Als Leath Hedger gestern Nacht posthum seinen Oscar für die beste Nebenrolle bekam und die Familie diesen entgegennahm, brandete in unserem Liveblog kurz eine Diskussion auf, ob das fair wäre den anderen Nominierten und der Jury gegenüber, ob man das machen dürfe. Die Diskussion ging verkürzt so:
Nilzenburger: es ist einfach unfair ihn in den “normalen” wettbewerb mit rein zu nehmen, weil seine rolle durch seine tragische geschichte noch viel mehr gewicht bekommt.
Renington: Was wäre denn die Alternative gewesen? Eine Nominierung wäre auf jeden Fall drin gewesen. Mindestens.
Nilzenburger: die alternative muss sein, das verstorbene eben nicht nominiert werden können. so scheisse das auch klingt, das kann nie ein fair game sein.
Renington: Muss ich drüber nachdenken, aber eigentlich gibt es keinen Grund, Awards posthum nicht zu vergeben, finde ich. Das verschiebt die Chancen, ja, klar, aber…. hmmm… muss ich drüber nachdenken… Ich denke, wir machen da ein eigenes Posting zu.
Nun, das hier ist das eigene Posting und ich habe darüber nachgedacht.
Selbstverständlich kann man posthume Oscars vergeben, man muss sogar, wenn es die Leistung verdient. Ebenso selbstverständlich befindet sich die Jury dann allerding unter einem enormen moralischen Druck, den Verstorbenen auszeichnen zu müssen. Das ist nicht wirklich fair den Mitnominierten gegenüber, das ist wahr. Aber:
Die Oscar-Verleihung ist in der Filmwelt ein quasi öffentliches Ritual, ein Standard, eine Zeremonie, während der sich Hollywood, immer noch das Zentrum der westlichen Filmwelt, selbst feiert und auszeichnet. Ein fast schon amtlicher Vorgang im Wortsinne. Hier werden die besten Leistungen präsentiert und prämiert und Fehlentscheidungen passieren hier genauso wie überall auf der Welt, das gehört dazu.
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