Gangster High

PLONK! (Aluminiumstange auf Schienbein)

Originaltitel: Pongryeok-sseokeul
Herstellungsland: Süd-Korea 2006
Regie: Ki-hyeong Park
Darsteller: Hie-jin Jang, Kyeong-ho Jeong, Jin-woong Jo u.a.

***½

Gangster High Der asiatische Film an und für sich ist für mich wie ein Lehrbuch, wie ich mich auf einem fremden Planeten zu benehmen hätte. Ich mag die teilweise subtile und einfache Umsetzung und Herangehensweisen an manche Themen, die gleichzeitig so komplex und hintergründig sein können, wenn man nur genau aufpasst. Bisher konnte ich ohne Ausnahme sagen, dass es Filme aus Asian gab, die mich entweder vom Hocker kickten, oder nach 10 Minuten ausgestellt werden mussten.

Bei Gangster High ist es zum ersten Mal irgendwas dazwischen. Der Film fängt an, man versucht krampfhaft den einen Asiaten von dem anderen auseinanderzuhalten und gleichzeitig der Geschichte zu folgen und die wirklich schönen Bilder zu genießen, die zusammen mit der Musik ungewohnt westlich sind. Laut Packungsbeilage sollte mich übelstes Geprügel erwarten, aber was ich da in der ersten dreiviertel Stunde sah, war eher ein ständiges zartes sympathisieren mit den Hauptdarstellern, die nicht so richtig aus dem Quark kommen wollten.

Vielleicht aber erstmal die Geschichte in Kürze:
Alles fängt mit einer relativ harmlosen Schlägerei an, die damit endet, dass die Kontrahenten allesamt in irgendeinem freundschaftlichen Verhältnis zu Sang-Ho stehen, der die Jungs zusammenrauft und ihnen klar macht, dass es ziemlich blöde ist sich gegenseitig zusammenzuschlagen. Man ist sich schnell einig und stellt fest, dass neben Mädchen, Zigaretten und Alkohol noch eine große Liebe zum Fußball besteht. Man beschließt eine Mannschaft zu gründen, mit Sang-Ho als Präsidenten. Die “Tigers” sind geboren.

So richtig spielen sollen die Tigers dann nicht, denn sie sind plötzlich zu sehr damit beschäftigt sich mit den “TNT”s von einer anderen Schule anzulegen. Aus kleinen Raufereien werden fiese Schlägereien, die irgendwann eskalieren und Menschenleben kosten.

Ich habe ja so ziemlich das mieseste Gesichtergedächtnis, das es geben kann und schon in westlichen Filme Probleme, wenn zwei Hauptdarsteller einen Bart tragen (selbst wenn einer von ihnen Kathy Bates ist). Um das Gedächtnis zu trainieren, habe ich mir selber die asiatischen Filme verordnet. Hilfreich ist dieser Film allemal, denn so wie man ich anfangs Probleme habe die Charaktere auseinanderzuhalten, so leicht sind sie später wiederzuerkennen, wenn ihre Wunden den Wiedererkennungswert erhöhen.

Wie anfangs schon gesagt, fängt der Film eher schleppend an und man wartet vergebens, dass es anfängt so richtig zu scheppern, wie man es zum Beispiel bei Ong Bak und Old Boy gewohnt ist. Der westliche Einfluss auf den Film ist durch die Auswahl der Musik, der Bilder (da mag jemand Weitwinkel!) und den typischen High-School-Charakteren ganz klar zu erkennen und so richtig überrascht wird man nicht. Aber das ist ok, denn es ist ja nur Unterhaltung (hihi!)

Ich würde mal sagen, dass daraus schonmal zwei Sterne zu holen sind. Einen weiteren Stern gebe ich mal dem Finale und einzelnen Sequenzen zwischendurch, die (was ja nun eigentlich kein Maßstab ist) mich teilweise wirklich erschreckt haben. Und der letzte halbe Stern? Der geht an den Hauptdarsteller Kyeong-ho Jeong, der dank seiner Ausstrahlung irgendwie immer zu erkennen war.

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6 Kommentare

  1. Wo kann man den Film sehen?

    Kommentar von Nico am 12.09.2007 um 08:48 Uhr
  2. Ich denke jede gut geführte Videothek sollte den Film in seiner Asia-Abtelung stehen haben..

  3. Okay, danke :-)

    Kommentar von Nico am 12.09.2007 um 13:51 Uhr
  4. Videotheken mit eigener Asia-Abteilung? o_O Sowas gibts in meiner Nähe leider nicht.

    Kommentar von Sebastian am 12.09.2007 um 22:03 Uhr
  5. Meinen herzlichstes Beileid! Du weißt ja garnicht was dir entgeht!

  6. Ich hab den Film jetzt auch gesehen. Aber ich fand ihn jetzt eigentlich ziemlich schlecht.

    Da war diese Fußballgeschichte, dieses alberne “Ich bin der Präsident, ohne mich wird keine Entscheidung gefällt” und dann auch dieses West-Side-Story-Gehabe (inklusive dem Streit um das Mädchen) nur nach Asien transplantiert mit der abschließenden Botschaft, dass Gewalt nichts bringt.

    Zugegeben, die Kamera war nicht schlecht (diese Gegenlichtaufnahmen von hochgeworfenem Wasser geben aber so viel dann auch nicht her und bei den Fußballsequenzen musste ich immer an die Kickers denken) und die letzte Prügelei auch.

    Aber auch dort wieder eine Schwäche. Warum verzichtet der Präsident erst auf die Waffen? Ist doch scheiß egal, der andere ging auch mit ‘nem Messer zur Sache. Daraus leitet sich noch eine Frage ab, warum er die Waffe dann nicht während des Kampfes nimmt als er merkt, dass das Verhältnis kippt. Nein, das geht erst wenn alle Kumpels tot sind und er sich nur noch selbst retten muss. Menschlich, aber irrational.

    Bei mir hätte der Film einen Stern für die mäßig gute Kamera (aber das ist Handwerk, das muss Kino leisten). Die Story war ausgelutscht und das kann das Finale auch nicht wettmachen. Die Charaktere gaben auch nicht viel her. Hier Moralisieren, da Hass zeigen, ich bitte euch.

    Kommentar von Nico am 16.05.2008 um 10:54 Uhr

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