibt aber die Auslieferung der vollkommenen Idiotie und die Huldigung der puren Substanzlosigkeit eine geistige Kapitulation, die lediglich zur weiteren Vermehrung von Schwachsinn führt (…und das will ja wohl hoffentlich keiner).

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Dog Hollywood

    Es nervt, wenn man sagt: “Das ist ein Unterhaltungsfilm!”, andererseits ist es okay Filme anhand ihres Trashcharakters zu entschuldigen oder sie als Popcornkino bzw. Kultfilm in Schutz zu nehmen?

    Bei der Fülle an Kommentaren habe ich den Faden verloren, aber grundlegend finde ich die Aussage, dass ein Film das ist, was wir daraus machen. Stets eine Frage des Geschmacks und so bleibt auch die Defintion von “Unterhaltung” eine Frage der indiuellen Einschätzung.

    Ich verstehe Filmfreund Reningtons Hauptaussage, halte diese Diskussion dennoch für Energieverschwendung.

  • http://www.myspace.com/pixelfreunde Plastikman

    ne is dat anstrengend hier ^^
    Es wird immer gute und schlechte Filme geben und es wird auch immer Leute geben, die beides gucken und mögen. Also haben beide auch irgendwie ihre Darseinsberechtigung.

    Menschen die nicht sonderlich Anspruchsvoll sind, werden auch glücklich mit “simplen” Filmen (was die Industrie natürlich dankbar bedient) und für die “Anspruchsvollen” gibt es Gott sei Dank halt auch noch “intelligenteres” Futter.

    So ist das aber halt bei allem auf der Welt. Bücher, Nahrung, usw usw.
    Ist doch super… wenn es nur clevere und anspruchsvolle Menschen gäbe, hätten einige auch sicher bald ein Egoproblem ^^

    Ich halte das wie beim Lesen. Je nach Stimmung, mal leichte Kost und mal anspruchsvoll. So lange es einen angenehm aus dem Alltag entführt, hat es seinen Sinn und Zweck erstmal “grundlegend” erfüllt.

    Natürlich schaue ich auch viel lieber intelligente und herrausfordernde Filme und lese Bücher mit guten, fastzinierenden und clever gestrickten Geschichten, aber die anderen muss ich mir ja auch nicht anschauen/durchlesen. Man bekommt doch irgendwann ein Auge für so etwas, also wtf?

    Die gesamte Unterhaltungsindustrie ist doch eignetlich nur der Spiegel ihrer Konsumenten. Und zur Unterhaltungsindustrie gehören halt unter anderem Musik (immer Kunst!?) Bücher (immer Kunst?!) aber halt auch Filme.

    Also relax, schau die Filme die du bevorzugst und jut is ^^

    Und Film als “echte” Kunstform gibt es doch im Grunde eh nur am Rande von Hollywood…

    gn8

    Eine nette und immer wieder notwendige Diskussion aber im Grunde auch irgendwie Gegenstandslos.

  • Frankie

    Hilarious!
    Warum muss ich bei dem Post nur an Michael Douglas in “Falling Down” denken, wie er die Cola-Preise der 80er zurückfordert? Das nennt man wohl einen virtuellen Amoklauf. Immer dieser bigotte Filmdarwinismus…

  • Kiran

    Wenn man davon aussgeht was man ihm Studium an der Filmhochschule beigebracht bekommt, kann man bei Filmen wie “Transformers” nicht von einer cineastischen Meisterleistung sprechen. Allerdings kommt ab einen Punkt der persönliche Geschmack ins Spiel. Dieser und die Warnehmungen welche man während des Filmes gemacht hat bilden die eigene Meinung über diesen gleichen. Ich würde hier aber keine Leute in Schubladen stecken! Es gibt noch mehr Bereiche als “interlektuellen Kino” und “Idiotenfilm” ;)

    Ich finde es unnütz einen solchen Thread zu posten. Denn jeder postet seine eigene Meinug und leistet damit nicht immer einen guten Beitrag zum Thema.

    tschööö

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  • mutombo

    Ein Kunstwerk kann man niemals mit etwas anderem vergleichen, Kunst kann nur in sich selbst und nicht im vergleich zu anderem bewertet werden.

    Niemand würde wohl Beethoven mit Michael Jackson vergleichen wollen.

    Um wieder zu Thema Film zurückzukommen, wieso versucht ihr den künsterlischen Anspruch eines Films auf die Story zu reduzieren?
    Ohne Frage, eine gute Story die zum mitdenken anregt ist was feines. aber Filme können ja nicht nur interlektuell inspirieren, sondern auch emotional.

    Ein nettes aktuelles Bespiel ist hier für mich “Sparta”. Dieser Film hat mich eher an den gang durch eine kunstgallerie erinnert. Um hier wirklich das Bilderspektakel richtig wirken zu lassen muß man einfach abschalten, story und schauspielerische Leistung sind nunmal nicht vorhanden.

    Ich verstehe auch garnicht was an der aussage “Einfach mal das Hirn abschalten” so negativ ist.
    Es ist kein Zeichen vom fehlender Intelligenz wenn man dazu in der Lage ist, sondern ermöglicht einfache die betrachtung aus einem anderen Sichtwinkel.

    wie schon jemand sagte, die Diskussion ist gegenstandslos, aber trotzdem äußerst interessant :)

  • herrmelin

    danke mutombo, kann ich hundertpro unterschreiben! :)

  • http://www.myspace.com/pixelfreunde Plastikman

    da unterschreib ich mal direkt mit ^^ war ein wenig spät letzte Nacht und natürlich gibt es Filme, die durch ihre Bilder im zusammenspiel mit dem Sounddesign beeindrucken.

  • zero_content

    auf grund des absoluten verrisses von “transformer” freue ich mich schon auf die dvd-veröffentlichung,die ich in einem befreundeten beamerkino zu zeigen gedenke(1 euro ausleikosten sind m.e. angemessen)und ich wette er wird unterhalten,da wir (filmfreunde mit ansprüchlichkeiten)ihn lautstark anpöbeln und bespucken werden(schmerzlust).auf der anderen seite haben wir es bis heute nicht geschafft, solaris ganz zu sehen(schmerzangst)scheisse mit erdbeeren-ih:erdbeeren

  • http://ich-werde-politiker.blogspot.com Thorben

    Ich finde Transformers geil. Sehr unterhaltsam, witzig, spannend und ein cooles CGI-Spektakel. Auch der soundtrack konnte mich von der ersten Minute an fesseln. K.a. was der Autor gegen diesen Film hat.

  • http://www.thadeus.blogger.de thadeus

    Herr Renington, sie verzapfen momentan ziemlichen Quatsch.

    Ihr größter Fehler ist, dass sie versuchen, jeden Film gleich zu machen. Das ist viel zu einfach gedacht, denn jeder Film will etwas anderes erreichen: “Hairspray” beispielsweise will gute Laune erzeugen, “Brokeback Mountain” aber zum Nachdenken anregen. Und nach solchen Gesichtspunkten sollte man einen Film kritisieren. Man kann “Taxi Driver” nicht mit den gleichen Kriterien anschauen, wie “Transformers”. Bei Transformers bewertet man die Action, was man “Taxi Driver” nie machen würde.

    Wenn ich persönlich einen entspannenden Film ansehen möchte, dann schaue ich einen der klassischen Hollywood-Filme. Denn die wollen den Zuschauer nicht verändern, sie wollen nichts Neues erschaffen, sie wollen den Zuschauer nur zwei Stunden lang (das böse Wort!) unterhalten und verlangen ihm nicht viel ab. Kunstkinofilme wollen genau das Gegenteil: Zwar auch unterhalten, sie wollen aber eine größere Intensität erzeugen, in dem sie den Zuschauer mit eher ungewöhnlichen und deshalb anstrengenderen Mitteln versuchen in die Geschichte zu ziehen.

    Wenn ich nach einem anstrengenden Tag einen Film sehen will, dann lege ich mir bestimmt nicht “2001″ oder so was in den DVD-Player, sondern meinetwegen James Bond. Und die sind -und das ist auch gut so- total verschieden und man sollte sie mit ganz anderen Augen sehen, sonst kann man weder das eine noch das andere genießen.

    Das Übelste an dem Aufsatz ist aber, dass Renington hier versucht mit einem grenzsnobistischen Grundton anderen die Meinung aufs Auge zu drücken. Dieses pseudointellektuelle Krawallwischiwaschi ist ein echt ein tiefer Griff ins Klo der Blogger mit Profilneurose!

  • Sebastian

    Wie mir scheint geht die Diskussion etwas an der ursprünglichen Intention vorbei. Filme wie Transformers sind nur geschaffen, um ein möglichst breites Publikum zu unterhalten, was auch ok ist. Wenn man sich so umhört oder Kritiken liest, erfüllt dieser Film ziemlich genau diesen Zweck.
    Zu diesem Film hab ich auch einige Male dieselben Kommentare in der Art wie “Was erwartest Du” oder “Dialoge sind in dem Film nicht wichtig, es ist schliesslich Transformers” gehört. Mag stimmen, dass es für jede Person unterschiedliche Ansprüche, Erwartungen oder Anforderungen gibt, die ein Film erfüllen muss und/oder die man selbst mit hinein nimmt. Allerdings finde ich solche Aussagen etwas irritierend. Bei Transformers sind die darstellerischen Leistungen und Dialoge leider in keinster Weise auf demselben Niveau wie die CGI Effekte, die wohl die Messlatte für kommende Actionfilme hochgeschraubt haben. Das Ganze wirkt dann nicht aus einem Guss, wenn zwar Musik / Effekte topp sind, die Story eher mau (womit man leben kann) und die Darsteller absolut nicht überzeugen können.

    Gute oder unterhaltsame Filme zeichnen sich dadurch aus, dass sie innerhalb ihres selbst gesetzten Rahmen funktionieren und bestimmte Aspekte kein reiner Selbstzweck sind. Ein Film ist meiner Meinung nach ähnlich wie ein Kunstwerk in einen Kontext eingebettet, (zB zeitlich / gesellschaftlich), in dem er auch hervoragend funktionieren kann. Natürlich lassen sich dann Vergleiche zu Referenzen oder anderen Filmen ziehen. Allein deshalb gibt es sowas wie Genres. Wenn allerdings ein Film seine eigene Logik verletzt oder ihr widerspricht, hängt es wohl von der Toleranzschwelle des Zuschauers ab, wieviel man dann für sich hinnimmt.

    Bei vielen neueren Filmen fällt mir eines deutlich auf, sie versuchen genau das zu bieten, was die breite Zuschauerschaft in erster Linie erwartet, allerdings auch nicht mehr. Das hat dann etwas sehr plan- und berechenbares an sich. Für jemanden der sich wirklich nur unterhalten lassen möchte, ist es natürlich völlig ok, er wird dies in den meisten Fällen bekommen. Allerdings wird sich jemand, der nicht nur unterhalten werden möchte, sondern seinen persönlichen Filmkanon um ein weiteres Schmankerl erweitern möchte, über kurz oder lang daran stören, dass er im Grunde 10x denselben Film zu Gesicht bekommen hat.

  • http://www.calibanblog.de/ caliban

    holla, da hat der gute mal sehen ja was losgetreten:)
    Kann ihm bedingt zustimmen. Allerdings ist es FALSCH, dass die griechische Tragödie unterhalten wollte! Das war wenn überhaupt nur in zweiter Linie wichtig. Die griechische Tragödie wurde an den großen Dionysien aufgeführt, einer Festlichkeit, bei der alle unterwofenen Staaten eingeladen waren, um den glanz und die größe Griechenlands zu bewundern.
    Es ging hier deutlich um einen politischen (propagandistischen) Akt.
    Unterhalten sollten hauptsächlich die Satyrspiele, die einen wichtigen Teil der Tetralogien ausmachte. Gut, aber soweit die Antike.

    Das, was hier angesprochen ist, ist so alt wie die Kunst selbst. Auch Shakespeare schrieb rein um zu unterhalten. Das interessante ist nur, dass er durchaus zeitkritisches, hintergründiges, ja sozusagen Ecken und Kanten einbaute. DAS macht die Größe seiner Werke aus. Er selber hätte (ebenso wie Mozart) wohl gelacht, wenn er wüsste, dass er heute als elitäre Kunst betrachtet wird.

    Die Unterhaltung wird (aufbauend auf Lacan) in 2 Bereiche eingeteilt: Plaisir und Jouissance. Wobei Plaisir für die geistige, anregende Unterhaltung steht – Man kann sich in etwa einen distinguierten Herrn im Ledersessel bei einer Wagner-Oper vorstellen. Jouissance ist die Bauch-Unterhaltung, die die niederen Instinkte anspricht. Ein Boxkampf wäre ein Beispiel.

    Das aufs Kino übertragen: Con Air spricht ganz die Jouissance an – er will gar nicht plaisir bieten!
    Anders ein Hitchcock oder Almodovar. Die wollen beides. Es gibt aber auch Filme rein fürs plaisir. Das französische Kunstkino will das meistens.

    Und was bleibt? Beides kann gut sein. Aber oftmals bleiben beide “Vergnügen” unbefriedigt, der Film ist einfach schlecht!

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  • http://tobe.battson.de tobe

    mit leuten die sich der sätze “es ist doch nur unterhaltung” zur legitimation eines filmes bedienen, treffe ich nur selten aufeinander, ob nun für einen kino- oder für einen dvd-abend. und wenn es mal passiert, dann meist bei einem film wie transformers. für mich ist es dann nur eine weitere bestätigung, dass der film soviel wert ist, wie die kulturkompetenz derjenigen, denen bei der diskussion um die materie nichts mehr einfällt, als diese paar worte ;-p

  • willhaben

    Viel schlimmer finde ich die Floskel: Ist mal was anderes neben dem üblichen Hollywood, bei der jeder pseudointelligente Mist unreflektiert eingeflößt wird. Hier wird vor ehrfurchterrengeder Filmarroganz tatsächlich das Gehirn abgeschaltet und einfach dröhnen lassen. Wie wäre es mal mit einer Gleichbehandlung in diese Richtung? Die meisten Transformers Fans wissen zumindest, wenn sie Mist schauen. Wenn ich sagen würde, Capras “Mr Smith geht nach Washington” ist patriotischer Bockmist der übelsten Sorte, würde mich jeder als Idioten abstempeln, aber der gleiche Müll in einem Blockbuster wird sofort zu Tode geknüppelt und seine Fans zu dummen Hauptschülern degradiert. Ich will hier niemanden verteidigen, fand den Film selbst dürftig, aber die ganze Diskussion zeigt höchstens von der Intoleranz mancher Möchtegern-Filmfreaks, andere Meinungen zu akzeptieren. Man nutzt eben wie im richtigen Leben jede Gelegenheit, andere in die Pfanne zu hauen – und wenn es auch nur der Filmgeschmack ist. Unterste Schublade. Und bigotter Darwinismus der übelsten Sorte, genau.

  • das_Produkt

    Und trotz allem muss man neben allem noch irgendwie zugeben, dass die subjektive Empfindung eines jeden einem dann doch wieder Streiche spielen.
    Als ich nach Transformers aus dem Kino kahm, fand ich den irgendwie toll. WEnn ich dann überlegen soll, was eigentlich gut war, muss ich zugeben, dass sowohl der Humor grottig, die Handlung scheiße und die Actionszenen absolut miß anzusehen waren. Aber trotzdem… irgendwie hat er mir doch gefallen…
    Und genau diesen Unterhaltungswert würde ich jetzt Filmen wie Bierfest oder Fantastic Movie oder anderen sogenannten Komödien einfach mal absprechen… Unterhaltung hat also irgendwie doch mit mehr zu tun als mit Slapstick…

  • markus

    also was mich an transformers mittlerweile am meisten beeindruckt ist die diskussion darum, nicht mal mehr die effekte usw. hier wird echt in zwei lager gespalten, vor allem von den cineastischen möchte-ger-reich-ranicki-kritikern.

    mal anders: “ist doch nur nahrung”. das betrifft pommes rot-weiß aber auch pasta mit trüffeln. was ist nun besser ? natürlich die pasta, denn wer sie konsumiert, würde sich nie auf das niveau der pommes herablassen. man kann sich damit herrlich einfach über den pöbel hinwegsetzen und sich sicher sein, “was besseres” zu sein, nicht wahr ?

    genauso scheint es mir bei filmkritiken. warum aber schaut man sich dann überhaupt noch filme an, von denen man vorher schon weiß, daß sie einem sonstwo vorbeigehen und überhaupt nicht den eigenen geschmack treffen, was ja auf transformers zutrifft ? lieber sollte man sich einen film der eigenen top10 anschauen. es ist wohl die freude an der kritik selbst, denn es gibt garantiert andersdenkende, die man anschließend herab- und sich selbst damit heraufsetzen kann.

    also ehrlich, es sind im grunde nur subjektive meinungen. wenn einer mich als niveauloser mainstreamkonsument bezeichnet, weil ich mir transformers angetan und über die fehler wohlwollend hinweggeschaut habe, dann bitte. eine hochzeit ist ja eh nicht angestrebt.

    ich persönlich gucke worauf ich lust und laune habe. das kann heute shoot em up sein und morgen club der toten dichter und übermorgen vielleicht vom winde verweht. solange es MIR gefällt, kann es mir doch egal sein, was andere davon halten.

    in diesem sinne…viel spaß beim gucken von wasauchimmer, und hört auf euch die köpfe einzuschlagen wegen sowas wie einem film. wenn ihr was geistreiches wollt, geht lieber zur uni oder ins museum.

    n8

  • OMG

    omg
    soviele Klugscheißer auf einem Haufen gibts selten…-.-
    P.S.: Transformers is geil!

  • http://www.darktownart.de Azurelle

    Horror wird “leinwandtauglich”. Mal sehen in wie weit sie sich in den nächsten Jahren an das “echte” Grauen wagen ohne Angst davor zu haben, potentielle Zielgruppen zu verscheuchen.

  • Pingback: Schöner Beitrag

Fünf Facefreunde
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    Part of the cast of Avengers: Age of Ultron.

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    unamusedsloth:

    No CAPES!

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    strikerhercules:

    » Because only Vin Diesel could ever be ridiculously nerdy enough to attend the UK world premiere red carpet for Guardians of the Galaxy wearing a “I am Groot” t-shirt and walking on stilts

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    Eeeewwwww

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  • Ohgott Transformers!


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