Was bisher geschah:
Ich wachte in einer stinkenden Höhle auf, umgeben von lebenden Leichen, die mich mit Salzstangen, Jever und Pizza an eine siffige Matraze gefesselt hatten. Meine geistige Nahrung bestand aus Horrorfilmen, die meine Gruselphobie kurieren sollten. Leider entwickelte ich entweder eine Immunität zum Gruseln, oder die Filme waren allesamt für Grundschulkinder konzipiert.

Teil 1Teil 2Teil 3

Kaum neun Stunden in Gefangenschaft haben mich dermaßen abgestumpft, dass mein Puls mit jedem Horrorfilm abflaute. Wenn es so weiter ging, müsste ich nach 24 Stunden eigentlich einen Ruhepuls von 0 haben. Lediglich Saw 3 hatte mich kurzzeitig daran erinnert, was für ein Waschlappen ist sein konnte, wenn ein wenig Blut spritzte.


Und der darauf folgende Film White Zombie trug nicht gerade dazu, dass es besser wurde. Als der größte meiner übel riechenden Entführer triumphierend die DVD in den Händen hielt, bekam ich es kurz mit der Angst zu tun. Allein das Wort “Zombie” auszusprechen reicht normalerweise aus, dass ich mir in die Hosen mache, wie ein kleines Schulmädchen. Als die ersten paar Minuten verstrichen und Bela Lugosis Gesicht wiederholt zur bildschirmfüllenden Fratze mutierte, konnte ich mir ein lautstarkes Gähnen nicht verkneifen.

Machen wir uns nichts vor: Ein Horrorfilm, der 1932 reihenweise Unterhosen füllte, ist über 76 Jahre und etliche Romeros später, nichts anderes als langweilig. Ich versuchte ihn als Filmklassiker zu bewerten, aber es bringt nichts. Der Film stinkt.

Story: ★½☆☆☆
Effekte: ★☆☆☆☆
Boshaftigkeit des Bösewichts: ★☆☆☆☆
Kopf hinter Kissen versteckt: 0

Ich kann nur bedingt die Argumente “Für damalige Zeiten…” und “Ist doch ein Filmklassiker…” verstehen, auch wenn dieser Film wohlmöglich den Grundstein für tausende weitere Filme gelegt hat. Nostalgie ist schön und gut, aber wenn ich mich so gruseln will, kann ich auch in meine Heuristik-Vorlesung gehen.

Um mein Gequengel zu stillen, legte man Zombie Diaries, einen “richtigen” Zombiefilm rein. Auf der Rückseite der Verpackung stand etwas in der Art, wie “Endlich wieder ein gruseliger Zombiefilm” und “Der beste Zombiefilm seit Jahren”, was für meine Wärter zu lauthalsigem Gegrunze und Gegröhle führte. Als die DVD-Menü ein wirklich grausiges Bild des Grauens offenbarte, versteckte ich mich das erste Mal hinter dem Kissen.

Danach legte ich mich darauf und die Langeweile ließ mich einen unruhigen Schlaf schlafen.
Die Geschichte um eine Art Vogelgrippe-Virus, der jeden in einen lebenden Toten verwandelt, mag ja schon nicht neu erscheinen. Auch, dass der Low-Budget-Film mit einer zittrigen Handkamera gedreht wurde, kann dazu führen, dass man dem Film jegliche Originalität abspricht. Aber, dass in diesem Film nichts, wirklich garnichts passiert, was man auch nur im Entferntesten als spannend bezeichnen könnte (geschweige denn gruselig), würde ich nicht auf das schale Jever schieben, sondern auf das Versagen eines jeden, der an diesem Film arbeitete.

Story: ★½☆☆☆
Effekte: ★★½☆☆
Boshaftigkeit des Bösewichts: ★★☆☆☆
Kopf hinter Kissen versteckt: 1

Ich fühlte mich vom Zombieschrecken beinahe geheilt. Nur leichte Flashbacks an “28 Days Later”, “Dawn Of The Dead” und auch “Shawn Of The Dead” erinnerten mich daran, dass ich mich eigentlich hätte zu Tode gruseln müssen.

Der nächste Film sollte meinen Puls allerdings in die Höhe rasen lassen.
Vor lachen!

Vorher legten meine Entführer die, von der Entführergewerkschaft hart erkämpfte, Fußball- und Porno-Pause ein…

  • oi

    ah, schon viel besser. gefällt mir!

    und entschuldige, wenn ich so unhöflich war. kommt nicht wieder vor.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Kein Problem!

  • oi

    …ich musste so laut lachen, dass ichs jetzt nochmal aus freien Stücken sag:

    ah, schon viel besser. gefällt mir!

    und entschuldige, wenn ich so unhöflich war. kommt nicht wieder vor.