-”I have a daughter who wants to be a singer. I was wondering if you have any tips for her.”
-”Yeah, I do. Tell her pick another career.”
Originaltitel: Taken
Herstellungsland: Frankreich 2008
Regie: Pierre Morel
Darsteller: Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Xander Berkeley, Katie Cassidy, Olivier Rabourdin, Leland Orser, Jon Gries, David Warshofsky






Ryan (Liam Neeson) ist ein ehemaliger Regierungsagent, ein Preventer, wie er selbst sagt. Doch er hat seine Karriere, an der seine Ehe zerbrach, an den Nagel gehängt um das Verhältnis zu seiner Tochter zu kitten, die er lange Jahre kaum gesehen hat. Die Tochter lebt bei ihrer Mutter und deren Mann, einem reichen Industriellen.
Ehe Ryan seine Tochter wirklich neu kennenlernen kann, wird diese auf einem Paristrip gleich am ersten Abend entführt. Zufälligerweise hört Ryan die Entführung am Handy mit und reist sofort nach Paris um sie zu retten. Mit seinen geballten Special-Ops-Fähigkeiten räumt er alleine in der albanischen Mädchenhändlerszene der französischen Hauptstadt auf, um herauszufinden, wer der eigentliche Drahtzieher hinter den Entführungen ist.
WTF. Ich hoffe Liam Neeson hat irgendwas sinnvolles mit der Gage gemacht, vielleicht eine Party mit Koks und Nutten, irgendwas das mehr Spaß macht als das Ansehen dieses unerfreulichen Drecksstreifens. Nach einem soliden ersten Akt, der trotz vieler Klischeemomente noch hinreichend charmant ist und durchaus den Auftakt für einen mittelprächtig-intelligenten Thriller geben könnte, kippt der Film mit Neesons Ankunft in Paris sehr schnell in eine hirnrissige, unlogische und zunehmend widerwärtige Selbstjustiz-Klamotte, die ihre reaktionäre Hauptfigur nicht eine Sekunde in Frage stellt.
Das Weltbild, das Luc Besson und sein Co-Autor hier (vermutlich mit Wachsmalstiften), aufzeichnen, ist an Simplizität nicht zu überbieten und kommt normalerweise eher von solchen Schwachstrom Hirnis wie Eli Roth. Alles ausländische ist böse, Franzosen sind korrupt und inkompetent, Albaner sind entmenschlichte Verbrecher, dicke Araber kaufen kleine Mädchen und sowieso hat jeder der Neeson versehntlich über den Weg läuft verdient zu sterben. Egal obs nur der Cocktailkellner vom Partyservice ist oder der Türsteher eines Clubs. Der Zweck heiligt die Mittel. Absolut. Und was bei konservativen TV-Serien wie “24″ schon ärgerlich erscheint, aber meist durch ein übergeordnetes hohes Ziel (von dem unzählige Menschenleben abhängen) gerechtfertigt wird, ist hier nur durch die Suche nach der Tochter entschuldigt. Ryan türmt wahre Leichenberge auf und vernichtet jeden der ihn irgendwie komisch anschaut oder auch nur zufällig grade am falschen Ort ist. Ryan ist ein gewissenloses Arschloch, der seine Tochter wahrscheinlich auch nur deswegen rettet, weil die Entführung sein Ego gekränkt hat, sein “Gerechtigkeitsgefühl” tangiert.
Wie eine Kampfroboter hechtet er durch den Film und erledigt mühelos und kaltblütig Verbrecher und Leute von denen man es nicht so genau weiß. Durch die Abwesenheit jedes Funkens Humor, fällt es auch schwer den Film auf einer comichaften, irrealen Ebene zu sehen, auf der beispielsweise die Die Hard-Streifen funktionieren. Ryan ist sadistisch, er foltert mit eisiger Präzision und bringt den Täter auch dann um, wenn dieser längst gestanden hat und um Gnade winselt. Die Frau eines unwilligen Pariser-Kollegen fängt sich einen Schuss in den Arm ein, auch wenn sie erkennbar unschuldig ist. Der Zweck heiligt, jaja ich weiß es.
Wenn der ganze Scheissdreck zumindest noch spannend wäre, aber durch die Terminatorhafte-Effektivität Ryans und des Fehlens eines echten, charismatischen Gegners, wird der Film mit zunehmender Laufzeit zu einer Pflichtübung. Gefilmt ist das alles routiniert und glatt, aber ohne Gefühl für echte Spannungsführung. Es gibt keine Steigerung, es gibt nur das repitative Rumgeballer, Genickgebreche und Erstechen. Ryan findet den jeweils nächsten Unterschlupf der bösen Albaner/Araber/Ausländer-Verbrecher, geht rein und bringt dort recht mühelos jeden Einzelnen um. Wüsste man nicht, dass der Showdown der Showdown ist, könnte es genauso ein weiteres Level dieses unerquicklichen Rache-Shooters sein.
Traurig, dass sich Liam Neeson und Famke Jansen für diesen Dreck um einen “Helden” hergeben, gegen den selbst Jack Bauer, Paul Kersey und Dirty Harry noch differenziert gezeichnete und sympathische Zeitgenossen sind.
Das schleimige Happy-End, das die Greuel des Films und die Abschlachtorgie des Vaters völlig ausblendet und nochmal deutlich macht, das er ja genau richtig gehandelt hat, setzt den passenden Schlusspunkt für diesen ekligen Streifen, der unverhohlen den Apologeten der Todesstrafe, des “Kurzen Prozess” und der geifernden Boulevardpresse nach dem Munde redet.
So platt, rassistisch und unreflektiert war nichtmal “Death Sentence” mit Kevin Bacon. Und der war schon ganz schön scheisse.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Februar 21st, 2009 •
- 263 Kommentare
- Schlagwörter: famkejansen, liamneeson, Luc Besson









































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