Let’s make money

15 Comments

“Können wir uns die Reichen noch leisten?”

Originaltitel: Let’s Make Money
Herstellungsland: Österreich 2008
Regie:Erwin Wagenhofer

★★½☆☆

Nach seinem kritischen Blick auf die schöne Nahrungswelt, nimmt sich Erwin Wagenhofer ein neues “großes Thema” in einer abendfüllenden Dokumentation vor: Den Finanzsektor in all seinen weltumspannenden Erscheinungsformen.

Er lässt Protagonisten des Banker-Milieus zu Worte kommen und versucht die Auswirkungen der Zahlenschiebereien aufzuzeigen. Vom mittellosen Baumwollpflücker in der Sahel-Zone, der für 50€ im Jahr seine Gesundheit ruiniert zum Finanzexperten der neuen Züricher Zeitung, spanischen Hotel-Bauherren, Finanzterminatoren die ganze Länder erpressen und dem obskuren Gartenzwerg der Jersey als Steuerparadies verkauft.

Ich mag Dokus, auch solche die eher trockene und schwierige Themen aufbereiten. Ich fand The Corporation” großartig und schätze “The Power of Nightmares” und ähnliche BBC-Dokus sehr.

Mit diesem österreichischen Dokuversuch hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten. Was vor allem auch am niedrigen Anspruch des Ganzen liegt: Wagenhofer predigt den Konvertierten und das leider nicht sehr gut. Denn abgesehen von breit ausgewalzten bekannten Missständen, bleibt er argumentatorisch oft sehr diffus.

Seine Protagonisten werden schlecht eingeführt, oft erscheint ihr Background – grade bei seinen “Zeugen der Anklage” – eher schwammig. Dort wo Nachfragen spannend gewesen wären, blendet er weg und spring an einen anderen Schauplatz. Es wird viel gezeigt, aber wenig erklärt und noch weniger belegt. Ein paar eindrucksvolle Vignetten hat er zu bieten, etwa die Luftaufnahmen die den Bauwahnsinn an der spanischen Küste dokuemntieren, doch auch hier folgen den Bildern Aussagen und Behauptungen, die lediglich die Oberfläche berühren. Warum wird dort investiert? Warum rentiert sich die Anlage in leerstehende überflüssige Edelimmobilien? Wagenhofer und sein Sprachrohr ein Geologe bleiben die Antworten schuldig.

Alleine die bisweilen krude Montage dürfte es Gegnern seiner Thesen einfach machen, sie als manipulativ und ungenau beiseite zu wischen. Wagenhofer bedient das Bauchgefühl, das die da oben alles skrupellose Arschlöcher ohne Moral sind. Das mag sogar stimmen, wird hier aber so schlecht argumentiert, dass wenig übrig bleibt.

Die paar harten Fakten die er wirklich bietet, werden im Stile einer Powerpoint-Doku in Textform eingeblendet. Dazwischen finden sich viele Stimmungsbilder, die zu lange stehen und elegisch ihre Botschaft reinhämmern, wo der Zuschauer längst verstanden hat. Steineklopfen = kein toller Job. Baumwollpflücken auch ziemlich scheisse. Dachte aber auch vorher niemand, das es anders wäre.

Das ärgerlichste sind immer wieder die “Zeugen der Anklage”, die kaum wirklich glaubwürdig eingeführt werden und letztlich nur als Sprachrohre für Wagenhofers These dienen. Das Gefühl, dass er seine Interviewten benutzt, wie andernfalls ein Off-Text genutzt würde. Das schadet der Glaubwürdigkeit, denn es gehört sicher einiges Wohlwollen und “Glauben wollen” dazu, wenn man dem angeblichen Ex-Wirtschafts-Hitman bei seiner anekdotischen Kurzübersicht über 40 Jahre US-Außenpolitik bedingungslos folgen will.

Ein paar Fakten, ein paar unabhängige Quellen, ein bißchen weniger Behauptung und mehr Erklärung hätte dem Film sehr gut getan. So bleibt der Eindruck, das hier streckenweise sehr gedehnt und getreten wurde um auf Spielfilmlänge zu bringen, was ohne inhaltliche Kürzungen auch in 45min gepasst hätte. Dazu kommt das permanente Fehlen von Bildern. Interview-Sniplets werden aneinandermontiert und dazu ist eben irgendwas zu sehen. Ob derjenige grade redet, die Texte lippensynchron sind oder Bild und Text auseinanderlaufen scheint egal.

Wagenhofer will sich anscheinend abgrenzen von den Dokus Angelsächsischer Machart, er will kein Michael Moore sein, schustert sich seine Weltsicht aber genauso lückenhaft und noch wesentlich unzugänglicher zusammen. Moore ist bei seinen “Dokumentation” zumindest unterhaltsam, bei Wagenhofer reagiert die behäbige Langatmigkeit die Tiefe vortäuscht wo doch nur Allgemeinplätze verkündet werden.

Ein ärgerlich hinkendes Ende, das krampfhaft Zusammenhänge herstellen und Betroffenheit erzeugen will und dem gut gemeinten Ganzen unglaublich schadet. Das Timing diese Doku jetzt rauszubringen ist grandios, aber inhaltlich ist man mit “The Corporation” oder “Why we fight” – die thematisch ähnliche Felder beackern, dabei aber letztlich befriedigendere Ergebnisse abliefern, wesentlich besser bedient.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

15 Comments

  1. CowVirus

    Danke fürs Review, dann kann ich mir den also sparen.

  2. Zetterberg

    Meinst du mit “Ex-Wirtschafts-Hitman” den mysteriösen John Perkins (Confessions of an Economic Hitman)?

    Habe den Film nicht gesehen, aber die Mechanismen und Abläufe, die Perkins in seinem Buch beschreibt, sind ganz einfach die Konsequenz bzw. Instrumente einer neoliberalen Weltwirtschaft. Allerdings brauche ich nicht die 007-Aufmachung (Selbstdarstellung) von Perkins dafür, um zu verstehen, dass wir täglich vor und hinter verschlossenen Türen beschissen werden…

  3. Batzman

    jep genau John Perkins ist es… wobei der Film ihn nicht erklärt sondern nur reden lässt… Man wird angehalten das was er sagt einfach zu glauben. Die Kritik und Kontroverse, das Glaubwürdigkeitsproblem das Perkins hat wird völlig ignoriert..

  4. KWentin

    fand ihn auch zu lang und zu zusammenhanglos. viele fetzen die für sich eine story zu sein scheinen, ohne dem großen ganzen. spannend war auf jeden fall das immobilienthema in spanien, aber im großen und ganzen war ich im kino eben einfach nur genervt.

  5. Simon

    War auch gestern in dem Film und muss sagen, dass ich Ihn als sehr gut empfand. Natürlich war gerade der Anfang etwas langatmig und es wurde aus allen Bereichen etwas eingebracht, was für mehrere Filme als Thema gereicht hätte. Trotzdem hat der Film Zusammenhänge vermittelt und ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit kritisch und interessant beleuchtet.
    Kann diese Kritik nicht wirklich nachvollziehen.

  6. Mops

    Ich will mich Simon anschließen. Finde die Kritik auch so nicht ganz nachvollziehbar. Es kann natürlich sein, dass der Film tatsächlich etwas zu wenig Hintergrundinfos liefert, um die Zusammenhänge noch deutlicher zu machen. Ich beschäftige mich gerade im Studium viel mit dem Thema, deswegen hatte ich schon eine grobe Ahnung von den Zusammenhängen. Dann jedenfalls ist der Film sehr gut! Er gibt dem ganzen Finanzwahnsinn endlich das, was den Zahlenkolonnen fehlt: Das menschliche Antlitz. Ich fand auch nicht, dass da krampfhaft Betroffenheit zu vermitteln versucht wurde, die ist bei mir auf ganz natürliche Weise entstanden. Der Film hat einfach gezeigt, was passiert wenn unser Geld ”arbeitet” und das ohne viel zu kommentieren. Ich würde das Ding jedem empfehlen. Am besten aber anschließend mit Leuten darüber diskutieren!

  7. stoertebecker

    der kommentar spricht mir aus der seele. nichts, was man nicht schon wusste – ausgewalzt auf stundenlange landschaftsaufnahmen.

    ich sogar war bei einer filmvorführung inklusive anschließender “podiumsdiskussion” mit dem regiesseur. diese ging auf entsprechend schwachem niveau weiter à la “Politiker sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems”…

    zu erwähnen und entsprechend zu kritisieren, wäre vielleicht noch, dass der film gerade zum ende hin eine riesige werbeplattform für den mdb hermann scheer wird.

  8. eRiC

    Stimmt schon alles. Nix sagen, einfach nur zeigen.
    Natürlich kann man das als Manko schlechtreden, aber das ist schon der Stil wie er auch bei “we feed the world” war, oder? Hätte mir aber auch mehr Inhalt gewünscht!

    Dennoch find ichs gut, daß der Film so im Kino zu sehen ist. Sicher nicht in jedem Blockbusterkino aber “da” ist er und das is auch gut so. Es sollte viel mehr solcher Filme geben. Dann gibts vielleicht auch noch nen paar mehr bessere davon :]

  9. Torrriate

    Ich finde es schon erstaunlich, dass man vor seinem Computer sitzt, ein paar kritische Absätze auf einem Server speichert, das ganze Kritik nennt und in vielen Fällen dafür mehr bekommt als so ein Schwarzafrikaner für ein Jahr physisch qualvollen Überlebenskampf bei sich zu Hause. Es ist nichts neues, aber deswegen nicht weniger erschütternd, egal wie man es zeigt. Deswegen Klappe zu, all Ihr bequemen Westmenschen, die Ihr die Form bemäkelt statt vor dem wenig neuen Inhalt zu erstarren. Klappe zu! (Kleiner Tipp: Die Bücher von John Perkins lesen und sich über einzlene Fälle der weltweiten US-Interventionen der letzten Jahrzehnte, von denen er dutzende nennen kann, informieren, bevor man einfach die Klappe aufreisst. Nochmal, Klappe zu!)

  10. SuppenkaZper

    @ Torrriate … das zieht nicht .. sorry ..
    Man kritisiert hier ja nicht an den Schwarzafrikanern herum, sowieso kapier ich nicht, was es mit mangelndem Respekt gegenüber armen Menschen zu tun hat, wenn man einen Dokumentarfilm über diese kritisiert.
    Außerdem ist es schön mit Steinen aus dem Glashaus zu werfen was? Du bist bestimmt kein bequemer Westmensch?
    Und als Basis um zu zeigen das du moralisch besser bist als wir und im Gegensatz zu uns zu respektiere weisst, auf Bücher von John Perkins zu verweisen ist beinah lachhaft. Der Mann ist zurecht sehr sehr sehr umstritten und das nicht weil er so ein toller Revoluzzer ist und die “REGIERUNG” seine “WAHRHEIT” diffarmieren will sondern weil er ja in Grundzügen was das Verhalten von Staaten recht hat aber das total verkaufstträchtig , für alle bequemen Westmenschen zu einer persönlichen James Bond Story ummünzt…
    Also, verkauf deinen Pc, dein Hab und Gut, deine Perkins Bücher fahre nach Afrika und helf den Menschen, ansonsten Klappe zu!.

  11. SuppenkaZper

    @Torriate 2

    Und zu dem “neuen Inhalt” vor dem man “erstarren” sollte… ebenfalls verzapfter Unsinn.. der Film sowie auch John Perkins hat nichts erzählt was man nicht schon hätte wissen können. Es wurden eben KEINE neuen Inhalte aufgedeckt, uns wurde NICHT gezeigt was man nicht wusste, vieles war altbekannt, dadurch nicht minder schlimm aber eben schon bekannt..
    Hier noch eine schöne Kritik zu John Perkins, in wieweit man D-Radio Kultur ernstnehmen möchte ist jedem selbst überlassen, ich mag die Kritik
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/368500/

  12. Paralyta

    Was ist denn das für eine hirnrissige Argumentation?
    Ein Film ist weniger wert, wenn er nichts Neues erzählt, sondern nur bereits Bekanntes wiederholt und wiederkaut.
    Damit dürften 99,9% alle Filme, Lieder und Bücher ziemlich überflüssig sein, da im Grunde ja immer nur der selbe ranzige Sud, in dem unser Leben treibt, immer wieder aufgekocht wird.
    Am besten verbrennen wir alles Künstlerische und dampfen unsere Kultur komplett ein. Alles, dass nach den Griechen, ach was, den Höhlenmenschen (die ihre Graffitti-Weisheiten an die Wände geschmiert haben) kam, ist doch ohnehin nur eine Kopie einer Kopie.
    Diese “Kritik” ist ein Witz, spottet jeglicher Beschreibung.
    Schon bei “Supersize Me” war das “Argument” der Wiederholung von alt Bekanntem ziemlich dürftig. Auf diese Weise wird suggeriert, dass alle Menschen alles wissen, was aktueller Stand der Forschung oder irgendwelcher Ermittlungen ist. Dies ist aber niemals möglich – kein Mensch ist allwissend und in jedem Thema auf dem neusten Stand – einige Menschen in den überinformierten Industrieländern haben trotz Ausbruch des Informationszeitalters von wichtigen Dingen keine Ahnung.
    Ist deswegen also ein Doku oder Reportage schlecht, weil sie Bekanntes dem Zuschauer nochmal vor Augen hält-> sicher nicht!

    Wenn hier die Rede davon ist, dass der Regisseur “Betroffenheit erzeugen will”, ist das wohl dem jugendhaften Alter des Kritikers, seiner Unerfahrenheit oder einer kruden Mischung aus emotionaler Kälte und Fassungslosigkeit zuzuschreiben. Ein Dokumentarfilmer zeigt (oder sollte es zumindest) die Realität abbilden. Dass kein Werk (auch kein fiktionales) frei von Aussage und Emotionalität bleibt, sollte sich auch beim letzten Kritiker rumgesprochen haben. Es bleibt besonders bei solchen harten Themen rund um Wirtschaft, Armut, und Krieg nunmal nicht aus, dass man die zeigt, die unter den Auswirkungen zu leiden haben. klar kann man sagen, dass das populitisch und plakativ ist, aber wenn nunmal Mio von Menschen täglich hungrig ins Bett gehen und unter den Auswirkungen des Hungers leiden, dann darf man doch wenigstens zeigen, wie solche Menschen dennoch überleben (siehe “We feed the world”). Man gibt dem Elend ein Gesicht und vielleicht noch ein paar Namen, dass brennt sich in unserem Wohlstandshirn, dass voller Zahlen und Informationen augenscheinlich schon völlig abgestumpft ist und nur noch rational arbeitet, wohl besser ein als wenn irgendein Bericht mal wieder aussagt:
    “Leute, dieses Jahr sind wieder ein paar Millionen Schweine an Hunger abgekratzt. Schade. Und jetzt das Wetter.”
    Ich finde die Darstellung von Verlierern dieses Wirtschaftssystem absolut nötig. Ich finde, dass Zuschauer sich ein Bild von solchen Zuständen machen muss. Viel bedenklicher finde ich eher solche Pseudo-Reality-Dokus bei den Privaten, bei denen Menschen für ein Taschengeld und etwas Hilfe für eine Stunden der ganzen Nation vorgeführt werden, während in der fünfminütigen Werbepause mehr Geld eingenommen wird, als sie in ihrem ganzen Leben verdienen.

    Wagenhofer hat in seinen Dokus wirklich nicht mit Informationen, Daten und Fakten um sich geworfen, aber schlecht finde ich diesen Ansatz dennoch überhaupt nicht. So ist der Zuschauer mal gefragt, nach diesen Informationen zu suchen, sich in das Thema hineinzulesen um nicht immer nur zu konsumieren. Zumal man selbst die besten Daten und Fakten umdrehen, hinterfragen und auseinandernehmen kann, wie es doch täglich in der politischen Diskussion getan wird. Da werden aus moderaten 4 Mio Arbeitslosen, 6 Mio ohne Arbeit (2 Mio mit ABM-Maßnahme) oder 8 Mio, die unter dem Überlebensminimum leben und auf staatliche Unterstützung angefordert sind. Zahlen und Fakten sind nunmal leider nicht immer fix und unwiderlegbar, sondern wie jede Statistik, der Raum und die Zeit ziemlich relativ.
    Wenn man die Zahl von täglich verhungernden Kindern im Kopf hat, ist das sicher kaum so eindrucksvoll und prägend, als wenn man nur eines davon pro Tag sterben sehen müsste. Wagenhofer zeigt die Gegensätze der rational denken Wirtschaftsvertreter und die Auswirkungen die deren Politik und Entscheidungen auf einen Großteil der restlichen Bevölkerung hat.

    Dass man ihm schlussendlich vorwirft Zusammenhänge zu konstruieren, ist allerdings ziemlich lachhaft. Entweder hat der Autor den Film nicht verstanden oder er ist zwischendurch mal kurz eingenickt.
    Dabei wird doch eindeutig gezeigt, wo das Geld der Industrieländer landet um hohe Renditen zu erwirtschaften. Ich frage mich ernsthaft, ob der Kritker geglaubt hat, dass der Regisseur nun eine Goldminien-Aktie kauft um dann zu filmen, wie für seine Rendite gebuddelt wird. Oder sollten etwa auf einer deutschen Bank eingezahlte Geldscheine bis in die blutigen Hände von dahingerafften Sweatshop-Arbeitern verfolgt werden?
    Stefan Raab würde sagen: “Man weiß es nicht…”

    Bewertung der Kritik:
    naja, sind wir mal gnädig:
    halber Stern

    Naja, was soll’s. Ich denke auch nicht, dass die Investmentbanker in den USA der wahre Grund der Finanzkrise sind. Da wurden bestimmt Zusammenhänge konstruiert, außerdem fehlen gesicherte Fakten. Zudem ist es doch altbekannt, dass unser Geldsystem nicht ewig exponentiell wachsen wird, da tut halt so eine kurze Verschnaufpause gut. Und für die Werksarbeiter der Autofirmen hatte das auch was Gutes, haben sie halt länger Urlaub. Ist doch alles nicht so schlimm. Die Flure auf dem Arbeitsamt sind doch lang genug.

  13. Batzman

    @Paralyta

    Aua. Dein Contra quietscht schlimmer als ein 20jr alter Daihatsu. Du hast anscheinend weder verstanden, was ich an dem Film kritisiere, noch wirklich verstanden wie fragwürdig Wagenhofers Argumentation ist. Er gibt platte Antworten auf komplexe Zusammenhänge, er gibt sich damit zufrieden blubberiges Bauchgefühl zu erzeugen. Das ist – wenn auch mit ehrenwerteren Motiven – nichts anderes als BILD auch macht. Es mag ja für einige Menschen reichen, wenn man sich emotional in Harnisch schmeisst und böse auf “die da oben guckt”, weil man sich dann selbst besser fühlt. Dabei bleibt es dann aber auch. Solange die Gegenseite eine anklagende Doku wie diese einfach aushebeln kann, weil sie unsauber und oberflächlich ist, weil sie deutlich mit konstruierten Zusammenhängen arbeitet und sich zweifelhafte Typen wie John Perkins kommentar- und distanzlos einverleibt, bleibt der Film nur Befindlichkeitskino der nichts erreicht. Schau die die im Text zitierten Dokus an, dann weißt du vielleicht welches Niveau Wagenhhofer erreichen muss, wenn man ihn ernst nehmen soll.

    PS: Deinen Werbelink hab ich entfernt.

  14. Totontli

    Ich kann der Kritik nicht folgen. Auch ein Film der schlaglichtartig die Absurditäten des heutigen Finanzgebarens zum Thema hat, ist wertvoll. Vielen Menschen unserer heutigen Gesellschaft ist nicht klar, dass z.B. Banken, Fonds und Großunternehmen alles andere als ethisch handeln. Hier leistet der Film aus meiner Sicht Aufklärungsarbeit. Um die Materie Finanzwelt mit vielen Belegen unterstützt und in voller Tiefe zu verstehen, dafür ist das Medium Kinofilm ungeeignet. Also pflichte ich dem Weg, den Wagenhofer gewählt hat, bei.
    Was mir nicht klar ist: Hier wird von John Perkins als zweifelhaftem Typen und “angeblichen” Wirtschafts-Hitman geredet. Ist mir da was entgangen? Ich habe seine beiden Bücher gelesen, fand seine Berichte nachvollziehbar und ausreichend durch Quellen belegt.

  15. JohnDance

    Mein Senf zum Film: er war etwas zu lang.

    Die Kritik: Gott, wie arrogant hingenudelt:

    [… Was vor allem auch am niedrigen Anspruch des Ganzen liegt:] Was weißt du vom Anspruch des Films?
    [Wagenhofer predigt den Konvertierten und das leider nicht sehr gut. ] Gehts auch deutsch? So, daß sich dem Leser wenigstens die Absicht deiner Aussage erschließt?
    [Denn abgesehen von breit ausgewalzten bekannten Missständen,]
    Bekannt, wem? Dir? *kopfschüttel*
    Wie wenig von in Afrika geschürftem Gold an Geld im Land bleibt: Wußt ich nicht. Auch nichts vom Ausmaß der Immobilenspekulation in Spanien. Dem Bauernsterben durch Baumwollsubventionen. Der Hochspezialisiertheit der Kanalinseln auf Geldwäsche und Nichtbesteuerung, den Charakter der Arbeit der dort verrichtet wird: “Es ist dumme, langweilige Arbeit, mit der ich soviel Geld mache, wie sonst nirgends” (sinngemäß).
    [ bleibt er argumentatorisch oft sehr diffus]
    Argumente? Angesichts der gezeigten Abscheulichkeiten (ja, ich werd jetzt dramatisch) fehlen dir Argumente?
    [Alleine die bisweilen krude Montage dürfte es Gegnern seiner Thesen einfach machen, sie als manipulativ und ungenau beiseite zu wischen. ]Was meinst du da? Ich glaub du wirfst dem Film vor, etwas nicht zu erreichen, was er gar nicht will.
    [Wagenhofer bedient das Bauchgefühl,]
    Ne’ Faust im Bauch tut weh, und das ist gut so.
    [ das die da oben alles skrupellose Arschlöcher ohne Moral sind. ]
    Du versteigst dich zu einem Urteil, daß der Autor ganz deutlich nicht fällt!
    [Das mag sogar stimmen, wird hier aber so schlecht argumentiert, dass wenig übrig bleibt.] Siehe vorher.

    Die Kraft des Films liegt in den Bildern. Bildern von absurden Auswüchsen. Und darin, daß er keine Schuldigen oder gar “Böse” zeigt. Die Logik aller Verwickelten ist folgerichtig, sie tun was das System verlangt und auch belohnt. Der Autor drückt kein Urteil auf: Das Urteil ensteht im Kopf des Zuschauers. Ein österr. Unternehmer, Mirko Kovats, der in seiner indischen Fabrikshalle rumläuft und nebenbei bemerkt wie schön es doch ohne Gewerkschaft und Betriebsrat ist, daß es sich unter solchen Bedingungen noch eine Freude ist, zu wirtschaften: Was soll man da auch noch groß sagen? Es ist schlicht nicht nötig. Ein Kommentar würde das Gesehene doch bloß entwerten, ihm die Wucht nehmen.

    [Wagenhofer will sich anscheinend abgrenzen von den Dokus Angelsächsischer Machart, er will kein Michael Moore sein, ]
    Was ne eitle Unterstellung.
    [schustert sich seine Weltsicht aber genauso lückenhaft und noch wesentlich unzugänglicher zusammen. ]
    Welche Weltsicht? Hab ich net bemerkt, wär interessant welche Weltsicht du da raussiehst. Naja, viell. auch nicht.

    […, bei Wagenhofer reagiert die behäbige Langatmigkeit die Tiefe vortäuscht wo doch nur Allgemeinplätze verkündet werden.]
    woah, belangloses Geschwafel das Interesse vortäuscht wo er doch nur mit dem Artikel fertig werden will.

    [Das Timing diese Doku jetzt rauszubringen ist grandios, ]
    Unterstellung. Der Film wurde 2007 gedreht; die Weltwirtschaftskrise kam zum Kinostart zurecht, nicht umgekehrt. Was ein entlarvendes Licht auf all die Politikerfratzen im TV wirft, die sich, nach 10 Jahren kontinuierlicher Deregulierung der Finanzmärkte in D, in Entschuldigungen wie “wuäh, aber das konnta man doch nicht wissen, war nicht abzusehen” winden, wirft. (Ok, icih geb mir hier 10 Minuspunkte für mindstretching Satzklammern)

    Kanns sein, daß du direkt von nem Actionkracher raus und in ‘Lets Make Money’ reingewankt bist? :-)

    Frohes Schaffen!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked (required)

Fünf Facefreunde
Fünf Filmtumblr
  • photo from Tumblr

    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

  • photo from Tumblr

    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

  • photo from Tumblr

    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

  • photo from Tumblr

    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

  • photo from Tumblr

    10/09/14