Review

John Rambo

Standard, 14. 2. 2008, Renington Steele, 24 Kommentare

„Fuck the world.“

rambo.jpgOriginaltitel: John Rambo
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Sylvester Stallone
Darsteller: Sylvester Stallone, Julie Benz, Matthew Marsden, Graham McTavish, Reynaldo Gallegos

[rating:2.5]

John Rambo hat sich nach seinen Abenteuern in Hope, Vietnam und Afghanistan nun in Thailand als Schlangenfänger zurückgezogen. Als dort ein Grüppchen Missionare eintrifft, die Medikamente in ein Dorf in Burma bringen wollen, fragen sie ihn um Hilfe und sein Boot, woraufhin Rambo entgegnet: „Nope“. Oder so ähnlich. Außerdem brabbelt er etwas von „Ohne Waffen ändert ihr gar nichts“ in seinen Vokuhila. Und natürlich überreden sie ihn, natürlich geraten sie in die Scheiße und natürlich kommt Rambo, um sie zu befreien. Wobei „sie“ vor allem Sarah Miller ist, auf die der olle Rambo ein Auge geworfen hat. Und natürlich holt er sie raus, is doch klar, is ja schließlich John fucking Rambo.

Das ist sie nun also, die Rückkehr nach so ziemlich genau 20 Jahren. Der Film ist selbstverständlich einigermaßen hohl, bietet maximal eindimensionale „Charaktere“, maximal einzeilige Dialoge und die Story ist nun auch wirklich mal alles andere als originell. Aber hey, it’s Rambo, da brauch es keine Originalität. Und leider muss ich auch sagen, dass der Film eher in der Tradition des zweiten und des dritten Teils steht. Rambo als die Kampfmaschine und alle drei Sequels können dem brillanten ersten Teil in Sachen Subtext nicht das Wasser reichen, aber deshalb ist Rambo Eins auch ein Klassiker und die anderen nur seine Nachfolger.

Und all dem muss ich auch noch die Krone der Gewaltverherrlichung aufsetzen. Die Art und Weise, wie Rambo hier als meinzwegen gebrochener, aber dennoch als Held dargestellt wird, gepaart mit dem teilweise doch sehr argen Splatter-Action (die man aus den Trailern übrigens schon zu genüge kennt), ist schon bedenklich, wenn man bedenkt, dass die Gegenseite lediglich als ein Haufen Tiere dargestellt wird, die tagsüber Menschen massakriert und nachts Frauen vergewaltigt. Da möchte doch einfach mal um des Kontrastes Willen anfügen, dass im ersten Teil „nur“ ein Mann umkommt. Und der wird von Rambo aus Notwehr mit einem Kieselstein plattgemacht.

Im vierten und nach Aussage Stallones letzten Teil der Serie ist das anders. Da platzen Köpfe und es werden Kehlen herausgerissen und auch der zu rettende Haufen muss mit einem Wackerstein selbst Hand anlegen. Das ist nicht schön und mit gutem Willen kann man sagen: Stallone, der in Rambo sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte, will hier einfach zeigen, wie doof und hässlich der Krieg wirklich ist. Nur dürfte diese „Message“ im Gejohle der durchschnittlichen Action-Fans untergehen. Boa, haste das Schienbein gesehen? Voll krass, eh! Aus dem ehemaligen gebrochenen Helden ist ab Teil Zwei ein gebrochener eindimensionaler Held geworden. „John Rambo“ bietet da leider keine Besserung.

Warum ich den Film dann letzten Endes doch okay fand: Stallone schließt mit dem Abschluß der Rambo-Filme den Kreis der Serie, indem er seinen Helden am Ende zuhause, also wirklich zuhause ankommen lässt. Der Weg, auf den sich Rambo im ersten Teil zu Beginn machte, ist nun zu Ende und dieses Ende wirkt rund und passend. Und außerdem bietet er wirklich ein paar Kick-Ass-Action-Szenen, die allerdings bis auf die Flitzebogen-Passage durch die Bank schon aus den Trailern bekannt sind. Immerhin.

[update] Beim Affenheimtheater gibt’s einen Schnittbericht:

erstaunlicherweise wurden die Szenen in denen Kinder erschossen oder in brennende Häuser geworfen wurden nicht entfernt, dafür aber eben jene Szenen bei denen man sich schon in den im Vorfeld gezeigten (ausländischen) Trailern gedacht hat daß sie es nie in die heimischen Kinos schaffen würden. Teils wurden nur die “Gewaltspitzen” entfernt, man sieht z.B. wie Rambo dem Soldaten gewaltig an die Kehle fasst, aber nicht wie er ihm letztendlich das Lebenslicht aushaucht. Im Showdown mit der berüchtigten MG Szene fallen noch längere Schnitte auf, so fehlt die “menschlicher Fleischsalat” Szene komplett und trotzdem ist der Schutz vor dem MG anschließend blutverschmiert. Auch fehlt die Szene in der School Boy einem Soldaten einen Kopfschuss verpasst so daß dieser noch mehrere Sekunden stehen bleibt, was etwas seltsam ist da ansonsten mehrere Kopfschüsse (auch mit Pfeil und Bogen) gezeigt werden.

Die fehlenden Szenen hat man allerdings allesamt in den Trailern schon gesehen.

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24 Kommentare

  • Reply Mr X 14. 2. 2008 at 2:03

    Killing spree! ^^

  • Reply PeaceI 14. 2. 2008 at 2:55

    …mach UT aus, des is hier nen Filmblog ;P

  • Reply danield 14. 2. 2008 at 6:30

    http://img3.imagebanana.com/view/dnfwg8ow/rambokillchart.jpg

  • Reply Siggi 14. 2. 2008 at 7:26

    Überhaupt nicht klischeehaft ist ja wohl, daß der Chef der Gegner auf kleine Jungs steht. Das macht ihn noch unsympathischer…

  • Reply okarola 14. 2. 2008 at 10:32

    @Renington

    Ist der jetzt in Deutschland geschnitten, oder nicht? Gut, aber wenn Du von den krassen Szenen sprichst, wohl nicht…

  • Reply BigDukeSix 14. 2. 2008 at 10:38

    Habe den Film gestern im Kino gesehen und mir sind 4 Stellen aufgefallen die geschnitten worden sind.
    Eine Stelle sogar ganz extrem, nämlich die wo JJR den Lastwagen unter Beschuss nimmt.

  • Reply okarola 14. 2. 2008 at 10:40

    ach shit, dann geh ich nich rein…

  • Reply Turntablerocker 14. 2. 2008 at 12:21

    Where ist the beef?

  • Reply Case 14. 2. 2008 at 18:01

    Gut, dass ich mir mit über 30 Jahren mal wieder vorschreiben lassen muss, wieviel Gewalt mir zuzumuten ist.

    Ich hatte ja schon vor, den Film anzuschauen, aber ich hab was dagegen, wenn Filme geschnitten werden. Muss ich mir noch mal überlegen.

    Wann begreifen die Verantwortlichen endlich, dass sie damit nur geringere Besucherzahlen und dafür mehr illegale Downloads fördern?

  • Reply vic 15. 2. 2008 at 17:12

    Ah, in Österreich läuft John Rambo ungeschnitten und bei uns in der Steiermark ist er sogar ab 14 in den Kinos, dann sind ja schon Zustände wie in Frankreich.^^

  • Reply quietearth 15. 2. 2008 at 17:22

    http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=648

    soviel zum thema geschnitten …

    leider sind genau alle die szenen geschnitten, die den trailer so markant gemacht haben. bleibt nur zu hoffen, dass es zum dvd-start anders aussehen wird. :o/

  • Reply Bernie 15. 2. 2008 at 19:04

    Ich finde die Schnitte nicht weiter tragisch, eher sogar passend. Sie hätten John Rambo nur ungemein brutaler gezeigt, was bei ihm wie ich finde nicht nötig ist. Schließlich ist er doch der Gute, oder? Ich finde es langt schon dass John die ganzen Bösen der Reihe nach platt macht, da muss er nicht noch zum derart verrohten Killer gemacht werden. Was das Ende angeht kann ich Renington nur zustimmen, ist wirklich rund. Ein bischen seltsam ihn dort laufen zu sehen, aber rund.

  • Reply flobotron 16. 2. 2008 at 2:10

    Gibt wenigstens so wunderbare Dialoge wie:
    -„was ist das John Rambo?“
    -„das ist blaues Licht“
    -„und was tut es?“
    -„es leuchtet blau“

    oder

    -„für wen hält der Kerl sich? Gott?“
    -„Nein, Gott kennt Gnade, Rambo nicht!“

    das sind die Sezenen die den dritten Teil echt gerettet haben :)

  • Reply Mein Blog - Extase in Moll » Blog Archiv » john rambo 17. 2. 2008 at 9:47

    […] 16.02.08 um ca 8.30 uhr p.m. begann mein kino abend mit john rambo im weilheimer […]

  • Reply qnr 18. 2. 2008 at 10:46

    Frechheit, der Film. Keine Story, keine Handlung, *nichts*. Wenn man denkt, das doch jetzt endlich mal was passieren könnte… steht John Rambo plötzlich vor irgendeiner Farm im mittleren Westen Amerikas und die Credits fangen an. Nach ungefähr 70 Minuten! Hallo? Ich will meine verschwendete Zeit zurück!

  • Reply Carsten 18. 2. 2008 at 13:28

    Ich hab ihn letzten Freitag gesehen und fand ihn echt klasse. Ticket kaufen, Hirn abgeben, Männerfilm geniessen. Ich war erst auch etwas verärgert wegen der geschnittenen Szenen, aber im Endeffekt wars dann doch nur halb so wild, ist noch einiges an Blut dabei…
    Von mir hätte der Film noch n Sternchen mehr bekommen, ich fühlte mich gut unterhalten.
    Hoffentlich gibts ne DVD-Box mit allen ungeschnittenen Teilen, die landet dann bei mir im Regal.

  • Reply okarola 20. 2. 2008 at 16:37

    ich hab ihn mir gestern abend ungeschnitten angesehen, fand ihn sehr solide bis gut. alles in allem sehr rauh und unschön, keine kino-einstellungen, keine story, oder tiefgründige charakterzeichnungen.also alles wie im echten leben!:)

  • Reply Felix 27. 2. 2008 at 17:31

    ich hab mir den film am 26. angeguckt und fand ihn im großen und ganzen gelungen… von der story ist es was für doofe, da geb ich euch recht;)
    ob die besten szenen rausgeschnitten wurden kann ich nicht beurteilen, aber das was ich gesehen habe war dem eintritt angemessen, man bedenke nur die stellen wo die soldaten das dorf überfallen und die ärmchen fliegen oder der kopfschuss vom scharfschützen bei der rettungsaktion der söldner^^ auch wenn der film nur knappe 70 min dauerte, ziehe ich ein positives fazit. die geschichte wird am ende so abgeschlossen , dass ein weiterer teil in weite ferne rückt (man bedenkete „rambo“ ist ja auch schon über 60). also guckt ihn euch an wenn ihr auf blut steht und über 18 seid :P

  • Reply Anonym 13. 3. 2008 at 17:20

    Tja Leute…..Ich fand den Film geil….und es kommt noch besser: Teil 5 ist auch schon unterwegs…..

    Somit ist die abgerundete Geschichte wohl doch nicht so rund ^^

  • Reply Starlord 23. 3. 2008 at 11:49

    Gorefaktor ist ok
    aber im Deutschen zu geschnitten..
    die Coolste Scene ist die mit der Fliegerbombe… ansonsten, leichte Kost für Splatterfans…

    die RL einschnitte in den Film fand ich allerdings recht heftig…

  • Reply Eisenherz 31. 3. 2008 at 11:43

    Hallo,
    ja ich kann mich auch immer wieder ärgern wenn ich Filme kaufe die gekürzt
    werden. Ich kaufe mir meine DVDs zur Zeit in Spanien, da gibt es diese kürzerei nicht wie hier z.B. Terminator 1, in Deutschland bekommt man nur einen mit ner Freigabe ab 16 J. in Spanien ab
    18 Jahre, so macht DVD schauen spass.
    Bis dann

  • Reply Klaus Gärtner 9. 5. 2008 at 20:01

    BIRMA… muß man mehr sagen?
    Rambo hat nicht übertrieben. Nach der Katastrophe bereichern sich die Militärs an den Toten – und den Hilfsgütern.
    Meine Vorschlag: Luftabwehr lahmlegen. Hilfsgütern und Waffen an die Bevölkerung abwerfen.
    Die Junta muß weg! Egal, ob die Umweltsünderchinesen maulen.

  • Reply Sven Six 9. 6. 2008 at 23:11

    ich persönlich bin absoluter Sly-Fan! Klar ist der Film nicht für sanfte Gemüter mit sensiblen Magen, aber wer Sly mag, wird den Film lieben. Was mich am meisten nervt ist, das der Film in deutschen Kinos geschnitten ist. Man schaut sich den original-Trailer auf Englisch an, freut sich auf die Szenen dann im Kino und???? geschnitten:o/

    Man muss wirklich mal darüber nachdenken, was in Birma im REAL abgeht! alleine der Gedanke macht mich schon stinksauer, das es wirklich solche Militärs gibt, die die Bevölkerung so ermorden! Habe mich vorab informiert, bevor ich ins Kino bin, und dann hat unser John das rausgelassen, wie ich mich fühle:o)

  • Reply Alexander Pretz 26. 6. 2008 at 20:23

    Wir von DVD-Forum.at sind übrigends die ersten die einen Vergleich zwischen Kinofassung und UNCUT Fassung haben.

    Wenn es wem Interressiert zu finden ist der Schnittbericht hier.
    http://www.dvd-forum.at/1040/schnittbericht_detail.htm

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