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Brad Pitts Digital-Dummy: Die Effekte von Benjamin Button

Standard, 8. 3. 2009, Batzman (Oliver Lysiak), 5 Kommentare

Ed Ulbrich war zum TED-TALK eingeladen und erzählte wie lange sie getüftelt haben um den digitalen Kopf für Benjamin Button zu basteln, der in der ersten Stunde des Films Brad Pitt doubelt.

Auch wenn ich die Leistung durchaus anerkenne, wäre es wohl besser gewesen, wenn sie mehr Zeit für das Drehbuch aufgewendet hätten. Finchers Fixierung darauf, das Ganze von einem Schauspieler spielen zu lassen, beweist das ihm das Gimmick wichtiger war, als die schauspielerische Leistung. Die Bilder zeigen auch gut, wieviel Nuancen verloren gehen, wenn ein Schauspieler seinen Digitaldummy steuert – ganz abgesehen davon, dass jede schauspielerische Dynamik die sich im Zusammenspiel mit den anderen Akteueren ergibt, völlig auf der Strecke bleibt. Das Button so ein langweiliger und uninteressanter Charakter ist, dürfte nicht zuletzt diesem „digitalen Botox“-Effekt zu verdanken sein. Ein Meilenstein der CGI-Entwicklung, aber filmisch lange nicht so beeindruckend wie Gollums Szenen in LOTR2 – denn im Gegensatz zu Peter Jackson ist Fincher jemand der mit den Augen denkt.

Und noch eines beweist der Vortrag: Makin ofs werden immer langweiliger. Wo früher das kreative Herumgebastle von Masken- und FX-Designern gezeigt wurde, die immensen Aufwand betrieben um tatsächlich etwas cooles VOR die Kamera zu bekommen, sieht man heute immer dasselbe: Effekt-Nerds die mit leuchtenden Augen davon erzählen, das sie noch mehr Polygone verwenden und noch feinere Drahtgittermodelle bauen können. Ganz ehrlich, da schau ich lieber noch 3x das Making of von Hellboy II. Da gabs wenigstens noch was zu sehen.

[via: vowe]

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5 Kommentare

  • Reply Mozzerino 8. 3. 2009 at 15:08

    Benjamin Button = David Finchers schlechtester Film?

    Ich würde sagen ja. Das ganze Ding ist ein Scheitern auf grandiosem Level.
    Die Effekte sind schon sensationell, das bringt nur leider nix wenn der Rest so grottig blutleer und langweilig ist.
    P.S: Ja, ich finde Alien 3 besser.

  • Reply Arno Nym 8. 3. 2009 at 15:55

    Das Making of zu Hellboy II hab ich noch nicht gesehen, aber das zu Pan’s Labyrinth war spitze. Was wohl auch daran liegt, dass Doug Jones da recht viel Zeit bekommen hat, der Typ ist spitze.

    Mir geht das rumgeCGi-ere auch auf den Geist. Wenn man damit gute Maskenbildnerarbeit unterstützt (wie del Toro es tut) dann siehts hervorragend aus. CGI-Only ist noch lange nicht so weit das zu ersetzen.

  • Reply Zetterberg 8. 3. 2009 at 16:20

    Wow, jetzt tut es mir fast leid für die Jungs von den Special Effects, dass es sich für diesen Film nicht wirklich gelohnt hat. Hoffentlich war die Oskarverleihung ein Dämpfer für die Freunde der visuell-lastigen, aber intelektuell schwachen Filme.

  • Reply Bateman 9. 3. 2009 at 1:32

    „Makin ofs werden immer langweiliger. Wo früher das kreative Herumgebastle von Masken- und FX-Designern gezeigt wurde, die immensen Aufwand betrieben um tatsächlich etwas cooles VOR die Kamera zu bekommen, sieht man heute immer dasselbe: Effekt-Nerds die mit leuchtenden Augen davon erzählen, das sie noch mehr Polygone verwenden und noch feinere Drahtgittermodelle bauen können.“

    Sehr gute Beobachtung, die mir so noch nicht gekommen ist. Auch ein Grund warum die LOTR-Making ofs soooooo geil sind, und zB deutlich besser als die der Matrix Sequels. Einfach mehr practicle Elemente.

  • Reply Sabrina 11. 3. 2009 at 13:16

    Eigentlich wollte ich mir den Film im Kino ansehn!
    Aber wenn ich mir das hier so durchlese, überleg ich’s mir grad noch mal anders…

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