“I may not have a brain, but I have an idea.”
Originaltitel: Monsters vs Aliens
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Rob Letterman / Conrad Vernon
Darsteller: Hugh Laurie, Seth Rogen, Reese Witherspoon, Kiefer Sutherland, Stephen Colbert






Susan hat sich kaum daran gewöhnt plötzliche eine Riesenfrau zu sein, die mit anderen “Monstern” zusammen von der Regierung weggesperrt wird, als auch schon ausserirdische Riesenroboter die Erde angreifen. Nachdem das Militär versagt hat, sehen die Experten nur eine Rettung: Die Monster müssen ran. Susan, der lebende Gelantineklumpen B.O.B. (Seth Rogen), Missing Link (Will Arnett – eine Art Monster from the Black Lagoon), der Mad Scientist in Schabengestalt Dr. Cockroach (Hugh Laurie) und ein hausgroßes Rieseninsektendingsbums nehmen den Kampf gegen die außerirdischen Schergen auf…
Hier kommt also der erste 3D-Animationsfilm der komplett in 3D geplant und designed wurde. Ein Nerd-Film in jeder Beziehung von der eingesetzten Technik bis zum Inhalt, der zwar die Familie im Visier hat aber doch unzweifelhaft von Moviegeeks erdacht wurde. In Interviews wird Ober-Geek Katzenberg nicht müde zu betonen, dass 3D die Zukunft des Kinos darstellt und dies einer der Filme sein wird, der die Zuschauer endgültig von der Qualität der neuen Technik überzeugen wird.
Zumindest hierzulande ging die Rechnung bisher nicht auf, was nur bedingt daran liegt, dass die Zahl der 3D-Kinos in Deutschland noch deutlich unter 50 liegt, die das neue RealD-Verfahren beherrschen. Denn auch wenn Dreamworks letztes Werk Kung Fu Panda erfolgreich lief, bleiben die Zuschauer den Monsters vs. Aliens bislang in Scharen fern. Ähnlich wie bei Pixars “Incredibles” fällt der Film in ein Zielgruppenloch, das Deutschland deutlich von den USA unterscheidet. Monsters, Aliens, Superhelden… das scheint für kleine Kinder nicht wirklich geeignet. Und Erwachsene finden riesige Motten dann doch zu albern. Der Film ist schlecht verortbar, er ist nicht eindeutig genug niedlich, nicht eindeutig genug für Ältere. Und während sich der Streifen in den USA bei Kritikern wie Publikum ganz respektabel schlug geht er in Deutschland baden. B-Movies und Superhelden haben hier – allem Hype um den Dark Knight und Planet Terror zum Trotz – keine Aktien im Mainstream und nur mit Fanboys füllt sich hier kein Multiplex.
Ein dritter Grund, der allerdings erst klar wird, wenn der Film bereits vorbei ist, ist dir durchwachsene Qualität. Denn trotz Katzenbergs markigen Sprüchen und etlichen netten Szene wird “Monsters vs. Aliens” wohl kaum als Markstein in die Animationsgeschichte eingehen. Was nicht heißt das er schlecht ist. Er ist okay, aber lange nicht so gut wie er sein könnte.
Spassig ist diese rastlose Hommage an die klassischen Monstermovies durchaus, die Fans werden mit Zitaten und Referenzen beglückt die von obskur über offensichtlich bis zum platten Slapstick und Kalauer reichen. Ob Blob, Dr. Strangelove oder E.T. – hier wird durchaus ordentlich veralbert und einige Szenen, besonders die Diskussionen im War Room, sind sehr komisch. Stephen Colbert und Kiefer Sutherland haben sichtlich Spaß mit ihren Rollen und ihre Szenen entschädigen selbst für mißratene Wortspiele wie den Namen des Generals W.R. Monger (Warmonger – so funny. 20 Years Ago).
Auch einige der Actionszenen können sich sehen lassen. Die Hatz rund um die Golden Gate-Brücke ist ebenfalls ein spannendes und inspiriertes Highlight, irgendwo zwischen The Incredibles und Godzilla. Qualitätsmässig sticht er locker jeden einzelnen anderen Moment des Films aus, was dem Ganzen nicht sehr gut tut, denn im Vergleich damit wirkt der Showdown dann etwas schlapp.
Das der Film keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt liegt an seiner schwachbrüstigen und deutlich unterentwickelten Story, die absolut überraschungsfrei dahinplätschert, sowieo den netten aber letztlich doch zu eindimensionalen Charakteren, die zwar skurril erdacht sind – und im Falle von B.O.B. auch sehr witzig anzusehen – denen es aber insgesamt einfach an Persönlichkeit und Herz mangelt um aus dem Schatten der Karikatur herauszutreten und wirklich zum mitfiebern und mitleiden einzuladen. Alles was passiert wirkt gehetzt, es wird von Sketch zu Sketch gehangelt, von denen einige sehr lustig und andere nur solala sind, aber das große Ganze will sich nicht recht ergeben. Zu gering sind die Hürden die die Helden zu bewältigen haben, zu unbedrohlich wirkt der Bösewicht, als das man ihn als Gefahr wirklich ernst nähme.
Das hochgelobte 3D funktioniert zwar recht ansehnlich, bleibt aber immer noch Gimmick, zumal die Animation im Vergleich zu Pixar oder auch dem hauseigenen “Shrek” sehr simpel wirkt und viele Hintergründe nur 2D-Stellwände sind, was dem Ganzen bisweilen einen merkwürdig-billigen Pop-Up-Book-Look gibt. Ein Blick auf “Wall-E” und “The Incredibles” lassen die Landschaften von “Monsters vs. Aliens” sehr schnell sehr alt aussehen. Auf den Killer-Ap-Movie, der 3D wirklich “zwingend” wirken lässt, darf also weiterhin gespannt gewartet werden.
Als netter Spaß für jüngere Nerds ist “Monsters vs. Aliens” einen Blick wert, er unterhält recht solide, könnte aber – und das hinterlässt einen leichten Beigeschmack – um sovieles besser sein, wenn sich die Macher mehr für die Geschichte und weniger für die Technik interessiert hätten.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 10th, 2009 •
- 16 Kommentare
- Schlagwörter: dreamworks, katzenberg, MonstersVsAliens
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Ich hab mich schon lange nicht mehr so im Kino amüsiert wie bei diesem Film. Ich war mit 3 Kollegen, allesamt Nerds, in einem Originalton-Kino mit 3-D und es war ein einziges Fest. Die Kritik am Film finde ich dennoch zutreffend, wenngleich er zum Beispiel aber auch meiner kleinen, nicht-nerdigen Schwester und meiner (alten :p), noch nicht-nerdigeren Mutter auch ohne 3-D viel Spaß gemacht hat. Hätte ich selbst auch nicht gedacht, aber trotzdem denke ich, dass er beim Mainstream (zumindest hier in Deutschland) durchfallen wird. Mit dem passenden Publikum (und am Besten noch dem 3-D Gimmick) kann man als Film-Freak und/oder Nerd aber großartige 1,5 Stunden von dem Film bekommen – sofern man weiß, was man zu erwarten hat.
Kommentar #1 von AgentSmith am 11.04.2009 um 18:23 Uhr
Ich wollte eigentlich am Donnerstag in den Film gehen. Für die Super-Über 3D-Mega Variante wollte das UCI-Kino allerdings 10€ pro Nase haben. Irgendwie etwas überteuert, wenn die anderen Filme nur 6€ kosten.
Kommentar #2 von Nerdsnacks am 11.04.2009 um 19:12 Uhr
Ich fand den Film sehr schwach. Auch wenn einige Gags ganz gut waren, erinnerte er mich doch sehr an die 3D…oh Pardon …4D Filme in den Freizeitparks.
Kommentar #3 von Mo am 11.04.2009 um 19:53 Uhr
zzzZZZzzz….Das Rad wude neu erfunden! Wie das bei euch 3Sterne bekommen konnte is mir leider klar…;)
Kommentar #4 von no*dice am 11.04.2009 um 20:33 Uhr
super geschrieben.
fand den film trotzdem akzeptabel.
Kommentar #5 von Dynamitrios am 12.04.2009 um 00:48 Uhr
Das ist einer dieser Filme die sieht man sich einmal an, hat Spaß und dann beim 2. sehen sucht man nach den Gags. Schade! Da kann ich mich nur dem letzen Satz anschließen: Mehr Story, weniger Technik!
Kommentar #6 von Alexus am 12.04.2009 um 06:17 Uhr
Der schlechteste Rotz den ich bisher von Disney Pixar sehen musste. Zum Glück liest meine Freundin hier nicht mit.
Ich fand etliche richtig gut in Szene gesetzt und auch sehr unterhalsam. Letztens erst die ersten Minuten von Bolt.
Aber das hier …
Ihr werdet ja nicht müde zu erklären, dass man eure Sterne-Bewertungen nicht vergleichen solle usw. – Dennoch wage ich mich weit aus dem Fenster und sage: “Um Gottes Willen drei Sterne !? Einer hätte bei weitem gereicht.”
“Schwachbrüstig” trifft es in eurem Review am besten.
Die “Action”-Szenen fand ich nicht wirklich der Rede wert.
Die Story extrem fad. Und die Witze von Pixar selbst wieder aufgegossen.
Denke, da kam einfach zuviel von in letzter Zeit, so dass die Schreiberlinge einfach zu wenig Schlaf abbekommen haben.
Kommentar #7 von Cristo am 15.04.2009 um 00:40 Uhr
Meine Damen und Herren. Endlich darf ich hier mal klugscheissen… hrm hrm…. Monster vs. Aliens stammt nicht von Pixar, wie gerade von Cristo behauptet, sondern von Dreamworks!!
Danke Danke Danke. Das tat wirklich gut. Mein Moment hier.
Kommentar #8 von ringvernichter am 15.04.2009 um 12:26 Uhr
Er hat Recht! Nicht zu fassen.
Kommentar #9 von Patrick B. Rau am 15.04.2009 um 13:33 Uhr
Ich hab mir mit 2 kids die 3D-Version (leider allerdings auf deutsch) angesehen und wir wurden sehr gut unterhalten. die Vorhersehbarkeit war dabei tatsächlich so allgegenwärtig (oh, die Riesenraupe fällt um – wird sie wohl demnächst als Mothra wiederkommen) daß man sich prima auf die Geekreferenzdichte konzentrieren konnte. Auch gut gefallen hat mir die weitaus breitere Variante von gags, die bei ähnlichen Filmen ja immer schwerst auf Punchline getrimmt sind, hier aber auch mal ins komplett skurrile drifteten oder längere Situationsstrecken durchhielten (“Long live Gallaxhar”).
Kein Highlight, aber ein schöner Spaß mit nettem 3D-Gimmick.
Kommentar #10 von jens am 16.04.2009 um 07:56 Uhr
Das Review ist gut geschrieben, doch ich finde den Film trotz allem sehr unterhaltsam und besser als veranschlagt. Die 3D Technik is schon einen großen Schritt nach vorne gestampft und unterhält wirklich prächtig! Gleich in den ersten Sekunden brachte ich meinen Mund vor Staunen nicht mehr zu – einfach überwältigend (und besser als Space 3D im IMAX, oder wie der Schrott vor vielen Jahren hieß).
Und die Gags… President am Keyboard und macht einen auf “Unheimliche Begegnung der Dritten Art” und “Axel F.” – da kommt man nur schwer aus dem lachen raus :) Leider waren das aber auch schon die wirklichen Highlights des Film, wenn gleich er schon recht gut amüsieren kann…
Kommentar #11 von DNG am 01.05.2009 um 13:40 Uhr
Hmm eigenartig, ich scheine einen anderen Film gesehen zu haben. Der meiner Meinung nach unterhaltsamste Animationsfilm seit langem. Muss den wirklich jedes neue Projekt das Rad neu erfinden?
Die Charaktere sind skurril genug und erzeugen genug Sympathie beim Zuschauer. Die Gags sind auf die gesamte Länge des Films verteilt aber nicht zu überdreht. Ist ja nicht die nackte Kanone. Also was bieten andere Filme im Vergleich. Bei Ice Age 3 wird eh jeder nur auf die Auftritte von Scrat warten und der neue Star Trek ist vereinfacht auch nur “Held gegen Bösling”, das wars. Jede Story läßt sich in ein paar Worte fassen.
Zur Story:
Man hat den üblichen Konflikt von missverstandenen Kreaturen, die von der Welt gemieden werden. Dazu ein Mensch (Susan) der sich zuerst an sein altes Leben klammert und es dann akzeptieren lernt. Die Botschaft das Freundschaft und der eigene Glaube einen “fast” alles erreichen lassen. Der geächtete Freak kann auch der Held des Tages sein.
Es gibt sehr lustige und auch traurige Momente, für einen Animationsfilm eigentlich gut genug. Für den Rest gibt es Realfilme mit echten Schauspielern. Ich werde ihn mir auf jeden Fall nochmal anschauen, dann aber in 3D.
Kommentar #12 von blitz_ksr6 am 06.06.2009 um 01:13 Uhr
Ich habe, ähnlich wie jens, den Film am Wochenende mit beiden Kids (m4 und w8) gesehen. Während w8 den Film überwiegend witzig fand, aber den Film nicht verstanden hat (eigenes Bekunden), lachte m4 sich 90min. wund.
Gleiches Fazit wie jens, gute Unterhaltung.Dazu geeignet um dem Nachwuchs anzudeuten, was Papa in den DVD-Player schiebt, wenn die Brut schläft. Ich freue mich jetzt schon auf zukünftige gemeinsame Videoabende. 8-D
@UCI: 20,50€ für 3 Kinderkarten….3D wird wohl ein Experiment bleiben. Mit 3x Popcorn waren 40,- € flötten. Kinobesuche werden so zu Halbjahresvergnügungen (wenn überhaupt).
Kommentar #13 von Rugadizzer am 10.06.2009 um 13:19 Uhr
Ja – es ist nicht der beste und innovativste Animationsfilm (man denke mal an Monsters Inc. zurück…) –
ABER –
er unterhält einen Abend lang und es gibt viel zu lachen – und Charaktere wie B.O.B. und Insektosaurus bleiben lange im Gedächtnis – “I may not have a brain – but I have an idea” – umwerfend!
Kommentar #14 von Daniel am 21.06.2009 um 12:14 Uhr