“She believes in the Hogfather?”
“She believes in anything, if she thinks there is a doll in it for her.”
Originaltitel: Hogfather
Herstellungsland: Großbritannien 2006
Regie: Vadim Jean
Darsteller: David Jason, Marc Warren, Ian Richardson, Michelle Dockery, David Warner, Tony Robinson, Terry Pratchett






Wieder einmal steht Hogswatchnight bevor auf der Scheibenwelt. Überall schreiben die Kinder ihren Wunschzettel und hoffen, daß ihnen der große schweinenasige Mann im roten Mantel Geschenke bringen wird.
Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn die Auditoren haben ein Kopfgeld auf den Hogfather ausgesetzt und der geisteskranke Assassine Teatime (ausgesprochen Te-a-timme) setzt alles drann, die mythische Figur verschwinden zu lassen. Wäre da nicht TOD, der schon immer eine Schwäche für die Menschheit hatte und sich mit seinem gehilfen Albert dran macht, den Hogfather zu vertreten, bis seine Enkelin Susan den ganzen Schlamassel wieder graderücken kann. Bis es soweit ist, gibt es auf der Scheibenwelt jedoch eine ganze Menge Leichen, entführte Zahnfeen, verstörte Einzelhändler und überraschte mythische Persönlichkeiten, wie den Warzen-Gnom und einen Gott des Katers.
Diese erste aufwendige Realverfilmung eines Discworld-Romans nach einer Vorlage vom Terry Pratchett macht eine ganze Menge richtig. Im Gegensatz zu den eher mittelprächtig animierten und eher auf die Kalauer setzenden Zeichentrickfilme, vereint “Hogfather” auf sehr stimmige Weise, die witzigen wie ernsten und düsteren Töne die Pterry in seinen großartigen Romanen anschlägt. Grade Fans und Stammleser werden ihre Freude mit der Story haben, in der viele bekannte Figuren in Nebenrollen auftreten. Für absolute Discworld-Neulinge mag dies bisweilen etwas verwirrend sein, auch weil die Story selbst nicht die einfachste ist und sich vieler Wendungen und Kunstgriffe bedient, denn man hat zum Glück davon Abstand genommen die Vorlage zu vereinfachen und stromlienienförmig zu machen. Die meisten Elemente des Buches finden sich in dieser 180min TV-Verfilmung wieder, die sowohl durch ihren Look und die Ausstattung größtenteils überzeugen kann, als auch über eine stimmige Besetzung verfügt.
Keine Leichte Aufgabe Figuren mit Schauspielern zu besetzen, die Millionen Leser weltweit über die Jahre liebgewonnen haben und von denen sie ihr ganz eigenes Bild haben. Auch wenn man es nicht jedem Recht machen kann, funktioniert die Besetzung doch erstaunlich gut. Ian Richardson als Stimme von Tod, bringt genau die richtige Mischung aus Ironie und Gravitas ein, die dem liebenswerten Sensenmann ansteht. Michelle Dockery als Susan ist ebenfalls überraschend gut, weder Flintenweib noch Damsel in Distress, bringt sie den trockenen Humor und die Entschlossenheit der Figur bestens rüber. Anfänglich irritierend, dann aber doch sehr passen ist der aus seiner Rolle als Trickbetrüger in der Erfolgsserie HUSTLE bekannte Marc Warren, der Teatime mit beunruhigender Intensität zum Leben erweckt. Wenn er mit dünner Fistelstimme sein: “I like us to be friends” heraussäuselt, kann es einem schonmal kalt den Rücken runterlaufen. Dieser Psychopath könnte auch in jedem Serienkillerfilm bestehen und gibt dem Film die nötige Grausamkeit, die in der Vorlage angelegt ist.
Für Fans englischer Akteure sind Altstar David Warner mit von der Partie und Tony Robinson, Blackadders Baldrick, der schon etliche Scheibenweltbücher eingelesen hat und in den Computerspielen mitsprach, die in kleinen aber markanten Auftritten erfreuen.
Tricktechnisch geht das ganze für einen Fernsehfilm in Ordnung, auch wenn man nichts weltbewegendes erwarten sollte, schaffen es die Bilder einen in die Scheibenwelt hineinzuziehen, die wohl noch nie so plastisch und greifbar im bewegten Bild zu erleben war. Wie immer in TV-Zweiteiler gibt es natürlich ein paar Längen, Momente wo man das Gefühl hat die Geschichte könnte auch schneller erzählt werden. Insgesamt vermag der Film jedoch zu überzeugen und gut zu unterhalten, grade weil er sich Zeit nimmt und eine runde, relativ anspruchsvolle Story erzählt, die auch den letzten überzeugen sollte, daß Pratchet weder “der Douglas Adams der Fantasy” ist, noch eine Fantasy-Verarsche im Stile von “Scary Movie” abliefert, sondern schon längst ausgereifte und vielschichtige Stories in seinem ganz eigenen Universum erzählt.
Grade jetzt, da bekannt wurde, daß Terry Pratchett an einer Vorstufe von Alzheimer erkrankt ist und man nicht mehr genau weiß, wie lange er noch weiterschreiben kann, ist es schön, daß seine erste Realverfilmung, die dem Werk auch wirklich angemessen ist, hierzulande auf DVD erscheint, nachdem sie im letzten Jahr im britischen Fernsehen zu sehen war.
Die DVD ist schön aufgemacht und enthält für eine TV-Produktion überraschend spannendes Bonusmaterial, das auf die Entwicklungsgeschichte des Films, die Besetzung und die Tricks eingeht und auch Terry Pratchetts Gastauftritt als Spielzeugmacher kurz beleuchtet. Die Sychro ist okay, lediglich die etwas dümmlichen Eindeutschungen der Namen, die auch schon in den deutschen Übersetzungen der Bücher unangenehm auffallen, nerven etwas, genau wie die deutschen Einblendungen im Bild. Schade auch, daß die englische Tonspur nur in Dolby 2.0 vorliegt.
Ein schöner, anderer Weihnachtsfilm, nicht nur für Discworld-Fans empfehlenswert.
Hol dir Hogfather noch vor Weihnachten und unterstütz die Filmfreunde.
Von 


































oh, danke fürs darüber schreiben! habe das von freunden aus england bekommen und liegt schon ewig hier rum, jetzt wirds echt mal zeit, das anzusehen.
von pratchetts erkrankung wusste ich bisher auch noch nichts. oh weh :(
Oh… die Sache mit Alzheimer wusste ich nicht. Traurig. Hab zwar irgendwann aufgehört die Scheibenwelt-Bücher zu lesen, aber sein GEVATTER TOD wird immer einen festen Platz in meinem Herzen haben. Gerade gesehen, dass sie momentan DIE FARBEN DER MAGIE fürs TV verfilmen. Da darf man wohl auch gespannt sein.
Ja das mit seiner Krankheit ist wirklich ätzend, wenn man bedenkt das Leute wie Jerry Bruckheimer oder diverse Politdarsteller undbeschadet in die Rente eiern dürfen.
Pratchett meint zwar er habe noch ein paar gute Jahre, aber es ist schon depremiert die Perspektive, daß jemand der so klug, witzig und menschenfreundlich ist wie er sich langsam in einen Badeschwamm verwandeln wird :(
Auf Farben der Magie bin ich nicht ganz so gespannt, ich finde ja mittlerweile die ganzen frühen “nur witzigen” Bücher nicht mehr so spannend. Die vielschichtigeren Werke wie Small Gods oder Night Watch oder The Truth machen mir ehrlich gesagt wesentlich mehr Spaß, die würd ich lieber verfilmt sehen.
“Hogfather” läuft übrigens zu Weihnachten im Fernsehen. Nachmittags am 2. Feiertag auf Pro Sieben, wenn ich mich jetzt nicht irre.
@Batzmann: d’accord! Ich will überhaut nichts gegen die frühe Scheibenwelt sagen, aber die Bücher der letzten Jahre sind wesentlich anspruchsvoller und unterhaltsamer. Also imho schlicht besser. Ich sage da nur “Der fünfte Elefant”.
Unterm Strich möchte ich aber eigentlich überhaupt keinen Scheibenwelt-Film sehen. Nichsdestotrotz werde ich mal den Rekorder für den Hogswatch-Film programmieren…
@ grobi: Glaube mir dieser Fernsehfilm ist sehenswert.
Der Tod ist einfach genial ;) Habe das Ganze in englisch gesehen und bin mal gespannt wie die deutsche Synchro so ist?
Ansonsten hätte ich nichts gegen eine Kinoverfilmung. In den Büchern wimmelt es nur so von abgedrehten Charaktären welche wunderbar besetzt werden könnten. Wundert mich ehh warum das noch nicht in Angriff genommen wurde. Habe mal gehört das Pratchett generell dagegen sein soll. MMMMMHHHHH..aber warum dann fürs Fernsehen.
Meine Empfehlung anschauen und freuen! Eine gute Weihnachtsgeschichte. Das ganez erinnert auch ein wenig an die alten Jim Henson Sachen. Die Filmchen waren auch immer genial ;)
Huhu,
das ist ja mal cool! Wusste bis eben nichts von einer Pratchet Verfilmung. Werde mir das auf jeden Fall kaufen bzw. schenken lassen und auch selber verschenken. ^^
Freue mich schon drauf, wenn da noch mehr Filme kommen würden. Die Rincewind-Storys find ich super.
Von den neueren Romanen habe ich leider noch keinen lesen können. Werde ich mal nachholen.
Grüße
@Batz
Wie Queen schon nach dem Tod von Freddy sang: “Only the good die young”. Aber Altzheimer ist ne schlimme Sache. Aus mehreren Quellen weiss ich, dass es für den Betroffenen ein weitaus harmloserer Tod ist als für die, die ihn dahinsiechen sehen.
Aber wieder zum Film: Stimmt es, dass es den Film erst seit kurzem auf DVD gibt?
Und weiss jemand ob es noch mehr Pratchettfilme mit der gleichen oder ähnlichen Besetzung gibt?
Ich hab nähmlich die Wiederholung gesehen und bin recht beeindruckt. Die meiten jungen Filme sprechen mich nicht an aber dieser war gut.
Und warum gibt es auf youtube.com nur die englische Version? Es gibt nur englische ganze Filme auf youtube.com.
Zu eurem Text:
“Revisoren”, nicht “Auditoren”, und “Gott des morgendlichen Katzenjammers”, nicht “Gott des Katers”!
Zum Film:
Um ihn wirklich zu mögen, muss man wohl bedingungsloser Fan sein. Die Optik (Kostüme, Kulissen etc,) ist wirklich liebevoll detailiert und hübsch. Die Geschichte plätschert irgendwie nur dahin, und das mit zahlreichen Längen… Da fehlt einfach der Erzähler mit dem Wortwitz eines Terry Pratchetts. Insgesamt eher “geht so”, aber hübsch anzusehen. Und Susan ist wirklich irgendwie cool!
@Incognitus
Die DVD ist in der Tat grade erst erschienen, der Film selbst lief letztes Jahr zu Weihnachten im britischen Fernsehen. Von den Discworld-Sachen ist dies bisher die einzige ernstzunehmende Verfilmung. Es gibt ein paar Zeichentrickfilme, die sich aber eher auf das Klamauk-Element beschränken und auch nicht wirklich schön gemacht sind. Die Animation ist mit sparsam noch höflich umschrieben. Ansonsten sind noch zwei Bücher der Johnny Maxwell-Serie ganz gut real umgesetzt worden: Johnny and the Dead und Johnny and the bomb.
@Einsiedler
Sorry ich hab vor 15 Jahren aufgehört mir die deutschen Übersetzungen von Pratchett anzutun, es blieb einfach zuviel auf der Strecke, auch wenn Brandhorst sich Mühe gibt. Aber alleine das Eindeutschen von Namen ist etwas das ich nicht ausstehen kann. Daher kannte ich die Übersetzungen von Auditors und God of Hangover nicht. Mich hat schon genervt, daß auf der DVD einige Dinge per fester Einblendung eingedeutscht wurden.
@Batz
Das mit der Übersetzung ist immer so eine Sache. Es scheint mir als ob die Deutschen bei der übersetzung selbst Hand anlegen und sich nicht mit den Machern absprechen, was sie mit dem Satz oder Zitat gemeint haben. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der “Tod” einige Sätze im Deutschen vorliest und in der Originalfassung der Zuschauer sie wohl eher selbst liest. es ist aber auch schwierig eine Sprache zu übersetzen, bei der ein wort mehrere Bedeutungen hat.
Brandhorst gibt sich Mühe? Wo? Man hat immer den Eindruck bei ihm, es sei gerade sein erstes Pratchett Buch, das er übersetzt. Ich lese die auch nur im Original, Übersetzung geht mal gar nicht, man muss aber zugeben, dass Terry es dem lieben Andreas auch nicht immer leicht macht.
@ incognitus: Hätte jedes Wort nur eine Bedeutung wäre Pratchett langweilig :-)
(Bzw. nur halb so lustig)
@David
Das war jetzt nur rein gramatikalisch gesehen. In einem Buch muss man aber halt nachfragen was der Autor mit dem Wort/Satz gemeint hat, weil das Buch ja auch eine Verkörperung des Autors darstellt. Und nur der Autor selbst weiss was er meint.
TOLL HAB MIR DIE DVD sofort GEKAUFT!
KLASSE!
Moinsen alltihoop.
Terry Prattchet an Alzheimer erkrankt?
Das ist ein harter Schlag.
Die Verfilmung von “Hogfather” hab ich noch nicht gesehen, werd mir die aber vielleicht mal antun.
Wusste gar nicht, dass Prattchets Bücher verfilmt werden.
Hoffentlich wird daraus nicht so einen Selbstläufer ala “Potter”. Ich glaube bei einer Serienproduktion würde zu viel Inhalt auf der Strecke bleiben.
Ich lese wenn ich kann sowohl die Originale, als auch die Übersetzungen und ich finde so schlecht macht der Herr Übersetzer seine Arbeit nicht. Vielleicht bleibt hier und da mal ein Wortwitz auf der Strecke, aber an den Inhalten wurde, soweit ich feststellen konnte, nicht herumgepfuscht und darauf kommt es mir an.
MFG Krischan
Ich habe den Film in der Kirche gefunden. Jemand muss sie verloren haben. Ich kann euch nur warnen meine Brüder & Schwestern! Der film Passt nicht in mein Filmabspielgerät. Und mein Musikspieler gibt kein bild. Aber ich sehe dem Cover an, dass der Film des Teufels ist und nicht in die hände eines Gläubigen gehört.
Gott sei mit euch.
Bruder Roland
Lieber Roland,
Du spinnst.
Dein René
Religion has convinced people that there’s an invisible man…living in the sky, who watches everything you do every minute of every day. And the invisible man has a list of ten specific things he doesn’t want you to do. And if you do any of these things, he will send you to a special place, of burning and fire and smoke and torture and anguish for you to live forever, and suffer and burn and scream until the end of time. But he loves you. He loves you and he needs money.
ich fand hogfather übrigens ziemlich gut, klar schneidet sich die Vorstellung derer, die den Film gemacht haben, mit dem eigenen Bild, dass man im Kopf hat, aber ich hatte den Eindruck, dass sie sich sehr viel Mühe gegeben haben.
was die Bücher angeht: ich traue mich nie, die auf Englisch zu lesen, weils mir auf Englisch doch schwerer fällt, Bühcer zu lesen. Serien schaue ich zwar mitterlweile zu einem großen Teil auf Englisch (How I met your mother, big bang theory, chuck usw.), aber bei Büchern und speziell bei Pratchett-Büchern befürchte ich,d ass mir durch mangelnde Englischkenntnisse mehr verloren geht als durch die Übersetzung. Außerdem sind die Pratchettbücher für mich so eine Art Ritual oder Tradition, die ich jetzt lese, seit ich 12 bin oder so (und damals hatte ich noch gar keinen Englischunterricht ;)). Auf Englisch würden sie mir einfach unvertrauter vorkommen, glaube ich.