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Stirb langsam, die Entstehungsgeschichte

Standard, 10. 3. 2008, Renington Steele, 5 Kommentare

Auf spOns „Eines Tages“ gibt es einen schönen Text zur Entstehungsgeschichte von „Die Hard“:

So verschwand „Nothing Lasts Forever“ erstmal in der Schublade und geriet in Vergessenheit – bis Arnold Schwarzenegger 1985 seinen 60-Millionen-Dollar-Hit „Phantom Kommando“ feierte.

Offenbar war hier ein neuer Stern am Actionhimmel aufgegangen. Gab es da nicht noch dieses Buch? Ein einzelner Mann gegen eine Handvoll Terroristen in einem Hochhaus, eine Geschichte wie gemacht für den neuen Darsteller. Der Regisseur, John McTiernan, wurde verpflichtet. Jeb Stuart und Steven de Souza bekamen den Auftrag, die Romanvorlage in ein Drehbuch umzuarbeiten – alles schien seinen Gang zu gehen, bis jemandem auffiel, dass Fox schon wieder vergessen hatte, den Hauptdarsteller zu fragen. Arnold Schwarzenegger hatte keine Lust, auf eine Fortsetzung von „Phantom Kommando“.

Allerdings war die Produktion schon so weit fortgeschritten, dass es kein Zurück mehr gab – also wurde kurzerhand Sylvester Stallone gefragt. Der hatte aber keine Lust, weswegen man sich an die Siebziger-Jahre-Action-Ikone Burt Reynolds erinnerte – die auch ablehnte. Das wiederum war der Grund dafür, dass das Buch schließlich auf dem Tisch von Richard Gere (!) landete. Als der schließlich auch absagte, fiel irgend jemandem diese Fernsehserie mit diesem Typen und dem Model ein. Wie hieß der Mann noch gleich?

Bruce Willis hatte den Vorteil, dass er günstig zu haben war (günstiger als die Anderen zumindest, er bekam fünf Millionen Dollar Gage). Dafür ging allerdings auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemand wegen dem Fernsehschauspieler ins Kino. Die Produzenten Lawrence Gordon und Joel Silver waren sogar so wenig von Willis als Zugpferd überzeugt, dass sein Gesicht auf den ersten Filmplakaten nicht auftauchte.

Auch beim Soundtrack stellten die Macher des Films ihr Improvisationstalent unter Beweis. „Alien“ hatte sich 1979 als Riesenhit entpuppt, so dass Fox 1986 eine Fortsetzung nachlegte. Der Komponist James Horner schrieb die Filmmusik, darunter auch die Melodie, die während des finalen Kampfes zwischen Ripley und der Alienmutter losschmettern sollte. Doch Regisseur James Cameron entschied, in der entscheidenden Szene lieber auf Musik zu verzichten. Aber wenn der Songschnipsel schon mal da war, könnte man ihn ja auch einfach in „Stirb Langsam“ einbauen. Schließlich war er schon bezahlt.

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5 Kommentare

  • Reply Jott 10. 3. 2008 at 12:02

    Kann sich irgendjemand Frankieboy in der Hauptrolle vorstellen?

    „Fly me to the Moon, Motherfucker!“

  • Reply suicide 10. 3. 2008 at 19:21

    Wenn ich mich noch recht erinnere, ist Sly heute der Meinung, dass es ein großer Fehler war die Rolle abzulehnen.
    Da gab es doch mal eine Interview Reihe zum Start von Rocky 6 bei Ain’t it cool news, wo er „ehrliche Antworten“ gab. Da war das glaube ich dabei.

  • Reply SpielerZwei 11. 3. 2008 at 8:25

    Solche Geschichten sind immer ganz witzig. Das gibt es ja zu sehr vielen Kino-Hits. Wenn ich nur daran denke, wie damals die Presse reagierte, als Carpenter und Hill einen ehemaligen Kinderstar für die Hauptrolle in EFNY besetzten…

  • Reply F5 — Die grässlichsten Filmplakate 12. 3. 2008 at 1:57

    […] Stirb langsam, die Entstehungsgeschichte […]

  • Reply ph0 3. 1. 2012 at 11:45

    „Leider zog der Film drei wahnsinnig schlechte Fortsetzungen nach sich, die in der Reihenfolge der Sequels immer schlimmer wurden.“ ?!

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