Könige der Wellen

“You know, we’ve known each other way back since, like… yesterday, I think it was.”

Originaltitel: Surf´s Up
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Ash Brannon und Chris Buck
Darsteller: Shia LeBeouf, Jeff Bridges, Zooey Deschanel, Jon Heder

*½ Nilz N. Burger
***½ Batzman

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Ein Pinguinjunge träumt sein Leben lang davon, Pro-Surfer zu werden. In/auf/vor Hawaii. Als er klein war, kam nämlich der grösste Surfer unter den Pinguinen, Big Z, zu seiner Arktis-Scholle zu besuch und schnekte dem Jungen eine Kette. Und ermahnte ihn, immer seinen Weg gehen zu sollen. Das hat den Kleinen, Cody heisst er, nachhaltig so beeindruckt, das er nichts anderes mehr tat als surfen. Als eines Tages ein Talentscout an seiner Eisinsel vorbeikommt, verkackt Cody aufs Gröbste, beim Vorsurfen. Er gibt aber nicht nach und darf schlussendlich doch mitkommen, zum grossen Big Z-Memorial Cup, der zu ehren des grossen Surfers abgehalten wird, der vor einigen Jahren bei einem Wettbewerb in einer Riesenwelle das zeitliche segnete.

Auf der Reise nach Hawaii (auf dem Rücken eines Wals) lernt er einen Hahn kennen, der auch surft. Die beiden freunden sich an und werden unzertrennlich. Und ab jetzt geht alles sehr schnell. Das erste Pinguinmädchen, das Cody sieht, wird seine grosse Liebe. Einen fiesen Gegner, der sogar Kinder auf ihren Surfboards umfährt, gibt es auch und er heisst Tank. Und, das ist zwar ein Spoiler, aber ein zu verkraftender: Big Z ist gar nicht tot! Das Chaos ist vorprogrammiert. Und um noch einen anderen Standardspruch aus der Spoilervermeidungskiste zu strapazieren: Ab jetzt überschlagen sich die Ereignisse.

Ich habe den Film mit meiner Tochter geguckt und muss sagen: Ja, was eigentlich? Ich habe lange nicht mehr so ein unentschlossenes Werk gesehen, das mich selbst so ratlos hinterlassen hat. Erstmal das formelle: Das wirklich interessante an dem Film ist, das er wie eine Doku aufgemacht ist. Also mit Interview, Fragen aus dem Off, versteckte Wackelkamera – alles was dazu gehört. Ein spannender Ansatz, der auch viel Platz für neue Gags lässt, die in dem Animationsgenre vielleicht noch nicht so oft da waren. So sind zwischendurch eingestreute Statements manchmal ganz lustig. Ansonsten hat man aber ganz schwer das Gefühl, im Dramaturgiebastelstudio gewesen zu sein. Animierte Pinguine, ähm, hatten wir die nicht gerade bei Happy Feet? Das Thema Mockumentary ist vermutlich auch schon in so ziemlich allen Facetten beleuchtet worden, nur das hier eben Tiere statt Menschen agieren. Aber natürlich mit sämtlichen menschlichen Eigenschaften versehen. Die Tatsache, das Cody sich in die Rettungsschwimmerpinguindame in der ersten Sekunde verliebt, in der er sie sieht, obwohl man vorher das Gefühl hat, er sieht nichts anderes ausser seinem Sport, das kann man dramaturgisch vielleicht gerade noch so verknuspern. Auch das Big Z dann gar nicht tot ist, dürfte wohl mehr als klar gewesen sein. Warum dieser sich aber mit Cody anfreundet und seine seit Jahren aufrecht gehaltene Deckung einfach so fallen lässt, da wirds dann schon komischer. Er tut das nämlich sehr unmotiviert, es wirkt als täte er es aus einer Laune heruas. Ich habe schon mitbekommen, das die Big Z Kette, die Cody immernoch trägt, hier den sich tot-stellenden zum umdenken gebracht haben soll….aber wie dünn ist das denn? Das ist aber nicht die einzige Frage, die das Buch aufwirft. Wieso der Endkampf gegen den fiesen Surfer Tank nicht daran interesiert ist, Spannung aufzubauen, sondern anscheinend eher schnell vorbei zu sein, macht mich wundern, insbesondere für Hollywoodautoren-Verhätnisse. So ein Hau-Ruck-Verfahren traue ich manchmal deutschen Autoren zu, aber die Profis sollten das doch können, oder?

Das Problem ist einfach, das der Held des Films nie eine Fallhöhe bekommt. Es gibt für ihn nichts zu verlieren, alles fliegt ihm so zu. Er findet Big Z toll, plötzlich wacht er bei ihm auf. Er ist in das Mädchen verknallt, plötzlich ist er mit ihr zusammen. Er will ein eigenes Surfboard, plötzlich baut er sich eins. So geht es den ganzen Film, ihn wirklich und ernsthaft scheitern zu lassen, dafür gibt man ihm keine Zeit. Und das lässt den Pinguin das bleiben, was er ist: kalt. Klar, wir haben am Anfang gesehen, das er seinen Vater vermisst hat bzw. irgendeine Vaterfigur, weswegen er ja so ein grosser Fan von Big Z wurde. Wir sehen wie ihn sein grosser Bruder nervt und die Mutter ihn nicht sonderlich ernst nimmt. Er muss Fische sortieren, obwohl er lieber surfen geht und er ist klein im Wuchs, anders als die Anderen. Das Problem ist aber, das ihm das so egal wie nur irgendwas zu sein scheint. Man hat Erwartungen an ihn? Und wenn schon. Ab dem Moment, wo Cody seine Familie verlässt, ist es als hätte sie nie existiert, sie ist kein Problem mehr, sie spielen für Cody keine Rolle mehr, kurz: Als hätte es sie nie gegeben. Ich bin jemand, der im Privatleben jedem Streit so gut wie möglich aus dem Weg geht, ich halte das nicht aus. Aber in einem Film, da bin ich schon auch dafür, das man Konflikt schafft, das man der Hauptfigur Hindernisse schafft. Das sahen die Surfs Up Autoren wohl anders. Ebenso schwacher Drehbuchmoment: Cody fordert Grossmaul Tank zu einem Spontanwettbewerb, welchen dieser sofort animmt und natürlich auch gewinnt, denn Cody hat die Wellen unterschätzt und geht mehr oder weniger unter. Er wird natürlich nicht nur praktischerweise von seiner Traumfrau gerettet, sondern sie bringt ihn auch zu dem einzigen Typen, der ihm helfen kann, den giftigen Stachel aus dem Fuss zu bekommen: Der Eremiten-Pinguin im Wald a.k.a. Big Z! Er wird seinem Idol sogar geliefert! Das zeigt vielleicht am Besten, das der eigentliche Held des Films wirklich gar nichts zu tun hat.

Somit bleibt die beste und die am besten funktionierende Figur in dem Film mal wieder, wie so oft, der lustige Sidekick. Als der surfende Hahn durch den Dschungel irrt und von einer Gruppe Kannibalenpinguine gefangengenommen wird, freut er sich das sie ihn anscheinend wie eine Gottheit verehren, denn im Kochtopf sitzend bedankt er sich, das sie ihm den Whirlpool angemacht haben. Tatsächlich hat er vermutlich mit die wenigsten Einzelszenen in dem Film…erlebt aber am Meisten. Das ist halt der typische Held, der ohne sein Wissen ins vermeintliche Verderben stapft…und mit der gleichen Non-Chalance auch wieder hinaus.

Ich hätte dem Film gegönnt super zu sein und meine 6-jährige Tochter hat sich auch bestens unterhalten gefühlt und über das Filmposter gefreut, das sie beim rausgehen bekam. Dennoch: Ich glaube auch sie würde den nicht noch ein zweites Mal sehen müssen.

BatzmanBatzman meint
***½

Für mich sieht die Sache anders aus. Ich hatte nach den ganzen Pinguin-Schinken zugegeben schon etwas den Spaß an den Viechern verloren und auch Happy Feet, obwohl recht charmant, konnte mich nur zum Teil überzeugen. Große Erwartungen hatte ich deswegen an Surfs Up nicht und war deswegen umso positiver überrascht. Der Film ist unglaublich relaxt, er nimmt sich nicht wirklich ernst, er versucht keine christlichen Werte zu promoten oder Öko-Botschaften zu vermitteln, er ist im wesentlichen eine klassische Surfer-Story und obendrein eine sehr charmante Mockumentary. Er weiß das er keine originelle Geschichte erzählt und benutzt deswegen das Mittel der Pseudo-Doku um seine Story zu brechen und die natürlich vorhersagbaren Elemente zu überspitzen.

Und was mich am meisten beeindruckt hat: Er sieht verdammt gut aus. Ich habe seit Jahren keinen CGI-Film gesehen der es optisch auch nur im entferntesten mit “Surfs Up” aufnehmen konnte. Ob gigantische Wellen, Sonnenuntergänge oder auch die liebevoll animierten Figuren, die trotz ihrer Knuffigkeit nicht so penetrant auf niedlich getrimmt sind wie ihre Digitalkolegen von Pixar. Alleine was technische Umsetzung angeht setzt der Film für mich Maßstäbe, wie dies zuletzt Shrek 2 getan hat. Weder die letzten PDI-Streifen noch Pixars Koch-Ratte können was den Look angeht in diesem Bereich mithalten.

Die Ballance zwischen Niedlichkeit und Eigenwilligkeit ist es auch was mich vom ganzen Tonfall her für Surfs Up einnahm. Er mag für Kinder ganz nett sein, aber er zielt letztlich auf ein älteres Publikum, das auf eine gewisse Seherfahrung zurückgreifen kann und die Pinguine als archetypische Filmhelden begreift und mit ihrer Ironisierung umgehen kann. Denn auch das Pathos wird bei Surfs-Up mit einer gehörigen Portion Selbstveralberung betrieben.

Das die Voicecast mal wieder 1A ist und mit Jeff Bridges, James Woods, John Heder und Shia LaBeouf perfekte Stimmen für die Frackvögel (und anderen Viecher) gefunden worden, versteht sich fast von selbst. Wenn Bridges als fetter Pinguin seinen Dude aus “Big Lebowsky” channelt ist das fast alleine den Eintrittspreis wert. Das die Dialoge in weiten teil improvisiert wurden, weil die Darsteller anders als sonst üblich ihre Takes gemeinsam aufnahmen und aufeinander reagieren konnten, gibt dem ganzen Film eine spontane Stimmung, die bisher noch kein anderer CGI-Film erreicht hat. Teilweise hat man wirklich daß Gefühl die Kamera habe einfach draufgehalten, während die Figuren sich unterhalten. Von den ganzen Film im Film-Gags, in denen die Dokucrew fehler macht mal ganz zu schweigen.

Für mich einer der angenehmsten, weil entspanntesten und coolsten Animationsfilme der letzten Zeit. Wenn auch eher für die 12+ Zielgruppe, als für die ganz Kleinen.

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1 Trackback

  1. 01.10.2007 - zahlenzerkleinerer » Blog Archive » Könige der Wellen - Surfs Up

16 Kommentare

  1. “Wenn auch eher für die 12+ Zielgruppe, als für die ganz Kleinen.”
    Na, ein kleiner Seitenhieb auf den Kollegen? ;)

    Kommentar von imYemeth am 29.09.2007 um 18:01 Uhr
  2. nö, ich denk enur das der hohe abstraktionsgrad des films durch das mockumentary format kleine kinder einfach überfordert, weil sie keine klare emotionale leitschnur haben, sondern immer eine gewisse distanz gewahrt bleibt. mir gefällt das, aber ich glaub kinder die auf Nemo und son Gedöns stehen, werden das wohl weniger spannend finden…

  3. Hab im TV gesehen das die Dialoge vor den Bildern aufgenommen wurden.

    Kommentar von Daniel am 29.09.2007 um 20:25 Uhr
  4. Ganz ehrlich und einfach:
    Ich finde den Film großartig!

    Die angesprochene Aufmache als Doku und der mitschwingende Witz… Vielleicht hängt meine Begeisterung auch nur deshalb so hoch weil ich auch andere Skater/Surffilme a ‘la Dogtown Boys & Wassup Rockers sehr gerne mag.

    Ich dachte zuerst auch das Pinguine im Animationsgenre ausgelutscht wären aber das verfliegt im Film relativ schnell…

    Meiner Meinung nach zumindest ^^

  5. Da bin ich aber enttäuscht, Nilz! Für mich war dies der beste Animationsfilm der letzten Jahre, weil er in vielerlei Hinsicht so anders war als der Standard. Der Film ist grandios animiert (und ich meine nicht nur die Wellen). Besonders die virtuelle Kameraarbeit sucht Ihresgleichen!
    Auch dramaturgisch ist der Film voll in Ordnung.
    Der Film ist erstens überhaupt nicht für Kinder gedacht und selbst wenn, dann kann man ihn wohl kaum wie einen Lynch- oder Kubrik-Film auseinandernehmen. Die von Dir angesprochenen “Handlungsfehler” sind keine und lassen mich wirklich stutzen, wie Du an einen vermeintlichen Kinderfilm herangehst. Dass Cody beispielsweise seine White-Trash-Familie nicht vermisst, ist ebenso nachvollziehbar, wie die Tatsache, dass Big Z sich seiner annimmt, weil er sich durch den naiven Kerl mit der Z-Plakette an seine alten Ideale erinnert fühlt.

    Ich kann Batz da persönlich schon eher folgen.

    P.S.: Ich will ja nicht Dein Weltbild durcheinander wirbeln, Daniel (3. Kommentar), aber das macht man bei 99,9% aller Animationsfilme und -serien so…

  6. hilfe, ich hab doch gar nichts gemacht…:)

    ok. ich bin auch ein grosser fan skater und surfer filme. ich fand dogtown absolut grossartig. kein zweifel. daran kanns also schonmal nicht liegen.

    der film ist grossartig animiert? bestimmt. auch wenn ich das charakter design so dermassen einfallslos finde, das mir die haare vor langeweile ausfallen. aber gut, geschmackssache und mein credo lautet sowieso: mir ist die qualität der animationen wirklich scheissegal. wenn die geschichte stimmt.

    ich gehe doch an den film nicht ran wie an einen kubrick? (lynch lasse ich mal aussen vor, denn da gehe ich eigentlich gar nicht dran…;)) aber auch ein animationsfilm muss sich doch gefallen lassen, das man sich mit seinem drehbuch beschäftigt, oder nicht? ist das in dem genre egal?

    das cody seine familie nicht vermisst, ist ok, aber das sie so gefeatured wird und dann einfach gar nicht mehr auftaucht, das ist schlampig geschrieben.

    warum big z sich cody anniommt, ist mir auch klar. aber der sitzt da wirklich ewigkeiten im dschungel und ist dann sofort, weil ein kleiner surfer bei ihm liegt (dem er mal was gesagt und bedeutet hat..jaja) wieder feuer und flamme, begeistert und hingerissen? keine zweifel? hat er sich damals einfach so, weils so ne laune war, zurückgezogen? tut mir leid, auch wenn ich sehr wohl denke das dieser film auch für kinder gemacht ist, kann ich so eine drehbuchschlamperei einfach nicht gut finden, egal wie “anders” der film ist , oder nicht. vielleicht gab es ja auch schlüsselszenen und die wurden, aus unerfindlichen gründen, rausgeschnitten. müssen wir halt die dvd abwarten.

    aber für amerikanische drehbuch und erzählstandards fand ich den einfach zu schwach. es geht um nichts. das ist das problem.

    aber spieler 2, das du deswegen gleich von mir enttäuscht bist…;)

  7. sie singen nicht!
    das doch schonmal mindestens 3 sterne wert :)

    Kommentar von mutombo am 01.10.2007 um 09:41 Uhr
  8. @ Nilz:
    Ich meinte mit meiner Enttäuschung natürlich primär Deine Ansichten zu “Surf Up” und nicht Dich persönlich.
    Da Du mich, wie auch alle anderen VIVA-Moderatoren der ersten Generation, seinerzeit tierisch angenervt hast (und der Mola nervt noch heute…), ist meine Meinung bezüglich Deiner Person in den letzten Jahren tatsächlich extrem nach oben korrigiert worden! ;-)
    Also nichts für ungut…

  9. Das Drehbuch ist bei solchen Filmen meiner Meinung nach erst recht wichtig. Es gibt unzählige Surf- und Snowboardfilme in denen so schauspielerisch begabte Menschen wie ich mitspielen und die zwar tolle Moves zeigen aber jede versuchte Story fast immer in totaler Peinlichkeit endet.

    Gerade deswegen ist es für Surf’s Up so schade, da einem wenig bleibt ausser der Tatsache, dass die Wellen halt toll echt aussehen.

  10. Naja, ich kann Nilz nur zustimmen. Was nützt der optisch anspruchvollste Film wenn die Story einen einschläfert. Ich sah diesen Film (und hörte nicht auf meinen Freund der mir dringlichst davon abriet in dem er mir bei diversen Gelegenheiten immerwieder ins Ohr flüsterte:”Surf up ist scheisse. Nicht gucken.”)
    und wurde tatsächlich zutiefst enttäuscht. Ich ertappte mich kontinuierlich dabei, wie ich darüber nachdachte ob ich denn auch einen realen Strand finde der die gleiche Qualität hat, um dort Urlaub zu machen, weil die Story mich gelinde gesagt, eingeschläfert hätte. Der Film ist geprägt vom typischen Sony Dilemma. Technisch höher schneller weiter, Storymässig flacher als ne Pfütze. Ich habe nicht mitgefiebert, nicht gelacht und ansonsten fiel es mir sowieso schwer irgendwas an dem Film spannend zu finden. Ich hatte nur das Gefühl Sony will jetzt auch ein Stück vom grossen Animationsfilmkuchen. Man sah ja schon in den zusammenarbeiten mit Square Enix, das Sony keine guten Filme macht.(siehe Final Fantasy. Beide Storymässig sowas von unausgeglichen unlogisch und dramarturgisch stümperhaft. Ew.) Das einzig “gute” ist die relativ realistische Animation.
    Ich mag es nicht wenn ein CG Film realistisch sein will. Ich gebe zu ich habe noch nie einen Tribal Kaiserpinguin gesehen, aber dem ganzen Film fehlte das Trademark, das man wirklich erkennt, das es zum Film gehört.
    Ich würde jederzeit eine Figur erkennen die Ricky Nierva (Pixar character designer/visual development artist/storyboard artist/art director je nach Projekt) gezeichnet/designed/animiert hat, weil sie alle sein Zeichen tragen. Diese gewisse Art an der man erkennt das er sie geschaffen hat und ihnen Leben einhaucht.
    Sony Filme sind ein wenig wie ein Bic Mac ohne das Golden Arches Logo aufm Karton. Man könnte meinen das Qualität drinsteckt doch ihnen fehlt ihnen immer das was sie einzigartig macht. (Womit ich nicht sagen will das grade Mcdonalds einzigartig ist, das wäre dann wohl eher Spongebobs Aufgabe.)
    Ich habe mich mit vielen Leuten bisher über Surf Up unterhalten, und lustigerweise sind die Leute die diesen Film toll fanden, auch die Leute die gerne hyperrealistische Rennspiele auf der PS3 spielen. Zufall? Ist das Hirn mancher Menschen so Realismus bedürftig, das sie das langweiligste Spiel/ den langweilisten Film toll finden solange sie nur den Federling im Gefieder eines Vogels erkennen könnten?
    Kauft ihr euch Bücher mit aufwendigen, wunderbar glänzenden Umschlägen, auch wenn sie voll von Tabellen sind die Ergebnisse aller Schachpartien von 1450 bis heute enthalten?
    Hm. Ich habe übertrieben. Ich weiss, aber Sony hat mich um 7,50 € und einen netten Abend mit meinem Freund beraubt.

    Kommentar von phylthia am 05.10.2007 um 02:22 Uhr
  11. siehst du? du solltest in zukunft also nicht nur auf deinen freund hören, sondern auch auf mich..;)

  12. @phylthia

    Klar erkennt man die Pixar-Sachen, weil sie eine wie der andere aussehn und man ihre muffige Betulichkeit schon zwei Kilometer vor dem Kinosaal riecht, wie das Parfüm einer alten Frau…

    Surfs Up ist nicht perfekt, aber immerhin probiert SONY was neues aus und experimentiert mit unterschiedlichen Looks und Erzählformen und Zielgruppen. Hunting Season war noch eher für Kinder, Surfs Up erzählt eher eine Story für Ältere und lebt von seiner Optik und dem improvisierten Feeling.

    Pixar fährt seit Toy Story dieselbe Schiene: 100% berechenbare, Merchendisingkompatible Geschichte für dne kleinsten gemeinsamen Nenner zu produzieren. Brav, bieder, ohne experimentierfreude. Handwerklich solide aber absolut überraschungsfrei und immer schön jugendfrei und darauf bedacht bei niemandem anzuecken…

  13. Naja, leider muss man auch sagen, das Pixar eine Firma ist, die gerne Filme für die ganze Familie macht. Die haben nicht nebenan noch ne Special Fx Abteilung die sich nebenan mit dem Rendern von Actionblockbustern Special Fx beschäftigen.
    Jedesmal wenn ich einen Pixar Film sehe weiss ich das ich etwas nettes von ihm erwarten kann (Ok, Cars war megacheesy.).
    Ich mag das Design von Sony insofern nicht, das alle Tiere kantig sind. Bestenfalls Pseudofellig. Sie wirken auf mich wie animierte Stelzen. Wenn ich solche Designs abliefern würde, würde man mich in nen Design Kurs der Abendschule schicken.
    Klar auch Fische kratzen sich nicht mit ihrer Flosse den Kopf, aber allein die Sorgfältigkeit mit der Pixar ihre Sachen recherchiert finde ich immer wieder erstaunlich. Die Ratten in Rattatouile bewegten sich wie freakin Ratten (auf allen Vieren jedenfalls) und die Fische bewegten sich wie Fische.
    Ich find die Kunst bei Pixar liegt schon darin das sie etwas natürlich wirken lassen aber einen neuen Anstrich geben.
    Und ich habe auch die ersten Renderings zu Finding Nemo gesehen. Und stellt euch mal vor, das Wasser sah so echt aus. Ich habe nicht mitbekommen das diese Szene CG war.
    Was ist daran neuartig alles realistisch darzustellen? Auch in der Kunst kam Naturalismus vorm Impressionismus.
    So weg vom Design:
    Jetzt mal ehrlich, hast du jemals einen Disney Film gesehen der innovativ ohne Ende war?
    Ich heule heute noch wenn ich Simbas toten Vater sehe, sowas fehlt mir immer bei Sony. Ich heule zwar nicht gerne aber ich mag Emotionen.
    Und hätte Disney nicht Pixar aufgekauft sähe das da wahrscheinlich auch was anders aus mit dem Storyboard.
    Die sind da immer unter nem Prügel.
    Naja ich bin eh Pixarvoreingenommen. Das muss ich ganz klar sagen. Vorallem weil ein Bekannter von mir dort mittlerweile arbeitet. Er sieht super aus bei den neuen Uglyness Contests. ^^;
    Von daher sollte ich jetzt meinen nächtlichen Maulkorb nehmen xD

    Kommentar von phylthia am 05.10.2007 um 03:15 Uhr
  14. Genau das kantige mag ich zum Beispiel sehr gerne. Dieser “Niedlich bis zur Vergasung”-Look den alles von Pixar hat find ich ziemlich anstrengend, zumal es obendrein immer nach Plaste aussieht, grade die menschlichen Figuren von Pixar sehen immer aus wie Actionfiguren…

    Und ja Lion King ist ein geiler Film, aber nicht weil er so schnulzig ist, sondern weil er sich auch traut brutal zu sein und eine Voicecast aufbietet die grandios ist.

    Auf das Gefühlsgeschmiere kann hingegen gut verzichten. Ich heule nicht bei Filmen, zumindest nicht bei irgendwelchem Animationskram – und wenn ich so plump manipuliert werde wie das emotional bei vielen Pixar und Disneysachen der Fall ist fühl ich mich eher als wenn mir einer ungefragt in den Schritt packt, als das ich in irgendeine emotionale Bewegung gerate.

    Grade das Fehlen von Megakitsch und Gefühlsgeschmalze fand ich bei Surfs Up sehr erfrischend, das sie mit verschiedenen Looks rumexperimentieren udn eben nicht alles aussieht, als sei es darauf ausgerichtet auch als Figur bei Burger KIng noch ne genauso auzuschauen wie auf der Leinwand.

    Wenn ich die ganzen Making-Ofs von Pixar sehe hab ich immer das Gefühl man besucht eine Bankfilliale am “Casual Friday” wo der Chef sich schon wild und crazy vorkommt, wenn er mal ne bunte Krawatte trägt (oder wahlweise Hawaiihemden die selbst Jürgen von der Lippe ungläubig würgen lassen). Lassetter und seine Leute wirken so bieder, so spiessig so weitgehend humorbefreit, daß ich mich nicht wundere, daß die Filme alle so mittelmässig sind. Wobei Brad Bird sicher noch der talentierteste von der ganzen Bande ist, aber auch der hat mit Iron Giant schon besseres abgeleifert als er jetzt macht.

  15. Sollte man sich darauf einigen das Filme Geschmackssache sind?

    Und das gruselige. Die sind wirklich so aufgesetzt da, zumindest bei den Making Ofs so wie mir erzählt wurde. Sonst ist es da wie bei jeder Firma, die was unter Zeitdruck abliefern soll. Stressig.

    Ich stelle schon fest das ich dich nicht überzeugen kann, aber zum Glück habe ich mittlerweile gelernt tolerant zu sein. Es gibt ja auch immer Leute die Lieber PS3 als Nintendo Dingse spielen. Oder lieber Bildzeitung statt TAZ lesen.

    Leider bin ich Filmmässig nah am Wasser gebaut. Ich weiss nicht genau woher das kommt. Hormone? Liegt es einfach nur daran das ich die Emotionale Intelligenz von Marvin in breitgefächterem Spektrum weiblicher Emotionen hab? Meine Mutter heult auch immer bei Filmen. Ich kenne leider keinen einzigen Mann der während eines Films in meiner Anwesenheit jemals auch nur ein Tränchen vergossen hätte.

    Iron Giant mochte ich Animationsmässig nicht. Zuviel unsauberes CG.

    Ach eins hab ich noch: Du findest ein Hibiskus Tribal auf nem Pinguin Innovativ?!
    Ich fands. Beängstigend. Ich mochte es.
    Btw: Disney Merch = Mekkes
    Dreamsworks, Sony Merch = Burger King.

    Kommentar von phylthia am 05.10.2007 um 03:51 Uhr
  16. dann geh mal mit mir ins kino, phylthia. ich vergiesse da ja gerne mal ein tränchen. aber auch nur wenns geht, was ja bei surfs up, wo einem als zuschauer die figuren und ihre geschichte sowas von egal bleiben soll, nicht der fall war. und offensichtlich auch nicht erwünscht war (obwohl tränen in hollywood ja als währung gelten..naja).

    übrigens: das aktuelle surfs up merch gibts im happy meal und das gibt es bei…na? genau. mekkes.

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