So finster die Nacht

-”Wie alt bist du wirklich?”
-”12. Aber ich bin schon sehr lange 12.”

Originaltitel: Låt den rätte komma in
Herstellungsland: Schweden 2008
Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Kåre Hedebrant, Lina Leandersson, Per Ragnar, Henrik Dahl, Karin Bergquist

****½

sofinsterdienacht_poster

Der zwölfjährige Oskar ist ein Einzelgänger. Er hat keine Freunde. In der Schule wird der anämische Junge von anderen gehänselt und gemobbt. Seinen Frust reagiert er zuhause ab. Kleine Rachephantasien, die er an Bäumen auslebt.
Sein Leben ändert sich, als das merkwürdige Mädchen Eli in seine Strasse zieht. Eli ist ebenfalls auffallend blass und lässt sich nur am Abend sehen.
Und während Stockholm von einer Mordwelle heimgesucht wird, freunden sich Eli und Oskar zaghaft miteinander an. Eine Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird, als Oskar nach und nach zu ahnen beginnt, welches Geheimnis Eli verbirgt.

Ich bin nicht der größte Freund von Vampirfilmen. Ich mag “Lost Boys”, “Near Dark”, “Fright Night”, “Buffy” und “Nosferatu” – aber die romantischen Auswüchse des Genres a la “Bram Stokers Dracula” und “Interview with a Vampire” haben mich immer herzlich wenig interessiert.

Und doch ist kein Monster so prädestiniert für sexuellen Subtext, Ambivalenz, erotische Spannung, sowieo Reflexionen zu Einsamkeit, Außenseitertum und den inneren Widerstreit zwischen GUt und Böse. Trotz aller Vorgänger ist es eben noch immer möglich einen intelligenten und “frischen” Vampirfilm zu drehen.

Dabei ist die Prämisse nicht so neu und liest sich auf den ersten Blick wie ein Remake des deutschen Jugendbuchklassikers “Der Kleine Vampir”. Auch der kommende Teenie-Hit “Twilight” bezieht seine Spannung aus der intensiven Freundschaft zwischen Mensch und Untotem. Doch die Romanverfilmung “Låt den rätte komma in” – Lass den richtigen rein – widmet sich dieser Idee konsequenter und düsterer, als es die eher auf Spaß und Action setzenden anderen Werke.

Auch wenn Kinder die Hauptrolle spielen, einen Kinderfilm hat Tomas Alfredson hier nicht abgeliefert. Er dreht für Erwachsene die mit den Regeln des Vampirfilms vertraut sind. Die nicht viele Erklärungen brauchen. Der Grundstock des Blutsauger-Mythos wird als bekannt vorausgesetzt und nicht weiter erklärt. Diese Konsequenz lässt ihm viel Spielraum die emotionale Schieflage seiner Protagonisten, der Kinder wie ihrer Eltern und “Beschützer” zu ergründen. Über weite Strecken geht es tatsächlich um die linkische, schüchterne Annäherung von Oskar und Eli. Irritierend ist dabei nicht nur der unterschwellige sexuelle Kontext, der das ganze von vergleichbaren US-Produktionen abhebt, sondern auch der Mut zur Dunkelheit und Ambivalenz.

*some spoilers ahead*

Eli ist keine eindeutige Figur – ihre Bemerkung über ihr Alter “sie sei schon sehr lange zwölf” macht ihre Beziehung zu Oskar noch irritierender- sie bleibt bei aller Zuneigung, die ihr der Film und auch Oskar entgegenbringen, immer unberechenbar. Oskar zu beobachten wie er ihr näher kommt hat etwas beängstigendes, wie ein Kind dem man dabei zusieht, wie es mit einem wilden Tier spielt. Die Hauptrollen werden von Kåre Hedebrant als Oskar und Lina Leandersson als Eli beeindruckend gespielt, lediglich die etwas ungelenke Synchro der Kinder trübt das Vergnügen hier tatsächlich talentierte Darsteller zu erleben. Auch wenn die größte Enthüllung über Eli nur angedeutet wird (die Romanvorlage ist da expliziter und lässt Eli Oskar verraten, dass Eli die Abkürzung für Elias ist), verwundert es doch wieviel sich der Film traut.

Zarte Romanze zweiter Außenseiter? Oder wird Oskar letztlich doch von Eli benutzt, die nach dem Tod ihres bisherigen Schutzpatrons und Helfers einen Nachfolger sucht? Der Film überlässt es den Zuschauern wie er die Motivation der Figuren interpretieren mag. Auch das Ende wirkt weniger wie ein Befreiungsschlag, als die Fortsetzung der Ungewissheit und der beständigen Gefahr.

Auch ohne optische Sperenzchen kreiert der Film eine melancholische, faszinierende und traurige Stimmung, eine freudlose Welt der die Kinder entgegensehen, wenn sie die verkorksten Leben ihrer Eltern, ja generell der Erwachsenen entgegen sehen. Die Bilder sind stimmungsvoll, aber zurückhaltend inszeniert. Die heftigen Ausbrüche der Gewalt, die phantastischen Momente in denen Elis wahre Natur hervorbricht sind deswegen umso effektiver, weil sie beiläufig, fast dokumentarisch inszeniert werden.

Ein eiskalter, beklemmender Film, der seine Coming-of-Age-Romanze mit brutaler Konsequenz erzählt und dennoch nie eine poetische Grundmelancholie verliert. Nicht nur für Fans des Genres absolut sehenswert.

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40 Kommentare

  1. Das Bild sieht ja eher nach Psychothriller aus. Aber trotzdem klingt das Ganze sehr, sehr interessant..

  2. wirklich herausragender Film. War sehr froh den in der Sneak gesehen zu haben.

  3. Hab den auch in der Sneak gesehen. Fand den auch verdammt gut, auch wenn er am Anfang echt schon sehr komisch war.

    Kommentar von Ogniute am 23.12.2008 um 18:13 Uhr
  4. Was ich schon woanders über diesen Film gelesen habe wird hier bestätigt, das scheint ein sehr interessanter Film zu sein.
    Und das du “Fright Night” magst finde ich cool :-)!

    Kommentar von Rocksteady am 23.12.2008 um 19:01 Uhr
  5. Juhuuu. Der Termin des Deutschlandstarts war doch mal für Februar oder so angesetzt. Das nenn ich mal en Weihnachtsgeschenk.

    Kommentar von jellyamison am 24.12.2008 um 00:42 Uhr
  6. Hmm, ich hab mich richtig gefreut, als ich endlich die Gelegenheit erhalten habe, ihn mir anzusehen, doch war ich nach dem Film nicht mehr so begeistert. Der Erzählduktus war recht behäbig, einige Szenen doch schwer mit dem Realismus, der gepflegt wird, zu vereinen

    (SPOILER

    gemeint ist das Massaker im Schwimmbad, bei dem ich mir dachte: super, tolle Art, “low profile zu pflegen” )

    und generell kommt die Stimmung bei mir nicht so an … Nichtsdestotrotz will ich den Film nicht schlecht machen, vermutlich ist dass eine entweder-oder Geschichte, in der man entweder für die Stimmung empfänglich ist oder nicht.

    Kommentar von Mr_Noyes am 24.12.2008 um 13:57 Uhr
  7. Da der Film nur mit wenigen Kopien startet, muss man wohl in kleineren und mittelgroßen Städten nicht unbedingt mit angehaltenem Atem auf ihn warten. Sobald ich aber nach den Weihnachtstagen der Kleinstadt hier Richtung Großstadt entfliehen kann, werde ich sofort ins Kino gehen. Die Romanvorlage ist nämlich schon absolut fan-tas-tisch!

    Kommentar von justus_jonas am 25.12.2008 um 15:22 Uhr
  8. letzten sommer aufm festival wollte er mir nicht so recht gefallen – handwerklich total ungenügend und ein absurdes drehbuch (so stümperhaft agierende blutsauger würden nicht alt , war meine meinung damals) . aber einfach jeder scheint den film gut zu finden – ich werde ihm eine zweite chance geben müssen . vielleicht kommt er im winter besser rein ? ;)

    Kommentar von doc am 25.12.2008 um 19:38 Uhr
  9. Du hältst die Enthüllung das Eli ein Kerl ist ernsthaft für größer als die, dass er ein Vampir ist?

    Kommentar von xyz am 26.12.2008 um 01:21 Uhr
  10. jep. ich glaube kaum, das irgendwer der den Trailer gesehen hat gedacht hat: Jep das ist eigentlich ein Junge. Aber die meisten werden sehr schnell denken: Klar, die Kleine issen Vampir. Und auch für Oskar dürfte als vermeintlich heterosexuellen Jungen die Enthüllung nicht eben einfach sein. Zumindest im Buch reagiert er hinreichend verstört… verstörter als auf die Vampirenthüllung.

  11. Ich glaube, dass es für Oskar überhaupt keine Rolle spielt, ob Eli ein Junge ist oder nicht, da der Film ausreichend Hinweise für seine Asexualität bzw. seine Befindlichkeit in der Latenzphase gibt. Die wiederholten “i’m not a girl”-Einwürfe scheinen ihn sichtlich unberührt zu lassen – so lange er nur jemanden hat, der sich nachts an ihn kuschelt und für ihn da ist.

  12. eli ist ein kerl ?? ob das im buch so ist werde ich gelegentlich nachlesen , aber im film habe ich das nicht gemerkt , ja , noch nicht mal geahnt ! kaum zu glauben , und peinlich für mich , wenn’s so ist …

    ps : ich habe kein problem damit (habe den film ja gesehen , bloss nicht gecheckt offenbar) , aber das ist ein dicker fetter spoiler !

    Kommentar von doc am 26.12.2008 um 17:55 Uhr
  13. Ok Leute, folgendes, es gab hier mal eine wirklich tolle, sagen wir mal, inoffizielle Benimm-Regel. Und zwar selbige, das man, wenn man in den Kommentaren schon massiv und echt wirklich fies spoilert, dieses dann auch kenntlich macht. Ich würde mich sehr freuen, wenn man sich das wieder angewöhnen und beibehalten könnte, hab mir extra wegen der Spoiler das Review nicht ganz durchgelesen, logischerweise, aber man überfliegt halt doch auch noch mal die Kommentare und dann…ja, ist doch alles für’n Arsch. Das hat’s mir jetzt grad echt versaut muss ich sagen. Und das find ich ziemlich ätzend, hab mich sehr auf den Film gefreut, werd ihn mir dann jetzt wahrscheinlich auch trotzdem anschauen, aber das ist halt einfach blöd so. Also bitte, bitte, bitte demnächst ganz groß und breit “SPOILER” davor setzen, das wär’ echt toll. Vielen Dank im Voraus.

    Kommentar von SchonWiederEinSebastian am 26.12.2008 um 19:10 Uhr
  14. volle Zustimmung mit Sebastian .. speziell auf die Comments zu diesem Post bezogen..

    Kommentar von SuppenkaZper am 26.12.2008 um 19:12 Uhr
  15. Hm, tut mir leid wenn das für manche nun ein solch gewaltiger Spoiler war dass ich ihnen den gesamten Film verdorben habe. (auch wenn es, wie Batzman im Review erwähnt, im Film keine wirkliche Rolle spielt)
    Ich bitte vielmals um Entschuldigung, das war mir nicht so recht bewusst. Könnte jemand der die Berechtigung dazu hat das vielleicht nachträglich ändern? Es müssen ja nicht noch mehr Leute in diese Falle tappen.

    *spoilerfortsetzung*

    @ Batzman: In Hinblick auf die Vorhersehbarkeit muss ich dir natürlich recht geben, stimme aber auch Jet in seiner Einschätzung zu.
    Ob Eli nun Männlein oder Weiblein ist spielt für den Film oder das Buch an sich – zumindest so wie ich das sehe – keine allzu große Rolle, dass sie/er ein Vampir ist wenig zweifelhaft weit mehr.

    Kommentar von xyz am 26.12.2008 um 22:01 Uhr
  16. Hm…ja…nun…ob das jetzt so ein gewaltiger Spoiler war kann ich ja nun nicht beurteilen, hab den Film ja halt noch nich’ gesehen, aber es ist ja nun mal schon eine etwas, wie soll man sagen, doch schon “schwerwiegendere” Information zur Handlung des Films, nich’ wahr? Und ob das für manche eine wirkliche Rolle spielt bleibt ja nun auch jedem selbst überlassen, ein jeder welcher sieht den Film ja für sich, der eine mag das so sehen dass das für den Film keine so wirklich große Rolle spielt, der andere vielleicht schon, ist ja irgendwie auch selbstverständlich würd’ ich sagen, will jetzt ja hier auch keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, wär’ ja auch ein wenig affig, dafür haben wir alle hier genug Plan von diesem ganzen “Film-Ding” (denk’ ich zumindest), dass wir das jetzt nicht nötig haben. Aber da ich der Meinung bin dass logischerweise jeder einen Film ein wenig ( oder manchmal auch ein wenig mehr) anders wahrnimmt als der andere, sind Spoilerwahrnungen auch in Kommentaren schon ‘ne feine Sache find’ ich.

    Und mir ist natürlich klar dass es bezogen auf die gesamte Aussage des Films wahrscheinlich keinen Unterschied macht ob man den obigen Spoiler kennt oder nicht, aber irgendwie verdirbt es einem doch schon ein wenig den Spaß an der ganzen Sache, also, find’ ich halt, is’ doch irgendwie nich’ so toll wenn man so ‘ne Info schon vorher hat, da geht doch dann die Überraschung verloren, und das is’ doch halt einfach nich’ so schön.

    So, das war’s dann jetzt aber auch dazu ;-)

    Kommentar von SchonWiederEinSebastian am 27.12.2008 um 05:09 Uhr
  17. HALBSPOILER!

    Eli ist ein Mädchen! .. Eli ist ein Mädchen! .. Eli ist ein Mädchen! .. Eli ist ein Mädchen! .. SCHALALALALA! MÄDCHEN, MÄDCHEN, MÄDCHEN, MÄDCHEN!!
    Was anderes will ich gar nicht hören, und hab ich auch nicht gesehen ;) :P

    Kommentar von l-Cristo-l am 27.12.2008 um 11:52 Uhr
  18. Großartiger Film…. Bitte anschauen!

    Kommentar von Markus am 28.12.2008 um 16:16 Uhr
  19. ein link zum trailer wäre bei den besprechungen mal ein guter service.
    und die spoiler-kommentare sollten eventuell auch gelöscht werden.

  20. Was für ein großartiger Film! Batzman, hattest du dich nicht getraut den halben Stern noch draufzupacken oder ist der bestimmt für den perfekten Film, der nie erscheinen wird? ;-)

    ** Meine 2 Cent zum Geschlechts-!!SPOILER!!-Fest: **
    Man erkennt doch in der einen Szene, in der sich Eli umkleidet ganz genau, daß sie.. eben weder noch ist – kein Mädchen und kein Junge. Persönlich empfand ich das auch als einen relativ wichtigen Aspekt – die beiden lieben sich eben ganz unabhängig davon
    ** SPOILER ENDE **

    Was mich mal wieder richtig wurmt ist die Tatsache, daß Hollywood wieder einmal angedroht hat, eine nicht amerikanische Perle durch ein US-Remake zu vergewaltigen :(

    Kommentar von Marcus am 30.12.2008 um 18:52 Uhr
  21. @jAnsen:

    Trailer und Filmausschnitt:
    apple.com/trailers/magnolia/le...

    Der Trailer kann aber etwas trügerisch wirken.

    Kommentar von Marcus am 30.12.2008 um 19:06 Uhr
  22. 5 Sterne wirds nie geben, und 0 auch nie :)

  23. —SPOILER—

    Ich bin überrascht, also ich habe im Film ebenfalls nichts davon mitbekommen dass Eli ein Junge sein soll. Fänd ich auch etwas befremdlich, schließlich wird Eli eindeutig von einem Mädchen gespielt, nes pas? ^^
    Davon abgesehen hätt ich’s klasse gefunden wenn dieser Aspekt stärker herausgestellt worden wäre, so ging das für Nicht-Buchkenner ziemlich unter. as hätte den Film durchaus NOCH mehr aufwerten können – obwohl er auch so schon klasse ist. :-)

    Gruß,
    Thommy

  24. —- SPOILER-, der ganze Kommentar —

    Die explizite Szene im Film, in der Eli sich umzieht und Oskar das vermeintliche (vernarbte!) nicht-vorhandene Geschlecht erkennen soll, ist so _unglaublich_ kurz, dass es echt schwer fällt, dem ganzen die entsprechende Bedeutung beizumessen. Es ist irgendwie… einfach nicht wichtig, finde ich. Und für Nicht-Buchkenner tatsächlich so nicht unbedingt nachvollziehbar, die Andeutungen _zu_ vage; es wird im Folgeverlauf des Films meines Erachtens auch gar nicht weiter erörtert. Im Nachhinein könnte man eine frühere Szene, in der Oskars Vater Besuch von einem (Säufer?-)Freund bekommt, auch auf einer homosexuellen Ebene deuten, vor der Oskar in bleicher Erkenntnis flieht, aber ob das wirklich so ist? Ich weiß ja nicht… Möglicherweise zu viel der Interpretation. Alles in allem fand ich – ob Junge, Mädchen oder beides/gar nichts – den Film einfach nur wunderbar, ein perfekter Start ins Kinojahr 2009 :-)

    Kommentar von David am 02.01.2009 um 17:57 Uhr
  25. @David:
    Hey, also die Szene mit Oskars Vater und seinem Besuch kam mir in der Tat auch ein wenig suspekt vor – hatte da ganz ähnliche Gedanken. :) Aber wie du schon schreibst, die andeutungen sind alle dermaßen vage, da traut man sich fast gar nicht irgendetwas hineinzuinterpretieren. ^^

  26. @alle

    Es lohnt sich auf jeden Fall auch das Buch zu lesen, das gibt noch einige weitere Erkenntnisse.

    @David

    Ich hab bisher nur das Buch gelesen aber ich würde in Anbetracht des selbigen nicht im Traum drauf kommen einen homophilen Aspekt in die Beziehung zwischen Oskars Vater und seinem Saufkumpanen zu interpretieren. Er ist einfach ein alter Freund, der einsam ist und Oskars Vater deshalb derart in Beschlag nimmt, dass Oskar sich vernachlässigt fühlt und abhaut.

    @Marcus

    - – - S P O I L E R – - -

    Eli(as) ist nicht weder noch, im Buch ist recht detailliert beschrieben, dass er ein Junge ist und sein Schwanz von seinem “Erschaffer” abgeschnitten wurde.

    - – - – - – - – - – - – - – -

    Kommentar von Josh~ am 10.01.2009 um 13:56 Uhr
  27. Tja, nur geht es hier um den FILM, rein theoretisch könnte da ja auch der ein oder andere Punkt bewusst geändert worden sein.. ;)

  28. Das kann ich mir nicht vorstellen Tiuri. Das Drehbuch wurde vom Autoren des Buches geschrieben und da wird er kaum so elementare Dinge geändert haben. In einem Interview mit der Rue Morgue hat er gesagt, dass er versucht hat, das Buch möglichst 1:1 umzusetzen, nur dass er eben ein paar Sideplots killen musste in Anbetracht der Länge des Films.

    Daran, dass die Amis bei ihrem Remake die hier diskutierte Frage um Eli völlig außen vor lassen hab ich allerdings keinen Zweifel.

  29. Was für ein guter Film.
    Ich ärgere mich fast, das Buch nicht vorher gelesen zu haben.

    Kommentar von Felix am 22.01.2009 um 17:47 Uhr
  30. Ich habe den Film vor kurzem gesehen und kann nur sagen, dass er einfach wundervoll ist. Die beiden Kinder spielen wirklich grandios!

    Der Film ist definitiv sehenswert und ich werd mir die DVD holen, dass Buch liegt hier ja schon zerlesen rum ;O)

    Kommentar von Anna am 24.01.2009 um 22:20 Uhr
  31. Hab den Film vor ein paar Monaten auf Schwedisch mit Untertiteln geguckt. Meine Freunde und ich waren restlos begeistert davon.

    Ich würde fast sagen, es macht hier ausnahmsweise rein gar nichts ob man das Buch liest, nicht liest oder ob man es vorher oder hinterher tut. Der Autor John A. Lindqvist hat auch das Filmscript geschrieben. Das Buch gibt einem ein bisschen mehr Erläuterungen als der Film, aber ich finde gerade dass der Film so viel mehr offen lässt gut, z. B. dass es im Film durchaus eine Option ist, dass Oskars Schicksal das von Elis vorherigem “Beschützer” ist.

    Eine Schande, dass ein Hollywood-Remake schon in Planung ist.

  32. SPOILER AHEAD: Dass Eli ein Junge sein könnte, spielt im Film wirklich überhaupt keine Rolle und wird meiner Meinung nach auch gar nicht angedeutet – nur wenn man es so sehen will (weil man etwa den Roman kennt). Ich habe übrigens im Film alles ganz anders verstanden: “So finster die Nacht” postuliert, dass Vampire geschlechtsneutral und zeugungsunfähig sind (zumindest was die primären Geschlechtsorgane betrifft). Das würde ebenfalls erklären, warum Eli sagt, sie sei kein Mädchen (sie ist nämlich stattdessen ein Vampir und außerdem auch schon viel älter!). Und die Verstümmelung im Genitalbereich habe ich als Selbstverstümmelung aus Frust darüber betrachtet.

    Kommentar von Binding am 28.02.2009 um 18:49 Uhr
  33. Dass Eli’s Geschlecht zu hinterfragen ist, wird schon recht früh im Film deutlich, als sie Oskar ihren Namen nennt und er reichlich befremdet reagiert: “OMFGWTFBBQ, du heißt ELI!!!???” Eli ist (eben als Kurzform von Elias/Elijah) nun mal ein hebräischer Männername.

    Kommentar von Ignaz am 06.06.2009 um 22:51 Uhr
  34. @ Ignaz: Ja, von mir aus. Aber Andrea ist in Italien auch ein Männername. Und Eli geht ganz klar und problemlos auch als Mädchenname durch. Und meinst Du denn, dass Oskar so etwas überhaupt weiß? Seine Verwunderung hängt ja wohl doch eher damit zusammen, dass er einen solchen Namen noch nie gehört hat – unabhängig davon, ob männlich oder weiblich.

    Kommentar von Binding am 08.06.2009 um 18:50 Uhr
  35. Die sexuelle Identität Eli’s habe ich beim sehen des Films eher aus der Acht gelassen. Viel mehr hab ich darüber nachgedacht, ob sie tatsächlich real sein soll. (Ähnlich wie Tyler Durden in Fight CLub) Schließlich werden die meisten Taten von den Menschen ausgeführt. Eli’s Pseudovater/ gealterter Lebensgefährte tötet von Anfang an. Auch Oskar hat das gewaltpotential bereits bevor Eli in sein Leben tritt. Das Mobbingthema erinnert natürlich an aktuelle Schulamokläufe…. Gegen diese Theorie spricht vor allem die Verwicklung mit Eli’s weiblichem Opfer, dass sich im Krankenhaus spontan selbstentzündet… So oder so ein genialer Film gerade weil er in den Zuschauer in vielerlei Hinsicht in der Luft hängen lässt.

    Kommentar von Jay am 31.10.2009 um 13:15 Uhr
  36. Sehr dagegen spricht auch das Massaker am Ende im Schwimmbad!!! Aber noch was: “Spontane Selbstentzündung” würde ich das mit der Frau nicht nennen, denn sie ist ja zum Vampir geworden und wird dem Sonnenlicht ausgesetzt. Wohl schon zuviel “Twilight” gesehen (wo die Beißerleudz ja im Tageslicht nur glitzern)? ;-)

    Kommentar von Binding am 01.11.2009 um 13:03 Uhr
  37. Klar, das Vampire bei Sonnenlicht brennen weiß jedes durschnittlich begabtes Schimpansenjunges. Für den nicht an Vampire glaubenden Arzt, würde der Begriff aber passen. Wollte nur sagen, dass es Momente gab, in denen ich überlegt habe, Eli könnte vielleicht nur Oskar’s böses ich sein. Denn selbst ihr Vormund starb ansich ja, weil er sich sein Ventil am Hals aufgeschraubt hat, ausgeblutet ist und schließlich aus dem Fenster fällt. In der Szene wo der Mann der Vampirbraut Eli’s Versteck findet, dachte ich auch zunächst die Wanne sei lehr… Egal, das Massaker hätte Oskar auf jeden Fall nicht alleine Hinkriegen können und somit war das dann auch klar…

    Twilight habe ich tatsächlich zuviel gesehen… Einmal…

    Kommentar von Jay am 01.11.2009 um 18:27 Uhr
  38. *SPOILER*

    also meine meinung zu dem ganzen geschlechtsthema:
    erstmal wundere ich mich wie oft ich hier lese eli sei asexuell. im buch wird klar, dass eli ein eunuch ist und das ist einfach in keinster weise äquivalent zum begriff asexuell. das eine bedingt das andere nicht und umgekehrt genauso.
    weiterhin denke ich, dass im film(ohne den roman zu kennen) überhaupt nicht klar werden kann, was eli nun wirklich ist. irgendjemand hat hier angeführt es würde klar werden, weil er eli heisst und eli(as) ein jungennamnen mit hebräischem ursprung ist. das lässt sich allerdings ganz einfach dadurch widerlegen, dass es ebenfalls den mädchennamen eliana gibt. es handelt sich meiner meinung nach lediglich um einen sehr ungewöhnlichen namen, was erklärt warum oscar so erstaunt ist.

    und zum schluss finde ich ebenfalls, dass man einige andere dinge im film ebenfalls komplett anders interpretieren kann als es im buch mehr oder weniger fest geschrieben steht. zum beispiel hakans rolle oder auch wie die beziehung von eli zu oscar nun wirklich ist (ob oscar eventuell nur die nachfolge von hakan antritt// bzw ob dieser früher auch ein kleiner junge wie oscar war, der sich in eli verliebte).
    natürlich alles nur meine meinung..

    Kommentar von Bowser am 14.11.2009 um 23:27 Uhr
  39. gerade gesehen super film!

  40. die argumentation aus dem buch, eli sei ein junge funktioniert aber im film nicht. das liegt allein schon daran das eli von einer weiblichen darstellerin gespielt wird.
    da kommt niemand auf die idee, (auch wenn eine extrem kurze szene dies andeuten soll) das eli ein junge sein könnte.
    das ist offen gelassen

    Kommentar von Horst am 04.03.2010 um 03:24 Uhr

Sag was!