Terminator Salvation Preview: Meeting McG

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Sony hatte heute zu einer Preview geladen. Keine Pressevorstellung sondern eine Clipshow. Diese sind oft recht spannend, nicht nur weil die im Anschluss gereichten Häppchen die übliche Pressevorführungsbegleitverköstigung ziemlich alt aussehen lassen, sondern weil die Macher des jeweiligen Films zugegen sind und im Gegensatz zu einer offiziellen PK recht unverkrampft angequatscht werden können.

Die letzte Vorstellung dieser Art bot erste Bilder aus “The Spirit”, der mich ja genau wie sein Macher Frank Miller nur bedingt überzeugen konnte. Heute gab sich McG mit ersten Bildern aus dem vierten Teil des Terminator-Franchise die Ehre, der nach dem eher unterwältigenden Teil 3 und der kleinteiligen TV-Serie mal wieder etwas Wumms und Qualität in die Reihe bringen soll.

McG hat schon im Vorfeld die Fans gespalten, denn als Macher der polarisierenden “Charlies Angels”-Filme, schien er nicht unbedingt die erste Wahl für einen harten No-Nonsense SF-Streifen wie T4. Als einer der wenigen, der die Engel-Filme in all ihrer trashigen popcornigkeit mag, war das aber meine geringste Sorge. Nach der TV-Serie sind meine Erwartungen was Terminatoren angeht nicht mehr so besonders hoch.

McG selbst verströmt bei seinem Auftritt eine an US-Televangelisten erinnernde Dynamik, wenn er über den Film erzählt. Er ist mitten im Schnitt, freut sich die ersten Filmbilder mal auf großer Leinwand statt am kleinen AVID-Schnittcomputer sehen zu können und redet viel und gerne über den Film. Seine leicht hypernde Art, die bisweilen vom Publikum eine Hallelujah zu erwarten scheint, ist nicht jedermanns Sache und wirkt bisweilen etwas irritierend. Wenn er in einem Kino, in dem es nie Handy-Empfang gibt, plötzlich vorgibt Christian Bale anzurufen, weil er das immer so mache, ehe ein Preview startet, dann kann man sich ein gewisses Grinsen nicht verkneifen. Natürlich ist angeblich nur Bales Voicemail dran, auf die die Gäste dann applaudieren dürfen. Alles für die Show. Da passt auch der animatronische Full-Size Terminator gut ins Bild, der mitten in McGs Akt plötzlich zum Leben erwacht und mit glühenden Augen böse mit dem Kopf wackelt. Natürlich gibt es keine bedeutenden neuen Enthüllungen heute, nichts, dass man nicht schon im offiziellen Blog von McG oder woanders im Netz lesen konnte, aber das ist kein Grund das Publikum nicht ordentlich heiß zu machen und einzuschwören: We work together today!

Kein Zweifel, McG ist durch und durch amerikanischer Showman. Unzweifelhaft scheint jedoch auch seine Begeisterung für die Sache und der Respekt vor den ersten beiden Filmen. Teil 3 erwähnt auch er nur am Rande. Wichtiger sind ihm andere Facetten. T4 spielt – wie ja schon im Frühjahr bekannt wurde – einige Jahre nach dem großen Knall, zeitlich also vor 2029, der Zukunft der ersten Filme. Der T800, der Arnie-Terminator aus dem ersten Teil ist noch nicht gebaut. Die Apocalypse, der Judgment Day liegt noch nicht so lange zurück.

Der Krieg der Maschinen gegen die Menschen ist im vollen Gange. Michael Ironside ist der Anführer der grade erwachsenden Resistance, John Connor – gespielt vom tough aussehenden Christian Bale – ist frustriert, weil man ihn bisher nie ernst nahm.

Der Film wird seine Genese zum Rebellenführer zeigen. Die Roboter in T4 sehen wesentlich grobschlächtiger und klobiger aus, als man es aus den Vorgängern gewohnt ist. State of the Art ist der T600, der direkte Vorgänger des T800. Flüssiges Metal ist noch in weiter Ferne. Die Maschinen sammeln mit riesigen, an Transformers erinnernde Robotern, sogenannten Harvestern Menschen ein, an denen sie Experimente vornehmen. Ziel ist es endlich Roboter zu erschaffen, die Menschen wirklich täuschend ähnlich sehen.

Positiv wirkt was die Story betrifft, der Versuch eine gewisse innere Logik einzuhalten. Es erscheint plausibel, dass im die Menschen im Krieg gegen die Maschinen hunderte der Blechköppe wegknallen können, auch wenn in den Vorgängerfilmen ein einziger Roboter schon unbezwinglich schien, denn hier hat man es mit den schlapperen und weniger smarten Vorgängermodellen zu tun. Ebenso erklärt sich, der andere Look, der stiernackige und klopsige T600, der in der Tat wie eine Vorstufe zum T800 wirkt.

Auch wenn es wieder massig CGI geben wird, wurde wohl eine Menge als Animatronik realisiert. McG schwärmt von Stan Winstons Team, die wieder einmal eine Vielzahl an Prostethics und Animatrocnis für den Film beisteuerten. Realistische Gegenparts, die es den Schauspielern oft ersparen vor Greenscreen gegen Tennisbälle am Stock anzuspielen. Überschattet wurden die Dreharbeiten vom unerwarteten und zu frühen Tod Stan Winstons. John Rosengrant, einer der jetzigen Köpfe der Stan Winston Studios und langjähriger Mitarbeiter von Winston, erinnert nochmal an seinen Chef – dem viele der besten und charismatischsten Filmmonster ihr Leben verdanken. T4 wird Winston gewidmet sein.

Rosengrant freut sich, als er mein Weyland-Yutani-Shirt entdeckt und spricht mich an. “Aliens” war einer seiner ersten großen Filme und wenn er davon erzählt, dann klingt er genauso begeistert und liebenswert, wie man sich jemanden vorstellt, der hauptberuflich Illusionen erzeugt, Monster bastelt und seine Kindheitsträume wahr werden lässt. Er ist ebenfalls begeistert vom Film, wirkt aber authentischer und weniger laut als McG. Rosengrant ist ein Filmgeek, der sich für die kleinen Creature Features der Winston-Studios genauso begeistern kann, wie für die großen Blockbuster. Wie grafisch T4 in seiner Gewaltdarstellung letztlich werden wird, wenn er ins Kino kommt, kann aber auch er nicht mit Sicherheit sagen. Gedreht wurden sehr blutige Szenen, er grinst, als er das sagt.

McG betont, dass es keinerlei Auflagen gäbe, keine Studiovorgabe. Keinen PG13-Zwang. Das mag Marketing-Gerede sein, wie damals bei AvP und Die Hard 4, aber im Zweifel lebt ein Terminatorfilm, wie man an T2 gesehen hat, ja auch nicht wirklich von seinen splatterigen Momenten.

Die Szene des Films, die wir dann bestaunen dürfen sind teilweise identisch mit dem jüngst versehentlich geleakten Material, dass auch kurz bei AICN zu sehen war. Sie sind schick anzusehen, lassen aber noch wenig Rückschlüsse auf den Film zu. Der Look erinnert stark an Kriegsfilme wie “Black Hawk Down”, die Serie “Over There”. Bleached. Dreckig. Die Farben alle ein wenig verschoben. Das passt zu einem Kriegsfilm, erzeugt aber nicht unmittelbar das typische Terminator-Gefühl, das Cameron mit seinen stylishen Blautönen dem kalten-glatten Look der Vorgänger kreierte.

Die FX sind nur zum Teil fertig, an vielen Stellen sind PreViz eingeschnitten. Es explodiert eine Menge, nichts davon wirklich überwältigend aber durchgehend solide. Die neuen Terminatoren sind vielfälltig, es gibt Hausgroße Harvester, die wie der Schwippschwager von Megatron aussehen, motorradartige Strassenjäger, hibbelige kleine Unterwasser-Terminatoren und noch einige mehr. Die Darsteller sind wie zu erwarten schwitzig, kerlig und dreckverschmiert und sprechen mit vielen Ausrufezeichen.

Von den Dialogszenen – laut McG einer der Hauptgründe warum er Bale zum mitmachen überreden konnte – ist leider wenig zu sehen. Lediglich eine Konfrontation mit Ironside und ein Kopf an Kopf-Streit mit dem zweiten Hauptdarsteller, dem Bale nicht unähnlich sehenden Sam Worthington (der demnächst in Camerons heiß erwarteten Avatar die Hauptrolle spielt) lassen das Potential dieser Momente erkennen. Die Tricks die fertig sind, sehen gewohnt routiniert aus, was noch fehlt ist der letzte Kick – ein iconographisches Bild, wie der T1000 der durch die Gitterstäbe ging, das Auge des T-Rex in “Jurrassic Park”, der ins Auto blinzelt, das wirbelnde Auto, dass in “Wanted” James McAvoy einlädt – die letzte visuelle Idee, der Gag der einem nach dem Besuch im Kopf bleiben wird.

Doch nachdem an den Effekten und am Schnitt noch heftig gebastelt wird – Start ist wohl Mai 2009 – sollte man wohl noch abwarten. Heftig gearbeitet wird wohl noch an jenem Gag, um den McG das größte Geheimnis machte: Wird Arnie in T4 zu sehen sein?

Natürlich ist alles Top Secret, kokettiert McG, macht dann aber, als weitere Nachfragen kommen mehrere Andeutungen, die man wie folgt interpretieren könnte und die sich mit Meldungen des EMPIRE-Magazins decken, das ebenfalls in seiner neuen Ausgabe über T4 bericht: Der T800 – der aussieht wie Arnie – ist wichtiger Plotbestandteil des neuen Films. Er ist es, den die Maschinen erschaffen wollen. Seinetwegen wird an Menschen herumexperimentiert. Es liegt also nahe, dass er auch zu sehen ist. Und weil Arnie zum einen noch gouverniert und zum anderen mittlerweile doch eher den dicken Bruder von C3PO spielen könnte, könnte es sein , das man versucht das damalige Gesicht von Arnold nachzubauen und animiert nahtlos auf den realen Körper eines österreichen Body(builder)-Doubles namens Roland Kickinger zu pflanzen. Der spielt – so weiß es die imdb – den T800 – mit dem digitalen Kopf von Arnold Schwarzenegger. Die bisherigen Ergebnisse, sagt McG, waren allerdings alles andere als berauschend. Sieht so aus als müsste ILM Überstunden machen, um das bis zum Filmstart richtig hinzubekommen.

Achja und für die Filmmusik wurde neben einem spanischen Komponisten auch ein Mitglied von Radiohead angesprochen. Auf diese Zusammenarbeit dürfte man gespannt sein. Paranoid Android einmal anders.

Ob T4 wirklich der große Blockbuster wird, den sich McG und Sony erhoffen, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Bilder sehen gut aus, lassen aber noch den letzten Wump! vermissen. Doch wie es auch wird, interessanter als der dritte Teil scheint dieser Reboot des “Hasta La Vista”-Bots in jedem Fall zu werden.

Und hey.. es gab als Goodie-Bag wieder T-Shirts, Resistance-Armbänder, Schlüsselkarabiner mit Kompass und Rucksäcke.

In diesem Sinne. Dadam dam dadam. Dadam dam dadam.

In : Features, Thema

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • http://www.epenis.de Marcel

    ich bin ja ziemlich gespannt auf den film. die serie gefällt mir allerdings schon recht gut.

  • justus_jonas

    Michael Ironside??? Das dürfte dann ja wohl sein erster Kinofilm seit “Starship Troopers” sein. Geil.

  • http://i82.photobucket.com/albums/j258/tommywommy_photos/Star_Wars-Darth_Nihilus.jpg Joker

    hat der nicht zuletzt ne rolle im pc game “tiberium wars” gespielt ?

  • http://afrinalburu.blogspot.com/ Afrin Alburu

    Wünschen würde ich es mir schon, dass der neue Terminator gut wird.
    Ich fand die ersten beiden toll und den dritten nicht sooo schlecht.
    Also mal hier, ne? Bitte.

  • http://www.dyingeyes.de Boris

    Nach diesen Informationen könnte ich mir vorstellen, dass der kommende “T4″ am ehesten als so etwas wie ein “Reboot” gesehen werden könnte. So etwas wie ein respektvolles und hoffentlich konsequentes Wieder-Ansetzen an wesentlichen Elementen der beiden Cameronschen Filme.

    Ähh tatsächlich: Was hat eigentlich Michael Ironside in den letzten Jahren gemacht? Mal in der IMDB gucken gehen …

  • http://- Director

    Hört sich bis jetzt ja nicht schlecht an, aber auch noch nicht wirklich berauschend. Ich hoffe nur das T-Feeling wird stimmen, danach kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen :)

  • Mad din

    Ja und was gab es denn nu zu essen?

  • freeminder

    Wenn McG wirklich so dick aufgetragen hat, würde ich ja mistrauisch werden. Aber Bale weiß schon worauf er sich einläßt. Ausser “Die Herrschaft des Feuers” gibt es keinen Fehltritt in seiner Filmografie.
    Weiß eigentlich schon jemand was über die Zukunft der TV-Serie?

  • Dave

    @Freeminder: In Amerika läuft ja grad die 2te Season und die wird 22 Folgen haben (aktuell Ep 10) und damit wir schön zu Weihnachten auch nix anzuschauen haben macht die scheinbar ne Pause ab dem 8.12. bis in den Februar. Dann wirds mit Dollhouse (Joss Whedon) wieder laufen und mal sehen was dann passiert… Sieht aber wohl ganz gut aus dass die noch ein wenig da bleibt…

    Hab ich das jetzt eigentlich richtig verstanden dass T3 nicht wirklich passiert ist für T4 oder war das für die Serie? Also der Vorgänger für T4 eigentlich T2 und T:SCC ist?

  • freeminder

    @Dave
    Die Serie ignoriert T3, der neue Film aber nicht. Denn in T4 wird auch wieder, die aus T3 bekannte, Kate Brewster an John Connors Seite sein.
    Dieses mal wird sie gespielt von Bryce Dallas Howard.

  • Turntablerocker
  • Pingback: Terminator 4 - Terminator Salvation - Seite 8 Filmforum - Forumla.de

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