“You don’t want to get into that stuff…”
Originaltitel: Walk Hard: The Dewey Cox Story
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Jake Kasdan
Darsteller: John C. Reilly, Justin Long, Jenna Fischer, Paul Rudd, Jack Black, Jason Schwartzman, David Krumholtz





Dewey Cox (John C. Reilly ist ein Musikstar und er hatte es nie leicht. Als Kind tötete er versehentlich seinen Bruder beim Spielen, sein Vater verachtete ihn deswegen und schon früh lernte er seine Trauer im Blues zu verarbeiten. Und im Bebop. Und Rock’n'Roll. Und Folk. Und in der Beatmusik. Achja und im Discosound… Am Abend der Verleihung seines Lifetime Achievement Awards hält Cox Rückschau auf sein bewegtes Leben und mehr als 60 Jahre Musik-Geschichte. Erinnert sich an Erlebnisse mit Elvis und dem Buddy Holly, Patrick Duffy und den Beatles und vor allem: Vielen Frauen und vielen Drogen.
Es gibt wenig was man dieser fiktiven Biopic, das dicht auf den Spuren von “Walk the Line” wandelt vorwerfen kann. Top besetzt und mit viel Liebe zum Detail ausgestattet, schafft es der Film, viel Sympathie für die fiktive Musikerlegende Dewey Cox aufzubauen. Die Gaststars geben sich die Klinke in die Hand, oft nur in Minirollen sind Leute wie Jack Black oder Justin Long zu sehen – viele Gags, sind genau wie die eingängige Musik sehr charmant. Überhaupt ist die Musik einer der großen Stärken des Films, denn hier wurde nicht simpel abgekupfert sondern solide und mit viel Gespür für die verschiedenen Epochen arrangiert und komponiert. Musikalisch muß sich der Film nicht hinter einem Klassiker wie der Beatles Mockumentary “The Rutles – All you need is cash” verstecken.
Daß es trotzdem nicht für mehr Punkte reicht, liegt daran, daß man trotz dem offensichtlichen Spaß den alle Beteiligten am Projekt wohl hatten, irgendwann das Gefühl bekommt, einen Saturday Night Live-Sketch zu sehen, der einfach immer weiter geht. Sicher er hat witzige Momente und eigentlich ist nichts wirklich schlecht. Es ist nur viel zu viel und während man sich beim ersten Drogen-Gag noch amüsiert, wird die zwanzigste Wiederholung irgendwann einfach langweilig. Wobei man zugeben muß, das er das erste mal wirklich witzig ist. Dewey überrascht seinen Bandkollegen beim Kiffen, was zu folgenden Dialog führt:
Sam: Get outta here, Dewey!
Dewey: What are y’all doin’ in here?
Sam: We’re smoking reefer and you don’t want no part of this shit.
Dewey: You’re smoking *reefers*?
Sam: Yeah, ‘course we are; can’t you smell it?
Dewey: No, Sam. I can’t.
Groupie: Come on, Dewey! Join the party!
Sam: No, Dewey, you don’t want this. Get outta here!
Dewey: You know what, I don’t want no hangover. I can’t get no hangover.
Sam: It doesn’t give you a hangover!
Dewey: Wha-I get addicted to it or something?
Sam: It’s not habit-forming!
Dewey: Oh, okay… well, I don’t know… I don’t want to overdose on it.
Sam: You can’t OD on it!
Dewey: It’s not gonna make me wanna have sex, is it?
Sam: It makes sex even better!
Dewey: Sounds kind of expensive.
Sam: It’s the cheapest drug there is.
Dewey: Hmm.
Sam: You don’t want it!
Dewey: I think I kinda want it.
Leider wird dieser gute Gag über die volle Laufzeit langsam totgeritten, genau wie die drei anderen Gags des Films: Er kann nicht riechen und sein Vater wünscht sich er wäre gestorben, anstatt seines Bruders. Das macht den Film nicht schlecht nur zerdehnt und irgendwann auch ein wenig belanglos. So klasse und detailgetreu das Zeitkolorit auch getroffen wird, nichts von all dem ist wirklich neu oder originell. Zudem fehlt der improvisierte Witz der die Filme von Christopher Guest wie “Waiting for Guffman”, “Best in Show” oder den Klassiker “This is Spinal Tap” so witzig machte. Walk Hard ist eben ein Spielfilm und deswegen fehlen all jene peinlichen Pausen und entlarvenden Momente, die die besten Mockumentarys auszeichnen. Irgendwann stellt sich ein bißchen das Gefühl ein, daß man auch kurz aufs Klo könnte ohne eine entscheidende Wendung in Deweys Leben verpasst zu haben.
Was der Film bietet ist endlich eine Plattform für den meist in Nebenrollen brillierenden John C. Reilly zu bieten, der sich hier als Multi-Popstar gekonnt durch alle Stile und Höhen und Tiefen spielt. Der Humor ist insgesamt etwas derber als in den anderen neueren Produktionen von Drehbuchautor und Produzent Jude Apatow, hält aber dennoch ein gewisses Nveau, daß ihn davor bewahrt in die Bereiche der Fäkalcomedy abzurutschen.
Walk Hard ist ein liebenswert, knuffiger Streifen, der das Genre und die Musik viel zu gerne mag um wirklich böse zu sein, er hat viele nette Ideen, die sich letztlich aber auch ohne Verlust in einem 10min Kurfilm unterbringen ließen. Das ist nicht schlecht, aber doch ein bißchen schade und wenig für einen Kinoabend. Aber genau das richtige für nen Sonntagnachmittag auf dem Sofa.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- März 25th, 2008 •
- 6 Kommentare
- Schlagwörter: WalkHard


















Kann ich dir im großen und ganzen Zustimmen. Ich hab den Film vor ein paar Wochen in der Sneak gesehen. Am Anfang fand ich die Gags noch wirklich lustig, aber nach der gefühlt 20ten Wiederholung war es wirklich öde und ich hab nurnoch überlegt wann der Film wohl endlich zu ende ist.
Kommentar #1 von Thomas am 26.03.2008 um 18:15 Uhr
Aber Junge wie willst du denn spielen ohne Geruchssinn? Das macht nichts Mutter ich spiele nach Gehör!!!
Ich habe diesen Film auch in der Sneak gesehen und fand ihn das beste was ich wohl seit langer zeit dort aufgetischt bekommen habe!
Die Dialoge sind einfach zum schreien!
Kommentar #2 von basti am 11.04.2008 um 12:25 Uhr
der film war sowas von scheiße. ich konnte ihm nichts abgewinnen und war total gelangweilt weil man schon erahnen konnte, wie er verläuft, wenn man Walk The Line gesehen hatte. Die “Witze” waren überaus flach und ich hab wohl öfter den Kopf geschüttelt als geschmunzelt.
Kommentar #3 von jan am 12.06.2008 um 23:31 Uhr
Ich fand ja gerade die Running Gags geil. Vor allem der Spruch “The ‘rong kid died!” mit dieser witzigen Betonung und dem Südstaatenakzent. Im Zeitalter von so einem Mist wie “Meet the Spartans” endlich mal wieder eine Paraodie, die keinen Kopfschuss von der nackten Kanone verdient hätte.
Kommentar #4 von Cineast am 30.06.2008 um 11:21 Uhr
Geniale Musik! Ohne Witz, ich hab’ mir den OST fürs Auto zugelegt!
Kommentar #5 von harald am 13.08.2009 um 21:26 Uhr
Genial!!
Einfach nur geil der Film, unbedingt anschauen!
Kommentar #6 von Will am 26.05.2010 um 22:28 Uhr