Den ganz großen Hype haben die X-Files zugegeben hinter sich, aber dennoch: Die Serie hat in den 90ern neue Maßstäbe in Punkto Originalität, Komplexität, Witz und Spannung gesetzt. Auch wenn man sich im eigenen Mysterygespinst irgendwann verhedderte und die letzten paar Staffeln nicht unbedingt zu den Sternstunden der X-Akten gehören. Ich hab mir neulich die Serie auf DVD besorgt, weil sie sehr günstig zu haben waren (wer kann bei 12€ pro Stafffel schon nein sagen?) und konnte dadurch erfolgreich meine alte Begeisterung für Mulder, Scully, Skinner, den Cigarette Smoking Man und die Lone Gunmen neu entfachen.
Ich mag Duchovny und Gillian Anderson und freue mich auf den neuen Film, auch wenn er wohl kaum – wie im Trailer behauptet – das Event des Sommers werden wird. Muß er ja auch nicht. Es reicht ein spannendes und witziges Wiedersehen mit alten Freunden und die Ankündigung, dass man den verschwurbelten Mytharc der Serie diesmal außen vor lässt und eine eigenständige Handlung erzählen möchte, klingt vielversprechend.
Weniger gut klingt dagegen, dass sich FOX aus peinlichem Pfenniggefuchse kurzerhand entschlossen hat Mulder diesmal nicht von seiner legendären Stammstimme Benjamin Völz, sondern von Ben Affleck- Sprecher Johannes Berenz sprechen zu lassen. Auch wenn ich mittlerweile fast nur noch O-Ton schaue, regt mich das unglaublich auf. Denn bei allen Vorbehalten gegen Synchros: Völz passt zu Mulder wie Faust aufs Auge. Er ist toll, er brachte genau die richtige Mischung aus Ironie, Bessenheit und Coolness mit, die Duchovny auch im Original auszeichnen. Auch wenn ich mir Scullys Stimme, Frau Pigulla mittlerweile durch 100 Jahre Galileo und n-tv etwas übergehört habe: Die Synchro von Akte X war im großen und ganzen sehr gelungen und hat wirklich passende Stimmen ausgesucht. Völz, der wie im harten Synchronbusiness üblich, ansonsten für eine komplette Synchro nur rund 4.000 Euro bekommt und bei Zweitverwertungen gänzlich außen vor bleibt, hatte für den Film 20.000€ gefordert. Klingt viel, ist aber gemessen an dem was für Gagen ansonsten im Filmgeschäft gezahlt werden nicht so größenwahnsinnig wie man spontan vermuten möchte. Immerhin hat Völz den deutschen Mulder mindestens ebenso geprägt wie Randolf Kronenberg Eddie Murphy oder Thomas Danneberg Schwarzenegger, John Cleese und Stallone. Oder noch treffender so wie Wolfgang Draeger Woody Allen. Völz gehört zu Fox und grade bei einem X-Files-Film aus Geiz auf einen billigeren Sprecher zurückzugreifen ist ein Schlag ins Gesicht aller Fans und der Kinogänger, die nicht auf die Originalfassung ausweichen können oder wollen.
Es ist ein dickes FICKT EUCH!, an jeden zahlenden Zuschauer, der sich freut seine Fernsehhelden mal wieder auf großer Leinwand erleben zu können und deutliches Zeichen dafür, wieviel Respekt man dem Publikum oftmals doch entgegenbringt.
Aber wie ich euch kenne liebe Verleiher, sind am Ende wieder böse Raubkopierer schuld, wenn ihr Synchros von Blockbustern zum schändlichen Dumpingpreis machen lasst.
Wobei für “lustige” Soapstars, für Otto oder Hape, die irgendeinen aktuellen Animationsfilm versauen ist komischerweise immer Geld da.
Shame on you, Fox. Ihr habt Fox gefickt und das nehme ich euch übel!
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juli 9th, 2008 •
- 43 Kommentare










































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