Yeah. I can fly.
Originaltitel: Iron Man
Herstellungsland: USA 2008
Regie: John Favreau
Darsteller: Robert Downey Jr, Jeff Bridges, Gwyneth Paltrow, Terrence Howard




Renington




Batzman
Tony Stark, amerikanischer Multimilliardär und Waffenindustrieller, präsentiert in Afghanistan seine neueste Massenvernichtungswaffe und wird prompt von Terroristen gefangengenommen. Statt deren Forderung nach einem Nachbau der Waffe nachzukommen, bastelt er sich lieber eine großen eisernen Kampfanzug, mit dessen Hilfe er nach einem feurigen Kampf mit den Terroristen in die Wüste entkommen kann, wo er schließlich gerettet wird.
Zurück in der Heimat hat der vom Saulus zum Paulus geläuterte Stark keine Lust mehr, Waffen zu bauen, die dann wieder fiesen Buben in die Hände fallen, die dann unschuldige Menschen damit gängeln. Also versucht er, seine Firma einzustampfen, woran er von seinem Geschäftspartner Obadiah Stane für Unzurechnungsfähig erklärt wird. Also baut sich der gute alte Tony einen neuen Kampfanzug, fliegt ins terrorisierte Dorf und macht die Terroristen platt. Und die von Stark Industries gebauten Waffen gleich mit. Stane baut derweil eine Version der ersten Rüstung von Stark, den Iron Monger. Und weil er Tony mittlerweile gar nicht mehr leiden kann, kommt es am Ende zum Duell der Eisenmänner.
Kommen wir erstmal zu alldem, was „Iron Man“ richtig macht:
1.) Robert Downey Jr. ist die Idealbesetzung für Tony Stark. Er spielt den erst zynischen, dann geläuterten Milliardär mit einer Spielfreude, die schlichtweg umhaut, seine pointierten „Dialoge“ mit seinen Computern und Robotern sind klasse. Für mich schon jetzt die Besetzung des Jahres.
2.) Der Film ist der Geek-Film schlechthin. Ich meine: ein Typ, der in seiner (zugegeben: sehr, sehr großen) Garage mit der Hilfe von Cutting-Edge-3D-Technologie Eisen-Rüstungen mit Raketenschuhen zusammenbaut und dabei mit seinen Robotern redet? Geht es noch viel großartiger?
3.) Die kompletten ersten zwei Drittel des Films sind ein einziges Popcorn-Fest und ein grandioser Kick-Ass-Film für den Zwölfjährigen in uns allen. Die Effekte sind eine Wucht, der Film startet mit AC/DC, die Flugtests mit der Rüstung sind gnadenlos witzig, Robert Downey Jr. verprüht einen tollen, trockenen Humor und bis dahin hatte der Film von mir 4.5 Sterne, weil er bis dahin ein sehr, sehr unterhaltsamer, spannender, grandios anzuschauender, fucking Blockbuster war.
„Iron Man“ ist natürlich „nur“ ein Sommer-Popcorn-Film, bietet keine tiefgründige Charakterzeichnung, die Story bietet keine besonderen Überraschungen, die Quoten-Frau bleibt aufs Hübschsein reduziert. All das scheint Regisseur John Favreau absolut klar zu sein und er begeht nicht den Fehler, dem Film irgendeinen komischen Subtext oder Tiefe verpassen zu wollen, sondern er begnügt sich mit dem, was Action-Blockbuster am besten können: Arschtreten. Und was dabei herausgekommen ist, macht ganz einfach Spaß und hat „Hellboy“ die Krone als beste Comic-Verfilmung fast streitig gemacht. Aber nur fast.
Denn leider: irgendwie hat mich das Finale nicht besonders überzeugt, kann aber auch nicht wirklich festmachen, woran das lag. Der Iron Monger ist sehr beeindruckend, wenn er aus dem Boden herausbricht oder wie ein Space Shuttle abhebt. Nur war mir die Roboter-Klopperei gegen Ende zu eindimensional und auch zu kurz, bot nichts, was man nicht bereits gesehen hatte, war auf eine seltsame Weise zu unspektakulär gemessen am Rest des Films.
Das soll aber meinen generell sehr guten Eindruck vom Film nicht wirklich schmälern: „Iron Man“ ist für mich die bislang beste Film-Umsetzung aus dem Hause Marvel und genau der Robot-Kickass-Film, der Transformers sein wollte.
Batzman meint:
Nach Ewigkeiten mal wieder ein Comicfilm für Erwachsene und für Männer.
Keine Jammerlappen-Selbstfindungsheulereien wie bei Spider-Man, kein Romantik-Liebesdrama-Mist wie bei Superman.
Robert Downey Jr. ist Tony Stark und er trägt den Film durch seine Präsenz fast alleine. Der Humor bleibt immer knapp und trocken, es werden kleine satirische Seitenhibe gegen das Militär und die Rüstungsindustrie verteilt, ohne das der Film sich dabei Inhaltsschwer oder superwichtig nimmt.
Ein Kritiker aus den Staaten meinte, dies könnte der erste Film sein, der besser sei als seine Vorlage, was ich gern glaube, denn ganze ehrlich: Bei genauerer Betrachtung sind viele Marvel-Hero-Origins ziemlich bescheuert und die viel gelobten Dialoge von Stan Lee können einem bisweilen echt die Schuhe ausziehen.
Den Machern scheint selbst die Dämlichkeit der Prämisse Iron Mans klar zu sein, denn die dämliche Idee vom Elektromagneten der irgendwelche Splitter vom Herz fernhält, wird ein ums andere Mal genüßlich lächerlich gemacht. Das passt zum grimmigen Tongue-in-Cheek-Style den der geamte Film durchhält.
Jeff Bridges ist als Bösewicht fast nicht wiederzuerkennen und gibt einen angemessenen Schurken, dem man seine Boshaftigkeit vom ersten Moment ansieht. Die Tricks und Actionszenen sind souverän umgesetzt: So schick, knapp und auf den Punkt können kämpfende Riesenroboterfiguren aussehen, wenn man die Kamera mal still hält und tatsächlich zeigt was passiert. Und obendrein gibts auch keinen Pipikakahumor. Take this Michael Bay.
Gwyneth Paltrow passt ebenfalls als unterkühltes Love Interest, bei dem die romantischen Szenen Gott sei Dank auf ein Minimum beschränkt und mit der nötigen ironischen Distanz betrachtet werden. Überhaupt wohluend wie sehr der FIlm auf Schmier und Schmalz verzichtet. Iron Man ist ein Actionfilm mit genug Hirn und Brutalität um die Abgründe der Fantastischen Vier, Supermans und Spieder-Mans hinter sich zu lassen. Ein Superheld, der zwar dumme Fehler begeht und weit davon entfernt ist perfekt zu sein, der aber nicht dauernd mit seinem Schicksal hadert und jammernd zu seiner Tante rennt, wenns mal nicht nach seinem Willen geht. Selbst das obligatorische Stan Lee-Cameo macht diesmal Spaß. genau wie der Rest, soviel Spaß das auch kleinere dramaturgische Durchhänger in der Mitte nichts am positiven Gesamteindruck ändern können.
Iron Man, ich mag dich :) Und das sagt jemand dem die Comics am Arsch vorbei gehen.
Einziges Manko mal wieder: Die brachiale und penetrante Werbung im Film. Stark guckt auf seine Bulgari Uhr, isst einen Burger King Burger, fährt Audi und Audi und Audi….usw usf… Leute das nervt! Und erzeugt eher Hass für die Produkte die einem da so plump reingewürgt werden.
P.S.: Unbedingt bis nach dem Abspann sitzenbleiben. Ich werde hier keine Spoiler verbreiten, vor allem, da ein Sequel bereits geplant ist. Ich sage aber soviel: Samuel Jackson.
[update] Nur falls sich jemand spoilern lassen will: bei mir in den Comments steht, was nach dem Abspann passiert.
- Renington Steele •
- Mai 3rd, 2008 •
- 39 Kommentare










































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