And the Doctor goes to…

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Die ganze Welt hat mitgefiebert. Nunja zumindest die ganze Welt außer Deutschland, das ja bisher immer noch ignorant gegenüber der britischen Kultserie Doctor Who ist. Im Herbst verkündete der bisherige Doctor David Tennant, dass er nach drei Staffeln und noch 4 Specials aufhören werde. Er trat als 10. Doctor die Nachfolge von Christopher Ecclestone an, mit dem die Serie 2004 erfolgreich neu gestartet wurde. Für viele Neueinsteiger ist David Tennant THE DOCTOR. Seine erfrischende Mischung aus hyperaktivem Witz, irritierendem Optimismus, gnadenloser Härte und überraschender Melancholie definierte die Rolle.

2010 wird es Zeit für den Time Lord sich zum zehnten Mal zu regenieren und seit Monaten brodelte die Gerüchteküche. Wird der nächste Doktor ein Schwarzer? Oder gar eine Frau? Welcher Schauspieler hätte das Zeug eine so vielschichtige und eigenwillige Figur wie den Doctor zu spielen? Als heißer Anwärter galt der 44jr Patterson Joseph, ein gestandener, schwarzer Schauspieler, der bereits in einer Nebenrolle in der Serie aufgetreten war.

Doch wie immer bei Spekulationen, das Ergebnis war schließlich eine Überraschung. Heute nachmittag verkündete die BBC in einer Sonderausgabe der Serie “Doctor Who Confidential” mit dem treffenden Titel “The 11. Doctor” wer in Tennants Fußstapfen treten wird: Matt Smith, Jahrgang 1982 und bisher wohl den wenigsten Zuschauern ein Begriff. Der bubigesichtige Smith wird damit der jüngste Doctor aller Zeiten und setzt damit den Trend fort, der mit Ecclestone und Tennant begann. Nicht verwunderlich, dürfte man doch davon ausgehen, dass eine hübsche Visage auch bei der wichtigen Teeniezielgruppe gut ankommt. Bleibt nur zu hoffen, das Smith sich der Rolle als würdig erweist. Bisher war er nur in einigen Serien als Gaststar zu sehen und im Theater, u.a. im Erfolgsstück “History Boys”.

Hier ein Ausschnitt aus “Doctor Who Confidential”, in dem ihr einen ersten Eindruck von Smith bekommt.


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About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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11 Comments

  1. Ben

    Das Dr Who Zeug muss mir glaube ich mal jemand erklären. Die zwei Folgen die ich eher zufällig im TV gesehen habe waren für mich nichts weiter als durchschnittliches Sci-Fi, vielleicht ein wenig billiger ausgestattet, beleuchtet und gespielt als vergleichbare US-Produktionen.

    Was habe ich übersehen?

  2. Batzman

    Der Unterschied liegt in der Originalität der Stories, der faszinierenden Figur des Doktors und der genreübergreifenden Qualität der Serie, die sich nicht auf SciFi, Fantasy, Horror oder Comedy eingrenzen lässt. Doctor Who ist einfach eine Figur mit einer einzigartigen Geschichte, die sowohl von Ecclestone als auch besonders von Tennant in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit eingefangen und mit neuem Leben versehen wurde.

    Das Problem scheint aber generell zu sein, das die Zuschauer hier nur US-Serien mit ihrer meist sehr eindeutigen Erzählweise und der stets versöhnlichen Grundstimmung gewohnt sind. Doctor Who ist ja nur eine von vielen brillanten UK-Serien die hierzulande kein Bein auf den Boden kriegen, was wohl nur bedingt an den beschissenen Synchros liegt. Die sind ja bei US-Serien auch nicht besser. Yes, Minister, Spooks, Life on Mars, Hustle, Skins, Shameless, Spaced… liefen hierzulande ja auch nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder wurden gleich gar nicht ausgestrahlt.

    Bestenfalls eher grobschlächtiger Klamauk wie bei Mr. Bean oder The IT-Crowd scheint für Deutschland zu funktionieren.

  3. Injecter

    Geht’s mit Doctor Who bei Pro7 eigentlich weiter oder nicht?

    Matt Smith… Naja unentschieden. Ecclestone fand ich auch besser als Tennant.

  4. Batzman

    Nee soweit ich weiß hat Pro Sieben das Experiment “Doctor Who” eingestellt, nachdem ihn in gekürzter Form, auf beschissenem Sendeplatz mit mässiger Synchro keiner sehen wollte. Angeblich soll Torchwood demnächst hier laufen… was nicht wirklich Sinn macht, da die ganzen Referenzen auf das Whoniverse dann ziemlich wenig Sinn machen…

  5. juliaL49

    Hervorragend! Hab den Abend über lauter Infos über den jungen Mann gesucht :-) (und überlegt, ob ich einen Beitrag schreiben soll, aber der hier ist natürlich um Längen besser).
    Ich war erst verwirrt, weil Steven Moffat (oder irgend ein anderer Verantwortlicher) ausdrücklich gesagt hatte, dass wieder ein älterer Schauspieler ran soll und jetzt ist der Typ sogar noch jünger als ich…
    PS: rate mal was bei Twitter momentan hottest topic ist?!

  6. panzi

    Also ich kenn Dr. Who leider nciht, muss ich mir mal alle anschaun, aber Torchwood ist mies. Die Hauptdarstellerin geht, der Rest spielt mies, das Buch hat gute Ideen aber eine schlechte Implementierung und die Kamera und die Regie sind zu vergessen. Natürlich hab ichs im engl. Original gesehn. Glaub die ersten 3 oder 4 Folgen. kA ob ich mir weitere überhaupt antu.

  7. Batzman

    Torchwood hatte nen recht lahmen Start und man merkt der ersten Staffel an, dass sie noch nicht recht wussten wo sie mit der Serie und den Figuren hinwollten. Ab der Mitte der 1. Season wurd es besser, die zweite Staffel finde ich durchweg gelungen. Die zweite Spin-Off-Serie “The Sarah Jane Adventures” ist zwar deutlich für eine jugendliche Zielgruppe konzipiert macht aber in beiden Staffel durchaus Spaß.

  8. -sKy-

    Jung… sehr junge der neue. Passt mal auf den ersten Blick garnicht.

  9. flokru

    Hier gibts das ganze Folge von Doctor Who Confidential – The Eleventh Doctor.

    @Ben: Doctor Who sollte man nicht nach zwei Folgen beurteilen. Nach den ersten Folgen, die ich gesehen hatte, habe ich auch nur gedacht: “Etwas trashig und seltsam. OK, kann man sich ja vielleicht mal ansehen.” Ich bereue es inzwischen kein Stück, dabei geblieben zu sein.
    Weiterhin fand ich bei allen neuen Staffeln die ersten paar Folgen eher schwach. Später wird es dafür umso besser.
    Von mir aus darf die Produktion auch billiger, teilweise sogar trashig sein, wenn dafür Story und Atmosphäre besser als bei den meisten US-Serien sind.

    @panzi: Torchwood kommt nicht an Doctor Who ran, wird aber tatsächlich später besser. Ohne Doctor Who macht Torchwood aber wenig Sinn.

  10. ringvernichter

    David Tennant hat für mich den Doctor perfekt verkörpert. Wunderbar cool und zerstreut, aber bewahrte dabei trotzdem die Weisheit des Doctors. Bei der Episode, wo der Doctor gegen den Teufel/pure Böse kämpft war ich seit langem mal wieder vor der Glotze gefesselt vor Spannung. Schade, dass es mit ihm jetzt auch vorbei ist.

  11. justus_jonas

    Danke, Batzman. Das kann man alles treffender nicht schreiben. Ich kenne Matt Smith nur aus den Sally-Lockhart-Filmen, die kürzlich mal auf Arte liefen. Dort spielte er übrigens neben Billie Piper und hat eine gute Figur gemacht. Mir wird Tennant definitiv fehlen, aber an den Wechsel zu Moffat als Showrunner knüpfe ich große Hoffnungen. “Torchwood” soll übrigens auf RTL2 laufen. So viel dazu.
    Doctor-Who-Neulingen empfehle ich aus der neuen Serie zum Einstieg die Folgen: “The Empty Child”/”The Doctor Dances”, “The Girl in the Fireplace”, “Blink” und “Silence in the Library”/”Forest of the Dead”. Brilliant!

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