Was bisher geschah:
Ich wurde entführt, mit Jever betäubt und dazu gezwungen mich in der Gefangenschaft dubioser Kreaturen, die mehr Ähnlichkeit mit Untoten haben, als mit Lebenden, ein Horrorfilm nach dem Nächsten anzuschauen. Dies ist mein geheimes Tagebuch, das ich in Angesicht des Celluloid gewordenen Schreckens schrieb…
(Teil 1)

DEAD HUNTERS – Sevillian Zombies, so stellt es sich heraus, ist das Grausamste, das jemals Platz in einem DVD-Regal verschwendet hat. Ich weiß nicht was mich mehr erschrecken sollte: Das Gefurze des Zombiehundes auf der Matratze neben mir oder das menschenverachtende Fehlen jeglichen Talentes, der
Schauspieler
vor mir. Klamottentechnisch auf den Stand eines Gothics aus den 90ern stehen geblieben und allesamt darum bemüht so cool auszusehen wie Keanu Reeves in Matrix, stampfen diese schlimmen Menschen durch irgendeiner Kleinstadt, um als Zombiespezialeinheit gegen übelst geschminkte Menschen zu kämpfen, die nur eins wollen: Raus aus diesem Film Gehirne.
Guturale Laute hinter mir wecken mich aus meiner Trance und während ich scheinbar unbewust versuche mir mit einer Salzstange die Pulsadern aufzuschlitzen, um mich aus diesem Elend zu befreien, weckt sich Unmut in den Gestalten um mich herum. Sie scheinen darüber zu diskutieren, ob der Film ausgeschaltet werden soll, oder nicht. Mich fragt ja keiner, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es wirklich nicht noch schlimmer kommen kann, mische ich mich ein. Und siehe da: Das dritte heruntergewürgte Jever (ich hoffte auf ein Koma) zeigt seine Wirkung, denn inzwischen verstehe ich nicht nur das krächzende Gewürge, sondern spreche es auch:
“Jungs, was ist das für eine Scheiße? Wollt ihr mich verarschen? Das ist allerhöchstens auf einer Metaebene gruselig, die sich weit hinter Laienschauspielerei befindet! Macht den Scheiß weg!”
Es entwickeln sich zwei Gruppen und erst als der Anführer der “Der-Film-bleibt-an”-Gruppe kacken geht sich noch ein Bier holt, nutzt die andere Gruppe die Chance den Film nach nur 20 Minuten auszuschalten. Ich atme erleichtert auf. Aber nicht nur, weil diese Beleidung der menschlichen Sinne ausgestellt wurde, sondern weil der furzende Hund die Gunst der Stunde nutzt, um draußen eine rauchen zu gehen.
Ich nutze das Durcheinander, als die beiden Gruppen aufeinander losgehen (“Film?” – “Film scheiße!” – “Film wieder an!” – “Film scheiße!”) und robbe zum Ausgang. In letzter Sekunde greift etwas mein Fußgelenk und zieht mich zurück in die Räuberhöhle und bindet mich fest. Immerhin ist der Film aus, allerdings stehe ich dem Anlitz eines auf die Uhr schauenden Managers ohne Kopf gegenüber.

Hat das Elend denn niemals ein Ende? Severance – Ein blutiger Betriebsausflug? Was soll das bitteschön für ein schlechter Witz sein?
Ich versuche mich aus dem Griff zu lockern, den mir der furzende Schäferhundmischling angedeihen lässt, kann aber nur einen Arm befreien und schlage um mich. Niemand scheint mich wahrzunehmen und als meine Kräfte nachzulassen drohen, setze ich meine gesamte Energie darin wenigstens die Jeverflasche zu schnappen und auf Ex auszutrinken.
Das hat gesessen. Also entweder das…ähem… Bier, oder Film. Kann es sein, dass der gerade wirklich… gut war? Ich lasse ihn nach dem Ende Revue passieren, öffne noch eine Flasche von Norddeutschlands Rache und beginne mich langsam in meiner Umgebung wohlzufühlen. Vielleicht ist es doch alles garnicht so schlimm.
Bis der nächste Film angeschmissen wird.
- Mal Sehen •
- Oktober 28th, 2008 •
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- Schlagwörter: Dead Hunters, Halloween, Horror, Severance - Ein blutiger Betriebsausflug









































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