Michael Moores Slacker Uprising

I am Roseanne Barr and I approve this message!

Originaltitel: Slacker Uprising
Herstellungsland: USA 2008
Regie: Michael Moore
Mitwirkende: Michael Moore, Viggo Mortensen, Roseanne Barr, Eddie Vedder, Tom Morello, Michael Stipe

****

Vor drei Wochen kündigte Michael Moore an, seinen neuen Film „Slacker Uprising“ als Gratis-Download ins Netz zu stellen (vorher bei den F5), vor einer Woche war es dann schließlich soweit und ich habe mir den Film jetzt endlich auch mal angesehen.

Der Film ist noch mehr als alle anderen Moore-Filme vor allem das hier: das Abfeiern von Michael Moore. Das könnte man ihm vorwerfen, wenn man wollte. Ich will aber nicht, denn: ich mag Michael Moore, besitze seine ersten paar Bücher und alle Filme von ihm, bis auf diesen einen mit dem Gesundheitssystem, aber auch den habe ich mir angesehen.

Ich mag es, wie er scheinbar komplexe Dinge simplifiziert und dabei ganz einfache Wahrheiten zu Tage fördert und ich schätze ihn sehr dafür, dass er sich dabei immer wie ein Gentleman verhält. Ein Gentleman mit einem wunderbaren Sinn für’s Absurde, wenn er wie hier im Film schonmal saubere Unterwäsche und Thai-Suppen an die Slacker verteilt. Als Slacker werden hier im politischen Kontext die jungen, desillusionierten Nichtwähler bezeichnet, und genau um die ging es Moore, als er in der heißen Phase des Wahlkampfs 2004 auf Tour durch die Swing-States ging, um ihnen das Versprechen aus den Rippen zu leiern, John Kerry zu wählen.

In Moores Film sieht man Hallen voller junger Leute, die ihn phrenetisch abfeiern wie einen Rockstar, genau das ist Michael Moore natürlich auch. Und er umgibt sich mit ihnen. So sieht man Michael Moore mit R.E.M., Michael Moore mit Eddie Vedder, Michael Moore mit Tom Morello und wie bereits gesagt: wäre dieses Abfeiern-von-sich-selbst nicht so charmant und eloquent wie hier, ich würde ihn dafür sofort abwatschen. So aber muss man schonmal lachen, wenn Moore den anwesenden Republikanern (die lautstark „4 more Years“ mit hasserfüllten Gesichtern rufen) zuruft, dass, wenn die Demokraten erstmal die Regierung stellen würden, man sie nicht so behandeln würde, wie sie andere Menschen behandelt haben. Sie dürften einander sogar heiraten. Das hat einen so wunderbaren Charme gepaart mit der richtigen Message und solche Stellen machen diesen wie jeden Film von Moore zu einem Erlebnis.

Doch Moore ist in diesem Film auch sehr deutlich. Deutlicher, als ich das in den anderen Filmen in Erinnerung habe. Etwa, wenn er auf einer Pressekonferenz den Journalisten die Meinung sagt, als eine Reporterin fragt, ob sein Film (gemeint ist „Fahrenheit 9/11“) „Propaganda“ sei. Daraufhin antwortet Moore sehr eloquent folgendes:

The Propaganda that exists appears every Night on the nightly News. Night after Night after Night before this war started. ‘There’s weapons of mass destruction’, ‘Saddam had something to do with 9/11′. And there where all of you [zeigt mit dem Finger auf die anwesenden Reporter], on TV, waving our flag all over the screen as you told these misstatements and these untruths to the american people. You know… How much were we propagandized by the bush-administration? And by our mainstream national media, over and over and over again? What if you’ve done your real job, what if you’ve asked the hard questions and demanded the evidence about this war?

Because the great thing about the american people is: once they had the truth, that there was no weapons of mass destruction, there was no connection to 9/11 – they flipped! 70 Percent before the war, when you didn’t do your job, and then when they were informed, 54 Percent are now opposed to the war, the majority, because they got the truth, they got the information.

What took so long?

My Movies exist, to counter the managed, manufactured news, which is essentially a propaganda-arm of the bush admin. My Movies are the the Anti-Propaganda, the only thing sad aboiut that, is that people have to pay 8 or 9 dollars to come to a movie-theater, get a babysitter, to learn things, they should be getting for free, sitting on the couch, eating tossidos.

Der ganze Film ist natürlich eine persönliche Abrechnung von Michael Moore mit Bush und den republikanischen Ideen. So demontiert er gekonnt ihre Anhänger als Menschen, deren Argumente über Gott und „You know… the right thing“ nicht hinausgehen. Da ich mit Moore politisch auf einer Wellenlänge liege, freut mich das natürlich diebisch.

Ich will den Film hier allerdings auch nicht zu sehr bejubeln, denn er hat eine oder zwei Macken. Ähnlich wie derjenige, deren Name mir nicht einfällt und die vom nichtexistenten amerikanischen Gesundheitssystem handelt, ist dieser Film ur-amerikanisch und lässt eine allgemeinere (oder: globalere) Botschaft, wie man sie in „Roger & Me“, „The Big One“ oder „Bowling for Columbine“ sehen konnte, vermissen. Außerdem ist das Herumreiten der Amis auf dem Patriotismus und auf dem Militärdienst für mich als anti-militaristischen Europäer nur schwer nachzuvollziehen.

Noch dazu kommen ein oder zwei Längen im Film, wenn mir unbekannte Musiker unplugged Lieder vortragen, die ich nicht kenne. Dennoch hatte ich sehr viel Spaß mit dem Film, denn, wie gesagt, ich mag Michael Moore. Außerdem steht am Ende die von mir sehr verehrte Roseanne Barr auf der Bühne und trägt republikanische Forderung vor, die sie dermaßen ins Ätzende übersteigert, dass es eine wahre Freude ist.

I pray to god every night that George Bush wins, so he can keep up creating jobs in other countries, so that they too can have the freedom to build wal-marts where we can get chinese goods at discount-prices!

An der Stelle habe ich mir dann endgültig vor Lachen in die Hosen gepullert und dem Film vier Sterne gegeben. Ich liebe diesen großen, kämpferischen, politischen Mann. You should too.

Related Posts:

Anzeige

34 Kommentare

  1. Du meinst Sicko, das ist der Titel von dem Film über das Amerikanische Gesundheitssystem.

    Kommentar von Ton am 28.09.2008 um 22:24 Uhr
  2. Na lieber Autor,

    auf welchem Weg hast du denn den geographischen Check überwunden? Der Download steht ja eigentlich nur Citizens von den USA und Canada zur Verfügung.

    Kommentar von Sebastian am 28.09.2008 um 22:25 Uhr
  3. @ Ton: Stimmt, Sicko meinte ich…

    @ Sebastian: Die Wege des Downloads sind unergründlich *g*

  4. “Außerdem ist das Herumreiten der Amis auf dem Patriotismus und auf dem Militärdienst für mich als anti-militaristischen Europäer nur schwer nachzuvollziehen.”
    Weil – ums mal mit ein wenig moorescher Polemik auszudrücken – so langsam das einzige ist was ihnen noch bleibt, so als reichstes 3. Welt-Land *g*

  5. Ich mochte den Moore früher ja auch, aber mittlerweile geht mir seine Art eher auf den Keks. Er ist mir zu plakativ. Bush glaube ich natürlich kein Wort mehr, aber warum sollte ich das einem dicken Demokraten mit Mütze und Kamera tun? Weil der im Fernseher ist und sich seine Halbwahrheiten ebenfalls zu recht biegt?

    Wie gesagt, mir zu einfach.

    Ich empfehle zum Irakkrieg viel mehr die Doku “Leading to War”, die tatsächlich eine ist. Eine Aneinanderreihung von Fakten genügt, um die Massenvernichtungswaffen-Lüge zu entlarven. Das geht auch wunderbar ohne Michael Moore…

    http://www.leadingtowar.com/

  6. Ich hoffe du hast auch Manufacturing Dissent geguckt… und die anderen Dokumente, die zeigen wie sich Michael Moore die Fakten zurecht biegt. :)

    Gab es nichtmal ein Biopic über Moore? Big Fat Liar. achnee, dat war was anderes…

  7. @ Izanagi @ Batzman: Ich weiß, dass Moores Filme eigentlich keine Dokus sind und dass er sich manchen Fakt so zurechtbiegt, wie er ihn benötigt. Was mir das Vergnügen an seinen Filmen aber überhaupt nicht verhagelt, gar nicht. Er benutzt zwar die Ästhetik einer Doku, macht aber „nur“ Filme. Und die unterhalten, sehr sogar. Und haben die richtige Message, meiner Meinung nach. Mir reicht das.

  8. Eben, Moore ist ein Essayfilmer. Und ein verkannter noch dazu! ;)

    Kommentar von Jet Strajker am 29.09.2008 um 00:00 Uhr
  9. er macht propaganda und verkauft das ganze als wahrheiten. ich hab aber wenig über für leute die meinen sie können im namen “des guten” lügen und manipulieren, nur weil es “die andere seite” auch macht…

    Nur weil moore ein guter entertainer ist, finde ich seine methoden – die politische inhalte ausnutzen um sich selbst zu promoten und als geilen typ dastehen zu lassen – nicht weniger fragwürdig. Er schadet letztlich der Sache, weil er linke Ziele denunziert mit jeder Lüge die man im nachweist. was unterscheidet Moore von Fox News, die sich auch ihr weltbild so zurechtbauen wie sie es wollen? Die Leute sehen seine Filme als Dokumentationen mit politischer Aussage und wenn er darin lügt macht Propaganda. Und für Bush is doof, Waffen sind blöd und das Gesundheitssystem ist scheiße- braucht man im Grunde keine drei Spielfilme, wenn das was er da erzählt sowieso nicht stimmt.

    Leute wie Penn & Teller, die die Leute zum selbstätigen Denken auffordern und auch dazu die Sendung die sie grade sehen zu hinterfragen, die nach rechts und links austeilen und offen manipulative Momente thematisieren um die Leute daran zu hindern einfach alles zu glauben, find ich sympathischer als jemanden wie Moore, der auch nur Leute will die ihm folgen und der sich als Heilsbringer inszeniert. Die widerlichste Szene in Sicko ist die, in der er breittritt, dass er ja seinem größten Kritiker Geld überwiesen hat, als es um Leben und Tod ging. Das ist ein so widerwärtiger Moment von Selbstbeweihräucherung, dass ich es nicht fassen konnte, dass er das wirklich bringt.

  10. Essayfilmer… klasse Wort, man lernt nie aus. Wo is’n der Unterschied zum Autorenkino? ;)

  11. Solange über dem Essay aber Reportage steht, ist das ganze nur eine schlappe Entschuldigung für seine Lügen.

    Ich glaube ich fand die Dokus “Why we fight” und die Serie “The Corporation” smarter und erhellender als alles was Moore je zustande gebracht hat…

  12. @ Batzman: Ich glaube tatsächlich, dass Moores erste Botschaft die ist, seinen Arsch hochzubekommen und wählen zu gehen (oder sich zu engagieren). Mindestens. Dass er sich selbst als „geilen Typen“ produziert ist da zweitrangig (aber wahr, das stimmt).

    Dass er sich dabei die Fakten so zurechtbiegt, ist wahr, letztlich aber stimmiger, als die Massenvernichtungswaffen im Irak. Er entfacht in diesem Film (noch mehr als bei Sicko) ein Feuerwerk der Selbstbeweihräucherung, keine Frage.

    Aber wie gesagt. Ich find den gut, kann er machen. Thumbs up.

  13. @ Batzman: „The Corporation“ kriegt ja auch 4.5 Sterne ;) Und über Moores Filmen steht nicht “Reportage” sondern “Film”, die Doku wird nur immer wieder wegen der Ästhetik reininterpretiert.

    (Und ich gehe mal schnell alle Worte, die mit “Doku” beginnen, da oben rauslöschen *g*)

  14. Wenn er das ganze als Fiktion verkaufen würde, hätte ich glaube ich kein Problem mit seinen Filmen. Aber er sagt ja nicht: Ich lüg euch jetzt mal zwei Stunden die Hucke voll, weil ich will das ihr wählen geht, sondern sagt: ich bin da und dahin gegangen und so ist es gewesen…

    “Why we fight” sollteste auch mal gucken. Die Zusammenhänge die der Film herstellt, sind so depremierend und real, dass einem Sachen wie Moore danach wirklich wie Teletubbies vorkommen.

    ebenfalls wesentlich smarter und inhaltlich viel besser als Moore: The Power of Nightmares von der BBC

    de.wikipedia.org/wiki/The_Powe...

  15. Bei den Mitwirkenden hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: Rob Morello heißt (wie im Text richtig geschrieben) eigentlich Tom. ;)

    Kommentar von Romak am 29.09.2008 um 00:38 Uhr
  16. Ja, Du hast ja Recht. Aber Moore will ja ganz gezielt ganz andere Bevölkerungsschichten (argh) ansprechen: nämlich die ungebildeten, die nie auf eine Uni oder ein College gingen, letztlich: sich selbst. Und mich.

    Moore macht politische Filme für die Jungs auf der Straße, wenn er sich da ein paar Details zurechtbiegt… so what. Weil er für diese Jungs von der Straße ein paar Messages zu bieten hat, die diese nicht kennen, die wissen einfach nicht, dass man auch eine politische Meinung haben kann.

    „ich bin da und dahin gegangen und so ist es gewesen…“ sagt übrigens jeder andere Film auch, nur ist die Ästhetik ne andere. Ich verstehe Deinen Punkt, aber wenn ich das alles abwäge, überwiegt meine Verehrung von Moore.

    Letztlich darf man auch nicht vergessen, dass er es im Grund im Alleingang geschafft hat, dass Dokumentationen wieder en vogue sind (auch wenn er keine macht). Das Bild von Moore mit der Kamera über der Schulter ist nicht zu Unrecht eins der wenigen ikonographischen Bilder, die dieses Jahrzehnt hervorgebracht haben.

  17. Das ist aber eine ziemlich fragwürdige Haltung. Die doofe Prolomasse ist zu dumm für die Wahrheit, deswegen muss ich sie anlügen, weil ich ja weiß was das richtige für sie ist.

    Verblendete Linke, denen für ihre Ziele alle Mittel recht sind und die genauso ätzend sind wie ihre Gegener konnte ich schon im SowiStudium nie ausstehen. Und die Haltung: Alle doof und deswegen muss man möglichst dumm argumentieren, erschien mir schon als TV-Redakteur ignorant und anmaßend…

    Und Moores “Ich bin einer von euch”-ungebildteter Arbeiter-Nummer ist auch ziemlich eklig. sein ganzes Kostüm ist samt baseballmütze Berechnung. Natürlich ist er kein Malocher, natürlich ist er gebildet und hat studiert (wenn auch nicht abgeschlossen – aber das haben ja viele). Wenn ein echter “dummer Arbeiterproll” sich zu ihm hockt und ihm auf die Schulter haut, lässt Moore ihn wahrscheinlich genauso angeekelt wegführen, wie Bush es machen würde. Vielleicht sogar noch mehr, denn Bush ist mehr ein “ungebildeter Tumbling” als Moore, der die Rolle nur aus marketinggründen spielt.

  18. “Essayfilmer… klasse Wort, man lernt nie aus. Wo is’n der Unterschied zum Autorenkino? ;)”

    Essayfilme sind streng genommen auch Autorenfilme, allerdings sind sie nicht nur durch eine persönliche, sondern ausschließlich persönliche Handschrift gekennzeichnet. Es sind höchst subjektive und dabei vielfältige – polemische, ideologische… – Arbeiten, die mit noch deutlicheren individuellen Stilmitteln arbeiten (Voice-Over, Verfremdung, Referenzen nach eigenem Gutdünken…).

    Somit würde ich Moore schon als Essayfilmer bezeichnen, weshalb seine (angeblichen) Unwahrheiten fast schon programmatisch, zumindest aber legitim sind. *g*

    Kommentar von Jet Strajker am 29.09.2008 um 02:57 Uhr
  19. “Ich mag es, wie er scheinbar komplexe Dinge simplifiziert und dabei ganz einfache Wahrheiten zu Tage fördert ”

    wenn ich solche Sätze schon lese…
    ersetze Wahrheiten durch persönliche Meinungen und zu Tage fördern durch darstellen und es passt. Schließlich ist Wahrheit ein doch sehr dehnbarer Begriff, vereinfacht gesagt…
    Ich glaub entweder mag man ihn und seine platte Art oder man mag sie nicht.

    Kommentar von PhilipS am 29.09.2008 um 03:07 Uhr
  20. Achso… *andenkoppschlag* Die Riefenstahlsche war Essayfilmerin ;)

    Da hätte sie drauf kommen müssen, dann wäre ihre Nachkriegskarriere erfolgreicher verlaufen.

  21. @Batzman:

    Die Szene in “Sicko”, die du als “widerwärtige[n] Moment von Selbstbeweihräucherung” bezeichnest, ordnest du falsch ein. Moore hat einem seiner Blog-Kritiker Geld für die Operation seiner kranken Frau überwiesen, um einen Punkt zu beweisen, den er im Film ganz klar anspricht und den du anscheinend verpasst hast. Nämlich, dass man seine Vorurteile und falschen Glaubenssätze (z.B. “socialized medicine” ist schlecht und kommt von Onkel Stalin oder Castro ist der Teufel auf Erden) auch ablegen kann, um Menschen zu helfen. Das steht auch im Kontext mit den Ärzten aus Kuba, welche Moores “Schützlinge” (oder Marionetten) kostenlos behandelt haben, weil das Gesundheitssystem im armen Kuba anscheinend besser ist als das im reichen Amerika. Klar, das ist Propaganda, muss auch nicht gelogen sein, kann auch einfach die Wahrheit sein, wird auch Werbung genannt. Wieso ist Moores Werbung schlecht und die von Nutella gut? Moore wirbt für ein besseres Gesundheitssystem und Nutella wirbt für Profite.

    Das heute-Journal und die Tagesthemen sind genauso Propaganda wie Fox News und BBC, nur auf einer anderen Weise. Manipulation ist vielfältig und nicht so einfältig, dass man es als “gebildeter Europäer” immer im Moore-Stil serviert bekommt und sofort erkennt.

    An dieser Stelle, schöne Grüße an Al Gore (Friedensnobelpreisträger). Ich benutze jetzt ein Akronym, welches ich schon lange nicht mehr benutzt habe und zuletzt als Al Gore den Friedensnobelpreis bekam und Sackarschwilli aka “the real Borat” bei Maybrit Illner aufgetreten ist:

    LOL

    PS. Die BBC-Dokus von Adam Curtis empfehle ich auch weiter. Vor allem “The Trap” und “The Power of Nightmares”.

    Kommentar von Zetterberg am 29.09.2008 um 03:13 Uhr
  22. Der ganze Film jetzt auch ganz offiziell bei Youtube: de.youtube.com/watch?v=uDidHpy...

    Kommentar von Michael am 29.09.2008 um 09:27 Uhr
  23. Batz, ist ja nun ein Unterschied, ob man faschistische Filme in einer Zeit dreht, in der Film- und Medienrezeption wohl noch ein “wenig” anders aussah, oder 50 Jahre später linksliberale kleine Pamphlete wie Moore inszeniert.

    Kommentar von Jet Strajker am 29.09.2008 um 10:08 Uhr
  24. dieser film ist einfach nur eine langweilige aneinanderreihung von szenen, die von moores egowichse nur so triefen. mit abstand der tiefpunkt seiner filme. da nutzt auch die gute sache nichts…

  25. Michael Moore in allen Ehren und die Frage, ob seine Filme Truth or Fiction sind, mal beiseite gelegt: “Slacker Uprising” ist laaangweilig. Penetrante Selbstbeweihräucherung ohne Story oder irgendeine erkennbare Spannungskurve. Sparsam gesetzte Gags, dafür ausgedehnte Segmente, in denen irgendein Sänger irgendeinen Song singt, mit dem er ja bestimmt ach so Recht hat.

    Als Film ungenießbar. Reine Gesinnungsware.

  26. Slacker ist natürlich komplett anders als die letzten Filme, die Moore gedreht hat, in dem Sinn, dass es tatsächlich nicht so etwas wie eine produzierte Story gibt, sondern dieser Film deutlich dokumentarischer daherkommt. Er zeigt einfach nur Moore wie er auf verschiedenen Bühnen steht und redet. “The Big One” von vor 10 Jahren ist aber Slacker sehr ähnlich und zeigt mehr oder weniger auch nur MM, damals eben auf Leserreise. Ich fand Slacker als Einblick, wie in den USA generell Wahlkampf-Show gemacht wird ganz interessant, aber wen das nicht interessiert bzw wer einen Film wie die vorherigen erwartet hat wird enttäuscht sein.
    Ob Moore ein Arsch ist, Mitglied in der NRA war oder Sachen weglässt ist mir persönlich auch nicht so wichtig, da sie die Grundaussagen der Filme nicht berühren. Moore antwortet ja auf viele Fragen auch auf seiner Webseite, je nachdem wem man glaubt sind viele Punkte seiner Kritiker wohl auch nicht die ganze Wahrheit.
    Keine Frage. Moore hat eine Agenda und boxt die oft sehr polemisch durch, aber Dokumentationen im Gesellschaftspolitischen Bereich bei denen der Macher keine Agenda verfolgt und beide Seiten beleuchtet dürften doch eher rar gesät sein. Wer sich einen Moore-Film anschaut und pro konservativ-reaktionäre Aussagen erwartet, hat irgendwie einen falschen Erwartungshorizont.

    Kommentar von Mathias am 29.09.2008 um 16:31 Uhr
  27. Zumindest die Bush-Supporter haben mich doch unterhalten “i think the man is a communist, plain and simple” und wie Mr Moore dann ein wenig die Contenance verliert und mit einer Verpflichtungserklärung für die Army rumwedelt. Schön.

    Amerikanischer Wahlkampf ist eben Show, das Zweiparteiensystem polarisiert mehr als unsere Kuscheldemokratie und da braucht man Gestalten wie MM, die platt und direkt abwatschen. Bei uns machen das Kabarettisten auf Kleinkunstbühnen oder nach 23 Uhr im dritten Programm. Ein wenig beneide ich die Amerikaner um diese politischen Renegaten, die eben nicht nur den Finger in die Wunde legen, sondern sich mit ihrem fetten Arsch gleich ganz drauf setzen und das vor vollen Hallen.

    Kommentar von innere sicherheit am 29.09.2008 um 17:10 Uhr
  28. @Jet

    Mir gings nicht um den Inhalt, sondern nur um das Ziel. Und da ist Propaganda Propaganda, ob nun Leni, Eisenstein, Ben Stein oder Moore. Du kannst auch “No Intelligence allowed” als Essayfilm ansehen, dennoch ist er als Gehirnwäscheprodukt für kreationistische Botschaften gedacht, auch wenn er witzig und unterhaltsam seine “Message” vermittelt .

    Nur weil ich evtl Moore politisch näher stehe als Ben Stein und Frankowski, sind mir die Methoden nicht sympathischer.

    In dem Moment wo man die “Wahrheiten” eines solchen Films einfach demontieren kann, schaden sie der Sache mehr als sie nutzen.

    @Zetterberg

    Für mich war die Szene eben nur vorgeschoben ein Kommentar zu dem Thema, wie ich Moores Filme eh oft als Mittel zum Zwecke seiner Selbstglorifizierung ansehe. Er gibt vor mit seiner gnädigen Spende an seinen größten Kritiker das zu leisten, was das böse Gesundheitssystem nicht schafft und was davon hängen bleiben soll ist: Och der gute Michael, der rettet sogar der Frau seines größten Kritikers das Leben, damit der weiterhin böse Sachen über ihn schreiben kann. Was für ein lieber dicker Rauschgoldengel.

    Und das fand ich widerlich. Hätte er ein bißchen Anstand gehabt, hätte er Geld gespendet und die Fresse gehalten – wenn es ihm wirklich um eine menschliche Geste gegangen wäre. So instrumentalisiert er seinen Kritiker für seine Zwecke, auf Kosten der schwerkranken Frau.

  29. Selbst wenn man Riefenstahl nach heutigen Filmrezeptionsmaßstäben als frühe Essayfilmerin betrachten möchte (was in vielerlei Hinsicht Quatsch wäre, ich meine, sie hat Auftragsarbeiten gefertigt, nach Vorgaben gearbeitet etc., das würde dem Konzept total widersprechen), hat das nichts mit der etwaigen geringeren Qualität von Moores Filmen zu tun. ;)

    Kommentar von Jet Strajker am 29.09.2008 um 21:08 Uhr
  30. Michel Morre Filme sind echt klasse und beleuchten Amerika besonders kritisch. Nicht das viele von uns eh einen kritischen Blick auf die USA haben, ganz besonders auf Bush. Aber den Mut als Amerikaner zu haben so gegen Bush zu proagieren und das auch noch öffentlich zu machen, finde ich richtig gut. Geholfen hat es leider nur herzlich wenig. Aber einer muss ja anfangen…

  31. @ Batzman: Ich könnte eigentlich noch mehr schreiben, doch ich belasse es in diesem Falle doch bei einem simplen aber ernst gemeinten “word”.

    @ Alexandra: Stimmt, als US-Amerikaner muss man tatsächlich viel Mut haben um seine Meinung öffentlich kundzutun. Denn schließlich besteht die Gefahr, dass man dafür sofort zusammengeschossen oder nach Guantanamo verschleppt wird.

    Kommentar von xyz am 30.09.2008 um 15:38 Uhr
  32. LOL-allerdings. Wieso benötigt man denn bitte Mut dazu in den Staaten regierungskritische Filme zu machen? Wer sowas in Russland oder Weißrussland, in China oder auf Kuba versucht braucht Mut aber in den USA!? Was haben denn manche Leute hier für ein Bild von Amerika unter Bush? Amerika ist immer noch eines der Länder, die den höchsten Grad an Meinungsfreiheit garantieren (höher als Deutschland mal auf jeden Fall). Wenn aus Moores Art Filme zu machen eine solche Sicht auf die USA resultiert ist das imo eines der besten Argumente gegen sie (obwohl ich seine Anliegen grundsätzlich befürworte).

    Kommentar von Irreversibel am 30.09.2008 um 22:14 Uhr
  33. Mir geht Moores Art größtenteils auch sehr auf die Eier. Allerdings auch erst seit er sich seinen Kampf gegen Bush auf die Fahnen geschrieben hat, Bowling for Columbine fand ich zB. noch ganz gut, Fahrenheit 9/11 dagegen schon ‘ne Ecke schlechter. Denke ohne seine, wie von vielen hier angesprochene, Selbstbeweihräucherung, könnte man den einen oder anderen zu arg vereinfachten Sachverhalt noch übersehen, bzw. damit leben, aber als Zusatz dazu nervt es halt nochmal ein Stück weit mehr.

    Achja @Renington zu deiner verehrten Roseanne Barr folgendes:
    cracked.com/blog/2008/08/22/da...

    Kommentar von TK am 01.10.2008 um 00:40 Uhr
  34. @ Irreversibel: Das Problem ist, dass Michael Moores Filme für ein US-amerikanisches Publikum gemacht sind und das deutsche offenbar so überhaupt nicht damit umgehen kann.
    Zu viele haben eben, auch wenn sie sich in ihrer Vermessenheit für viel weltoffener und toleranter als “die doofen Amis” halten, jenseits von Hollywoodfilmen, amerikanischen Serien und McDonalds keine Ahnung von den Staaten. Wenn dann noch Michael Moore dazukommt und der – verständlicherweise, denn sonst wäre seine Kritik schließlich nicht sonderlich effektiv – ein durchgehend negatives Bild der USA zeichnet, dann ist das für das unwissende deutsche Publikum ein absolut akkurates und vor allem vollständiges Bild derselben.
    Tatsächlich halten viele – und ich schäme mich dazu bekennen zu müssen dass ich ein paar dieser Experten persönlich kenne – die USA aufgrund von Moores Filmen für einen faschistischen Staat.

    Russland? Volksrepublik China? Wen interessierts? Die Amerikaner sind die Bösen, das weiß doch jedes Kind. Und dumm sind die alle da drüben auch. Und die Amerikaner unterdrücken die Schwarzen. (Schwarze gelten nicht als US-Amerikaner, denn sonst fühlte man sich ja schlecht, wenn man über sie schimpft)

    Kommentar von xyz am 01.10.2008 um 09:47 Uhr

Sag was!