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Videodrome – Remake ohne Cronenberg

Standard, 27. 4. 2009, Renington Steele, 8 Kommentare

videodrome

Universal will David Cronenbergs „Videodrome“ neu verfilmen, was für eine tolle Idee! David Cronenberg ist natürlich nicht bzw. noch nicht an Bord, ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass er bei einem solchen Vorhaben dabei wäre. Das Drehbuch kommt von Ehren Kruger, der oder die solche Perlen wie „The Skeleton Key“ oder den schwächsten Gilliam ever „The Brothers Grimm“ schrieb. Der Fairness halber sollte man anfügen, dass er auch die Bücher zu den soliden „Ring“-Remakes schrieb.

Dennoch wird das Remake wohl kaum die Cronenbergsche Weirdness erhalten können und damit wird sich der Stoff in einen weiteren „One of the SciFi-Horrors“ verwandeln. Super. Das Original ging so, Snip von Wikipedia:

Max Renn, der Betreiber eines privaten Kabelsenders in Toronto, ist stets auf der Suche nach den neuesten pornografischen und gewalttätigen Sendungen, um sein Publikum zu halten. Dabei stößt er auf einen Piratensender, der ausschließlich das Folter-Programm „Videodrome“ sendet. Max mag „Videodrome“ und auch seiner neuen Freundin, der masochistisch veranlagten Radiomoderatorin Niki Brand gefällt die Sendung: am liebsten würde sie sich selbst für eine Sendung bewerben. Max rät ihr ab, stellt aber selbst Nachforschungen an, die ihn nach Pittsburgh, USA, führen, und zwar zu dem Medienprofessor Brian O’Blivion, der seine Aussagen nur noch per Videoband macht (da er, wie Renn feststellen muss, längst an einem Gehirntumor gestorben ist) und von da aus zu der Brillenfirma „Spectacular Optical“, die Videodrome produziert.

Längst von Halluzinationen geplagt, muss Max Renn feststellen, dass „Videodrome“ keine Piratensendung ist, sondern vor allem das unter die Sendung gelegte Signal, das im Kopf des Zuschauers einen Tumor auslöst, der Halluzinationen hervorruft.

Die neue Version soll das ganze mit ein bisschen Nanotechnologie aufsexen:

The new picture will modernize the concept, infuse it with the possibilities of nano-technology and blow it up into a large-scale sci-fi action thriller.

Das wird bestimmt wahnsinnig super.

Universal to Remake Videodrome

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8 Kommentare

  • Reply Kai 27. 4. 2009 at 15:14

    Meine Fresse, wird denn vor garnichts mehr halt gemacht?!

  • Reply The Director 27. 4. 2009 at 15:19

    Hurra! Was für ne Scheiße! Jipiiiiie!

  • Reply freeminder 27. 4. 2009 at 19:53

    Ja das ist eine schlechte Idee aber zieht bitte nicht zu sehr über Ehren Kruger her. Sein Script zu „Arlington Road“ war einfach brillant und „The Skeleton Key“ war wegen des Regiesseures so öde. Das Drehbuch war gut vor allen Dingen, wie bei „Arlington Road“, das Ende. Das wird zwar mit Sicherheit auch nur ein weiteres überflüssiges Remake aber man hätte einen viel schlimmeren Autor verpflichten können. Bin mal gespannt wie stark man Krugers Einfluss im Transformers-Sequel merken wird.

  • Reply Julian 27. 4. 2009 at 22:30

    Toll…CGI anstatt liebevoller Tricktechnik. Standard statt Mindfuck.

    Wann kommt diese verdammte Remake Welle endlich mal zu einem Ende?

  • Reply Thaniell 27. 4. 2009 at 23:04

    Supi, da lauf ich doch gleich los und besorg mir mal das Original, das klingt wenigstens nach was. Dann kann ich nachher auch viel besser über das verhunzte Remake meckern, jawoll ja.
    Rafft eigentlich mal einer von den Remakern, dass einige klassiker gar nicht realistisch sein wollen sondern gewisse Dinge extra im Dunkeln lassen, damit man sich mit seiner eigenen Fantasie – so noch vorhanden – ausmalen kann wie des funktioniert.
    Nanotechnologie, also bitte! Am besten noch zwei süße Bots die rüberhüpfen vom Fernseher in den Kopf und sich dann später unterm Mikroskop als 2 Samara Klone mit Wasseraugenblick entpuppen.

  • Reply Plastikman 28. 4. 2009 at 2:07

    unfassbar… totale (aus)schlachtung guter, alter Klassiker…
    Hat Film eigentlich noch etwas mit Kunst zu tun? Ich meine, man malt ja auch nicht alle paar Jahre irgendwelche Werke nach, nur weil es mittlerweile coolere Farben gibt, oder ähnliches…. nenene
    So wird dem Film doch echt die Seele geraubt.
    Weltwirtschaftskrise, Weltfilmkrise, Schweinepest,… ich glaub das Ende der Welt naht ^^

  • Reply thomas 28. 4. 2009 at 13:32

    Zitat:
    „Hat Film eigentlich noch etwas mit Kunst zu tun? Ich meine, man malt ja auch nicht alle paar Jahre irgendwelche Werke nach, nur weil es mittlerweile coolere Farben gibt, oder ähnliches…. nenene“

    Diese Behauptung steht kunsthistorisch auf eher wackligen Beinen. Vgl. z.B. die Darstellung von Bibelszenen im Mittelalter mit Darstellungen von Bibelszenen nach der Renaissance (wo’s eben auch „coolere Farben“ und andere neue Gadgets gab).

    Im übrigen bestehen auch die meisten Filme Hollywoods aus immer wiederkehrenden Storymodulen, Standardmechanismen und -motiven. Ein offenes Remake ist da vielleicht sogar am ehrlichsten – und eine Renaissance der Themen von „Videodrome“ halte ich nicht grundsätzlich für verkehrt: „Videodrome“ war eine drastische Reaktion auf die veränderte Medienlandschaft der späten 70er und frühen 80er Jahre. Einen mindestens genauso drastischen Medienumbruch, der noch lange nicht abgeschlossen ist, erleben wir in den letzten Jahren. Das alleine rechtfertigt zumindest erst einmal grundsätzlich den Wiederaufgriff einer solchen Reflexion unter neuem Vorzeichen.

    (womit ich über die Qualität des Remakes freilich noch mit keinem Wort spekuliert habe)

  • Reply Plastikman 28. 4. 2009 at 15:09

    Das sollte ja auch keine wissenschaftlich und kunsthistorische Ausführung meinerseits werden. ^^ Und natürlich bestehen die meissten Filme aus Hollywood aus den selben Bausteinen. Aber manchmal hat man halt Glück und es sind Menschen involviert, die es schaffen dieses besondere Etwas aus dem Stoff zu kitzeln, so das der Film und seine Botschaft dann wirklich hängen bleibt.

    Und ich gebe dir auch recht, was die grundsätzliche Aktualität mancher älterer Filme angeht und deren Übertragungspotential in die heutige Zeit. Aber praktisch kommt es mir leider nicht wirklich so vor, als wenn dies der wirkliche Antrieb Hollywoods ist, Reboots oder Remakes von alten „Klassikern“ zu produzieren… Der eigentliche Anspruch sollte es in dem Fall auch eher sein, aus dem Kern der heutigen Situation und Problematiken, neue und für sich selbst stehende Filmwerke zu schaffen. Auch wenn sich natürlich die Grundmotive der Welt in der wir Leben in den nächsten hundert Jahren und vielleicht sogar solange es Menschen gibt, natürlich nie wirklich ändern wird.

    So, genug sinnlos geschwallt für heute

    Achja, die Bibel und deren Motive sind dann nochmal ein Thema für sich. Aber da geh ich mir doch jetzt lieber n Kaffe trinken ;)

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