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“Du..?”

Originaltitel: P.S. I Love You
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Richard LaGravenese
Darsteller: Gerald Butler, Hilary Swank, Kathy Bates, Lisa Kudrow

★★★★☆

P.S. Ich liebe dich Und weil ich ganz bestimmt nicht vor den Augen der versammelten Mannschaft losflennen wollte, habe ich mir das Buch gekauft das Hörbuch besorgt, um mental vorbereitet zu sein. Und tatsächlich habe ich seit “Titanic” nicht soviele Papiertaschentücherboxen auf den Rückenlehnen des Vordermannsfraus balancieren sehen, als ich mich auf dem Weg zu meinem Platz mache. Im Schlepptau: Meine Kleine und ihre Freundin. Das geballte Östrogen floss geradezu durch die Gänge und bei einem Verhältnis Mann zu Frau von 1:30 wurde mir doch ganz mulmig zumute. Auf DVD hätte es doch auch gereicht, oder?

Das Schlimmste daran solche Filme im Kino zu sehen, ist nicht einmal die hohe Frauenquote, oder das ständige Schluchzen im Rücken, sondern ganz klar die Vorab-Trailer. Wusstet ihr, dass Mamma-Mia mit Meryl Streep und Pierce Brosnan verfilmt wurde und demnächst in die Kinos kommt? Eindeutig Dinge die ich so nicht wissen will.

Und nun zum Film und die Geschichte in Kürze:
Holly und Gerry sind ein glückliches Paar, die die üblichen Chromosomenkämpfe austragen und ansonsten auch ziemlich gut aussehen. Als sie sich vor knapp 10 Jahren in Irland kennenlernten und Hals über Kopf zusammenzogen, zogen sie die Wut der jeweiligen Eltern auf sich und brannten durch. In Amerika versuchte nun Gerry (Gerald Butler) sein Leben als selbstständiger Chauffeuer auf die Reihe zu kriegen, während Holly (Hilary Swank) von einem Job zum nächsten hüpft und immer unglücklicher wird. Aber dann ist er weg. Hirntumor, Tod, Beerdigung und damit der Stillstand in Hollys Leben. Bis Holly Briefe von ihrem verstorbenen Mann erhält, die ihr Aufgaben geben und Geschenke machen, um ihr den Weg in das neue Leben ein bisschen erträglicher zu machen.

Ab hier trennen sich teilweise die Wege vom Buch zum Film, aber auf eine Art und Weise, die dem Kenner des Buchs nicht unbedingt immer übel aufstößt. Veränderungen an der Geschichte sind wir ja gewohnt und als das Ende droht in einem ekelhaften Kitsch zu versinken und damit das Ende des Buchs dermaßen ungerecht zu werden, zieht LaGravenese die Notbremse. Ohne denjenigen, die das Buch gelesen haben zuviel verraten zu wollen: Ähnlich, aber anders!

Was sich hier schon wie eine ganz schlimme Joy Fielding Verfilmung anhört, ist tatsächlich für den Durchschnittsmann schwer zu ertragen. Kitsch, Liebesschwüre, Streitereien (“Du verstehst mich nicht!”) und überschwängliches Nicken der Sitznachbarinnen (“Da hat sie Recht, verdammt nochmal!”) stellten auch mich auf eine harte Probe, aber, und ich gebe das ohne Scham zu, der Film macht Spaß. Mit viel Humor und zwei wirklich guten Hauptdarstellern habe ich knapp zwei Stunden geschmunzelt, gelacht und tatsächlich: Keine einzige Träne herunterschlucken müssen. Hörbuch sei Dank!

Aber es gibt auch ein paar Abzüge. Wenn auch wirklich kleine. Allen voran: Hilary Swanks… ich nenne sie mal “Synchronstimme“. Dieses krächzende Ungetüm stößt nicht nur dem Freund von Originalton sauer auf. Verstört schauten sogar die Damen um mich herum auf, die einfach nur ihr Hirn abschalten und in einem Bad voll Kitsch plantschen wollten. Ein Aufstöhnen ging durch das Kino, bis nach knapp 70 Minuten auch die Letzte kapitulierte und sich damit abfand, dass dieses weinerische Geseiere sich nicht abschalten lässt.

Auch die teilweise großen Lücken, die im Buch nicht ohne Grund ausführlich ausgefüllt werden, störten ein wenig. Dem Film tut es zwar nicht so sehr weh, wenn man sich nicht durchweg berieseln, sondern auch ein bisschen nachdenken wollte, aber vereinzeltes “Das versteh ich jetzt aber nicht…” in den hinteren Rängen ließ tief in das durchschnittliche Niveau des Publikums blicken, das, wie auch ich, den Freitag Abend mit einer Schnulze verbrachte, anstatt einer Familienflasche Jägermeister.

Fazit 1: Das (Hör)Buch ist mal wieder klar im Vorteil.
Fazit 2: Schaut ihn euch alleine an, wenn ihr Männer seid. Liebe Frauen: Zwingt eure Männer bitte nicht ins Kino. Das ewige “Oh Mann, was für ein Scheiß!!!”-Geschwafel macht euch keinen Spaß und mir sowieso nicht. Punkt.

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9 Kommentare

  1. *brrr* ;) Und mich hats schon geschüttelt, als ich den Trailer gesehen habe…

    ICh bin wohl ein unromantischer Bastard, aber diese Art von Filmen erzeugt bei mir ganz fiesen Brechreiz. Ich glaub das liegt alleine schon an der Story, egal wie man die umsetzt, ich würde es immer hassen.

    Ein Großteil der U.S.-Kritiker übrigens auch ;)

    “P.S. I Love You is the cinematic equivalent of a Celine Dion song.”

    *giggle*

    Erschreckend, daß der Drehbuchautor von “The Fisher King” und “The Ref” heutzutage sowas abliefert. Schon sein “Freedom Writers” war ja gruslelig schlecht.

    Kommentar #1 von Batzman am 19.01.2008 um 13:27 Uhr

  2. ich stelle mir gerade vor wie gerard butler mitten im Film den Oberkörper entblösst, sich vor Hillary Swank stellt und “MADNESS?! THIS IS SPARTAAAA” gröhlt :D

    Kommentar #2 von Marcel am 19.01.2008 um 14:20 Uhr

  3. zu Gerard Bulter: dass er seinen Oberkörper entblösst war der einzige Grund für meinen Kinobesuch :) naja, vielleicht auch noch Jeffrey Dean Morgans nackter Hintern … Ich habe das Buch nicht gelesen und keine Träne vergossen und ich bin eindeutig weiblich.

    Kommentar #3 von pfefferminz am 21.01.2008 um 12:24 Uhr

  4. Ich muss heute Abend ran. Gut oder schlecht? ;)

    Kommentar #4 von suicide am 27.01.2008 um 08:30 Uhr

  5. huhu also ich war heute im kino und ich muss sagen das buch ist besser …….. viel besser . das geld fürs kino hätte ich in ein neues buch investieren solln ! *gg*

    Kommentar #5 von Susi aus SN am 02.02.2008 um 23:45 Uhr

  6. Also ich bin ein Mann und schaue mir den film an weil meine Frau auch im November verstorben ist und sie dieses Buch geliebt hat und sie mir sagte ich solle es lesen doch jetzt gehe ich Lieber ins Kino oder ich hole mir das Hörbuch also den letzten wunsch erfülle ich ihr.

    Euer Porky

    Kommentar #6 von Porky am 03.02.2008 um 00:51 Uhr

  7. Lieber Porky, wenn ich dir einen Ratschlag geben darf: Lies dann bitte das Buch!

    Kommentar #7 von Mal Sehen am 03.02.2008 um 18:36 Uhr

  8. Okay werde dann das buch lesen!!!!

    Kommentar #8 von Porky am 13.02.2008 um 23:00 Uhr

  9. Also, ich bin vom weiblichen Geschlecht und bei dem Film konnte man nur weinen, weil er so langweilig war.. Das Buch habe ich nicht gelesen und das ist wohl auch besser so.. Mitten im Film ist sogar eine Frau aufgestanden und einfach so gegangen – nicht mehr wiedergekommen

    Kommentar #9 von Fenice am 02.05.2008 um 08:17 Uhr

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