Review

Gran Torino (Review)

Standard, 19. 3. 2009, Nilz N Burger, 54 Kommentare

– „Ever notice how you come across somebody once in a while you shouldn’t have fucked with? That’s me.“

Originaltitel: Gran Torino
Herstellungsland: USA 2008
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her, Brian Haley, Geraldine Hughes

[rating:4]

grantoWalt Kowalski ist ein Stinkstiefel. Selbst auf der Beerdigung seiner Frau blafft er seine Familie an, ist von ihr genervt. Das ganze beruht auf Gegenseitigkeit: Aus wirklichem Interesse wendet sich niemand mehr an das vermeintliche Familienoberhaupt. Wenn sich Walts Sohn meldet oder seine Nichte mit ihm ein Gespräch in der Garage beginnt, dann eigentlich nur, weil sie etwas von ihm wollen. Am liebsten natürlich sein Auto, das er seit Jahr und Tag pflegt. Seinen 72er Ford Gran Torino. Es hat nochwas mit diesem Wagen auf sich: Walt hat selber Jahrzehnte am Fliessband von Ford gestanden und auch einen Teil seines eigenen Wagens montiert. Der emotionale Wert ist also mehr als verständlich, das Auto ist ein Stück manifestierte Vergangenheit Walts. Ein anderer Aspekt ist seine Zeit als Soldat im Korea-Krieg in den 50er Jahren. Die Erinnerungen, die Bilder lassen ihn nicht los. Auch ein Grund, wenn nicht sogar der Hauptgrund, das er niemand an sich ranlassen will.

Als neue Nachbarn bei Walt einziehen, ist er mehr als unglücklich. Asiaten. Hmong, ein Volk ohne Land. Walt ist skeptisch, lässt die Annäherungsversuche abprallen. Als aber der junge Spross der Familie von einer lokalen Asiaten-Gang bedroht und gezwungen mitzumachen wird, platzt Walt der Kragen. Er vertreibt die Gangmitglieder mit einer Waffe aus seinem grossen Arsenal das er wohl noch seit Kriegszeiten hat. Die Nachbarsfamilie will es ihm danken, aber er lässt es nicht zu. Bis er sich, gezwungenermassen, mit dem Jungen beschäftigt, auseinandersetzt. Walt lernt wieder sich zu öffnen, findet in den Hmong eine neue Familie. Und landet unversehens mitten im Fadenkreuz der Gang. Aber für Angst ist Walt mittlerweile zu alt. Dafür hat er schon zu viel gesehen.

Um es geradeheraus zu sagen: Gran Torino hat mich mal wieder daran erinnert, wofür Kinos eigentlich gebaut wurden. Grosse, klassische Heldengeschichten, die bigger than life sind und eben auch eine solche physische Grösse brauchen. Ein hausgrosses, altes, vom Leben gezeichnetes Gesicht von Clint Eastwood. Ich würde mir wünschen das dieser Film niemals auf DVD erscheint, niemals im Fernsehen ausgestrahlt wird. Denn er braucht die Leinwand. Die Übergrösse. Ich weiss auch das dieses Argument so alt ist, wie die Erfindung des VHS-Recorders, aber es stimmt.

Im Prinzip ist „Gran Torino“ ein Anachronismus. Es gibt in der Geschichte keine doppelten Böden, keine Meta-Ebenen, es gibt nichtmal Nebenstränge (ansatzweise, ok, aber kaum der Rede wert). Was wir hier haben ist straightes in-your-face-Kino, wie es schon vor Jahren verlorengegangen ist. Es gibt einen, sauber rausgearbeiteten Handlungsstrang und um mehr muss es nicht gehen. So paradox das klingen mag: Diese Altmodigkeit ist das mit Abstand erfrischenste, was ich seit Jahren gesehen habe. Das hat mich mitgerissen. Das hat mich behütet.

Abgesehen von der Erzählweise gibt es sicherlich noch andere Dinge, die man dem Film vorwerfen könnte. Er ist plakativ, in all seinen Facetten. Walt ist ein mürrischer, launischer Arsch, dessen abfällige Sprüche ihm auch als Rassismus ausgelegt werden könnten. Aber er steht über diesem Vorwurf. Seine Schimpfkannonaden sind nur Worthülsen, haben keine Substanz, sind nichts was man als Zuschauer ernst nehmen könnte. Und so reagieren beispielsweise auch die Hmong. Ihnen käme es gar nicht in den Sinn, Walt über seinen Sprachgebrauch zu belehren, sie nehmen es einfach hin. Übergehen es, überhören es. Allen voran Sue, das pfiffige Mädchen in der Familie, die zwischen den Kulturen steht und vermittelt. Sie ist ebenso amerikanisch wie hmong. Sie gibt Walt ständig Paroli, lacht über seine Tiraden und sieht in ihm mehr, als er zu zeigen bereit oder im Stande ist.

Auch das Auto als Holzhammer-Symbol wäre in jedem anderen Film wohl eher peinlich rübergekommen. Es steht für Walts aletn Job, es steht für seine Annäherung an die junge Generation, die das Auto wieder cool findet. Es sit sein Schlüssel zu den Menschen die ihm gutes, sowie denen die ihm schlechtes wollen. Es symbolisiert auch seine Liebe, seine liebevolle Seite. Um nichts kümmert er sich scheinbar so gut wie um seinen Wagen. Er fährt ihn kaum, hat noch einen Zweitwagen für Stadtfahrten und Besorgungen. Der GT steht immer in der Garage. Manchmal fährt er ihn vor, auf seine Einfahrt und setzt sich daneben auf seine Veranda um ein paar Dosenbiere zu trinken. Der Wagen steht auch für etwas uramerikanisches, wie es in Walts Vorstadtsiedlung selten geworden ist. Die Häuser in seiner Strasse sind baufällig, zum Teil halb verrotet. Die Vorgärten sind ein Witz. Ausser bei hm, da ist alles akkurat getrimmt und gepflegt. Er ist einer der letzten seiner Art. So wie sein Auto. So kann man munter weiter drauflosinterpretieren. Er liebt sein Auto mehr als seine Kinder. Sein Auto ist es auch, das ihm die Probleme mit der Gang macht. Das lustige aber ist: Das klingt jetzt als wenn die Karre jederzeit superprominent inszeniert wäre, was sie aber gar nicht ist. Sie ist präsent, aber man sieht sie kaum. Clint ist das Auto und das Auto ist Clint. Das erklärt vielleicht auch die Namensgebung des Films.

Nahezu obligatorisch für eine solche Art Film sind natürlich auch die Erinnerungen der Hauptfigur an den Krieg. Walt, der Veteran. Es gibt die klassischen „Ich erzähle dir mal wie scheisse meine Zeit im Krieg war“-Szenen, die mit Sprüchen geschrieben sind, bei denen man den Eindruck hat, sie so oder so ähnlich schon 1000mal gehört zu haben. Aber irgendwie schafft Eastwood es, ihnen etwas neues abzugewinnen. Oder, halt: Nicht etwas neues, aber er erzählt sie mit einer, mir zumindest, neuen Tiefe/Eindringlichkeit/Aufrichtigkeit/younameit. Klar, Krieg wird für einen durch die Erzählungen nicht realer, nicht nachvollziehbarer, aber Walt Kowalski wird es. Und nur darum geht es. In dem ganzen Film. Es geht nur um den Film, die Story. Konsequent. Das ist das, was Film in einem besten Fall sein kann: Brilliantes Handwerk.

Gran Torino soll Eastwoods letzter Film als Schauspieler sein. Und ist ein mehr als würdiger Abschied von der Leinwand. Alte Figuren blitzen auf, man hat manchmal das Gefühl in einem „Harry Callahan geht in Rente“-Film zu sitzen. Was sich nicht doof anfühlt. Man ist gut aufgehoben. Eastwood braucht keine schnellen Schnitte um effektiv zu erzählen. Er ist ein alter Mann, der komplett in sich ruht und es nicht nötig hat sich der Moderne anzupassen (wie es zum Beispiel ein Scorsese so schrecklich versucht hat mit „Gangs of New York“ oder „The Aviator“). Er vertraut seinem erzählerischen Instinkt und vermittelt damit ein „Take it or leave it“-Gefühl. Er weiss was er will, was er kann und was er tut. Seien es die lustigen Momente, die schadenfrohen oder die dramatischen. Eastwoods Film ist keine Verneigung vor der „guten, alten Zeit“ des Kinos, er ist es. Und ich habe mich schon lange nicht mehr so ernstgenommen gefühlt als Zuschauer. Ein grosser Film.

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54 Kommentare

  • Reply Pyrael 19. 3. 2009 at 1:06

    Stimme ich voll und ganz zu. Ein wunderbarer Film!

  • Reply Claas 19. 3. 2009 at 1:42

    Toll geschrieben Nilz!
    Und ich stimme auch voll und ganz zu!
    Ein wirklich großer toller Film!!

  • Reply Quiet_Earth 19. 3. 2009 at 2:07

    Schönes Review! Da habe ich nichts hinzuzufügen! ;o)

    Die Filme von Clint Eastwood sind eine Klasse für sich! Das hat er jetzt mehrfach und konstant bewiesen. Wenn Gran Torino wirklich Eastwoods letzter Auftritt auf der Leinwand ist, dann bildet der Film einen würdigen Abschied eines genialen Schauspielers.

  • Reply Michael 19. 3. 2009 at 2:09

    Jedes Wort dieses Reviews stimmt. Ansehen!

  • Reply Bateman 19. 3. 2009 at 9:08

    Auch von mir ein Lob an das Review, es ist toll geschrieben. Und nach allem was meine Bekannten sagen stimmt es auch mit dem Film überein. Wenn Watchmen nicht gewesen wäre hätte ich mir schon lang selbst ein Bild gemacht.

    Schade dass der Film bei den Oscars kaum bedacht wurde.

  • Reply Gran Torino | Cineasten.de 19. 3. 2009 at 9:30

    […] F

  • Reply Olaf 19. 3. 2009 at 10:01

    Wow, es gab lange keinen Film mehr, der quer durchs Internet so gut wegkommt. Mal sehen, wie lange man hier im Kaff warten muss, bis er kommt.

  • Reply Enk 19. 3. 2009 at 10:36

    In der Tat, ein großer Film eines großen Mannes. Nur das Singen am Schluß hätte Eastwood sich besser gespart…

  • Reply Nilz N Burger 19. 3. 2009 at 10:37

    @ enk: hab ich tatsächlich zuerst auch gedacht, aber er wird ja dann sehr schnell abgelöst von dem fantastischen jamie cullum und da hatte mich auch das lied sofort gepackt…

  • Reply Gran Torino 9/10 « Stern liest ab und an Foucault 19. 3. 2009 at 10:50

    […] in dem Film sonst noch steckt, kann man z. B. hier […]

  • Reply Andreas 19. 3. 2009 at 11:03

    gefällt mir auch, ich fand den film auch klasse.

    aber du hast eines vergessen, das auto symbolisiert auch den fall von detroit, die durch ihre autoindustrie so bekannt wurde und seit dem nur noch dahin siecht. genau deshalb kommt es ja auch zu soviel kriminalität etc.

    was mir an dem film besonders gefallen hat war, dass es zum einen, wie du schon geschrieben hast, altes kino ist. es sind absolut besinnliche schnitte, kamerafahrten etc., der film strahlt eine innere ruhe aus und wirkt nicht bunt oder überbudgetiert.
    der zweite punkt ist, das eastwood es echt schafft, was andere filme seit jahren nich hinbekommen haben: er kreiert einen mythos um ein auto. ein vehikel für handlung, aber auch für begehren und anerkennung. finde ich klasse! :)

  • Reply Nilz N Burger 19. 3. 2009 at 11:08

    @ andreas: das mit detroit stimmt natürlich absolut, wichtiger punkt, hab ich vergessen. das ist es was ich meinte mit „munter drauf losinterpretieren“…:)

  • Reply kapooow 19. 3. 2009 at 12:02

    der film ist grandios.
    nach so einen review versteh ich nicht, warumt du ihm nicht 5 punkte gegeben hast.
    gran torino ist ein fünf sterne film. definitiv

  • Reply Banquo 19. 3. 2009 at 14:13

    Einmal muss ich meckern: Gangs of New York ist überhaupt nicht so schlecht, wie er immer gemacht wird. Da hat Scorsese wirklich schlimmeres fabriziert. :P

    Ansonsten ein super Review, was mich tatsächlich von einer „do not want“ Haltung zum positiven umstimmen konnte. Für mich sah die Vorschau und der Trailer einfach nur billig aus. Billig, plump und stupide. Aber anscheinend ist auch hier mal wieder ein guter Film schlechtem Trailerschnitt zum Opfer geworden.

  • Reply CyrusMcFly 19. 3. 2009 at 14:40

    Das macht die interessanten Filme aus – wenn man nach dem Trailer nicht schon alles gesehen hat

  • Reply preysa 19. 3. 2009 at 14:43

    Muss hier mal einen Kritikpunt einwerfen: Das Ende war eine echte Enttäuschung als hätte Clint keine bessere Idee gehabt. Die ganze Zeit hatte ich mich gefragt wie das ganze wohl ausgehen wird und dann… so ein schwacher Abgang. Mich hat das nicht mal im entferntesten berührt, dafür war es einfach nicht stark genug und im Vergleich zum restlichen Film, wie gesagt, einfach nur enttäuschent. Das hat Mr. Eastwood schon besser gemacht. Hab zuletzt The Changeling gesehen… so wirds gemacht.

  • Reply Nilz N Burger 19. 3. 2009 at 14:54

    ich hab das ende genauso erwartet, preysa. insofern fand ich das gar nicht schlimm. und es hat mich tatsächlich sehr berührt. zum glück bin ich alleine in den film gegangen…;)

  • Reply preysa 19. 3. 2009 at 15:06

    Ich hab mir den Film auch alleine angeschaut. Ich sag ja nicht das er schlecht ist, ich würde ihn mir auch gerne nochmal anschauen, aber beim ersten mal ist da einfach nichts passiert. Ich hatte wirklich große Erwartungen an den Film, doch leider wurden die, nachdem ich das Ende gesehen hatte, nicht erfüllt. Aber das kann ja jeder sehen wie er will.

  • Reply der.grob 19. 3. 2009 at 15:07

    ich habe beim ende sogar leise geweint.
    (allerdings nicht, weil clint eastwood gesungen hat.)

  • Reply Patrick B. Rau 19. 3. 2009 at 17:15

    Na dann gehe ich morgen ins Kino.

  • Reply meistermochi 19. 3. 2009 at 20:17

    der perfekte film! ich kann mich nur wiederholen:

    watchmen absurdes theater.

    gran torino reale größe!

  • Reply Die Garage meines Opas | Blogboys 20. 3. 2009 at 0:34

    […] Clint Eastwoods Meisterwerk GRAN TORINO – und Nilzenburger hat mit jedem Buchstaben seiner Rezension Recht: “Ein großer Film! (…) Das mit Abstand erfrischenste, was ich seit Jahren gesehen […]

  • Reply Mischa 20. 3. 2009 at 0:40

    Ja, schließe mich dieser Rezension mit jedem Buchstaben an. Großartiges, großartiges Kino. So kann man abtreten.

  • Reply Darkwing 20. 3. 2009 at 2:20

    Ach verdampft, jetzt muss ich ja schon wieder ins Kino… dabei hab ich da noch genug Termine, die Vorrang haben müssen, weil sie schneller von der Leinwand verschwinden.

  • Reply Patrick B. Rau 20. 3. 2009 at 22:59

    Komme gerade aus dem Kino. War wirklich ein guter Film.
    Eastwood hat es einfach drauf unterhaltsame Filme mit einem starken humanistischen Kern zu schaffen.
    _________________
    Ich musste mehrfach an meinen Opa Karl-Heinz denken. Auch er verlor vor kurzem auf tragische Art und Weise einen Gartenzwerg.

  • Reply Patrick B. Rau 21. 3. 2009 at 12:29

    GRAN TORINO taucht gar nicht links in der Spalte „Neueste Reviews“ auf. Habt IHR das vergessen?

  • Reply meistermochi 22. 3. 2009 at 1:03

    und zeigt da sein gesicht! dieses wahnsinnsgesicht!

  • Reply Christian 24. 3. 2009 at 3:21

    für mich auch der beste eastwood film der letzten jahre – auch imo wesentlich besser als million dollar baby – und das ende is wohl ne klare hommage an seine western (besonders erbarmungslos) und dirty harry streifen xD

  • Reply christian 26. 3. 2009 at 23:45

    Toller Film, stimme Deiner Bewertung zu… aber lass künftig mal eine Rechtschreib-/Grammatikprüfung rüberlaufen, ist so streckenweise sehr mühsam zu lesen.

  • Reply Binding 27. 3. 2009 at 0:28

    Zum Ende: Man kann natürlich die arg überzogene christliche Opfer- und Erlösungs-Symbolik bemängeln (obwohl der Film ja andererseits in Richtung Kirche auch ziemlich austeilt), aber genau dieser Schluss wird ja gerade erst durch seinen vermeintlich enttäuschenden „Showdown“ richtig gut, weil die Figur erkennt, dass Gegengewalt nur noch mehr ins Verderben führen würde und die entsprechenden Konsequenzen zieht. Damit schlägt Eastwood (und seine Figur) gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Starker Auftritt!

  • Reply Julie Paradise 27. 3. 2009 at 1:31

    @Binding: Und genau dies, die Einsicht, daß die Gewaltspirale irgendwie gestoppt werden muß um nicht ins Unermeßliche weiterzugehen und immer neues Leid zu verursachen, fehlte mir in „96 Hours — Taken“.

  • Reply Binding 28. 3. 2009 at 1:49

    @ Julie Paradise: Ja, ich verstehe das und könnte das auch so unterschreiben – wenn „96 Hours“ ein Arthouse-Film wäre. Ich finde aber, dass man beide Filme gar nicht miteinander vergleichen kann. Film ist zwar generell immer gleichzeitig Kunst und Unterhaltung, aber „Gran Torino“ ist mehr Kunst, und „96 Hours“ ist mehr Unterhaltung – sozusagen zwei weit voneinander entfernte Pole. Von Eastwood erwarte ich andererseits ja auch keine 08/15-Rache-Geschichte bzw. es wäre ähnlich „verdreht“, wenn ich bei „Gran Torino“ wegen zu wenig Blut und Gewalt enttäuscht wäre („Dirty Harry“-Fans jetzt allerdings bitte mal kurz weghören).

  • Reply Patrick 6. 4. 2009 at 11:39

    Was soll man da noch sagen? Toller Film, toller Artikel.

    Nick-Nack, Jom-Jom, Ding-Dong und Klick-Klack wären sicherlich erfreut :D

  • Reply meistermochi 8. 4. 2009 at 7:54

    vorsicht, darüber darf man nicht überall schmunzeln:

    http://killefit.net/blog/2009/03/28/warum-mussen-denn-die-guten-immer-sterben/

  • Reply Patrick 8. 4. 2009 at 22:57

    @meistermochi: Wahnsinn! Letztendlich aber war es doch Eastwoods anliegen so eine Diskusion loszutreten oder? Das hat er ja dann wohl geschafft.

  • Reply Kaostrainer 19. 4. 2009 at 8:58

    Ich find’s super: Seit Bockelbergs „High School Musical 3“-Review, weiß ich, dass ich seine Reviews immer genau andersrum verstehen muss. Sprich: Bockelberg findet’s gut? – Dann ist der Film garantiert Schund. So auch hier. Seltsam, dass Eastwood so einen stereotypischen Klischee-Film mit ganz peinlichen Standard-Dialogen bringt. Der Film ist voll von extrem unglaubwürdigen Situationen! Ist klar: Die kleine Chinesin lädt den grumpy old racist man von nebenan gleich erstmal auf ne Familien-Fest ein und nimmt ihn danach erstmal mit in den Jugend-Party-Keller, wo der alte Sack gleich von einer jungen Freundin angesprochen wird, mit der er dann ein wenig quatscht und… WTF?!?!?!?

  • Reply Kaostrainer 19. 4. 2009 at 9:07

    „Clint ist das Auto und das Auto ist Clint. Das erklärt vielleicht auch die Namensgebung des Films.“

    : D

  • Reply Nilz N Burger 19. 4. 2009 at 12:05

    is klar, kaostrainer. du hast begriffen worum es geht. geh schnell wieder „saw“ gucken, ich glaube da kommt gerade ein 27. teil raus…(und abgesehen davon, das es unhöflich ist leute bei ihrem nachnamen anzureden, wird bokelberg ohne „c“ geschrieben…wenn du schon dissen willst, dann doch bitte richtig)

  • Reply Patrick B. Rau 19. 4. 2009 at 13:14

    Click-Clack, Ding-Dong and Charlie Chan finden Bokelbergs Review zutreffend.

  • Reply Kaostrainer 19. 4. 2009 at 15:01

    @35: Tut mir leid, Herr Bokelberg – ich bin kein Saw-Gucker. Wäre ja auch so schön einfach, ne? Alle, die deine Reviews unfundiert und doof finden, sind anspruchslose Popcorn-Hirnis. Und das von demjenigen, der „HSM3“ irgendwie voll gut fand…

    Sorry, will auch nicht nur flamen. Ist mir nur aufgefallen.

    Auf jeden Fall finde ich Gran Torino erstaunlich seicht und berechnend. Und ich mag den Eastwood eigentlich!

  • Reply meistermochi 19. 4. 2009 at 20:57

    offenbar hast du keinen zugang zu dem stoff.

  • Reply CowVirus 19. 4. 2009 at 21:11

    Es ist ein Märchen. Die Geschichte kann deshalb nicht realistisch sein. Die Lehre schon.

  • Reply CowVirus 19. 4. 2009 at 21:37

    Und der märchenhafte Charakter des Films zeigt sich an so vielen Dingen. Die fast trier’sche Isolation der Protagonisten zum Beispiel. Die Polizei tritt nur völlig passiv auf und dutzende Augenzeugen eines Mordes sind nötig um die Gang in den Knast bringen zu können. Die Wandlung Walt’s vollzieht sich rückschlags-und reibungslos . Seine Eingliederung in die Hmong-Familie läuft beispiellos ab. Er wird als Held gefeiert, aufgenommen und bewirtet und durch einen Medizinmann auch gleich von der grundsätzlichen ideologischen Überlegenheit der Hmong überzeugt, da dieser seine Fassade in weniger als 10 Minuten durschschaut. Der einzige Protest gegen diesen Eingliederungsprozess wird schweigend durch die alte Dame vorgebracht, hat jedoch nur insofern Relevanz für die Story um ein Gegenstück zu Walt zu schaffen: Eine Bewahrerin alter Werte, die auch die neue Sprache nicht mehr lernen kann oder will. Die Gang ist böse. Die asiatische Familie ist gut.
    Modernes Märchen. Modernes, großartig inszeniertes und in seiner Aussage überzeugendes Märchen.

  • Reply Nilz N Burger 19. 4. 2009 at 23:14

    @ cowvirus: danke. genau so.

    @ kaostrainer: ach, ach, ach. erst rumsicken und dann angepisst sein, wenn mans gleiche münze zurückkriegt? come on, digger.
    natürlich bist du kein saw-fan. ich wollte dir nur die zauberhafte welt verkürzter herleitungen zeigen. das du mein hsm-review nicht verstanden hast, haben wir ja jetzt alle kapiert. man muss das eben abstrahieren. muss man aber nicht müssen, ist voll ok. nur eben kein argument für oder gegen ein anderes review (ausser es wäre zum beispiel hsm 4). ich habe auf dieser seite bei vielen reviews schon wundervolle diskussionen geführt mit leuten, die ganz und gar nicht meiner meinung waren. aber die konnten sich wenigstens zivilisiert verständigen und ihre sicht der dinge artikulieren, ohne gleich rummosern zu müssen. du hast nicht geflamed, nur gehatet. aber das geht mir genauso sehr aufn arsch. alright?

    und das nur nebenbei: ich finde ja deinen ansatz, das der dir für nen eastwood zu seicht sei, sehr interessant- würd ich gern mehr drüber hören. vielleicht entsteht ja sowas wie eine diskussion. vorrausgesetzt, du würdest das wollen.

  • Reply hokki 3. 5. 2009 at 21:19

    bitches dont know shit, motherfuckers

  • Reply Martin 4. 5. 2009 at 20:59

    Wenn auch schon etwas verspätet, aber danke noch für den sehr gelungenen review! Ich sehe vieles genau so, wie du es beschreibst.
    Besonders schön fand ich tatsächlich auch die Ruhe, mit der der Film (und Eastwood) die Geschichte vortragen. Richtig schön oldschool ohne altbacken zu sein. Und klar, es gibt stereotype Szenen, aber ich denke doch auch, dass sie hier ganz bewußt eingesetzt werden um etwas zu vermitteln und nicht weil dem guten Mann nix besseres eingefallen ist.
    Eastwood ist schon ein Guter, schade wenn es sein letzter Auftritt war…

  • Reply Patrick B. Rau 4. 5. 2009 at 22:10

    Er hat gesagt, er lässt sich selbst überraschen, ob er noch einmal einen Film als Schauspieler drehen wird. Wir werden sehen. Bevor er irgendeinen Mist spielt, soll er es besser lassen.

  • Reply Elena 28. 5. 2009 at 10:28

    Tolle Review, sehe ich alles ganz genauso.
    Aber eins sollte man auf jeden Fall erwähnen:
    Diesen Film MUSS man in der OF sehen!
    Eastwoods Stimme ist ein wichtiger Teil des Films
    und die deutsche Synchronstimme kommt nichtmal
    ansatzweise an das Original ran.

  • Reply Elena 28. 5. 2009 at 10:30

    „Danke für Deinen Kommentar. Er befindet sich grade in den Moderations-Schleife, wir schalten ihn so schnell es geht frei.“
    Könnt ihr da mal anständiges Deutsch draus machen? ;D

  • Reply no*dice 13. 6. 2009 at 23:12

    …hab die gerippte Version angefangen und dann stekken lassen…warte auf die leih.DVD! Der Anfang war schon suchterzeugend…

  • Reply Daniel 21. 6. 2009 at 12:03

    Da stimmt ich zu: Den Film im Original anschauen, sonst ists lächerlich.
    Auch wenn mir Eastwood einmal zu viel im Film knurrt – ich gönn ihm seinen toll Inszenierten Abgang von der Leinwand!

  • Reply SgoTscH 8. 7. 2009 at 19:10

    Großartig fand ich vor allem wie man mehr und mehr erkennt, dass der mürrische alte Rassendenker sehr viel flexibler das Denken in Bevölkerungsgruppen verlässt. Seine vermeintlich menschenverachtenden Phrasen und die Sturheit mit der er an ihnen festhelt entlarven sich als Brücken über die gesellschaftlichen Blockaden – so muss man auch feststellen, dass er sogar in seinem hohem alter noch nützliche „connections“ auf freundschaftlicher Basis pflegt, was ich von diesem Griesgram nie erwartet hätte.

    So stellt sich als sein größtes „Laster“ – neben seinem fortgeschrittenem, zehrendem Lungenkres (oä.) – die fehlende Verbindung zu seiner verweichlichten Familie heraus. So wäre es also fraglich ob er mit ihrer Hilfe vielleicht sogar seine Kriegslast überwunden hätte.
    Verbleibend konnte er bloß seine Bürde an die Gang weitergeben, deren Gewissen nun ebenfalls durch einen brutalen Mord an einem wehrlosen belastet wird.

  • Reply Antim 13. 7. 2009 at 11:48

    Einfach nur SUPER!!!!
    Für mich stimmt bei diesem Film wirklich alles!!!

  • Reply Grandios: Die besten Filme 2009 | Die Fünf Filmfreunde 6. 1. 2010 at 3:01

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