Und dann steckte er die Hand nochmal in die Wunde. Das war witzig.
Originaltitel: In the Valley of Elah
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Paul Haggis
Darsteller: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon






Im Tal von Elah
Drehbuch und Regie Paul Haggis (L.A. Crash)?
Ok, einpacken bitte!
Als der Soldat Mike Deerfield sich nicht auf seinem Stützpunkt meldet, ruft der Stützpunkt bei den Eltern an. Vater Hank Deerfield (Tommy Lee Jones), ein ehemaliger Militärpolizist wie aus dem Bilderbuch, macht sich sofort auf dem Weg, um sich auf die Suche nach seinem Sohn zu machen. Bei den Ermittlungen bekommt er Hilfe von der Polizistin Emily Sanders (Charlize Theron).
Als die verstümmelten und verbrannten Überreste von Mike gefunden werden und sein Handy nach und nach Fotos und Videos aus dem Irak offenbart, die an dem Bild des Krieges und seinen Soldaten rüttelt – wie das Militär es gerne sieht – bekommt der Film endlich den Anstoß, der ihn in die richtige Richtung schubst.
Was sich nämlich bis hierhin wie eine langweilige, vorhersehbare Zeitverschwendung anhört, entpuppt sich als kleiner Bruder von L.A. Crash, der mich mit seiner ruhigen Atmosphäre und vielschichtigen Geschichte, die mehr als einfach nur eine stumpfe Anti-Rassismus-Keule war, sofort packte. “Im Tal von Elah” schafft es zwar bei weitem nicht an “L.A. Crash” zu kommen, aber wenn man sich auf den Film auch nur ein kleines bisschen einlässt, überschüttet es einen mit diesem wohligen “Oh Mann, bin ich froh, dass ich Zivi gemacht habe”-Melanchonie.
Ich kann nur schwer sagen, warum der Film nur 3,5 Sterne bekommt. Eigentlich gibt es nicht wirklich viel auszusetzen und ich würde ihn definitiv jedem empfehlen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele Menschen gibt, die diesem Film mehr Sterne geben würden. Eigentlich eine bescheuerte Vorstellung mich dem anzuschließen, aber irgendetwas in mir sträubt sich. Vielleicht ist es die Frage, die man sich ein oder zwei Mal stellt: “Ähem.. Schon verstanden, aber könnte man jetzt weitermachen?”, oder Tommy Lee Jones, der das tut, was er am Besten kann (und passend zu dem Charakter tun sollte): Hölzern schauen.
Es ist eben einer dieser Filme, bei denen man versteht, wenn der eine oder andere “Laaaaangweilig” gähnen würde. Man selber sieht es anders, aber es ist eben völlig ok, wenn man so abgebrüht ist über den Dingen steht, dass der Film einem nicht zu denken gibt.
Kurz: Wer Von Löwen und Lämmern und “Jarhead”mochte, wird sich nicht über einen Abend mit Tommy Lee Jones ärgern.
- Mal Sehen •
- Juli 22nd, 2008 •
- 9 Kommentare
- Schlagwörter: Paul Haggis, Tommy Lee Jones, War


















Ein super Film!!
4 Sterne!!
Kommentar #1 von Claas am 22.07.2008 um 01:53 Uhr
ich mochte den Film sehr. gerade diese hölzerne Art und Versteiftheit von Tommy Lee Jones, passt zu dieser Rolle doch irgendwie. Kein Hammer aber trotzdem ein wirklich guter Film.
4 Sterne!!
Kommentar #2 von herr m. am 22.07.2008 um 08:15 Uhr
>”aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele Menschen gibt,
> die diesem Film mehr Sterne geben würden”
Also von mir hat er sieben Sterne bekommen – aber meine Skala geht ja auch bis 10 :)
Elah reicht in der Tat nicht an die Klasse von L.A. Crash heran, und auch ich kann mir gut vorstellen, dass der Film für viele Leute schlicht langweilig ist. Die sehr allgemeine “Krieg ist böse” Aussage ist auch nicht wirklich originell, aber alleine die Tatsache, dass Haggis zum Schluß das Sakrileg begeht, die amerikanische Flagge auf den Kopf zu stellen, gibt schon mal einen Bonuspunkt für mutige Inszenierung.
Kommentar #3 von Enk am 22.07.2008 um 11:06 Uhr
Das ist ja kein Sakrileg, sondern das internationale Zeichen von (wie drückte er sich im Film aus?) “Wir sind am Arsch! Wir brauchen Hilfe und jemanden der uns aus der Scheiße zieht.”
Kommentar #4 von Mal Sehen am 22.07.2008 um 11:55 Uhr
Sehr guter Film. 4 Sterne.
Kommentar #5 von Joern am 22.07.2008 um 14:07 Uhr
Wäre es nicht sinnvoller, hinge die Flagge auf dem Cover anders herum?
Kommentar #6 von David am 22.07.2008 um 16:38 Uhr
Konsequenter wäre es, sähe jedoch vielleicht doch etwas zu hart aus. Und vielleicht sollte der Schluß nicht vorweg genommen werden.
Kommentar #7 von sven am 22.07.2008 um 17:16 Uhr
Der Film ist sogar richtig gut! Hab ihn im original gesehen und da merzt die coole Stimme vom Tommy seine Art zu schauspielern komplett aus.
Sehr empfehlenswert bei der DVD mal auf englisch umzuschalten.
Kommentar #8 von Champagner am 23.07.2008 um 10:54 Uhr
Wirklich gut am Film ist das Geständnis. Bei solchen Szenen – gibts ja auch in anderen Filmen mit Kriegsthematik – frage ich mich immer, wieviel der Soldaten, die so richtig in der Kriegsscheisse waren und zurückkommen, dann wirklich so vollkommen abgefuckt sind; oder ob das einfach Ausnahmen sind und immer für irgendwelche – wenn auch guten – Filme herhalten müssen.
Die Flagge am Ende fand ich eher zu plakativ, der Film selbst hat ja vorher schon genug klargemacht, dass da irgendwas falsch läuft. Und damit isser halt ein Ja-Sager-Film zur aktuellen Stimmung in den USA, wir in Europa findens auch ganz toll, nuja. 3.5 Punkte find ich recht treffend.
Kommentar #9 von chris am 25.07.2008 um 17:13 Uhr