Mixed Movies 5: Nilz N. Burger checkt DVDs

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Once/Semi-Pro/Revolver….Ich hab gestern mal im Neuheitenregal meiner Videothek gestöbert (ja, ich sage immernoch Videothek, alles andere hört sich doch auch echt scheisse an…). Fangen wir mit dem Besten an und begeben uns dann langsam abwärts…


ONCE – IRL 2006

★★★★☆
Ein junger Staubsaugerreparierer, der in der Werkstatt seines Vaters arbeitet, bessert sein Gehalt auf, indem er sich als Strassenmusiker verdingt. Dabei traut er sich erst Abends, wenn die Fussgängerzonen verlassen sind, auch Eigenkompositionen zu spielen. Eine junge Tschechin hört das und ist begeistert. Die beiden lernen sich besser kennen und ergänzen sich grossartig, denn das Mädchen kann fantastisch Klavier spielen. Und obwohl alles darauf hindeutet, das sie wie füreinander gemacht sind, gibt es da noch ein kleines Hindernis: Ihre Leben. Sie machen zusammen Musik, nehmen sogar Demos gemeinsam auf, aber welche Chance haben sie, auch ausserhalb der Musik zu harmonieren…?

Ihr wisst ja, ich liebe es offene Fragen zu stellen, die im Pressetext nicht besser hätten stehen können. Aber mal im Ernst: Once ist ein dermassen wunderschöner, kleiner, herzerweichender, einzigartiger Film. Romantisch bis zm Anschlag aber dabei nicht eine kurze Sekunde cheesy. Ich ärgere mich nur, das ich de nichtt früher gesehen habe. Wunderbarer Soundtrack und die beiden Hauptdartseller verkörpern die Lieder, die sie spielen, so grandios, das man denkt sie hätten sie wirklich gerade eben geschrieben. Wem bei dem Film keine dicke Träne ins Knopfloch kullert, der darf offiziell von sich behaupten kein Herz zu haben. Bitte mehr solcher Filme.

+++++++

SEMI-PRO – USA 2008

★★★☆☆

Will Ferell spielt Basketball in den 70ern.
Das ist dann auch schon die ganze Geschichte, mehr müsst ihr nicht wissen, um mehr geht es auch nicht. Dabei muss ich sagne, das der Film schon einen gewissen Chrame an den Tag legt den ich in ein paar der jüngeren Ferell-Produktionen vermisst habe und der wieder mehr in Richtung “Anchorman” geht, den ich persönlich ja für die Ferell-Referenz halte. Vielleicht hatte ich diesen Eindruck aber auch nur, weil die Geschichte von Semi-Pro wieder in den 70ern angesiedelt ist. Irgendwie passt Ferell einfach gut in diese Dekade, oder er spielt sie immer gern. Das hat immer einen eigenen Flair, diese Naivität, die seine Figuren in der Zeit haben, ist immer so unschuldig, fast rein. Dennoch muss man Semi-Pro anlasten langsam etwas zu zerkaut zu wirken. Ferell in den 70ern? Hatten wir schon. Ferell als Sportass? Hatten wir schon öfter. Warum nicht beides mischen und hoffen, das etwas Neues dabei entsteht? Versuch macht klug. Es ist nichts neues, zwei alte Sachen aufzuwärmen. Es gibt wie immer ein paar bezaubernd lustige Szenen, ein paar Furz-Witze und eine abstruse Story-Wende. Eines der Highlights stellt aber sicher der Song zum Film dar, der wirklich original 70er klingt. Mein neuer Ohr-Wurm.


[YouTubeDirektHumpinSexy]

Also, nochmal zusammengefasst: Der Film ist schon okay, sicher besser als vieles andere auf dem Segment. Aber er ist eben auch nicht wirklich frisch oder neu. Deswegen kann ich nicht mehr als drei Sterne geben. Die sind mir allein der Song wert. Der obligatorische Film für den notorischen Sonntagnachmittag.

+++++++++

REVOLVER – FR/UK 2005

☆☆☆☆☆

Luc Besson hat einen Guy Ritchie Film produziert in dem Ray Liotta und Jason Statham die Hauptrolle spielen. Und ich habe diesen Film nach der Hälfte ausgemacht, weil er wirklich das uninspirierteste, langweiligste, unstylischste und storymässig dümmste ist, was ich seit langem gesehen habe. Besson kriegt halt alles kaputt. Wobei wohl auch Ritchie offensichtlich ein bischen die Puste ausgegangen ist. Naja, der Film ist 3 Jahre alt und erst jetzt im Neuheiten-Regal der DVD-Thek gelandet, das sagt eigentlich alles. Bestimmt hat Ritchie sich wieder gefangen und wir können uns gemeinsam auf die Sherlock Holmes Verfilmung freuen. Aber REVOLVER war wirklich superdreck. Ich hab ja CAST AWAY nie gesehen, aber der kann unmöglich schlechter gewesen sein. Besson versucht irgendwie immer stylisch zu sein, um es dann im letzten Moment doch irgendwie immer abzubremsen. Das sieht man ja auch ganz gut an den beiden Transporter Filmen. Wobei, ab dem 5. Element hätten wir alle schon stutzig werden sollen. Wir haben nur die Zeichen der Zeit einfach nicht erkannt. Das Problem an REVOLVER ist, das der Film sich viel zu ernst nimmt. Da wird so eine klassische Gangstar-Geschichte erzählt, die Guy Ritchie ja eigentlich liegen, mit coolen Typen, grossartigen Punchlines und irgendwelchen Deppen, die immer alles stören müssen. Bei REVOLVER sind es nur noch die coolen Typen. Alles andere ist weg. Keine lustigen Sidekicks, keine ironische Distanz, sogar die Musikauswahl ist gruseligste Look-Alike-Komponisten-Sülze. Finger weg von diesem Film. Ein Grauen.

In : DVD, Review

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15 Comments

  1. Vagabond

    Ich hatte heute ja bereits eine Hand an Revolver, habe mich dann aber dagegen entschieden. 1:0 für meine Intuition.
    Zustimmung bei Once. Ich habe mir sogar ernsthaft überlegt, den Soundtrack zu kaufen.

  2. CowVirus

    dann werd ich mit once wohl mal antun….und wehe der is nich gut…

  3. jaap

    komplettes gegenteil. REVOLVER ist ein hammer film der einfach nur geil ist. ist halt keine spritzige gangster komödie wie snatch oder lock stock. man muss den film halt schon mal zuende sehen o_O

  4. Quiet_Earth

    Bei Once geh ich 100% mit. Der Film ist wirklich n richtiger Geheimtipp! Der Soundtrack ist wohl einer der besten, die je ein Film geboten hat. Ansehen lohnt auf jeden Fall!

  5. Florian

    Lustig … hab Once auch just gestern “entdeckt”. Sehr netter Film – hat übrigens nen Oskar für den besten Song gewonnen :-). Die Extras auf der DVD lohnen sich auch und den Soundtrack gibts für 7 EUR bei iTunes … so genug geproduct placement :-)

  6. Moviesteve

    Ich weiß gar nicht, was die Leute – so wie Nilz hier auch wieder – neuerdings immer alle haben.
    Da das Medium (bzw. das für Filme verwendet Format) korrekt eigentlich “DVD Video” (zur Abgrenzung von “DVD Audio” oder “DVD ROM”) heißt, ist die Bezeichnung VIDEOthek doch noch immer vollkommen in Ordnung.

  7. macone

    Hab Revolver vor einigen Tagen auch gesehen. Hab mich erst voll gefreut, cool, ein Guy Ritchie Film und auch noch mit Statham, das kann ja nur geil werden… aber Pustekuchen. Jeder der einen der beiden mag sollte einen Bogen um den Film machen. Die wenigen coolen Moment sind es absolut nicht wert, spätestens in der Szene, wo er eine gefühlte halbe Stunde in einem Aufzug steht und mit einer inneren Stimme diskutiert hätten ich ihn ausmachen sollen. Ich weiß noch, dass ich ihn zuende geguckt hab, kann mich aber absolut nicht mehr daran erinnern, wie er ausgegangen ist. Scheint irgendwie belanglos gewesen zu sein.

  8. Danny from the block

    Glen Hansard & Marketa Irglova aus “Once” sind gerade unter dem Namen “The Swell Season”, unter dem auch ein Album erschienen ist, auf Tour. Darunter sind vier Termine in Deutschland:

    07.11.08 Berlin: Schillertheater
    16.11.08 Dresden: Kino
    17.11.08 München: Postpalast
    18.11.08 Köln: E-Werk

  9. Björn

    Ohh ohh, wollte gerade fragen nach der Mukke. Gibts die aus dem Film irgendwo?
    Toller Film, hab ihn mir nach deinem Eintrag hier angeschaut, ist echt gut. Musik ist wahnsinnnig gut.
    Nur die Kamera gefiel mir jetzt nicht so. Hat zwar gepasst, kam aber insgesamt durch das gewackle eher wie ne halbe Doku rüber als ein Film. War natürlich sicherlich gewollt, aber mit Stativ hätt ichs besser gefunden.

  10. katasta

    Die beiden haben die Songs tatsächlich geschrieben, und bei einem Song, nämlich dem tollen “Broken Hearted Hoover Fixer Sucker Guy” handelte es sich sogar um eine Improvisation die laut imdb zufällig mitgeschnitten wurde und dann im Film gelandet ist.

  11. martin

    danke für den filmtipp once! hab selten einen so rührenden film gesehen. habe mir auch gleich mal den soundtrack bestellt. ich hoffe zwar nicht das in nächstes zeit der moment im leben eintreten wird in dem man solche musik braucht. aber once schafft glaube ich alles um jede facette dieser emotionen abzudecken und zu erfüllen.

    ganz interessant im übrigen, dass sich die beiden darsteller, die sich im film nicht finden durften dafür im wahren leben zusammen gekommen sind. die wirklichkeit kann eben auch mal ein happy end haben.

  12. Claas

    Once bekommt bei mir sogar 4,5 Sterne.
    Ich war so dermaßen begeistert als ich ihn im Kino gesehen habe und bisher schon weitere 4 Mal. Immer noch ganz weit oben und schön wie der allererste Kuss

  13. Stephan

    Revolver ist genial. Und die letzte Minute ist absolute Spitze. So intelligent… möglicherweise zu intelligent für den “Coolen Filmkonsumenten” und unerträglich für das wissende , Ich-identifizierte (besser)wissende Ego. Der Film ist ( wie viele Besson Filme) WEISE. Ich´s sind Illusion. na dann geht ma RTL 2 schauen wenn ihr überfordert seit. :-)

  14. Nilz N Burger

    vielleicht sollte besson mal rtl2 gucken, weil er mit filmemachen überfordert ist. tut mir leid, stephan, mag sein das du da einen superintelligenten film gesehen hast, der nur für mensa-mitglieder zu begreifen ist, aber ich sah da uninspirierten fliessband-schund, der wirklich nichts eigenes mehr hatte, sondern wild zusammenklaut. und das schlimmste dabei: er klaut sogar bei sich selbst, nur vergisst dann die qualität mitzunehmen. schuss in ofen.

  15. SirDregan

    @Nilz: Du solltest ihn trotzdem erst zuende sehen bevor du so harsch urteilst. Ernsthaft.

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14