Filmblogger zerstören die seriöse Filmkritik. Zumindest wenn man Josef Schnelle glauben schenken mag, der sich gestern in der Berliner Zeitung in eine flammende Tirade wider die verderbliche Wirkung der “Internet-Blogs” verstieg und dabei neben den üblichen Print vs. Online-Klischee-Argumenten auch versuchte Roger Ebert für seine kruden Thesen einzuspannen.
Meine Kollegin Ines und ich haben uns dazu ein paar Gedanken gemacht:
“Natürlich hat Schnelle nicht Unrecht, wenn er schreibt, dass es bei Kritiken große qualitative Unterschiede gibt. Natürlich macht es etwas aus, ob jemand ein fundiertes Filmwissen besitzt, das im besten Falle neben dem klassischen Filmkanon auch Grundlagen der Film- und Medienanalyse beinhaltet. Natürlich gibt es Fanboys-Reviews, die inhaltlich nicht über ein “Boah, geiler Film” hinausgehen. Natürlich gibt es die “Worst Movie ever!”-Blöker. Das Internet ist ein Abbild der Welt und dort finden sich auch viele grauenhaft schlechte Autoren und lausige Filmbesprechungen. Geschenkt.
Das zu betonen klingt so simpel, wie die Erkenntnis, dass in jedem Jahr hundertausende Bücher veröffentlicht werden, die jeden Tisch beleidigen würden, wenn man sie benutzte um ihn am Wackeln zu hindern. Dass jeden Tag Zeitungen erscheinen, in die kein Fisch eingewickelt wollen würde.
Schnelle verwechselt in seinem Artikel Medium und Qualität, wie dies gerne und häufig getan wird. Für jedes indiskutable Fanboy-Review, finden sich Dutzende ausgesprochen kenntnisreiche und oftmals auch ansprechend formulierte Filmkritiken von Bloggern, Forenschreibern und Online-Magazinen.”
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- August 15th, 2008 •
- 23 Kommentare










































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