Nach sieben Tagen – Ausgeflittert

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“Meine Firma schickt mich nach Rotterdam.”
“Warum Deutschland?!?”

Originaltitel: The Heartbreak Kid
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Peter und Bobby Farrelly
Darsteller: Ben Stiller, Jerry Stiller, Michelle Monaghan, Malin Akerman, Rob Corddry

★★★★☆

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Eddie Cantrow hat irgendwie kein glückliches Händchen bei Frauen. Alle seine Freunde sind schon verheiratet, nur er noch nicht. Er hat einfach nie die Richtige gefunden. Oder ist er zu wählerisch? Sein bester Freund Mac und sein Vater (mal wieder grossartig: Jerry Stiller) machen sich schon die ganze Zeit über ihn lustig. Halten ihn für einen Loser. Eddie verunsichert das. Er versucht mit offenen Augen durch seine Stadt zu gehen. Wie der Zufall es so will, fährt ihm ein Handtaschenräuber in die Arme. Er versucht ihn aufzuhalten, scheitert aber. Die Bestohlene entpuppt sich als zuckersüsses Mädchen mit David Bowie auf ihrem Schlüpfer, Eddies Lieblingssänger. Eddie freundet sich mit ihr, Lila heisst sie, an und als es heisst, ihre Firma versetze sie nach Rotterdam, beschliesst er kurzerhand sie zu heiraten. Weil sie dann zu Hause bleiben darf. Aber schon auf der Fahrt in die Flitterwochen befallen ihn leise Zweifel, ob er sich da wirklich die Richtige geangelt hat. Sie nervt, überrascht mit anstrengender Variationenvielfalt im Bett und scheint auch nicht die Hellste zu sein. Wie konnte er sich nur so in ihr täuschen. Das wird ihm noch klarer, als er im Feriencamp in Mexiko die bezaubernde Miranda kennenlernt. Sie ist hübsch, intelligent und hat auch noch eine humorvolle Familie. Eddie kriegt jetzt richtig Stress. Er verliebt sich in Miranda und versucht gleichzeitig seine frischgebackene Ehefrau nicht zu enttäuschen. Das hält niemand lange durch…

Lasst uns nicht über den deutschen Titel reden. Bitte nicht.

Schon als ich hier den Trailer postete, schwante mir Grosses. Ben Stiller und die Farrelly Brüder nach “Verrückt nach Mary” zum ersten Mal wieder vereint. Was soll da schon schief gehen?

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Film ist nicht Mary. Er wäre es gerne hier und da, aber er ist es nicht. Ausserdem gibt es einige dramaturgische Ungelenkigkeiten, die sehr unschön sind. Zum Beispiel eine der Hauptfiguren im Off verschwinden zu lassen. Das ist schlechter Stil und ich kann mir das eigentlich nur durch Testscreenings erklären. Wegen denen wurde schon so mancher Film versaut und das Studio hat seinen Anspruch auf den Final Cut ungelenk durchgesetzt. So scheint es auch hier. Er basiert lose auf dem 72er Film “The Heartbreak Kid”, damals mit Cybil Shepered. Für alle Freunde des Originals: Er basiert wirklich SEHR LOSE darauf.

Jetzt die gute Nachricht: Der Film ist toll! Für mich das Kinohighlight des Jahres! Die Farrellys haben wieder zu alter Form gefunden und Stiller ebenso. Die vielen bunten Nebenfiguren machen einen Heidenspass. So zum Beispiel der Hotelmanager “Onkel Tito”, ein total versauter Typ, der sich gerne Pornos ins Hotel mitbringen lässt. Oder das Pärchen in Mirandas Familie, das gerade eine zweite Subway-Filiale aufgemacht hat. Und wahnsinnig spiessig ist. Und auf Geheimnisse steht. Oder Mac, der beste Freund von Eddie, der komplet bei seiner Frau unterm Pantoffel steht aber immer so tut, als sei das etwas Gutes. Man sieht schon: Hier befindet man sich wieder im typischen Figurenkosmos der beiden Brüder.

Auch der Soundtrack weiss mal wieder zu gefallen. Wegen Eddies Liebe zu Bowie sind natürlich relativ viele Songs des Sängers eingestreut, aber eben nicht nur. Man hört mal wieder schöne Gitarrenpopsongs, übrigens ein weitrer Faktor für meine Liebe zu Farrellyfilmen: Man kann die Soundtracks immer ungehört kaufen und weiss aber was einen, zumindest stilistisch, erwartet.

Die Situationen changieren mal wieder zwischen überhöht nachvollziehbar und überhöht drüber. Wenn Eddies neue Frau, wie man es auch schon im Trailer sieht, auf der Fahrt in den Honeymoon wirklich jedes Lied von vorne bis hinten mitsingt, das im Radio läuft, kann man das genervt sein gut nachvollziehen. Wenn sie sich am Strand mit Olivenöl einreibt, muss man das nicht verstehen, es passt aber bestens zu der Spleenigkeit ihres Characters. Es gibt natürlich auch wieder eine “Ekel”-Szene, wie das Sperma in Mary oder zum Beispiel die Vermieterin in “Kingpin” (Zitat: “Tut mir Leid, bei gutem Sex muss ich einfach immer scheissen!”). Diese kommt aber mal wieder so überraschend und wird in sich noch so getoppt, das das ganze Kino laut lachte und sich nicht mehr einbekam, als ich drin sass. Gegen Ende, und jetzt muss ich einfach mal ein bischen spoilern, Achtung!, gibt es eine ziemlich lang dauernde Sequenz in der Eddie versucht, aus Mexiko zurück in die USA zu kommen. Da er aber seinen Pass nicht mehr hat, flieht er zusammen mit den Mexikanern, die in die USA flüchten wollen. Die ganze Sequenz ist so herrlich gemacht, spielt mit bekannten Bildern, sprüht vor Charme und Mitleid, und lässt Eddie einfach nicht los. Wenn man denkt, das er es gerade geschafft hat, braucht er doch noch ein paar Versuche mehr. Absolut Grossartig. Die Pointe des Films war abzusehen, aber der Schlusssatz sitzt wie Arsch auf Eimer.

Bleibt zu hoffen das die Farrellys jetzt auch wieder hierzulande die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Sträflich vernachlässigt wurden schon ihre grossartigen Filme “Fever Pitch” und der sensationelle “Unzertrennlich”. Vielleicht brauchen die Deutschen einfach beschissen eingedeutschte Titel um ins Kino zu gehen?

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  1. Carsten

    Full Ack! Hab den Film letzte Woche gesehen und war restlos begeistert… und bei der “Ekel”-Szene hab ich mich fast BEPISST vor Lachen. Geiler Film!

  2. Actionman

    Die “Ekel” Szene war der Brüller im Kino.

  3. Jan

    sorry leute, SO genial ist der film nicht.
    vor allem ist er definitiv nicht “das kinohighlight des jahres” !!

  4. Nilz N Burger

    deswegen, jan, habe ich auch “für mich” davor geschrieben..:)

  5. DS

    Der deutsche Titel… Hmmn… der englische… ?

  6. Dominik

    stimme ich voll und ganz zu, habt ihr vor den Film “Good Luch Chuck” zu bewerten? Gibt nen tollen Verriss, denke Ich.

  7. eayz.net

    Nach 115 Minuten – Ausgeflittert…

    Nach Lektüre der Rezension von Herrn N Burger gestern beschlossen den ach-so-supergünstigen Super-Kino-Dienstag-yeah auszunutzen und den Abend im Lichtspielhaus zu verbringen, um Nach 7 Tagen – Ausgeflittert, das neueste Machwerk der Farrelly Brüder…

  8. icke

    danke für die info, dass der film also ganz annehmbar ist. der titel hätte mich sonst einen weiten bogen darum machen lassen.
    welcher spack denkt sich eigentlich so tolle filmtitel aus? “nach 7 tagen ausgeflittert” – wen zur hölle soll das ansprechen?

  9. Tronixx

    Hi
    ich suche nach einem lied aus dem film.. es ist ziemlich am ende, wo er wieder in die stadt fährt, hat evtl jemand eine song-liste? auf der cd des films ist das lied nicht..
    danke im vorraus

  10. Michael

    wo ist denn diesen hotel, in dem die flitterwochen statt finden?

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


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    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14