
Die Süddeutsche schreibt über das Drehbuch zu Tarantinos „Inglorious Bastards“, das sie wahrscheinlich nicht selbst gelesen haben, dafür aber den Artikel im NYMagazine, aber das ist ja eigentlich völlig wurscht. Wenn ich mir die Details zum Drehbuch so durchlese, dann muss ich den NYMag nur zustimmen: das liest sich wie Kill Bill meets Dirty Dozen meets Cinema Paradiso (!) und wird wahrscheinlich (so wie immer) ganz, ganz wunderbar. Ich meine, hey, skalpierte Nazis… das hat was.
Großaufnahme eines toten deutschen Soldaten. Ein langes Messer kommt ins Bild und fängt an, am Haaransatz entlangzuschneiden. “Diese Prozedur”, heißt es lapidar, “nennt man Skalpieren.”
Hundert deutsche Skalps am Gürtel, das fordert Lieutenant Aldo Raine von jedem seiner acht Bastarde. Er ist ein “Hillbilly aus den Bergen von Tennessee”, schreibt Tarantino, mit einer Narbe um den Hals, die von einem Henkerseil herrührt, die Deutschen nennen ihn “Aldo den Apachen”.
Das ist also Brad Pitt. Seine Bastarde sind Juden, sie haben eine sehr persönliche Motivation für ihre Taten – einer stammt sogar aus Österreich und spricht sehr gut Deutsch. Und dann ist da noch der deutsche, leicht psychotische Unteroffizier Hugo Stiglitz, der wohl im Affekt dreizehn Gestapo-Offiziere getötet hat und von den Bastarden aus seinem Gefangenentransport befreit wurde: “We’re a big fan of your work. . .”
Natürlich bestätigt das zunächst alles, was einem bei der Kombination von “Tarantino” und “Kriegsfilm” so einfällt – die Überraschung aber ist, dass die Geschichte bald völlig andere Wendungen nimmt.
Und noch was: liebe Süddeutsche. Ich weiß ja, ich stelle meinen Kram unter einer CC-Lizenz ins Netz, so zum Beispiel auch obiger Ausschnitt eines Filmposters von „Dirty Dozen“, in dem ich Lee Marvins Gesicht in Photoshop mit dem von Quentin Tarantino ersetzt habe. Das war im März 2007. Ihr könnt das gerne benutzen, nur nennt den Urheber dann bitte richtig.
Neuer Tarantino-Film: Eine Prozedur namens Skalpieren


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naja, die werden das Bild wohl, wie angemerkt, bei nightly.net/movies/download-qu...
entnommen haben. Da hätte ich als Süddeutsche auch so meine Probleme den Urheber herauszufinden. Zumal bei nightly anscheinend nicht vermerkt ist, woher das Bildchen kommt ;)
eieiei, ich freu mich ein bein ab.
btw.. tolle grafik, süddeutsche :D
In der Printausgabe war das Bild leider nicht. :)
Ich denke auch das man der SZ fast keinen Vorwurf machen kann, den richtigen Urheber anzugeben ;)
aber nightly.
Hmm, Tarantino soll lieber wieder einen Film in der Art wie Jackie Brown machen… der ganze Splatterscheiß immer, irgendwann ist’s dann auch mal gut. Irgendwie.
Wieso hat er denn den Titel im Drehbuch falsch geschrieben? Macht er das immer, oder wie?
Naja, das Internet war ja schon vor Wochen voll mit Artikeln über das Script. Ich hab das Gefühl 80% der Leute, die den Film am ersten Tag sehen werden kennen den gesamten Plot eh schon. Ich versteh nicht ganz, warum sich jeder das script durchlesen muss aber bitte…
Zum Thema print vs online… Bei collider.com wird schon seit geraumer Zeit nicht mehr zur Variety-Seite verlinkt, da immer öfter irgendwelche Newsstories, die sich die Online-fanboy-Schreiberlinge fleißig erarbeitet hatten, ein paar Tage später ohne Verweis auf die online-Seiten in der Variety auftauchten.
@mærts
Dass ich das noch erleben darf, jemand der Jackie Brown nicht für den schlechtesten Tarantinofilm hält.
Ich liebe diesen Film.
Aber ich mag auch die anderen Tarantinofilme und werde wohl auch die BastErds mögen xD
>jemand der Jackie Brown nicht für den schlechtesten Tarantinofilm hält.
Tarantino hat bislang praktisch noch keinen schlechten Film gedreht und das sage ich jetzt nicht alleine aus der Fanboy-Perspektive. Jackie Brown ist tatsächlich ein ungewöhnlicher Tarantino und genau deshalb gut, er konnte nach Pulp Fiction nichts besseres abliefern, als diese Huldigung an ausdehnende Handlung und alternde Schauspieler. Was bei Tarantinos Filme vor allen Dingen ausmacht, ist die absolute Liebe zum Kino, das merkt man bei jedem einzelnen Film.
Ich tu’ mich absolut schwer damit, den „schlechtesten“ Tarantino-Film zu küren, ganz einfach, weil es keinen schlechten gibt.
Mmmh, keinen schlechten Tarantino… also ‘Death Proof’ fand ich ehrlich gesagt schon scheiße. Der hat nämlich nichts mit seinen sehr guten bis genialen Vorreitern gemein. Der einzigste Tarantino, den ich kein zweites Mal ansehen will – so seltsam das auch klingen mag. Einfach nur “klatsch bumm, da habt ihr, ihr fresst ja sowieso alles wo Tarantino draufsteht” und Ende. ‘Planet Terror’ hingegen habe ich jetzt schon drei, vier Mal gesehen – da stimmt alles. Solide gespielt, die genialen Effekte (nicht die Blutspritzer, meine Herren, ich meine die Farbspielchen und sonstige Schmarren dass man meint, man säße wirklich vor einem alten Projektor) und eine schöne Hommage an den alten Troma-Trash. Und eben diesen Charme kann ich ‘Death Proof’ eben zu keiner Zeit abgewinnen. Darum wäre ich nach so vielen Litern Kunstblut mal wieder für einen ordentlichen, gut durchdachten Streifen mit dickem Plot und grandiosen Schauspielern.
Aber hey, Simon Pegg, wenn das stimmt wird’s sicher unfreiwillig komisch!
Death Proof fand ich bisher auch die schlechteste Vorstellung. Der hatte mir zu viel rumgedödel und zu wenig Sinn, die Figuren waren gut erdacht aber schlecht ausgearbeitet, fand ich jedenfalls. Jedenfalls schlechter als in den anderen Filmen, außer Russel, den fand ich sehr gut. Aber ansonsten war mir das insgesammt alles irgendwie zu wenig, zu wenig Story und alles.
HUNGER HUNGER
Was Tarantinofilme angeht muss ich Renington Steele 100%ig zustimmen.
Einen schlechten Tarantinofilm hab ich auch noch nicht gesehen. Und Leute, die halt Jackie Brown oder Death Proof nicht mögen hatten bei den anderen Filmen von ihm halt Glück, denn dass, was Tarantinofilme ausmachen haben die beiden genauso wie Pulp Fiction, Reservoir Dogs oder Kill Bill.
Bei Tarantino sind einfach alle Filme anders und doch etwas gleich. Der eine mag den halt lieber, der andere den. Schönes Bild übrigens. Sehr genial. Ich war mal so frei es auch zu verwenden, natürlich mit Quellenangabe. Ich hoffe das ist ok. Wenn nicht, bitte kurze Mail.
death proof ist einer der besten tarantinos. nur mal so.
Richtich, es gibt keinen schlechten Film von dem werten Herren Tarantino … und mir geht hier gerade tierisch einer ab, bei den neuen Informationen zu Inglorious Bastards. Ich steh’ auf so ‘nen Scheiß.
“Gewaltverherrlichung” wird als Begriff zum faden Wort, wenn man diesen “Inglorious Bastards” ansieht; ein abscheuchilicher Dreck ist Euer Film, geeignet, in unserer “Brot- und Spiele-Gesellschaft” die Leute im Zustand der Verblödung zu halten.
“Prädikat `asozial´ gebe ich Eurem Machwerk.
Richard Steenbeck
ihr habt alle keine ahnung vom film