So zufrieden mit der Verleihung der Golden Globes war ich noch nie!
Heath Ledgers posthume Auszeichnung für seine legendäre Joker-Performance in “The Dark Knight” (bereits auf DVD erhältlich) war eigentlich Pflicht und von mir schon nach dem ersten Sehen in Bezug auf die Oscars gewünscht bzw. gefordert. Colin Farrells Preis für seinen depressiven Auftragskiller in “Brügge sehen … und sterben” (bereits
auf DVD erhältlich) zielt in dieselbe ironisch-hintergründige Ecke, verdankt sich aber natürlich dem komödiantischen Potenzial seiner Rolle in dieser kleinen bösen und politisch völlig unkorrekten Film-Perle.
Dass Kate Winslet den Hauptpreis für ihre Rolle im ultragesellschaftskritischen Liebesdrama “Zeiten des Aufruhrs” (Start: 15.01.) gewonnen hat, ist auch sehr genial, weil dieser Film allen Romantikkitsch-Süchtigen gehörig einen vor den Latz knallt und durch die Mitwirkung von Leonardo di Caprio so etwas wie DER Anti-”Titanic”-Film schlechthin ist. Es geht darin um ein Ehepaar in den sechziger Jahren, das sich die Hölle heiß macht und in einem repressiven Umfeld trotz rebellischer Gesinnung nicht den Ausbruch schafft. Es ist eine große Ode an den persönlichen Freiheitsgedanken von “American Beauty”- und “Jarhead”-Regisseur Sam Mendes (klar: ein Europäer!) mit einer der bissigsten und schwärzesten Schlussszenen, die ich jemals gesehen habe.
“Slumdog Millionär” (Start: 19.03.) von “Trainspotting”- und “28 Days Later”-Regisseur Danny Boyle kenne ich leider noch genauso wenig wie “The Wrestler” (Start: 26.02.) von “Requiem for a Dream”-Regisseur Darren Aronofsky, für den Mickey Rourke gewonnen hat. Aber ich bin mir sicher, dass das ebenfalls sehr gute Entscheidungen waren – vor allem auch im Hinblick auf die Inhalte: “Slumdog Millionär” handelt von einem indischen Slum-Bewohner, der in einer TV-Rateshow alle Antworten kennt und den Hauptpreis gewinnt – in “The Wrestler” geht es um einen abgewrackten Schaukämpfer, der sich zu einem letzten Match zwingt.
Am meisten freut mich aber der Auslandsfilm-Preis für “Waltz with Bashir” (derzeit noch im Kino), der damit den allzu geradlinig-braven “Baader Meinhof Komplex” ausgestochen hat. Der animierte Antikriegsfilm aus Israel (übrigens auch mit deutscher Beteiligung produziert) ist einer der innovativsten Filme der vergangenen Jahre, unter cineastischen Gesichtspunkten sowieso die erste Wahl und außerdem überraschend aktuell durch die Gaza-Invasion.
Vor diesen Entscheidungen kann man nur den Hut ziehen. Im Ausland – die Golden Globes sind die Preise der ausländischen Filmkritiker, die in den USA arbeiten – ist man halt wohl doch nach wie vor wohl etwas kritischer und unkommerzieller eingestellt als in Amerika. Man kann nur hoffen, dass die Preisvergaben Wegweiser für die bevorstehende Oscar-Verleihung sind!
Hier alle Gewinner der Verleihung der Golden Globes 2009:
Best Motion Picture – Drama
Slumdog Millionaire
Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Drama
Kate Winslet – Revolutionary Road
Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Drama
Mickey Rourke – The Wrestler
Best Motion Picture – Comedy Or Musical
Vicky Cristina Barcelona
Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Comedy Or Musical
Sally Hawkins – Happy-Go-Lucky
Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Comedy Or Musical
Colin Farrell – In Bruges
Best Animated Feature Film
Wall-E
Best Foreign Language Film
Waltz With Bashir (Israel)
Best Performance By An Actress In A Supporting Role In A Motion Picture
Kate Winslet – The Reader
Best Performance By An Actor In A Supporting Role In A Motion Picture
Heath Ledger – The Dark Knight
Best Director – Motion Picture
Danny Boyle – Slumdog Millionaire
Best Screenplay – Motion Picture
Simon Beaufoy – Slumdog Millionaire
Best Original Score – Motion Picture
A. R. Rahman – Slumdog Millionaire
Best Original Song – Motion Picture
“The Wrestler” — The Wrestler
Best Television Series – Drama
Mad Men (AMC)
Best Performance By An Actress In A Television Series – Drama
Anna Paquin – True Blood
Best Performance By An Actor In A Television Series – Drama
Gabriel Byrne – In Treatment
Best Television Series –
Comedy Or Musical
30 Rock (NBC)
Best Performance By An Actress In A Television Series –Comedy Or Musical
Tina Fey – 30 Rock
Best Performance By An Actor In A Television Series – Comedy Or Musical
Alec Baldwin – 30 Rock
Best Mini-Series Or Motion Picture Made For Television
John Adams (HBO)
Best Performance By An Actress In A Mini-Series Or Motion Picture Made For Television
Laura Linney – John Adams
Best Performance By An Actor In A Mini-Series Or Motion Picture Made For Television
Paul Giamatti – John Adams
Best Performance By An Actress In A Supporting Role In
A Series, Mini-Series Or Motion Picture Made For Television
Laura Dern – Recount
Best Performance By An Actor In A Supporting Role In A Series, Mini-Series Or Motion Picture Made For Television
Tom Wilkinson – John Adams
- Binding •
- Januar 12th, 2009 •
- 30 Kommentare
- Schlagwörter: Awards, Golden Globes










































Pingback: Golden Globes 2009 | Happel's Blog
Pingback: MAIN-Blog.de » Blog Archive » Freitagkino