szmtag

“You’re looking for this…? for you know it completes your outfit.”

Originaltitel: Friday the 13th
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Marcus Nispel
Darsteller: Jared Padalecki, Danielle Panabaker, Amanda Righetti, Travis Van Winkle, Derek Mears, Aaron Yoo

Batzman: ★½☆☆☆
Renington Steele: ★★½☆☆

friday-13-poster-1

Anfang der 80er drehte Mutter Voorhees durch und schlachtete die Camp-Aufseher von Crystal Lake ab, weil diese ihren Sohn Jason ertrinken ließen. 30 Jahre später macht sich eine Gruppe Teenagern (alle Ende zwanzig )auf in den Wald um zu pimpern. Jason zerschnetzelt sie.

Ein paar Wochen später kommen McArschloch und seine Freunde Dumb Asian Guy, Dumb Black Guy, Stupid Chick One, Dumb White Guy, Stupid Chick Two und Final Girl in dieselbe Gegend um sich ein gepflegtes Partywochenende mit Kiffen und Pimpern zu machen. Zufällig ist auch Hero Dude in der Nähe, der nach seiner verschwundenen Schwester sucht. Jason kommt und versucht alle zu zerschnetzeln.

Von einem Reboot, war vollmundig die Rede. Von einem Film der Elemente der ersten vier Friday-Filme neu erzählen würde. Das ist natürlich im wesentlichen Quatsch. Was Marcus Nispel hier relativ gelangweilt abliefert ist (wenn man mal vom Intro absieht) ein reinrassiges 0815-Sequel. Viel zu alte Teenies rennen durch den Wald und werden von Jason zerschnitzelt. Dabei sind die Figuren genau so hohl und uninteressant wie seit eh und jeh. Es überrascht dann doch, wie völlig ambitionslos Nispel und seine Produzenten hier vorgehen. Die letzten Fortsetzungen versuchten zumindest, mal mehr (Jason X) mal weniger (Freddy vs Jason) erfolgreich, der völlig ausgegurkten Formel irgendeinen neuen Dreh abzugewinnen. Nispel erzählt seine Auftragsarbeit, als würden 40 Jahr Slasher-Geschichte nicht existieren. Bierernst und in Malen-nach-Zahlen-Manier, frühstückt Jason seine Opfer ab.

Der Verzicht auf Ironie könnte ja erfrischend sein, wenn der Film ansonsten irgendeine Idee hätte. Halloween H20 schaffte es ja durchaus der alten Formel, die ebenfalls durch zuviele miese Sequels beschädigt war, wieder einen neuen Kick zu geben. Doch dieser neue Friday erreicht so gar nichts. Die Morde sind einen Hauch sadistischer als früher, das Leiden der Opfer wird – Zugeständnis an die Torture-Porn verwöhnten Hostel- und Saw-Fans – etwas breiter ausgewalzt, die Kamera wackelt auch mehr als früher (eigentlich immer wenn etwas passiert das aufregend sein soll), was leider auch nicht die fehlende Spannung zu kaschieren weiß, die diesen Film mit bleierner Ödnis erfüllt. Die Mordszenen sind relativ unspektakulär und unoriginell, alle Charaktere wie immer belanglos. Jason ist zum Heimwerkertyp mutiert, der sich sein Versteck mit unterirdischen Gängen, Alarmdrähten und Suchscheinwerfern aufgemotzt hat. Wie immer kann er perfekt mit jeder Form von Hieb- und Stichwerkzeug umgehen. Was er zwischen den Morden macht oder wie er die letzten 30 Jahre verbracht hat, bleibt im Dunkeln.

Nispel war sich wohl bewusst, dass die Messlatte bei Jason nicht sehr hoch liegt. Ein extrem mittelmässiger Film liegt immer noch im Rahmen dessen, womit die Fans sich zufriedengeben – wie die Einspielergebnisse des Wochenendes zeigen. Und doch macht es ein bißchen wütend, wie völlig unmotiviert die Drehbuchautoren, Produzenten und Schauspieler an dieses Projekt herangegangen sind. Jason hatte nie viel zu bieten, aber wenigstens ein paar originelle Bilder und ein kleinen Hauch Atmosphäre. Der neue Jason rennt und hechtet herum, keine Spur von der langsamen Bedrohlichkeit, die ihn in den besseren Teil der Serie ausmachte. Selbst das Entdecken und erste Aufsetzen der Eishockeymaske – ein ikonographischer Moment, der die Figur nachhaltig prägt – wird hier als Pflichtübung beiläufig und abfällig weggeworfen. Das Friday-Theme ist nur im Vor- und Abspann zweimal kurz zu hören. Ansonsten dominiert Musik von der Stange. So richtig Bock hatte wohl niemand darauf den Film zu drehen.

Es hat schon seine Gründe, warum dieser Film, dessen originellste Idee die viralen Videos und der Starttermin an einem Freitag dem 13 sind, der Presse vorab nicht gezeigt wurde. Die Promokampagne ist tatsächlich noch das unterhaltsamste an diesem Streifen, der nicht einen einzigen guten Schockeffekt zu bieten hat. Die Empörung hält sich trotzdem in Grenzen, denn ganz ehrlich: Was will man an Jason noch beschädigen, das nicht längst schon kaputt gemacht wurde?

Renington Steele meint: In der Tat schießt mein liebster Batzman mal wieder über das Ziel hinaus. Der Film ist sicherlich nicht so gut, wie sein Original, das ja auch eher mit der Zeit und der ständigen Penetration durch die Eishockeymaske gewachsen ist. Sicher ist er ein etwas brutalerer Slasher-Streifen mit Titten, das war sein Original auch. Und ja, die Bay-Fabrik nimmt dem Original ein bisschen Seele.

Man darf aber auch nicht vergessen: Schon das Original war ein brutalerer Slasher mit Titten und entstand als rein kommerzielles, im Grunde liebloses Produkt in der damals zeitgenössischen Optik. So gesehen ist es ein solides Remake. Darüberhinaus hat er Jason Vorhees, ein starkes Intro und Titten. Das nenne ich solide Genrekost und deshalb hat er sich seine 2,5 Sterne verdient.

+++

Hier gehts zum Review der kompletten alten Friday-Filme

1 Trackback

  1. 17.02.2009 - Freitag der 13. | Cineasten.de

25 Kommentare

  1. So wie du das schilderst bekomme ich direkt Lust auf den Film.

    Kommentar #1 von Patrick B. Rau am 17.02.2009 um 01:50 Uhr

  2. Wenn du mal Schlafstörungen hast und nicht einpennen kannst ist das DER Film für dich ;)

    Kommentar #2 von Batzman am 17.02.2009 um 01:57 Uhr

  3. Ja cool, nur wo bekomme ich den gerade jetzt her?

    “Leiden der Opfer wird – Zugeständnis an die Torture-Porn verwöhnten Hostel- und Saw-Fans – etwas breiter ausgewalzt”

    Und damit ists für mich dann auch durch.
    Sehr sehr schade, ich habe doch der Promo wirklich inständig abgekauft, dass sie das alte Schlitzer-Genre nochmal aufleben lassen können, ohne sich am eigentlich nur noch kommerzorientierten Gerangel um einen “gemeiner, langsamer, toter”-Podiumsplatz zu beteiligen.

    Hmm, und dann auch noch Jared Padalecki als Hero Dude… komisch, dass er nach seiner Schwester und nicht nach seinem schießwütigen Bruder und einem Werwolf oder so sucht ;) Das war zumindest kurzweilig unterhaltsam..

    Kommentar #3 von ShreksEsel am 17.02.2009 um 02:09 Uhr

  4. War ja wohl klar. Oder hat irgendwer wirklich ernsthaft gedacht dass Hollywood plötzlich gerafft hat dass heute die Filme von vor 10 Jahren so nicht mehr funktionieren? Bis auf Shaky Cam und Voyeurismus par excellence denken die doch immernoch dass Zombies die im Schneckentempo laufen heute noch irgendwen Angst einjagen. Oh oh, schlechtes Beispiel :D
    Die machen sich doch nicht mal die Mühe da irgendwas zu überdenken. Was früher geklappt hat wird heute, und sei es nur wegen dem Namen, zumindest noch genügend Kohle für ein paar weitere Strandhäuser einbringen, alles andere geht denen am Arsch vorbei.

    Modernes Kino sieht einfach anders aus. Dass so eine Umstellung klappen kann sieht man an Bourne, dem neuen Bond, oder Bond, dem neuen Möchtegern-Bourne. Aber wen kümmert das, solange es genug ausländische (vor allem asiatische) Filme gibt die man dreist kopieren kann.

    Wobei man da eine gewisse Mitschuld des Publikums meiner Meinung nach nicht verleugnen kann. Megabullshit refinanziert sich perfekt, während gute, wertvolle Filme wie *insert random guten Film mit kreativer und intelligenter Story* im Keim erstickt werden. Ich warte schon auf den neuen Halloween, der genauso scheiße wird wie die letzten paar. Das amerikanische Kinovolk hat gesprochen.

    Kommentar #4 von Björn am 17.02.2009 um 02:19 Uhr

  5. batzmann , du sprichst mir aus dem herzen , wenn du uninspirierte aufgüsse alter klassiker wie indi und jetzt friday in der luft zerreisst . wie mittlerweile offenbar üblich wurde in den trailer mehr herzblut investiert als in den eigentlichen film . ich werde dann also nicht ins kino gehen für den film , ich will ja nicht “mitschuld” sein an der entwicklung ;) .

    Kommentar #5 von doc am 17.02.2009 um 02:44 Uhr

  6. und damit wird das lustige Viral-Widget von meiner Homepage wohl wieder entfernt. Klar, Jason war nie der “coole” Killer aber wenn Nispel da so nen Schwachsinn abliefert, dann verzichte ich gern.

    Kommentar #6 von Marcel am 17.02.2009 um 09:25 Uhr

  7. Zu schade daß ich mir den Film schon am Freitag den 13ten angesehen hab (und nicht euer Review abgewartet habe) – aber es war mir ja klar, dass ich nicht allzu viel zu erwarten habe… Aber dass der Film dann SOOO schlecht ist und eine um’s vielfache stärkere Wirkung als Valium aufbringt, hätte ich mir auf Grund der tollen, vielseitig gepushten Publicity und massiven Werbecampagnen nicht gedacht…

    Kommentar #7 von DNG am 17.02.2009 um 10:07 Uhr

  8. Bei all den blöden Sprüchen im Film war wohl wieder mal was Schwulenfeindliches drin, oder warum machst Du den Film schlechter als er ist. Mit was für Erwartungen gehst Du in so einen Slasher/Thrash Film?
    Ich gehe ja auch nicht in Die Vorleserin und beklage mich über mangelnde Aktion und einen zu luschigen Bodycount. Das Original war halt auch schon Müll (aber halt cooler Müll), was soll man da schon draus machen? Einen Slasher der für den Oscar nominiert wird?
    Hier der Link zu einem Review das den Film IMHO wesentlich besser trifft dasmanifest.com/01/freitagder1...

    Kommentar #8 von Kopfschüttler am 17.02.2009 um 10:14 Uhr

  9. Leute ich könnte heulen vor Glück! Nachdem dieser unsäglich dumme Film (selbst für einen Slasher ist der dumm/0815 und das will was heissen) über mich hinweg gerollt ist, ging ich in der Internet in grimmiger Vorfreude über kommende Zerisse. Aber was musste ich sehen??? An diversen Stellen des Netzes, die ich bisher für vernünftig hielt, bekommt dieser Dreck 5 Sterne und die Menschen liefern begeisterte Kommentare!

    Kommentar #9 von Chris am 17.02.2009 um 10:16 Uhr

  10. @Renington

    Du wirst echt schreckhaft auf deine alten Tage. Oder rechtfertigen Titten wirklich den einen Stern mehr?

    Grade bei einem Franchise dessen beste Filme schon eher schwach sind, enttäuscht es doch wie extrem langweilig Nispels Jason daher kommmt. Außer ein paar guten Postermotiven hat er wirklich nischte zu bieten. So sehr gelangweilt hab mich zuletzt beim fünften Teil und bei Jason takes Manhatten.

    Kommentar #10 von Batzman am 17.02.2009 um 10:38 Uhr

  11. Ist die Tatsache, das die original Serie quasi schon nichts zu bieten hat, tatsächlich eine Rechtfertigung für ein Remake, das ebenfalls nichts zu bieten hat? Da kann man doch nicht argumentieren, man sei eben der Linie des Films treu geblieben.

    Entweder man sagt, die Serie gibt so wenig her, da lohnt sich auch ein Remake nicht oder man denkt sich “Da gibt es schon Momente in der Serie aus denen man was machen kann” und man macht etwas besseres (wie auch immer “besser” sich darstellen mag).

    Aber nun ja, solange man einen Namen hat, der sich vermarkten lässt, lohnt sich wohl jeder Remake, ganz egal ob dabei Mist raus kommt oder nicht. *sigh*

    Kommentar #11 von Chris am 17.02.2009 um 11:11 Uhr

  12. Björn: danke. Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. ;)

    Kommentar #12 von Banquo am 17.02.2009 um 11:13 Uhr

  13. hmm. In der zweiten Gruppe war doch das Final Girl gar nicht enthalten. Final Girl war doch die gesuchte Überlebende aus der ersten Gruppe…

    Kommentar #13 von bashee am 17.02.2009 um 13:56 Uhr

  14. Sorry, Schüttler, aber das Review von der Manifest-Seite is ja absoluter Bockmist… Hat der Typ den Film überhaupt gesehen, der sich die Mühe gemacht hat, die einzenen Buchstaben hintereinander zu reihen und diesen Artikel verfasst hat? Oder hat er ihn nur GESEHEN aber nicht GEHÖRT?!? Warum wundert der sich die ganze Zeit, dass Jason diese Whitney Miller nicht umgebracht hat, sondern “nur” gefangen hält?!? Oder dieses saftig grüne Feld, von dem so oft gesprochen wird am Anfang des Films… Man erfährt doch eh beinahe, warum dies Feld da ist… Und wenn man nicht völlig auf der Nudelsuppe daher geschwommen kommt, kann man sich auch ein bisschen was zusammenreimen…

    Kommentar #14 von DNG am 17.02.2009 um 14:05 Uhr

  15. 3 mal titten in einer review …den film muss ich sehen.

    Kommentar #15 von alanger am 18.02.2009 um 09:26 Uhr

  16. ich denke, einen netten dvd abend in ein paar monaten kann mir noch nicht einmal der nispel ruinieren. aber fallst du das liest, batzman, was fandest du denn am zombieween remake gut?

    (hab ich ein deja-vu, oder fragte ich dich das schon einmal?)

    Kommentar #16 von burnster am 18.02.2009 um 12:55 Uhr

  17. @burnster

    das hab ich nach einer halben stunde gelangweilt ausgemacht. ich mochte von zombie bisher nur devils rejects. halloween und house of 1000 corpses waren ziemlich blutleere fantributes ohne wirkliche eigene ideen.

    Kommentar #17 von Batzman am 18.02.2009 um 13:07 Uhr

  18. hmm ich find house of 1000 corpses um einiges besser als devils rejects, der find ich mit seinem sehr aufgesetzten, gekünstelten, holzhammer coolness Ende einiges kaputt gemacht hat… ja , das Ende hat ihn echt in meinen Augen sehr abgewertet, da fand ich House.. doch stimmiger.

    Kommentar #18 von SuppenkaZper am 18.02.2009 um 13:28 Uhr

  19. Nispel hatmit Pthfinder seinerzeit schon beliebigen Kernschrott geliefert und mit diesem Schinken hat er sich noch selbst unterboten. Den Film kann man gar nicht schlechter machen als er ist, denn darunter kann nicht mehr viel kommen.

    So übles Material sollte gar nicht erst im Kino landen und arme Leute wie mich davn abhalten stattdessen Geld in einen besseren Film zu investieren.

    Kommentar #19 von Alexander Langer am 23.02.2009 um 21:19 Uhr

  20. “Bierernst und in Malen-nach-Zahlen-Manier, frühstückt Jason seine Opfer ab.” – Dass der Film scheiße ist, kauf ich dir ab, aber deine Review war einfach nur genial! Selten so gelacht.

    Kommentar #20 von Freddy am 03.03.2009 um 23:56 Uhr

  21. ich werde ihn mir einfach mal anschauen aber natürlich mit nicht sehr hoch gestreckten erwartungen…seien wir mal ehrlich:was wär die filmindustrie ohne bekloppte und hohle horrofilme?

    Kommentar #21 von triefer am 26.03.2009 um 16:37 Uhr

  22. alles klar Kinder?

    YEAH MOTHER FUCKER YEAH

    geht das nicht lauter?

    YEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEAH :DDD

    Kommentar #22 von faib am 10.04.2009 um 16:19 Uhr

  23. Dieser Film ist arschgeiiil

    *echt sehenswert =)

    Kommentar #23 von asd am 04.06.2009 um 19:26 Uhr

  24. Wie hat sich Whitney eigentlich die ganze Zeit der Gefangenschaft ernährt?? Besonders ausgemergelt sah sie nicht aus. Hat Jason sie gefüttert?? Womit?? Mit rohem Menschenfleisch seiner Opfer?? Oder kann Jason kochen??

    Kommentar #24 von KodyMonstah am 17.07.2009 um 14:30 Uhr

  25. Puhh war der langweilig. Fast noch langweiliger als Terminator 4. Außerdem sieht man vor lauter Wackelkamera kaum was von den Kills…..schnarch!
    Und das obwohl ich billige Slasher liebe.

    Kommentar #25 von Kopfschüttler am 28.07.2009 um 07:26 Uhr

Sag was!