“You’re just another asshole…!”
Originaltitel: Resident Evil: Extinction
Herstellungsland: Australien / Deutschland / Frankreich / Großbritannien / USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Russell Mulcahy
Darsteller: Milla Jovovich, Oded Fehr, Ali Larter, Iain Glen






Die Welt hat sich weiter gedreht. Die virale Zombieinfektion hat die Erde verkarstet und die meisten Menschen dahingerafft um sie als Untote neu erstehen zu lassen. Zurückgezogen in ihren unterirdischen Hives bastelt die Firma Knirps aka Umbrella Corporation weiterhin an einem Gegenmittel.
Man hofft die Zombies zähmen zu können, aus einem Antiserum, welches man aus dem Blut von Alice-Klonen zusammenbraut. Dafür verschleisst man Alice’ in rauhen Mengen.
Die echte Alice (Milla Jovovich) durchstreift derweil die öde Welt, rangelt sich mit Zombies, Hinterwäldlern und versucht von der Umbrella-Meshpoke unentdeckt zu bleiben.
Das ändert sich, als sie auf einen Konvoi überlebender trifft, die sich in einem Wüstenkaff einer Horde Zombiekrähen erwehren müssen. Alice hilft ihnen und versucht die Truppe nach Alaska zu führen. Angeblich gibt es dort eine sichere Enklave. Doch vorher muß man noch nach Las Vegas um Vorräte und Benzin zu bekommen. Und dort lauert eine ganz neue Gefahr…
Okay es gibt zwei Arten von Zombiefans. Solche die Resident Evil hassen und als Kinderkacke abtun und solche die zwar erkennen, daß es sich hier um Mainstream-Zombies handelt, aber dennoch gerne sehen wie Milla den Hackfressen in die Eingeweide tritt. Ich zähle mich eindeutig zu letzteren, denn ich mochte den ersten Teil, der trotz eines FSK16-Schnitts einige schöne Schockszenen, nebst Referenzen auf die Romero-Klassiker bot. Der zweite Teil war da schon schwieriger, war er doch trotz 18er Freigabe extrem zahm und belanglos geraten. Ohne Milla, hätte er sich von mir sicher einen Totalverriss eingefangen.
Dem dritten Teil sah ich also mit gemischten Gefühlen entgegen, schöpfte aber Hoffnung als der Regisseur Russel Mulcahy verkündet wurde. Ich glaube an den Mann, auch wenn er seit Highlander nichts wirklich großes im Kino mehr abgeliefert hat (dafür aber bei den ersten Folgen von “Queer as Folk”-Regie führte und dessen Look mitbestimmte). Er hat selbst in mittelmässigen Filmen ein Händchen für große Bilder, für Gravitas, für schwarzen Humor und nicht ganz ernstgemeinte Posen.
Und meine Hoffnungen haben sich in bescheidenem Rahmen erfüllt. Man sollte nicht mit großer Erwartung an einen “Resident Evil”-Film herangehen, aber man kann gute Unterhaltung und Spaß erwarten. Mulcahy ist nach dem eher mauen zweiten Teil eine willkommene Ergänzung auf dem Regiestuhl, den er bringt zum einen den dringend benötigten Scope in die Geschichte, schafft es wirklich mal apokalyptische Bilder einer zerstörten Welt zu zeigen und was noch wichtiger ist, er bringt in mehr als einem Sinn frisches Blut in die Reihe.
Denn wenn man den “Resident Evil”-Filmen etwas vorwerfen konnte, war es ihre blutarmut, die Scheu mal wirklich im Gekröse zu mantschen, was einem Zombiefilm meist nicht so gut bekommt. Der erste schaffte es mit Andeutungen und recht dichter Spannung darüber hinwegzuhelfen, der Zweite versagte leider völlig, weil er glaubte Rumgeballere wäre ein Ersatz für Zombies. Mulcahy gibt uns endlich wieder latschende Leichname aus der großen Tüte. Nicht so elaboriert wie in “Land of the Dead” aber sehr viel detailreicher als in den Vorgängern, stapfen hier Hunderte von Zombies durch die Gegend. Sogar fressen dürfen sie diesmal, was man ihnen bisher auch versagt hatte.
Das Gore-Level ist zwar immer noch eher im mittleren Bereich anzusiedeln, aber deutlich höher als bei 1 und 2. Kopfschüsse, Bisswunden und dank Millas mobiler Macheten körbeweise zerschlitzte Untote und gespaltene Schädel. Das ein oder andere Romero-Zitat wird sich auch hier wieder finden.
Zudem schafft es Mulcahy, nach einem Drehbuch von Paul W. S. Anderson, der im ersten Teil noch Regie führte, die Geschichte einigermaßen schlüssig weiterzuerzählen, wobei er hauptsächlich an den ersten Teil anschließt und aus dem Zweiten nur das Nötigste übernimmt. Alice hat durch Kontakt mit dem T-Virus besondere Kräfte, die sie nur unzureichend beherrscht, noch immer hat sie Schwachstellen, die die Umbrella Corp ihr als Sicherung eingepflanzt hat und noch immer ist sie 1000x cooler als 10 Vin Diesels zusammen.
Ich weiß, Milla spaltet die Lager. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Ich finde, sie ist eine der wenigen wirklich coolen Actionfrauen und wenn ich mich je vor einer Horde Untoter, GEZ-Fahnder oder Abmahnanwälte retten lassen müsste, dann nur von ihr.
Nach wie vor schafft sie ihre seit “5th Element” erprobte Mischung aus hilfloser Kindfrau und tougher Megabitch überzeugend zu präsentieren. Selbst als Mad Max-Milla-Verschnitt macht sie im Staubmantel und engem Höschen eine gute Figur. Immer hart am Rande der Comicfigur und der Selbstparodie, macht es dennoch Spaß zu sehen, wie sie unkaputtbar den mutierten Matschköppen Zunder gibt. Ausserdem besitzt Alice die geniale Fähigkeit in Nahaufnahmen einen Airbrush-Weichzeichenfilter einzuschalten, der ihr Gesichts stets aussehen lässt, wie ein Titelblatt der Amica oder TV-Spielfilm. Das soll ihr mal einer nachmachen!
Die im letzten Teil noch so irritierende Wackelkamera kommt in diesem Film dankenswerter Weise nur selten zum Einsatz, die Actionszenen sind insgesamt origineller und übersichtlicher choreographiert. Die Musik ist Dienst nach Vorschrift und bietet im Abspann eine schöne Post-Grunge-Version von White Rabbit.
Realistisch oder superlogisch ist das ganze natürlich an keiner Stelle, noch leugnet der Film seine Herkunft. Die Anklänge an die Game-Reihe sind optisch wie inhaltlich noch immer gegeben, stören aber wohl die breite Masse an Zuschauern nicht, die nie einen virtuellen Spaziergang in Racoon-City gemacht haben. Optisch war Exctinction für mich bisher der überzeugenste Film der Reihe, bietet soliden Mainstream-Zombie-Horror der diesmal deutlich blutiger und spassiger ausfällt als sein Vorgänger.
Die Hardcore-Gucker bleiben wohl weiterhin besser daheim, ich freu mich derweil of “Resident Evil 4: A fistful of Millas” :=)
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- September 28th, 2007 •
- 27 Kommentare
- Schlagwörter: Horror, ResidentEvil, Zombies









































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