Ratatouille

34 Comments

“Oh I’m detecting nuttiness alright! “

Originaltitel: Ratatouille
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Brad Bird
Darsteller: Patton Oswalt, Ian Holm, Lou Romano, Brian Dennehy, Peter O’Toole, Brad Garrett, Janeane Garofalo, Will Arnett

★★★☆☆

Ratatouille

Die junge französische Ratte Remy fühlt sich unter ihresgleichen nicht sehr wohl. Sie ist ein Gourmet, die mit dem normalen Rattenfrass wenig anfangen kann. Nachdem seine Verwandten Scheisse nicht von Schuhwichse unterscheiden können, wie man im Angelsächsischen Raum sagen würde, verdingt sich Remy als Vorkoster seines Ratten-Clans.

Als er bei einer übereilten Flucht von seiner Sippe getrennt wird, verschlägt es ihn in das Edelrestaurant seines heimlichen Idols, des verstorbenen Starkochs Gousteaou, der die Devise “Jeder kann kochen” zu seinem Programm gemacht hat. Remy ist in seinem Tempel, in dem er sich leider stets versteckt halten muss, denn Ratten sind in der Küche nicht gern gesehen.

Schon bald freundet er sich mit der schusseligen Küchenhilfe Linguini an, die dank Remys Fähigkeiten schnell selbst zum Starkoch wird. Die Ratte dirigiert Linguini, der dank dieser Hilfe die köstlichsten Kreationen zubereiten kann. Alles läuft wunderbar, wäre da nicht der ehrgeizige und intrigante Sous Chef Skinner, der hinter das Geheimnis von Linguinis plötzlichem Erfolg kommen möchte und den beiden das Leben schwer macht…

Another Day, another CGI-Movie. Brad Bird, ehemaliger Zeichentrick-Regisseur legt mit “Ratatouille” nach “The Incredibles” seinen zweiten Pixar-Film vor. Der Look ist diesmal nicht mehr ganz so Plastemässig wie bei den Unglaublichen, sondern setzt eher auch komplette Knuffigkeit. Zwar sind die Ratten eher naturalistisch gehalten, aber damit hört der Realismus auch schon auf. Die Farbpalette und die optische Konzeption des Films sind in warmen, zuckerbäckrigen Tönen gehalten. Gefällig, aber auch ein wenig langweilig.

Aber es ist eben Pixar und Risiken gehen die Computeranimateure seit jeher eher ungern ein. Man schiesst breit, stösst niemanden vor den Kopf, vermeidet übermässige Gewalt (okay hier und da ein paar tote Zivilisten im Off bei den “Incredibles” oder ein familiärer Genozid als Auftakt von “Nemo”) und vor allem man flucht nicht. Man weiß was man bekommt, wenn man Pixar-Filme schaut. Ratatouille ist hier keine Ausnahme, er wendet sich erzählerisch und optisch an “Alle” und macht dies zugegeben besser als Lasseters eigenes Vehikel, das kitschlastige Öd-Spektakel “Cars“.

Man kann Ratatouille gut weggucken, er stört nicht, funktioniert innerhalb seine Zielsetzungen ganz gut und überrascht so überhaupt nicht. Natürlich weiß man, daß Linguini sein Erfolg zu Kopf steigen wird, daß es kurzfristig zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und Remy kommen wird, genau wie man weiß, das er es bedauern wird und man sich zum Ende hin wieder verträgt. Die klassischen Buddy-Movie-Motive werden brav abgehakt und für die Kleinen gibt es breit ausgespielte Slapstick-Passagen in denen es wohl sehr lustig ist, wenn der Hilfskoch von einer Ratte ferngesteuert wird.

Brav. Schön gemacht. Pixar darf sich ein weiteres Fleisskärtchen ans Revers heften, aber einen Innovativitätsstern werden sie von mir nicht bekommen, denn dazu bleibt der Film einfach zu simpel, zu ambitionslos, letztlich auch zu langweilig. Weder optisch noch inhaltlich kann er wirklich irgendwas vorweisen, was man nicht schon kennt und durch ihre verordnete Harmlosigkeit versprühen auch die Dialoge nur gepflegtes Deja-Vu-Gefühl, klingen Helden wie Bösewichte wie die gechannelten Disney-Figuren früherer Tage ohne dabei wirklich zu großem charismatischem Charme aufzulaufen.
Die Voice-Cast ist solide ohne großartig hervorzustechen und auch Ian Holm als Skinner bleibt nur im Rahmen der Erwartungen.

Ratatouille ist ein weiterer netter Pixar-Film, den Familien am Sonntagnachmittag schauen können ohne Angst haben zu müssen, daß die Kinder etwas nicht verstehen oder überfordert werden.

Nett.

Aber irgendwann ist auch mal gut mit nett.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

Related Articles

34 Comments

  1. Denis

    hmm, wollte eigentlich nich in Ratatouille, weil Pixar-Filme immer gleich sind. Dann seh ich die Sterne vom Batz und denke mir:”gibts denn gar keine schlechten filme mehr? Den musste dann aber auch sehen.”
    (mehr als 3 sterne vom Batz sind ja sehenswert *g*)

    aber nach dem Review wusste ich, dass mein erstes Gefühl nach dem Trailer richtig war. Pixar Standardkost. Wobei mich die 3 einhalb Sterne ja doch gewundert haben.

    Grüße =)

  2. Thomas

    Was ist so schlimm an Standards? Wenn sie hoch angelegt sind kann daran doch nichts falsches sein, oder?

    Mir fällt zu Ratatouille nur ein Wort ein: zauberhaft.

  3. Batzman

    Ratatouille ist nicht schlecht. Nur langweilig und völlig ernstgemeint vorhersehbar…

    Wenn das zauberhaft ist, dann ist es ein Routinezauber, den selbst Harry Potter nur als Fleissaufgabe macht…

    Handwerk ist ja schön, aber reines Handwerk ohne Inspiration oder Mut sind langweilig. Nachdem CGI mittlerweile gewöhnlich geworden ist, reicht es eben nicht alleine die alten Stories nochmal neu zu erzählen…

  4. Denis

    genau so seh ich das auch. Zumal die CGI-Flut mit sprechenden Tieren einfach kein Ende nimmt. Das einzige was ich den Filmen abgewinne sind die Witze, ich kann da immer gut lachen bei. Nur für ein paar Gags spar ich mir den Eintritt ins Kino lieber.

    Sehen werde ich den Film dann auf DVD beim gemütlichen Family Abend Sonntag nachmittag.

  5. Denis

    Ah, Nachtrag:

    Batz, hast du nen halben Stern abgezogen?

  6. Batzman

    Jep :) 3 Sterne passt dann doch besser zum Tenor der Kritik…

  7. Thomas

    Die Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Das der Film vorhersehbar war trifft auch auf 90% aller Hollywood-Produktionen zu, selbst auf die, die hier teilweise so hoch gelobt werden.
    Im großen und ganzen war es eine unterhaltsame Geschichte mit witzigen Figuren, schönen Kulissen und vielen kleinen Ideen. Und das das Buddy-Movie-Motiv schon so oft dagewesen ist kann man wohl kaum Pixar vorwerfen. Allerdings ist es wahrscheinlich auch eine Frage der Erwartungshaltung und ich für meinen Teil habe genau das bekommen, was ich von Pixar erwarte: gute Unterhaltung und viele Lacher. Mehr wollte ich gar nicht. :D

  8. Stefan

    ist “nett” nicht die kleine schwester von “scheisse”?

  9. Stefan Fischer

    Bravo! Ich kann mich der Kritik voll und ganz anschließen.
    Der Film ist nett, kurzweilig und das find ich etwas ärgerlich, weil meine Erwartungen doch um einiges höher waren. Solides Handwerk, das reicht, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen, aber nicht, um in Erinnerung zu bleiben. Die Figuren haben allesamt nicht ihr Potenzial ausgeschöpft. Und die Handlung ist mir etwas zu geradlinig, schon oft so gesehen. Einzig der Kontrast Küche/Ratte verdient nen Sonderpunkt.

    Grüße
    Stefan

  10. Jan(TM)

    Kann mich euere Meinung nicht ganz anschliessen. Gut die Story ist vorhersehbar, aber der Film ist so herrlich französisch, allein die Auto und Motorradmodelle und dazu einige der Figuren die sehr stark an “Corpse Bridge” erinnern. “Überraschungen” gab es auch, Kochidol und Mutter sterben ohne die übliche Hollywood Heulnummer – der scheinbare Bösewicht, der Kritiker darf er selbst bleiben und wird einen trotzdem sympathisch(gut die Einblendung mit seiner Mutter hätte man sich sparen können).

  11. Tino

    Technisch beeindruckend, liebevoll erzählt und absolut familientauglich. Ein rundum putziges und wunderbares Machwerk.

    Den Vorwurf der Vorhersehbarkeit kann ich leider nicht nachvollziehen. Was bitte erwartest Du von einem Animationsfilm, der sich die Familienunterhaltung zum Ziel gesetzt hat? Geschichtsverläufe wie bei Memento oder The Mechanic? Eine Kritik, die hier absolut unpassend ist. Ich könnte mir vorstellen, dass Kinder durchaus begeistert wären, wenn permanent Handlungsänderungen und völlig unvorhersehbare Wendungen auf dem Plan stehen würden. Gut wäre natürlich auch gewesen, wenn sich der Küchenjunge als homosexuell oder noch besser als kleiner Fixer herausgestellt hätte, der in der Pariser Metro älteren Herren für Geld ein paar schöne Minuten bereitet und die Ratte ihm aus dieser Misere hilft oO. Dann später leider von einem enttäuschten Dealer erschossen wird, während der geläuterte Küchenjunge seinen Freund beerdigt und zu einem Rachefeldzug á la Rambo ansetzt. Ich bin mir sicher, dass gerade dies aus pädagogischer Sicht unglaublich wertvoll wäre.

    Und warum kritisierst Du die Optik des Films? Ich persönlich fand diese unglaublich beeindruckend. Diese leichte Weichzeichnung und die unglaubliche Plastizität der Umgebung sowie der Figuren zog mich sofort in den Bann und ließ mich häufig ein Staunen hörbar über die Lippen bringen.

    ” Zwar sind die Ratten eher naturalistisch gehalten, aber damit hört der Realismus auch schon auf. Die Farbpalette und die optische Konzeption des Films sind in warmen, zuckerbäckrigen Tönen gehalten. Gefällig, aber auch ein wenig langweilig.”

    Was hättest Du Dir denn gewünscht?

    “Aber es ist eben Pixar und Risiken gehen die Computeranimateure seit jeher eher ungern ein. Man schiesst breit, stösst niemanden vor den Kopf, vermeidet übermässige Gewalt (okay hier und da ein paar tote Zivilisten im Off bei den “Incredibles” oder ein familiärer Genozid als Auftakt von “Nemo”) und vor allem man flucht nicht”.

    Ich sag ja, ordentlich Gewalt und Drogeneskapaden hätten dem Film wirklich gut getan oO.

    Normalerweise lese ich Deine Kritiken sehr gern und stimme größtenteils damit überein. Hier allerdings habe ich das Gefühl, dass Du erstens die Zielgruppenthematik nicht ganz verstanden hast und zusätzlich noch durch die Flut an Animationsfilmen der letzten Jahre genervt bist.

    Du setzt Maßstäbe an, die ein solcher Film niemals gerecht werden könnte, da es auch nicht dessen Absicht ist.

  12. Michael

    Tino trifft den Nagel eigentlich auf den Kopf: Ratatouille ist und bleibt ein familientauglicher Animationsfilm und bewegt sich – sicher auch aus ökonomischen Gründen – in einem klar abgesteckten Genre.

    Diese Grenzen nutzt “Ratatouille” aber viel besser aus als viele Vorgänger -ich erinnere nur an “Cars” und Co. Dass sich ein Mainstream-Movie mit den Vorzügen der französischen Küche beschäftigt, darf man da schon fast mutig nennen.

    Natürlich darf Batzman den Film trotzdem schlecht finden, aber die Wertung dem “Tenor der Kritik” anzupassen, zeugt nicht gerade vom Rückgrat des Kritikers. Wenn er ihn von Anfang an schlecht fand, hätte er ihm gleich drei Sterne geben müssen.

  13. Batzman

    @Tino

    Mich nerven nicht alle Animationsfilme der letzten Zeit, aber ich war noch nie ein großer Freund der betulichen PIXAR-Streifen. Man kann auch Filme machen die Kinder zwar lustig finden, die aber dennoch nicht permanent auf dem Niveau von 10jr bleiben. PIXAR ist immer brav. harmlos, berechenbar und für mich damit langweilig. Die PDI-Filme bis einschließlich Shark Tales fand ich viel spannender, auch ein Film wie Hoodwinked hat trotzt niedrigst Budget mehr Charme und mehr zu bieten als diese penetrant süssliche PIxar-Molasse. Die aufgestapelten Klischees, die wohl von einigen als typisch französisch mißverstanden wurden (aber mehr mit einer Le tartare-Werbung gemein haben) mal außen vor gelassen, fand ich einfach keine der Figuren wirklich sympathisch oder einprägsam. Diese aufgesetzte Naivität der Figuren ging mir schon bei Nemo gehörig auf den Sack und findet sich hier in Linguini wieder. Man muß auch wenn man für Kinder produziert, diese nicht beständig unterfordern und mit Samthandschuhen anfassen, sonst bleiben sie immer auf diesem purzligen Niveau des Disney-Universums.

    Ich schau mir lieber noch dreimal Surfs Up an, als noch einmal dieses verschnarchte Rattenspektakel…

    @Michael

    Was hat es mich Rückrat zu tun die Sterne-Wertung anzupassen? Die Sternewertung soll die Kritik widerspiegeln, nicht umgekehrt – wichtig ist letztlich was im Text steht. Und hätte ich ihn nicht von anfang belanglos gefunden hätte ich einen anderen Text geschrieben. Sheesh.

  14. Tino

    @Batzman

    Ich verstehe, auf was Du hinaus willst. Aber gerade das süßlich, etwas verkitschte Spiel mit Klischees (z.B. die Überspitzung der französischen Lebensart) machen diesen Film doch so interessant. Wieso darf denn ein Film nicht niedlich, harmlos und voll von heiler Welt sein? Warum darf er sich keiner französischen Klischees bedienen um die Handlung zu gestalten…?
    Du sprichst davon, dass gerade aufgrund der Harmlosikeit und des Bravseins dieser Film nichts für Dich ist, Shark Tales nun wieder schon…

    Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir aufgrund des Alters uns nicht mehr in diese Welt einfühlen können oder wollen und Shark Tales auch für Erwachsene ein paar Spitzen bereithält, die man auch nur ab einem bestimmten Alter versteht. Ich wiederhole, wieso darf ein Film für Kinder nicht süß, harmlos und brav sein?

    Wir haben eine Menge Verwandschaft mit Kindern im Alter von 3 – 14 und alle, die mit Ihren Sprößlingen reingingen, waren vollends begeistert. Das ist ein Film bei dem Kinder noch mit großen Augen die Handlung verfolgen und Erwachsene ab und zu eine Träne im Auge haben, weil die Geschichte so liebevoll erzählt wird.

    Und wieso maßt (entschuldige bitte, aber es ist nunmal eine Anmaßung, es sein denn, Du bist studierter Pädagoge und tief in der Entwicklungspsychologie verwurzelt) Du Dir an zu behaupten, dass dieser Film Kinder unterfordert?
    Was ist denn Deiner Meinung nach die Intention dieses Films? Soll er bilden oder unterhalten? Soll er aufklären oder entspannen?

    Warum dürfen wir denn Kinder nicht mit den Samthandschuhe anfassen? Bei Deiner Formulierung (…sonst bleiben Sie immer auf dem purzligen Niveau…)klingt es ja so, als ob dieser Film dafür verantwortlich ist, dass sich Kinder nach dem Genuß geistig nicht mehr weiter entwickeln. Sie werden schon früh genug mit Machwerken mit blutigen Gekröse, Verwahrlosung und allgemeinen menschlichen Leid filmisch als auch realitätsnah in Kontakt kommen.
    Dann laß Ihnen doch wenigstens in dem frühen Alter etwas heile Welt oder wie sieht der ideale Kinotrickfilm für Kinder denn aus?

  15. Batzman

    Zu meiner Qualifikations vielleicht soviel, ich hab Mediensoziologie mit Schwerpunkt auf Medienwirkungsforschung studiert, was mir vielleicht gewisse Einblicke in Wirkungsweisen und Mechaniken von Filmen geben mag, speziell in Hinblick auf Kinder und Jugendliche.

    Ich bin kein Freund davon Kinder immer nur in Watte zu packen. Es gibt jedoch Varianzen ausserhalb der von dir benannten Extreme. Es gibt einen Unterschied zwischer der infantilen Happy-Gugu-Welt von Pixar und Hardcore-Splatter a la Rodriguez.

    Wobei ich betonen möchte, daß PIXAR seine Filme explizit als Familienfilme für Jung und Alt konzipiert, also keineswegs nur die unter 10 Zielgruppe avisiert. Leider find ich für Ältere relativ wenig, daß man aus den Filmen mitnehmen kann.

    Und die leicht verlogene moralische Welt, die Disneyfilme so oft beherrscht und die auch in Pixarfilmen oft durchscheint find ich letztlich problematischer für Kinder, als sie mit Dingen zu konfrontieren, die sie im ersten Moment überfordern.

    Die Analysen die die fragwürdigen Motive und Scheinwelten in Disneyfilmen demontieren sind Legion, die jüngst erschienene Dokumentation “Mickey Maus Monopoly” mag da einen guten Einstieg bieten.

    Das interessante ist für mich auch, daß sich hauptsächlich Erwachsene für diese Filme in die Bresche schmeissen und dabei immer die Kinder vorschieben. Ich beurteile die Filme aus meiner Sicht, sage warum ich sie für langweilig und phantasielos halte, warum ich den Look nicht mag und mit der ganzen Machart nichts anfangen kann. Ich würd mir wünschen, daß man nicht immer die Kinder als Ausrede für Betulichkeit und niedrigen Anspruch vorschiebt, sondern schlicht aus seiner eigenen Sicht argumentiert.

    Es gibt genug Kinderfilme die nicht alles in Zuckerguss tauchen und dennoch keine Blut- und Gewaltorgien sind – wer so simpel argumentiert und denkt, hat von echten Kinderfilmen wohl nicht so viele gesehen. Die einschlägigen Kinderfilm-Festivals helfen da vielleicht weiter.

    Aber auf denen werden PIXAR-Filme nie laufen, denn das sind eben “Familienfilme”.

  16. Uli

    Seltsam. Ich bin mit solchen Filmen mit ihrer verlogenen und moralischen Welt groß geworden. Und heute habe ich ein Diplom, ein Lebensgefährtin und eine Tochter. Demnächst (Frühjahr 2008) wird ein Haus gebaut. Wird in unserer Rentenzeit vermietet und davon im Süden gelebt. Was zur Hölle habe ich nur falsch gemacht?

    Was wird denn aus den Kiddies, die mit 4-5 schon darauf gezwungen werden, alles überwichtige und gehaltvolle aufzusaugen? Seelenlose Nerds, die sich ein Studium auswendig lernen, mit dem Rechenschieber Pfannkuchen backen, mangels sozialem Freigeist so gut wie nie eine Frau ins Bett bekommen und vom Staat sogar mit Wurfprämie bestochen werden müssen. Gerade weil man Kindern im Prägealter nicht ihre Welt lässt, fruchtet immer mehr soziale Inkompetenz und Zynismus. Brave New World.

    Diese “verlogene moralische Welt”, die manche Zeitgenossen immer so antagonistisch vorschieben, sollte vielleicht endlich mal als Bauanleitung für eine bessere Zukunft gesehen werden. Ständiges vorscheppern mit der Realitätskelle ist nur getarntes Selbstmitleid auf hohem Niveau und die eigene Unfähigkeit zur Differenzierung.

  17. Manno

    fand ratatouille richtig nett. nicht so überladen wie andere animationsfilme, “schöne” Charaktere, klar, ne übersichtliche geschichte aber doch richtig gut erzählt. auch die animationen wirkten wärmer, der erzählstil frecher ohne (wie bei anderen filmen einfach drauf zu hauen und )alles auseinander zu reißen.
    kein durchschnittlicher film, wie ich finde.

  18. Batzman

    @Uli

    Wenn ich dir wirklich noch sagen muß was du falsch gemacht hast, dann hast du vielleicht deinen eigenen Kommentar nicht gelesen?

    Ich hatte grade ein ganz gruseliges Bild im Kopf von diesem Heini aus der Werbung… Mein Haus, Mein Kind, Meine Pferdepflegerin…

  19. Tino

    Also Batzman, jetzt wirst Du aber unsachlich. Uli hat durchaus mit seiner Argumentation den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Und dann einfach die Sache auf die persönliche Schiene herunterzubrechen und beleidigend zu werden, zeugt nicht gerade von Größe und Argumentationsreife. Erbärmlich trifft den Kern Deiner Antwort sogar ziemlich exakt.
    Ein solches Familienleben ist durchaus für viele Menschen erstrebenswert.
    Klar, Du bist wahrscheinlich häufig im Ausland unterwegs, hilfst in Afrika Waisenhäuser aufzubauen und beschäftigst Dich neben Freeclimbing und Basejumping mit der Rettung der Wale.
    Und da Du mich ja auch mit der Simplizität meiner Argumentation angegriffen hast, muß ich gestehen, dass Deine Art der Argumentation ebenfalls etwas fragwürdig ist. Das Ergötzen an der eigenen Rhetorik und dass Beleidigen von Kritikern zeigt, dass es für Dich nicht interessant ist, was andere Schreiben, sondern Du dies allein als Plattform der Selbstdarstellung nutzt. Sehr schade, da ich finde, dass Du filmisch ein gutes Grundwissen hast und die meisten Filmkritiken durchaus den Nagel auf den Kopf treffen. Du hast diese Selbstbeweihräucherung eigentlich nicht nötig.
    Ich persönlich bin studienbedingt tief in der Entwicklungspsychologie verwurzelt, zwar ist mein Fachbereich die Gerontologie, aber durch Gespräche mit Kollegen und die Grundkenntnisse aus der Studienzeit sind andere Faktoren für die Entwicklung im Kindesalter wesentlich entscheidender. Dass wäre u.a. allgemein das soziale Umfeld, die Stilldauer oder später unterschiedliche Peergruppen usw. Sicherlich ist das mediale Umfeld ein wachsender Einflußfaktor, aber aufgrund der kurzen nicht regelmäßigen Bestrahlung mit solchen Kinofilmen ist der Einfluß (sei er negativ oder positiv) empirisch nicht nachweisbar. Und irgendwie bin ich mir sicher, dass Du als Kind ab und zu ebenfalls solche Filme konsumiert hast und da Du Dich ja für so eine große Nummer hälst, scheint es Dir ja auch nicht geschadet zu haben.

    Nett fand ich auch den Kommentar, dass Du es eigenartig findest, dass Erwachsene für solche Filme in die Bresche springen. Könnte das nicht vielleicht auch daran liegen, dass im allgemeinen die Kleinen Deine Kritiken noch lesen können und dieses Forum zum größten Teil von Ü 16 besucht wird?
    Aber ich wäre sehr angetan, Dich mal bei einer filmischen Diskussion im Kindergarten oder der Grundschule bezüglich dieses Films zu erleben. Das kann nur ein Hochgenuss sein.
    Zwar mag ich es nicht, mich auf andere zu beziehen (Du sprichst ja größtenteils von Deiner umfangreichen auch literarischen Bildung die kritisch solchen Filmen gegenüber stehen), aber seltsamerweise ist der Tenor dieses Films global fast durchweg positiv, ich z.B. persönlich kenne niemanden aus meinem Umfeld, der Deiner Kritik auch nur annähernd zustimmen würde. Ich bin auf sehr vielen Kinoseiten unterwegs und bis jetzt unterscheidet sich Deine von anderen maßgeblich (sicherlich sind auch irgendwo welche, die dir zustimmen würden, nur habe ich sie noch nicht gefunden). Im Gegenteil sie überschlagen sich förmlich mit Lobeshymnen. Spontan fällt mir da jetzt z.B. die Kritik auf Playerweb ein.

    Aber wir wissen ja jetzt alle, dass Du der einzig aufgeklärte Mensch unter uns Filmlaien bist und Du über die bösartigen Machenschaften als auch über die Absichten, die hinter diesem Machwerk stecken genau im Bilde bist.

    Oder kann es nicht vielleicht auch ein bißchen daran liegen, dass die durchweg negative Einstellung Pixarfilmen gegenüber Deinen Blick etwas getrübt hat?

  20. Batzman

    @Tino

    *g* Okay ich werde unsachlich, aber Ulis Aussage, das alle die keinen Kitschkack mögen hässliche dicke Nerds sind, die sowieso keine Frau zum ficken finden und dem Vaterland keine Nachwuchs bereitstellen ist kein Stück beleidigend und völlig sachlich, ja?

    Ob ein Lebensentwurf wie der von Uli jetzt erstrebenswert ist, sei mal dahingestellt – das mag jeder entscheiden wie er möchte – sich darüber als wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu rechtfertigen und quasi als Erfolgsmodell zu verkaufen finde ich etwas arm.

    Meien Qualifikationen hätte ich nicht weiter erwähnt, wenn nicht explizit danach gefragt worden wäre. Normalerweise reicht es, daß ich meine Meinung sage und diese belege, ohne dafür eine “Qualifikation” darlegen zu müssen. Insofern ist es etwas albern mir diese dann vorzuwerfen, wenn man vorher argumentierte, man solle doch bitte zum Thema nix sagen, wenn man nicht die nötige Vorbildung habe.

    Das PIXAR massentauglich ist und überall ansonsten abgefeirt wird, ist sicher richtig, ich bescheinige dem Film ja auch das er handwerklich wieder mal ordentlich gemacht ist und eine drei Sterne Wertung ist auch noch im Oberen Bereich angesiedelt. Das ändert wenig dran, daß ich den Film für ziemlich langweilig, uninspiriert und mutlos halte. Kaufhausphantasien eben, wie es sie überall im Dutzend gibt.

    Wobei nur weil ein Film Lobeshymnen einfährt, sagt das nicht zwangsläufig was über seine Qualität aus. Es gibt ja diesen Spruch von wegen: “6 Millionen Fliegen können sich nicht irren…”

    Worin liegt eigentlich das Problem, eine Filmkritik als persönliche, belegte Meinung eines Kritikers anzusehen? Wenn ich mich bei jedem meiner Lieblingskritiker so in Harnisch werfen würde, wenn er einen Film den ich gut oder schlecht fand anders bewertet, hätte ich viel zu tun…

  21. Blabla

    Ich möchte nochmal kurz auf den Film zurückkommen: Ich selbst war sehr enttäuscht von R., was mich bis zum jetzigen Zeitpunkt etwas verwirrt, denn R. hat von dem Gros der Kritiker sowohl in Deutschland als auch in den Staaten hervorragende Besprechungen erhalten, und die Zuschauer haben den Film auch sehr gut angenommen. Die beiden Kriterien sind sicher nicht ausschlaggebend dafür, ob mir ein Film gefällt oder nicht – der entscheidende Punkt für mich ist aber folgender: Den meisten der anderen Pixar-Filme (Toy Story 1+2, Nemo, Unglaublichen; Cars kenne ich jedoch nicht) war Kritiker- und Publikumserfolg beschieden UND sie haben mir gefallen. Da manche Rezensenten davon sprachen, R. sei der vielleicht künstlerisch ambitionerteste Film der Produktionsfirma, hatte ich mehr erwartet.
    Hier steckt bereits ein weiterer wichtiger Punkt drinne: Alle Pixar-Filme, die ich kenne, haben ein klassisches Disney-Drehbuch und klassische Disney-Figuren, trotzdem mochte ich sie, denn ihre jeweiligen Stärken lagen woanders.. R. folgt der Tradition des Disney-Drehbuchs, hat mir aber nicht gefallen, ergo: R.s Schwächen liegen – nach meiner Meinung – woanders.
    Der größte Schwachpunkt R.s sind seine Figuren, ich kann dies hier nur kurz begründen: Es gibt diese eine Szene, in der in sehr schneller Abfolge das Küchenpersonal von Colette charakterisiert wird ( z.B. Horst(?), der Sous-Chef mit dem bösen Daumen, etc.), was nach meiner Meinung eher mäßig gelungen ist, nur Horst ist mir im Gedächtnis geblieben. Dieses schon nur mäßige Niveau an Charakteriseirung wird an keiner anderen Stelle des Films erreicht, obwohl diese Nebenfiguren während der Hälfte der Laufzeit anwesend – sprich in der Küche zugegen – sind. Als sie im letzten Drittel des Films geschlossen die Küche verlassen, da sie Remy gesehen haben, sieht man bezeichnenderweise in der entsprechenden Einstellung nur die Beine des Personals – nicht Individuen, sondern eine Masse geht am Zuschauer und an Remy vorüber.
    Ein kontrastierendes Beispiel: In den Unglaublichen, der R. ansonsten vom Aufbau am ähnlichsten ist, gibt es eine Sequenz, die anhand von Zeitungsauschnitten zeigt, welche der bekannten Superhelden bereits dahingerafft wurden. Jede der Charakteriseirungen ist mir als originell im Gedächtnis geblieben, obwohl es sich dabei nicht mal um Nebenfiguren handelt.
    (Auch die Hauptfiguren sind meiner Meinung nach diesmal sehr schwach, ich habe aber keine Lust mehr, dies jetzt noch zu begründen).

  22. Chris

    Nun ja, was die Erwartungshaltung einiger angeht, der Film ist weder ein Truffaut, noch ein Michael Bay, aber man merkt diesem Film in jeder Minute seine Qualität, seine unglaubliche Liebe für Details, seine konkurrenzlose Perfektion in Sachen 3D an. Ich für meinen Teil war schwer beeindruckt und ich denke, dazu gehört einiges. Die durchgängige Qualität hat mich durchaus an Billy Wilder erinnert, auch wenn einige Wendungen vorhersehbar waren. Ausserdem bin ich sehr froh, dass die Ära der Trickfilme, in denen die Protagonisten singen mussten, vorbei ist. (Ich muss immer noch fast kotzen, wenn ich an “Die Schöne und das Biest” oder “Der Glöckner von Notre Dame” denken muss.)

  23. Tino

    Stimmt, was war ich als Kind froh, als endlich die Story weiterging und die mit dem dämlichen Gesinge aufhörten.

    Darum (auch wenn das hier nicht hergehört) bin ich auch trotz wachsender Fanbase der Bollywoodproduktionen von dieser Art des Films nicht begeistert. Aber durch den gewaltigen Kulturunterschied erschließt sich den meisten Mitteleuropäern der Sinn dieses “bekloppte” Gehopse nicht vollständig.

  24. Batzman

    Wenn die Songs so gut sind wie in den Alan Menken-Disneys, wenn die Musik so ins Ohr geht wie bei Hairspray oder Enchanted, dann hab ich überhaupt nichts gegen die Musik. Das Problem bei Pixar waren neben den schon oben genannten Gründen auch die völlig austauschbaren Musikstücke, des ansonsten als Songwriter sehr geschätzten Randy Newman. Der Mann kann genial schreiben, aber was er für Pixar gemacht hat klingt in jedem Film genau gleich. Lieb, süßlich, sentimental und langweilig.

  25. Chris

    Gerade Alan Menken hat diese schlimmen Musicalfilme verbockt. Entweder hat Musik die Qualität, wie z. B. in Dschungelbuch, oder aber, sie ist so dezent und angemessen, wie in Ratatouille.

  26. outtrigger

    Überraschend guter Film!

  27. Christian

    vorhersehbar, ok. dünne Story, ok. trifft aber wirklich auf fast alle Hollywood Streifen zu.

    aber Liebe fürs Detail, viel Frankreich, sehr gute Grafik, man riecht und schmeckt schon fast das Essen…
    und wir haben viel gelacht.
    mehr haben mein Vater und ich gar nicht vom Film verlangt. (Ü40 und 23)

    4 Punkte von 5

  28. Aku

    Öööhm, gehts noch?
    Der Film ist genial.
    Wenn er kein Animationsfilm wäre könnte er gleich mehrere Oskars für Kamerafahrt, Bester Hauptdarsteller und vieles mehr bekommen.
    Technisch gesehen ist er die bleeding Edge und nutz alles äusserst natürlich aus.
    Die Story ist zwar nicht neu, aber genial interpretiert und regt wie immer zum nachdenken an.
    Die zwei die ich überredet habe mitzukommen, es aber eigentlich nicht wollen, waren gewzunden zuzugeben, dass der Film nahezu perfekt war.. besser kanns nicht sein.

  29. Gilly

    Hui.. heisse Diskussion hier… Ich fand den Film sehr unterhaltsam.

  30. Herr Herrner

    Hallo! Ich hab auch mal was studiert!

    Achso – der Film: Hätte von mir mindestens 4,5 Sterne bekommen. Ganz klar. Ich fand auch den Zuckerguss überhaupt nicht problematisch, im Gegenteil. Das war als Film mit/fürs Herz gedacht, alle Klischees Absicht, und das hat sogar funktioniert.

  31. chrizz

    Eins vorweg: “Wer als Erwachsener diesen Film anschaut und ihn nicht mit den Augen und dem Herzen eines Kindes sehen kann sollte besser keine Kritik üben!”

    4-5 Sterne, ganz klar! So viel Liebe steckte schon seit den ganz Alten nicht mehr in einem “Disney”-Film. Ebenso könnte der Kritiker hier Meisterwerke wie Aristocats zerfleischen. Disney ist in Pixar in der heutigen Zeit angekommen und seit langer Zeit gab es keinen Zeichentrick-Kinderfilm mehr der so liebevoll und detailverliebt gemacht wurde.

  32. jAnsen

    wenn hier nochmal einer “zeichentrickfilm” zu ratatouille sagt, müssen backpfeifen verteilt werden… ;)

  33. christian

    die kritik finde ich völlig unpassend.
    ich habe (sehr) lange keinen film mehr gesehen, der so unterhaltsam,lustig und eben gar nicht oberflächlich ist. es ist ein zauberhafter film, den man sich mit 7 jahren genauso anschauen kann wie mit 50 jahren.

  34. Russian x3

    Ich fand den film süß

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked (required)

Fünf Facefreunde
Fünf Filmtumblr
  • photo from Tumblr

    humanoidhistory:

    R.I.P. Robin Williams (1951-2014)

    08/12/14

  • photo from Tumblr

    vividvivka:

    … Damn.
    I have no words.
    RIP kiddo. Hope you found some peace.

    08/12/14

  • photo from Tumblr

    fozmeadows:

    imsirius:

    Your character falls into the “friend zone” - Is this primarily a man’s problem, or are women put in the friend zone as well? x

    DANIEL RADCLIFFE FOR ALL THE AWARDS

    ALL OF THEM

    08/11/14

  • photo from Tumblr

    paisleydanger:

    edd-de-saren:

    Guardians of the galaxy, 50’s style 

    Super excited to be hosting the PSCC screening of this tonight

    08/11/14


  • bestnatesmithever:

    whatstrending:

    Guardians of the Galaxy star Chris Pratt busts out his street cred by KILLING Eminem’s “Forgot About Dre”! What songs do you know by heart?

    I’m having a hard time understanding that there are people who don’t appreciate Chris Pratt.


    08/06/14