- Es gibt keine Zufälle.
Herstellunsland: USA 2008
Regie: Mark Osborne, John Stevenson
Darsteller: Jack Black/Hape Kerkeling, Lucy Liu/Cosma Shiva Hagen, David Cross/Ralf Schmitz





Po ist ein Panda, der im Nudelimbiss seines Vaters arbeitet. Das Dorf in dem er lebt liegt am Fusse eines Bergs, auf dessen Spitze der Tempel steht, in dem die besten Kung Fu Kämpfer des Landes ausgebildet werden. Po wäre auch gerne ein Kung Fu Kämpfer, aber seine Figur ist nicht gerade sportlich und wenn er nach einem seiner Kung Fu Träume aufwacht, dann kommt er nur schwer wieder auf die Beine. Also eine denkbar schlechte Vorraussetzung um Kampfsport zu betreiben.
Die grössten Kämpfer des Tempels sind die furiosen Fünf. Eines Tages hat der Älteste des Tempels, Meister Oogway, die Vision das der gefährlichste Kämpfer, der jemals den Tempel verlassen hat, Tai Lung, aus seinem Gefängnis ausbricht und in den Tempel zurückkehrt um Rache zu nehmen und die geheinisvolle Drachenrolle an sich zu nehmen auf der ein altes Kampfgeheimnis geschrieben stehen soll, mit dem man der mächtigste Kämpfer der Welt wird. Es wird ein Turnier veranstaltet um den einen “Drachenkämpfer” zu bestimmen, der in der Lage ist den Kampf gegen Tai Lung aufzunehmen. Überraschenderweise fällt die Wahl nicht auf einen der üblichen Verdächtigen der Fünfertruppe, sondern auf Po. Das verwirrt die furious Five und ihren Meister Shifu ebenso wie Po selbst. Aber schon bald erkennt er, das er sich dem Kampf stellen muss. Denn er ist eben der Auserwählte. Und auch Shifu erkennt, nach anfänglicher Skepsis, das in Po mehr steckt als der träge dicke Panda, den jeder sieht…
Ich gebe gerne zu: Ich hab mir nen Ast gefreut, als ich schon die Vorschau zu sehen bekam. Die Stimmgewalt von Jack Black macht ja schon auf CD einen Riesenspass (vgl. Tenacious D-Discographie), da muss das ja für einen Animationsfilm perfekt sein. Nun habe ich ihn mit meiner Tochter synchronisiert gesehen. Hape Kerkeling spricht Jack Black. Das hat mich im Vorfeld etwas stutzig gemacht. So lustig ich Kerkeling auch finde: Ich würde ihn nie als Equvalent zu Black sehen. Umso erfreuter muss ich mich von meinem Vorurteil trennen. Denn Kerkeling macht eine absolut grossartige Figur. Ich bin ja eh immer schlecht im Stimmenerkennen. Hätte ich nicht gewusst, das da Kerkeling spricht, ich hätte es nichtmal geahnt. Er schafft es seine Stimme so unaufdringlich einzusetzen, das es immer genau passt, sogar hier und da etwas Jack-Black-iges hat und einen niemals an den lustigen Mann aus dem TV erinnert. SO geht hervorragende Synchronisation. Natürlich gehen ein paar Wortspiele aus dem Original verloren – so what? Das waren jetzt keine Gags, die dem Film eine besondere Note verliehen hätten. Zum Beispiel als Oogway mit Po spricht, da sagt er ihm:
“Yesterday is history, tomorrow is a mystery, but today is a gift. That is why it is called the present.”
Der Witz konnte nicht gerettet werden, in der deutschen Fassung sagt Oogway sowas wie:
“Gestern ist gewesen, Morgen kannst du nicht wissen, aber heute ist die Gegenwart. Das ist was zählt.”
Ok. Witz weg. Na und? So wichtig war der auch nicht.
Die Animationen sind wundervoll geschmeidig. Die Titelsequenz, der Traum in dem Po ein grosser Kung Fu Star ist, ist wirklich sehr schön in so einem Kill-Bill-artigen Mangastyle animiert. Als er aufwacht blendet das Bild über in die “normale” Animation und ruft zuerst eine wohlige Verwirrung hervor: Denn gerade eben wusste ich doch das es animiert war und auch wenn ich weiss das es jetzt immernoch animiert ist, denke ich doch im ersten Moment: Ah, jetzt sehe ich das reale Bild! Und verwechsel es mit der Animation. Also, so ein schöner Hirntwist, wenn ihr versteht worauf ich hinaus will. Das hält natürlich nicht lange an, aber hat mich schon genug beeindruckt um es zu erwähnen. Grosse Idee! Das Charakterdesign geht mehr als klar. Die Figuren sind überhöht, wer niedlich aussehen soll, den wünscht man sich sofort als Kuscheltier, wer böse rüberkommen soll, hinterlässt Alptraumabdrücke auf der Leinwand.
Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick so dünn wie “Bruce Lee fights back from the Grave”: Panda träumt Kämpfer zu werden. Kriegt seine Chance. Glaubt nicht an sich. Ist die letzte Hoffnung. Glaubt dann doch an sich. Ende. Ich hoffe ich habe nicht zu sehr gespoilert…:)
Aber was man hier kriegt ist ein astreiner Kung Fu Film, nur mit interessanteren Figuren als Seagal und Konsorten. Es gibt eine Menge Kampfszenen zu sehen, die allesamt hervorragend choreografiert sind und natürlich mit den ganzen modernen Methoden spielen, die Kung Fu Filme heutzutage beinhalten (sogenannte Rampen, also Zeitabläufe in der laufenden Szenen verlangsamen, um das Geschehen detaillierter zu zeigen) mit dem grossen Plus, das sie, weil sie eben animiert sind, physikalische Gesetze noch weiter ausser Kraft setzen können, als Realfilme dazu im Stande sind. Es gibt die typischen Lähmungsschlagkombos, den einen mysteriösen Griff (in diesem Fall “Der Wuxi-Finger-Griff”) und die obligatorische geheime Schriftrolle, deren Inhalt zwar relativ vorhersehbar ist, die als “heiliger Gral” aber dennoch bestens funktioniert.
Man hat in dem Film eigentlich relativ wenig falsch gemacht, das ist vielleicht das einzige was man ihm vorwerfen kann. Man hat den Grundstein für cooles Merchandise, der Titelsong drängt sich auf (ein etwas zu glattes Remake von Carl Douglas “Kung fu fighting”) und wenn es zu dem Film kein Sequel geben wird, dann ernähre ich mich nur noch von Nudelsuppe. Aber ich bin jemand der dann gerne sagt: Hey! Kinder haben coole Filme verdient! Und das hier ist definitiv einer. Das allein ist den Film schon wert. Natürlich neben dem angenehmen Aspekt, das man als Erwachsener an dem Teil auch seinen Spass hat und auf seine Kosten kommt, vorrausgesetzt man mag coole Kampfaction. Also, ich würde mir den auch alleine in einer Abendvorstellung ansehen. Und die DVD muss ich eh haben.
- Nilz N Burger •
- Juli 18th, 2008 •
- 18 Kommentare









































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