Sind posthume Oscars okay? Update

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Als Leath Hedger gestern Nacht posthum seinen Oscar für die beste Nebenrolle bekam und die Familie diesen entgegennahm, brandete in unserem Liveblog kurz eine Diskussion auf, ob das fair wäre den anderen Nominierten und der Jury gegenüber, ob man das machen dürfe. Die Diskussion ging verkürzt so:

Nilzenburger: es ist einfach unfair ihn in den “normalen” wettbewerb mit rein zu nehmen, weil seine rolle durch seine tragische geschichte noch viel mehr gewicht bekommt.

Renington: Was wäre denn die Alternative gewesen? Eine Nominierung wäre auf jeden Fall drin gewesen. Mindestens.

Nilzenburger: die alternative muss sein, das verstorbene eben nicht nominiert werden können. so scheisse das auch klingt, das kann nie ein fair game sein.

Renington: Muss ich drüber nachdenken, aber eigentlich gibt es keinen Grund, Awards posthum nicht zu vergeben, finde ich. Das verschiebt die Chancen, ja, klar, aber…. hmmm… muss ich drüber nachdenken… Ich denke, wir machen da ein eigenes Posting zu.

Nun, das hier ist das eigene Posting und ich habe darüber nachgedacht.

Selbstverständlich kann man posthume Oscars vergeben, man muss sogar, wenn es die Leistung verdient. Ebenso selbstverständlich befindet sich die Jury dann allerding unter einem enormen moralischen Druck, den Verstorbenen auszeichnen zu müssen. Das ist nicht wirklich fair den Mitnominierten gegenüber, das ist wahr. Aber:

Die Oscar-Verleihung ist in der Filmwelt ein quasi öffentliches Ritual, ein Standard, eine Zeremonie, während der sich Hollywood, immer noch das Zentrum der westlichen Filmwelt, selbst feiert und auszeichnet. Ein fast schon amtlicher Vorgang im Wortsinne. Hier werden die besten Leistungen präsentiert und prämiert und Fehlentscheidungen passieren hier genauso wie überall auf der Welt, das gehört dazu.

Heath Ledger hatte in seiner Nebenrolle eine der beeindruckendsten Leistungen 2008 abgeliefert. Selbstverständlich muss er mindestens nominiert werden dafür, alles andere wäre eine Farce. Wäre er nicht nominiert worden, hätte der Joker in jeder Sekunde über der Verleihung geschwebt und der statt dessen Ausgezeichnete hätte sich noch beschissener gefühlt, als er es ohnehin schon tun musste, als er im Wettbewerb mit einem toten Kollegen stand. Das ist das eine.

Das andere ist: Für mich wiegt der „amtliche“ Charakter der Oscar-Prämierung um einiges mehr, als die Befindlichkeiten der Jury und der Mit-Nominierten. Es geht um die beste Nebenrolle des Jahres 2008 und die kam nun einmal von Heath Ledger. Und deshalb die Auszeichnung mit dem Oscar, den er sehr wahrscheinlich auch gewonnen hätte, wäre er noch am Leben.

Die Gegenseite: Nilz N. Burger

Nun: Ich sehe das etwas anders.
Dazu muss ich vielleicht erstmal erwähnen, das ich das losgelöst sehe von der etwaigen Leistung Ledgers. Hab ich nicht gesehen, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur die Gesamtsituation bewerten.

Der Oscar für Ledger war klar. Jedem, der sich vorher Gedanken um die Oscars gemacht hat, wusste das Ledger gewinnt. Ich auch und ich habe ihn nicht gesehen. Es war einfach zwingend ihm den Oscar zu verleihen, auch wenn seine Performance nur halb so gut gewesen wäre. Er ist ja auch nicht kurz vor der Verleihung umgekommen, sondern vor fast einem Jahr. Sprich: Das ganze Brimborium um seinen mysteriösen Tod hat jedes einzelne Jurymitglied der Academy voll mitbekommen. Die Geschichte mit dem Olsen Zwilling, der Erbstreit von Ledgers Tochter und ihrer Mutter, der ganze typische Gossip-Bullshit. Und dann setzen die sich hin und sagen sich: Ich muss jetzt mal alle Information die ich freiwillig oder unfreiwillig in den letzten Wochen bekommen habe abschüttteln und frei davon entscheiden, wer denn nun wirklich am besten in einer Nebenrolle gespielt hat. Genau. Glaub ich nämlich auch nicht.

Natürlich sind die Oscars für die Filmbranche die wichtigste Verleihung, vielleicht sogar eine der wichtigsten Verleihung aller Verleihungen. Und vielleicht sind sich die Academy Mitglieder dieser Bürde ständig bewusst und entscheiden demnach auf ihrem Wahlzettel, auf dem 30 Kreuzchen zu machen sind. Vielleicht finden aber alle die Dartstellung Ledgers nun so intensiv, weil sie eben die Geschichte drumherum kennen. Mir ist zumindest noch niemand untergekommen, der die Leistung in “Knights Tale” für beachtenswert halten würde.

Ich habe bei der ganzen Geschichte ein James-Dean-Gschmäckle. Im Ernst: James Dean war nun wirklich kein brillianter Mime. Der wurde gut besetzt, die Rollen passten wie Arsch auf Eimer, so das er nicht gross spielen musste, aber der Mythos wird seiner eigentlichen Leistung nicht wirklich gerecht. Ledger hat sich sicher gesteigert: Es liegen Welten zwischen “Knights Tale” und “Brokeback Mountain”. Insofern mag der Dean-Vergleich etwas ungerecht sein. Aber der Mythos um die Person, der geht mittlerweile einen ähnlichen Weg.

Wenn also ein Schauspieler sehr öffentlich sehr tragisch ums Leben kommt. Und dann nominiert wird für den Oscar: Dann, so pietätlos das auch klingt, wird er IMMER gewinnen. Und einen Leistungsunabhängigen Sieg, der vergällt einem eben die Oscars, die sicher immer subjektiv bewertet werden, aber dann doch bitte die Schauspieler und Akteure und nicht deren Legenden. Ich könnte mich auch nicht davon frei machen, einem Ledger einen gewissen Vorrang zu geben, vor allem wenn die Rolle die er gespielt hat so schenbar nah an seiner eigenen Peron lag, an der er schliesslich zerbrach. Aber es ist eben kein fairer Preis.

Ich hab auch keine Patentlösung, aber man sollte Verstorbene eben nicht nominieren dürfen. Es ist einfach unfair. Und die Tatsache das deren Geist dann über dem Preis schweben würde, wiegt meines Erachtens nach nicht so schwer, wie das Gefühl das da jemand gewonnen hat, weil man ihn gewinnen lassen musste. Und ja: Jeder der gegen Ledger nominiert war, kann sich unmöglich wohl gefühlt haben in seiner Haut gestern Abend. Schon allein das ist Respektlos.

In : Features, Thema

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  • http://testspiel.de Marc

    Weiß jemand, wer neben Heath Ledger bisher überhaupt posthum einen Oscar bekommen hat?

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ Marc:

    Am 14. Januar 1977 verstarb Peter Finch an den Folgen eines Herzanfalls. Wenige Monate später wurde er für die Darstellung eines verrückten Fernsehmoderators in der Mediensatire Network postum mit dem Oscar ausgezeichnet. Der Preis wurde von seiner Witwe Eletha Finch entgegengenommen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar#Skandale_und_Kurioses

    Conrad L. Hall: Amerikanischer Kameramann
    Am 4. Januar 2003 verstarb Hall im Alter von 76 Jahren an Prostatakrebs. Elf Wochen später, am 23. März 2003, bei der Oscarverleihung 2003, nahm Halls ältester Sohn, Conrad W. Hall, ebenfalls Kameramann, die dritte Goldstatue für Road to Perdition stellvertretend für seinen Vater entgegen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Conrad_L._Hall

  • http://jugendsprache.net/ Thomas

    Natürlich sollte ein Oscar auch posthum möglich sein. Beste Leistung ist eben beste Leistung ( wobei ich das eher kritisch sehe, siehe dieser Beitrag: http://jugendsprache.net/film/filmpreise/43/oscar-missverstandnis ). Wenn jemand so tragisch stirbt wie Ledger, gibt es natürlich eine gewisse Gefahr der verzerrten Bewertung einer Leistung. Vielleicht wäre Ledger ohne seinen Tod ignoriert worden. Aber unverdient war dieser Oscar ganz sicher nicht. Man sollte einen posthumen Oscar nicht pauschal ausschließen, aber man sollte diese gewisse Gefahr um Auge behalten und reflektieren, ob er diesen Preis auch als lebende Person bekommen hätte …

  • Daniel

    Heath Ledger hat nun einmal die beste Nebenrolle letztes Jahr gespielt und er hat den Oscar verdient, ob er nun lebt oder leider verstorben ist.
    Ob man einen Toten nominieren darf ist eine schwer zu beantwortende Frage, aber Heath Ledger hat mit seiner Rolle als Joker einen der besten Bösewichte aller Zeiten verkörpert und ich denke das sollte man auszeichnen.
    Es ist besser er bekommt den Oscar als bester Nebendarsteller, als irgendeinen Lebenswerk-Oscar oder ähnliches, DAS wäre finde ich unfair gewesen und nicht seine Nominierung und Auszeichnung für eine brilliante Rolle in der Kategorie, in die sie hingehört.

  • Tino

    Hmm, ich bin mit Sicherheit der Einzige, aber ich fand die Darstellung des Jokers von Ledger nicht so furchtbar genial, es fehlte etwas der komödiantische Wahnsinn.
    Einen Oscar kann man geben, aber vielleicht dann eher wirklich in einer Nebenkategorie… Es verschiebt wirklich zu sehr die Bewertungsrelation. Auf der anderen Seite müßte man hier vielleicht wirklich die Maßstäbe für die Entscheidungsfindung offen legen.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Aber wo Nilz recht hat: Wie hätte man dagestanden, wenn man einem toten Nominierten keinen Oscar verliehen hätte (gibt es auch eine Liste mit toten Nominierten, die keinen Oscar bekommen hatten?)? Wie fühlt sich ein Nominierter, wenn er gegen einen Toten antritt. Und wenn er/sie dann auch noch gewinnen würde!

    Da wäre es vielleicht morbide, aber auch einfacher eine Oscarrubrik einzuführen – in loser Serie, für den Fall, dass wirklich jemand stirbt, der ihn auch so verdient hätte.

  • http://testspiel.de Marc

    Danke René. – BTW: Selbstverständlich kann und muss man posthume Oscars vergeben können.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Wie wäre mit einer neuen Kategorie. Best Dead Actor in a Supporting Role…

    Das nimmt den Druck von den Mitnominierten und es wird klar, das sich auch die Toten einem ernsthaften Wettbewerb stellen… ;)

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Mal Sehen

    Sag ich doch!

  • http://twoday.tuwien.ac.at/pub panzi

    Also ich finde Verstorbene haben genug bezahlt (das Leben) um den Verstorbenen-Bonus zu verdienen. Aber im Wesentlichen sind mir die Oscars ja sowieso egal.

  • mob

    also ich kann nur die aussage von thomas unterschreiben und dabei den artikel in seinem blog sehr empfehlen. so gut haett ich es leider nicht aufschreiben koennen. finde diese oscar-geschichte mehr als ueberbewertet, da alleine die vorauswahl die richtig guten filme z.t. komplett ausschliesst.

  • Mimikry

    Wo fängt man an, wo hört man auf? Wenn der angebliche Vorteil durch den Leichenstatus nicht gerecht ist, dann kann man auch gleich die Kinderdarsteller von der Preisverleihung mit ausschließen. Da gab es in der Vergangenheit auch den einen oder anderen Oscar, den ich mir nur mit einem Kinderbonus erklären konnte – was mich eigentlich mehr genervt hat, als es ein posthum verliehener Oscar jemals könnte.

  • mob

    nachtrag:
    und ebenfalls bin ich der meinung, dass heath ledger keinen oscar bekommen haette, wenn er noch unter den lebenden weilen wuerde oder nicht in diesem blockbuster mitgespielt haette. mal davon abgesehen, hat ja das eine das andere bedingt. hoechst wahrscheinlich, haette er ihn irgendwann mal bekommen, weil bestimmte schauspieler irgendwann sowieso einen kriegen, schon alleine weil die “jury denkt”es sei ueberfaellig. siehe z.b. scorsese der das ding sicherlich nicht fuer seinen besten film bekommen hat, sondern weil er einfach “dran war”.

  • http://www.habichnicht.de Die Japaner

    “Ebenso selbstverständlich befindet sich die Jury dann allerding unter einem enormen moralischen Druck, den Verstorbenen auszeichnen zu müssen.”

    >>> Einen Scheiß! Die Jury wird sich viel schwerer tun, den Verstorbenen NICHT auszuzeichnen und ihm somit die letzte Ehre öffentlich NICHT zu erweisen. Hedgers Geschichte IST traurig und tragisch, doch es ändert nichts an der Sache, dass die Leistungen eines Verstorbenen oder eines Kindes bei Nominierungen (nicht nur bei dem Oscar) höher gewertet werden. So ist das LEBEN.

  • http://12frames.de jAnsen

    ich glaube, dass die ganze diskussion von einer grundsätzlich falschen annahme ausgeht: die verleihung sei fair.
    jedwede verleihung/auszeichnung ist subjektiv und von “politischen” entscheidungen geprägt (gerade bei festivals/oscar/berlinale).
    wer ensthaft glaubt, der beste film/darsteller müsse zwangsweise gewinnen, soll mal zu einem beliebigen filmfestival gehen und sich anschauen, wie z.b. sonderpreise vergeben werden.

  • http://www.myspace.com/pixelfreunde Plastikman

    wow
    Aber hmm… Es sind nur Oscars… Von Menschen gemacht, an Menschen verliehen ;) Also nichts übersinnliches. Ein reines Egoding halt, dass bei vielen Filmschaffenden einen gewaltigen Motivationsschub mit sich bringt und daher, wie so viele andere Preisverleihungen, seine Darseinsberechtigung hat.
    Warum soll man denn nicht auch Postum jemanden auf diese Weise für seine allerletzte Darbietung Ehren? Ich finde das ist eine schöne Geste für einen passionierten Schauspieler, der wohl nie wieder die Chance haben wird, sich für eine Ehrung zu empfehlen.
    Also alles halb so wild meiner Meinung nach ;)

  • http://12frames.de jAnsen

    achso, um auf´s thema einzugehen: ja, laßt ihm doch den oscar. er wird ja keinen mehr bekommen können. die anderen gucken halt mal in die röhre und können sich nächstes jahr wieder gegenseitig auf die schulter klopfen.

  • http://de.youtube.com/user/PatrickBRau Patrick B. Rau

    Die FÜNF FILMFREUNDE diskutieren (sehr kontrovers) die VOR- und NACHTEILE von POSTHUMEN OSCARS.
    Ergebnis: Ja klar, äh nein, ich mein: Jein!

  • das_Produkt

    Patrick, du magst Großbuchstaben, oder?

  • http://12frames.de jAnsen

    ja, die geistreichsten kommentare sind SO DESERVING OF CAPS.
    (bitte rofl und lol dazudenken)

  • killknopf

    Ich kann mich Renington nur anschließen: Für einen fairen Wettbewerb MUSS die Nominierung von Toten und deren Gewinn einer Trophäe möglich sein.
    Wenn wir uns mal ganz blöd stellen und fragen: Wozu werden die Oscars verliehen (also im idealistischen Sinne der Sache natürlich), dann lautet die Antwort doch
    “Um herausragende Leistung im Filmproduktinsprozess zu honorieren”, und nicht
    “Um noch lebenden Filmschaffenden eine Freude zu bereiten.”
    Wenn ein großartiger Beitrag aus der Wertung genommen wird, weil der Verantwortlich tot ist, ist das Wettbewerbsverzerrung. So kann nicht gegeben sein, dass der beste Beitrag eine Chance hat zu gewinnen. Ob nun auch wirklich der Fragwürdige gewinnt oder ein Anderer, tut erstmal nix zur Sache.

    Überleitung zu Nilz: Oh mein Gott. Was hat dich denn da geritten?
    Es ist doch nicht selbstverständlich, dass ein toter Schauspieler einen Oscar gewinnt, nur weil er tot ist. Ich meine, die Academy ist vielleicht vorhersehbar bei ihren Entscheidungen, aber doch nicht total hirntot! Es würde allein deswegen schon nicht passieren, weil das viel zu auffällig wäre.
    Die Argumentation ist aber, dass die Jury sich durch zuviel Medienhype um eine Person beeinflussen ließe. Dass sie nicht in der Lage sind, das Eine vom Anderen zu trennen, diese blöden Hollywoodleute. Aber was ist mit denen, bei denen es einen Hype gibt, die aber zu allem Überfluss noch leben? Wenn z.B. Tom Cruise nominiert wäre, würde er den Oscar nach Nilz’ Logik sicher auf keinen Fall bekommen. Und da das 100% sicher ist, dürfte er garnicht erst teilnehemn. Genial.
    Aber das Schlimmste: Nilz meint, dass Ledger auch mit einer halb so guten Performance gewonnen hätte… ohne sie gesehen zu haben. Er meint, die Rolle wäre zu nah an Ledgers Charakter gewesen, um es als gutes Schauspiel werten zu können… ohne es gesehen zu haben.Er deutet sogar an, weil Ledger schon in albernen Filmen mitgspielt hat, ist es wahrscheinlich dass seine Performance hier auch nicht umwerfend war… ohne sie verdammt nochmal gesehen zu haben!

    Solche unreflektierten Äußerungen machen mich wütend, nicht zuletzt sind sie ein Schlag in’s Gesicht des Verstorbenen und seiner Angehörigen. Es macht eigentlich keinen Sinn, sich darüber aufzuregen, da Nilz einfach nicht qualifiziert für die Diskussion ist. Wie kann sich jemand noch Kritiker schimpfen, der so offensichtlich Vorurteile in’s Feld führt?

  • http://de.youtube.com/user/PatrickBRau Patrick B. Rau

    @das_Produkt

    ICH? Ja, ich mag GROßBUCHSTABEN. Kleine Buchstaben mag ich aber auch.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    interessante argumentation killknopf, aber wenn du meinen text nicht lesen kannst und dich dann über selbstinterpretierte halberkenntnisse aufregst, dann muss ich ja zum glück auch nicht mit dir diskutieren. du bist ja offensichtlich ledger-fan, also freu dich doch einfach!

    und btw: kritiker habe ich mich noch nie genannt. ich bin ja nocht blöd.

  • http://trancefish.de Marcel

    Mal ehrlich: Mit Wettbewerb hat das nix zu tun. Die Jury fand den Joker saugut, ne zeitlang haben wir alle gedacht, dass ausser Dark Knight überhaupt gar kein Film anzutreten braucht und dass Heath Ledger, der ein ausnehmend guter Schauspieler war, für diesen Film nen Oscar gekriegt hat, war mehr als okay.

  • http://www.alterfalter.de Stefan

    Let’s face it: Ein mittelprächtiger Film wie THE DARK KNIGHT hat gar keinen Oscar verdient. Nach dem Motto: “Scheiß Film – aber toll besetzt!” – Ach komm, geh weg!

    Ich bin dafür, das Verleihen von OSCARs an Tote grundsätzlich zu verbieten – die Filmindustrie kommt sonst noch auf komische Gedanken.

  • Pingback: Oscar für toten Joker

  • -sKy-

    Erinnert sich noch jemand an die alten Kinderwetten bei “WETTEN DASS” ?
    Und warum sie aus der regulären Wertung genommen wurden? Richtig, weil die durch den Knuddelfaktor ausgelösten Emotionen die Leute für die Kinder stimmen ließen, egal ob das Kind gerade mal in der Lage war bis 3 zu zählen, oder alle 500 Kaiser Japans aufzählen konnte.
    Genauso ist es wie mit dieser Legder-Totenstory. Junger Star stirbt, ein bisschen Mythos dazu, schon haben wir unseren Salat.

  • http://de.youtube.com/user/PatrickBRau Patrick B. Rau

    Ich erinnere mich. Das war ein sehr gutes Argument -sKy-

    Nichts desto weniger bleibt diese kontroverse Frage für mich in ihrer endlosen AMBIVALENZ für immer offen.

    JETZT hat er seinen OSCAR ja bekommen und das wird niemand mehr rückgängig machen können.

  • killknopf

    Bei der Sache mit den Kinderwetten gibt es einen wichtigen Unterschied:
    Bei Wetten Dass…? entscheiden die Zuschauer, bei den Oscars eine Fachjury. Die Zuschauer entscheiden (zurecht) nach Kriterien wie: Sympathie, Originalität und Unterhaltungswert; die Jury muss einigermaßen objektiv urteilen, ob die Leistung in der jeweiligen Kategorie erfüllt wird.

    Warum denken eigentlich so viele, die Academy würde ihre Entscheidungen fällen wie ein Partygast um vier Uhr morgens mit fünf Bier zuviel intus?
    Als wenn das bei denen alles nur Bauchgefühl wäre! Denkt doch auch mal an die ganzen Schmiergelder ;)

  • Fluke

    Ich finde für Jeden gleiches Recht egal ob tot oder lebendig. Man sollte der Academy so viel Kompetenz zutrauen, dass sie sich nicht von Medienberichten verblenden lässt. Natürlich hat es ein kleines Gewicht in der Entscheidung es ist aber mit Sicherheit nicht der Hauptgrund. Wenn man posthume Oscars von vornherein ausschließen würde, kann es auch mal passieren, dass ein Schauspieler nach seiner Nominierung stirbt, wird er dann disqualifiziert?, rückt einer nach?
    Heath Ledger zu nominieren war richtig und der Oscar war auch gerechtfertigt, er war ja nun kein Stümper, dem man nur aus Mitleid die Trophäe posthum verliehen hat.

  • http://fabianjochenkanzler.de fabian

    sicherlich ist das mit den toten und den kindern so eine sache. wie oben schon geschrieben wurde, bei “wetten dass” gibt es kinderwetten. was absolut legitim ist, und auch ein kinder oscar wäre sicherlich legitim. aber genau an dem beispiel kinder sieht man ja auch wieder das die academymitglieder nicht ganz verblödet sind. 99 war ja der stift aus sixth sense auch nominiert. hat er einen oscar gewonnen, weil er so klein und niedlich ist? nö. michael cain, damals schon alles andere als niedlich, hat das rennen gemacht.

    und conrad hall, der letzte mensch der den oscar postum bekommen hat, hat das ding auch nicht grundlos bekommen. auch wenn in dem jahr ein paar verdammt gut gefilmte filme (haha) im oscar rennen waren. das was der mann in road to perdition geleistet hat war einfach nur großartig. mir schwimmen da heute noch bilder durch den kopf, und das nur wegen der genialen kamera, nicht wegen des films. an seinem beispiel sieht man ganz deutlich das eben nicht einfach so oscars an tote verschenkt werden.

    obwohl man durchaus öfters das gefühl hat das oscars verschenkt werden.

    aber generell sollte man durchaus nicht gegen eine postume ehrung sprechen. und in diesem, aktuellen, fall ist das durchaus berechtigt. ein urteil über den menschen ledger kann sich eh keiner erlauben, wer kannte den schon? aber man kann sich sicherlich ein urteil über seine leistung erlauben. und die war definitiv mit einer 1 zu benoten. vorallem wenn man sieht was für einen misst der vorher teilweise verzapfte.

    und wer von den vier anderen nominierten hätten den sonst gewinnen sollen? robert downey jr. fällt ja eh raus, weil er ja in einer komödie mitspielte.
    okay gut, stimmt auch wieder, ledger spielte ja in einem actionblockbuster mit…
    was wieder zu dem punkt führt das in diesem einen speziellem fall wirklich der medienhype eine extreme rolle gespielt hat. was aber auf keinen fall verallgemeinert werden darf. auch wenn ganz amerika ab dem punkt von ledgers tot nur noch in “one ticket for the last ledger movie, please” gegangen ist, und nicht in batman.

    ____________ (schlussstrich)

    pastume oscars ja. hier und jetzt, bei ledger, sicher streitbar. trotzdem nicht ungerechtfertigt.

  • killknopf

    Besser hätte ich’s nicht auf den Punkt bringen können.

  • Andi

    Ich bin dafür, dass jeder nominierte, aber verstorbene, einen Oscar ausser Konkurrenz kriegt (ähnlich wie für das Lebenswerk).

    Damit würde sich keiner schlecht fühlen. Heath Ledger hätte einen Oscar bekommen, aber für die Kategorie, in der er nominiert war, wird halt noch mal einer ganz normal verliehen.

    Abgesehen davon, und nicht zu meiner Meinung beitragend, fand ich sowohl The Dark Knight als auch Heath Ledger in seiner Rolle jetzt nicht so überragend. Da gab es bestimmt besser besetzte Nebenrollen, die nicht mal nominiert waren (mir fällt natürlich spontan keine ein).

  • Ben

    Hmmm, wenn man die Oscars als Filmpreis sehen würde, der nach fairen, transparenten Kriterien verliehen würde, müsste ich Nilz vollständig zustimmen. Dann kann man eine lobenswerte Erwähnung machen, sogar eine Nominierung, aber eben keinen Hauptpreis für Verstorbene zulassen.

    Nun ist der in meiner Wahrnehmung aber immer mehr Enternainment-Party Hollywoods gewesen, als seriöser Filmpreis, bei der sich immer gesellschaftliches Echo im Ergebnis niedergeschlagen statt nur künstlerische Qualitäten, siehe Titanic, Aviator oder Jacksons Regieoscar… in diesem Sinne ist Ledgers Preis logisch und komplett nachvollziehbar, man zeichnet eben auch den ganzen Rummel und Dark Knight selbst damit aus.

  • Sanddorn

    Ich glaube nicht das der den Preis auch bekommen hätte wenn er nicht gestorben wäre.

    Dark Knight war ja eher ein langweiliger Flop, der Joker hatte zwar ein paar wenige Lichtblicke, war sonst aber auch eher blaß. Wenn da jemand einen Oscar verdient hat, dann derjenige der das neue geniale Design des Joker entworfen hat.

    “Es ist eine Schande. Es gibt keinen Oscar für den Produzenten. …”

  • Andrea

    “Mer muss och jünne künne” wie der Kölner sagt. Ich meine, wann soll Heath Ledger denn sonst einen Oscar bekommen wenn nicht jetzt?

    Mal vollkommen davon abgesehen wie gut seine Performance als Joker tatsächlich war, gehe ich davon aus, dass Heath Ledger, wäre er noch am Leben, von der Academy möglicherweise nicht mal nominiert worden wäre. Bekannterweise mögen die Comicverfilmungen nicht so sehr. Die ominöse “Academy” besteht aus einer Menge zum Teil sehr hochbetagter und sehr konservativer Leute, die zu allen Zeiten auch mal kräftig ins Klo gegriffen haben (Citizen Kane anyone?).

    Heath Ledger hat bereits bei Brokeback Mountain eine oscarreife Leistung abgeliefert, sein Joker gehört ebenfalls zum Besten was letztes Jahr auf der Leinwand zu sehen war; meiner Meinung nach geht der Oscar für ihn völlig in Ordnung. Leider nur noch posthum, aber besser als überhaupt nicht.

    Lieber Nilz, wenn Du den Film nicht mal gesehen hast, dann ist deine Meinung zu diesem Thema in etwa so, als würde ein Eunuch über Sex reden. Alles graue Theorie.

  • General Anzeiger

    Ich hab mir jetzt nicht jeden Kommentar durchgelesen aber: Ich finde, das eine Person, die einen Oscar gewinnt, nicht nur gute Arbeit abgegeben muss. Sondern auch eine Vorbildfunktion hat.Deswegen finde ich es falsch Heath Ledger einen Oscar zugeben, da er keine Vorbildfunktion mit seinen Drogen besitzt.
    Auch Leute die anderen Mist gebaut haben (ohne zu sterben), sollten keinen Oscar gewinnen, weil sie es einfach nicht “Wert” sind.

    Grüße

  • Pingback: Filmhass » Blog Archive » Ein fragwürdiger Oscar für Heath Ledger

  • ötze

    denkt ihr wirklich da denkt jemand hmm oke nen toter ist nominiert dann geben wir ihm ma den oscar..
    glaub das ist nicht so leicht.. also ich würd niemanden anders behandeln weil er.. tot ist

    zombies vieleicht.. ja..

    mein vorposter ist witzig^^ der bloggt bestimmt auch^^
    keine vorbildfunktionen aufrgrund drogen? hast du eine ahnung wieviele stars drogen nehmen? und wieviele davon einen oscar bekommen haben? hahahahahahahahahahahaha ich habe keine ahnung ganz ehrlich aber ich wills ehrlich gesagt auch gar nicht wissen solln se doch machen was se wollen, mir eher latte

    aber weiss nicht ob ich das falsch verstanden hab, das ding mit dem oscar.. ist das nicht sone auszeichnung die man aufgrund hoher leistungen im schauspiel erhält? also eine auszeichnung die nichts über den menschen der sie erhält aussagt außer.. ja das er gut schauspielern kann!

    bin ich ein übermensch oder wieso liegt die sache so klar auf der hand für mich?!

    nochmal zum anfang: würdet ihr echt einem menschen eine auszeichnung verleihen nur weil er tod ist? wieso? was macht das für ein sinn? habt ihr mitleid mit ihm? oder denkt ihr das der tod sone große tolle sache ist die gleich auch mitbelohnt werden sollte? die tatsache hat gewicht, klar. bei mir persönlich, das gewicht einer feder, die schnell weggepustet iss. ein kleiner nebengedanke. dann würd ich mir den nächsten kandidaten reinziehn.

    man ich schreib zuviel scheiße sorry das ich euch stress^^

    egal bin mich kurz umbringen, soll ich euch was mitbringen?

  • Tanja

    Natürlich ist es eine besondere Situation einen verstorbenen zu Nominieren, und natürlich wird der Wahlvorgang, sowie die Vergabe des Preises durch moralische Fragen und Überlegungen erschwert, aber es sollte dennoch diese Möglichkeit geben.

    Ich denke man muss sich einfach fragen was schwerer wiegt, die positive Diskriminierung (den Toten gewinnen lassen zu müssen), oder die negative Diskriminierung (einen Toten trotz toller Leistung erst gar nicht zu nominieren). Meiner Meinung nach wiegt die negative Diskriminierung schwerer, denn sie ist endgültig. Ein Lebender hat die Chance noch einmal nominiert zu werden, ein Toter nicht. Daher sollte man dem Verstorbenen diesen letzten Ruhm ruhig gönnen. Oder ist der Oscar so wichtig dass er die Ewigkeit aufwiegen kann?

    In jedem Fall finde ich es aber auch sehr gewagt, wenn nicht gar lächerlich diese Diskussion zu führen ohne Heath Ledger in seiner Rolle als Joker gesehen zu haben. Denn objektiver wird die Contra-Position dadurch nicht, sondern eher schwächer und substanzloser. Wenn man kritisiert, muss man schon Hintergrundwissen besitzen ;) Ich kann auch nicht Atomkraft kritisieren, ohne zu wissen wie sie funktioniert.

  • KodyMonstah

    James Dean wurde 1956 für “Jenseits von Eden” und 1957 für “Giganten” posthum nominiert und hat………………KEINEN Oscar erhalten. Hab mir ersteren heute angeschaut, um endlich mal einen Film mit ihm gesehen zu haben, und fand seine schauspielerische Leistung nicht ganz überzeugend, teilweise ziemliches Overacting, so dass ich ihn nach heutigen Maßstäben nicht mal nominiert hätte. Weiß allerdings nicht, welche Konkurrenz er hatte und wie die Schauspielstandards damals waren. Vielleicht war das von mir gemeinte Overacting zu der Zeit üblich in der Darstellkunst.

    Die Nominierung für Ledger ging dagegen m. M. n. völlig in Ordnung. Er ist in der Rolle aufgegangen und hat sich dafür was einfallen lassen. Oder stand das alles im Drehbuch?? Ob er den Oscar letztlich verdient hatte, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht alle anderen nominierten Filme gesehen habe.

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