Die Nacht der lebenden… Schlümpfe?

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Dawn of the Smurf!

Zombies sind der moderne Alptraum. Das demokratische Monster. Kein Fluch wie beim Werwolf, keine erotisch-melancholische Komponente wie beim Vampir und nichtmal eine exotische Herkunft wie beim Monster aus der Schwarzen Lagune oder der Mumie. Jeder kann zum Zombie werden, ein einfacher Biss genügt und schon breitet sich die Infektion aus, macht aus normalen Menschen blutrünstige, tumbe Fleischfresser.

Zombies fehlt jede Eleganz, sie sind die die stumme, grunzende Masse. Zombies spielen nicht mit ihren Opfern. Sie schmieden keine Komplotte, sie breiten nicht genüßlich ihre Pläne aus. Sie sind die Reduktion des Grauens: Da ist etwas das dich auffressen will.

Einzeln sind sie relativ harmlos, doch es dauert meist nicht lange bis die Untoten als unnachgiebige Masse auch die Stärkste Gegenwehr überrollen. Das Zerrbild des Konsummenschen, der stumpf nur noch an eines denkt: Fressen. Und jeder kann zum Zombie werden. Familie, Freunde, ja sogar Tiere. Eben noch ein geliebter Mensch, im nächsten ein tollwütiger Untoter, der ohne zu zögern seinen Blutdurst befriedigt.

Natürlich haben diese Monster des modernen Horrorkinos wenig zu tun mit jenen mystischen lebenden Toten, die noch in den 30er Jahren als Opfer des hawaiianischen Voodookultes inszeniert wurden. Das heutige Bild der Zombies prägte vor allem ein Mann: George A Romero der 1968 mit “Die Nacht der lebenden Toten” den wegweisenden Meilenstein des Genres drehte, der bis heute die Regeln des Zombiefilms dominiert. Romero, der demnächst seinen neuen Untotenfilm “…of the Dead” in die Kinos bringt, ist der Vater der Zombies, darüber herrscht Einigkeit.

Ein Online-Comicstrip von “Menage a 3“stellt allerdings eine spassig-spannende Theorie auf. Er verweist auf das Comic-Album “Blauschlümpfe und Schwarzschlümpfe” von Peyo in dem sich die kleinen Schlümpfe einer Plage erwehren müssen, die durchaus Ähnlichkeit mit Zombies hat. Zitat aus *Menage a 3*:

“Ja die Schlümpfe! Im Buch “Blauschlümpfe und Schwarzschlümpfe wird ein Schlumpf durch ein Insekt mit einer Krankheit infiziert, die ihn schwarz, grunzend und agressiv werden lässt. Er verspürt danach den Drang die Krankheit durch das beißen anderer Schlümpfe zu verbreiten… Die Story endet mit einer kleinen Gruppe von Überlebenden, die sich einer Horde Infizierter erwehren müssen, die ihnen entgegenstürmt…

Was nichts anderes ist als das Szenario der modernen Zombie-Apokalypse – und eines, das Romeros um gut neun jahre zuvorkommt.”

Interessante Theorie, auch wenn bezweifelt werden darf, dass George A Romero sich damals wissentlich bei den putzigen Zeichnungen des Belgiers Peyo bedient hat. Dessen Werke waren aber immer schon offen für kühne Interpretation: Seit Jahren hält sich die hartnäckige Behauptung, dass die Schlümpfe nur eine “Metapher für den KuKluxKlan” seien. Beweis: Sie sind eine verschworenen Männergemeinschaft, die einzige Frau ist arisch blond, sie tragen alle weiße Kapuzen, tanzen um ein Feuer und verehren ihren Anführer den “Großen Schlumpf” der als Einziger rot gekleidet ist. Achja und der Bösewicht ist ein böser Zauberer namens Gargamel, der auch als bösartige Karikatur eines Juden interpretiert werden könnte.

Blödsinn? Natürlich. Aber genauso spannend wie die Vorstellung, dass sich in “Dawn of the dead” eine Horde Haps!-rufender Schlümpfe auf das Einkaufszentrum zubewegt.

[via: movieset]

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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9 Comments

  1. Olli K.

    Die Idee, Romero könnte seine Zombie-Interpretation bei den Schlümpfen geklaut haben, gefällt mir. Das ließe sich ausbauen: Tim und Struppi als Vorbilder für Will Smith mit seinem Hund in “I am Legend”.
    Außerdem ist das mit den Schlümpfen und dem KKK selbstverständlich Blödsinn. Die Schlümpfe sind eindeutig eine Idealdarstellung einer sozialistischen Gemeinschaft. Sagt ja schon der englische Name SMURF: Socialist Men Under Red Father.
    Ich liebe eure Seite, Batz. Macht weiter so.

  2. Andreas

    Tiere können keine Zombies werden. Das ist eine Erfindung Hollywoods. Zombies entstehen durch die Ansteckung mit dem Solanum-Virus. Aus dem “Zombie Survival Guide” vom Max Brooks: “Solanum ist für alle Lebewesen tödlich, unabhängig von Größe, Spezies oder Ökosystem. Wiederbelebung freilich findet nur beim Menschen statt. Studien haben ergeben, dass das Solanum-Virus, wenn es ein nicht menschliches Gehirm befällt, binnen weniger Stunden nach dem Tod des Wirtskörpers abstirbt, sodass der Kadaver sicher zu handhaben ist. Infizierte Tiere sterben bevor sich das Virus in ihren Körpern vermehren kann. […]”
    Kauft euch mal das Buch, ist für jeden der sich auf die kommede Zombie-Epidemie rüsten will unerlässlich!

  3. PhilipS

    Ich liebe solche Theorien, und wer weiß vllt steckt ja ein Hauch Wahrheit dahinter.
    Wurde der Zombie in Seuchenform eigentlich wirklich mit Romero’s Filmen erfunden oder finden sich in der Literatur oder im Volksmund nicht bereits Geschichten die in diese Richtung gehen?
    Schließlich beruht der Vampirglaube auch ursprünglich auf der abergläubischen Denkweise einiger Bauern, die ein paar langsam verwesende Leichen ausgebuddelt haben, bei denen sichdas Zahnfleisch zurückgezogen hatte und das Nageltbett erweitert (wodurch man den Eindruck bekam die Nägel würden weiterwachsen).

    @Olli K. ganz meiner Meinung, nur dass die tatsächliche sozialistische Gemeinschaft wohl eher Pilze konsumiert als in ihnen zu wohnen.

  4. Hennes

    Meines Wissens hat die Geschichte “I am Legend” von Richard Matheson Romero inspiriert. Das Untoten\Seuchen Thema ist dort ja schon ziemlich ausgearbeitet.

  5. kumi

    Tier können durchaus Zombies sein, siehe »Friedhof der Kuschltiere« oder »Unschuld und Unheil« (Roman) von Robert R. McCammon, in beiden Fällen durch eine Art Voodoozeugs.

  6. Rock_Holiday

    Exakt diese Schlumpffolge hatte ich als LP. Aber ob die Story älter als Night of the… ist? So oder so eine Vorwegnahme, brilliant.

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14