Die Story kann mittlerweile jeder mitsprechen. Anfang der 60er Jahre hatte Gene Roddenberry die Idee eine Art “Wagon Train” statt im wilden Westen im Weltraum spielen zu lassen. Das war die Geburtsstunde des zweitältesten Dauer-SciFi-Franchise nach “Doctor Who”. Im Zuge des jüngst gestarteten Reboots durch DschejDschej Abrams, ergreifen wir die Gelegenheit nochmal die bisherigen Serien und Filme unter die ganz subjektive Lupe zu nehmen. Zunächst soll es um die TV-Serien gehen, die wir uns anmaßen pauschal zu bewerten, danach folgen dann alle Filme…
Los geht’s: Space the final frontier…

STAR TREK – Raumschiff Enterprise (1966-1969) kurz TOS





Die Serie mit der alles anfing. Nach einem abgelehnten Pilotfilm, der später in der Doppelfolge “The Cage” verbraten wurde, startete nach einigen Umbesetzungen die Serie die das Triumvirat Kirk, Spock, Pille (im Original: Bones) zu Fernsehlegenden machen sollte. Als Macho und Womanizer legte Kirk mit eingezogenem Bauch das halbe weibliche Universum flach, diskutierte rudelweise Supercomputer in den Kurzschluss und rang heldenhaft mit glubschäugigen Echsenwesen. Spock haderte mit seiner menschlichen Seite, Pille war für die sarkastischen One-Liner zuständig, Scotty reparierte dauernd den Warp- (oder wie es in Deutschland hieß Sol-) Antrieb und Checkov und Sulu und Uhura waren auch da und konnten froh sein, dass sie bei Bodeneinsätzen das Sterben immer einem Statisten im roten Leibchen überlassen durften.
Skandale gabs auch: Kirk küsste eine Schwarze, eine Frau durfte nicht Number One werden und Bele jagte Lokai. Es gab Tribbles und schlechte Halloweenfolgen. Einen Besuch von Joan Collins in der Vergangenheit, viele genial-poetische Folgentitel und creepige Kinder die im Kreis sangen. Nach Staffel zwei sollte Schluss sein, doch der Fanprotest verschaffte der im Quotenloch dahindümpelnden Serie eine Gnadenseason. Dann war wirklich Schluss – die fünfjahres Mission der Enterprise war nach drei Jahren zu Ende.
Aus heutiger Sicht ist es natürlich leicht, die Serie auf ihren trashigen Charme zu reduzieren. Die billigen Tricks und Sets. Dennoch gab es Folgen, die auch heute noch überzeugen und die Anzahl der guten Autoren die an der Serie arbeiteten können es durchaus mit anderen modernen TV-Klassikern wie Twilight Zone und Alfred Hitchcock presents aufnehmen: Von Theodore Sturgeon über Harlan Ellison, Robert Bloch und Tv-Legende D.C. Fontana – hier war echtes Talent versammelt. Die Schwächen der Serie sind deswegen auch eher der Entstehungszeit geschuldet, der raubauzig-hemdsärmlige und sehr amerikanische Habitus der Föderation und ihres Vorzeige-Captains sind genau wie die Klingonen als Russen-Ersatz und Allroundfeinde zwar ärgerlich, aber dennoch verständlich. Ein großer Schauspieler ist William Shatner wohl nie gewesen, aber in die Rolle des Kirk passte er perfekt.
Das ich dennoch die alte Serie nicht mehr so gerne sehe, liegt daran dass sich ihre Qualitäten heutzutage aber leider doch nur mit einer gehörigen Portion Nostalgie und Zeitverständnis erschliessen und das Setdesign dann doch oft eher an Austin Powers als an SciFi erinnert. Und daran, das die Nachfolger die erzählerische Latte einfach zwei Dimensionen höher gehängt haben.

STAR TREK – The animated series (1973-1975) kurz TAS





Der Versuch mit geringerem finanziellen Aufwand das nach der Einstellung der Serie gewachsene Faninteresse zu befriedigen und die Serie gleichzeitig für Kinder interessant zu machen, bleibt ein interessanter Spagat. Auf der einen Seite stand die Original-Cast als Stimmgeber zur Verfügung, auf der anderen die Limited-Animation, die es schwer machte das Ganze wirklich ernst zu nehmen. Das Produktionsteam mühte sich redlich die Storys auf dem Niveau der Serie zu halten und produzierte auch einige nette Episoden, die Geschichten aus TOS weiterführten, dennoch fällt es schwer die Shows heutzutage anzusehen. Die grauenhafte deutsche Synchro, die noch übler ist als die von TOS, macht es noch schlimmer, aber auch im Original mag ich mir die Show heute nicht anschauen.

Star Trek – The Next Generation (1987-1994) kurz TNG





Noch ehe das ZDF mit der Ausstrahlung von TNG begann, hatte ich die ersten Folgen bereits aus der Videothek ausgeliehen. Auch wenn ich kein Superfan der Filme und ganz sicher kein wirklicher Trekker war, schien eine neue Serie doch spannend zu sein. Die Fans waren gespalten und die alte Crew äusserte sich wenig enthusiastisch, oft sogar ablehnend gegenüber ihren Nachfolgern. Star Trek, das waren Kirk, Spock und Pille, Sulu, Scotty, Uhura und Chekhov. Und ich gebe zu: Wirklich überzeugt hat mich der TNG-Pilotfilm auch nicht. Wer war der alte glatzköpfige Mann, der so völlig humorlos daherkam? Und sollte diese Schmalzlocke da sowas wie ein Aushilfskirk sein? Wer war das Zäpfchen mit der Haarspange vor den Augen? Und sah Worf nicht aus, wie jemand dem man einen Schokopudding an die Stirn gepappt hatte? Und wer wollte diese blonde Domina, die den Sicherheitsboss spielte? Und auch wenn ich “Stand by me” liebte und Will Wheaton wirklich süss fand damals, Wesley Crusher war schon ganz schön nervig. Ich schaute die Serie erst dann wieder, als sie im ZDF lief.
Wie so oft brauchte es einige Folgen, ja eigentlich fast sogar bis zur zweiten Staffel, ehe ich wirklich mit TNG warm wurde. Gewöhnungsbedürftig war der ernsthafte Tonfall, vor allem wenn man, wie ich, die klamaukige deutsche Synchro der Originalserie gewohnt war. Doch spätestens mit der zweiten Staffel hatte TNG seinen Tonfall gefunden und begann wirklich gute Stories zu erzählen. Und der anfänglich so unsympathische Captain wurde dank Patrick Stewards großartiger Performance zu einer meiner Lieblingsfiguren. Okay, Riker und Gordi blieben immer blass und zu Wesley fiel den Autoren auch nur selten wirklich gute Stories ein (und das auch erst als er nur noch Gaststar war und nicht mehr zur Stammbesatzung gehörte), aber dafür konnten andere Charaktere um so mehr überzeugen.
Data, führte Spocks Vermächtnis fort und wurde die Pinocchio-Figur der Serie, der Holzjunge, der so gerne ein echter Mensch wäre. Worf war eine schillernder vielschichtiger Charakter, dessen bescheuerter klingonischer Ehrenkodex mehr als einmal für Probleme sorgte (was sich bis weit in DS9 weiterentwickelte) und grade in der zweiten Staffel brillierte Diana Muldaur als Doktor Pulaksi, einer ganz und gar nicht freundlichen Schiffsärztin, die mit Data auf Kriegsfuß stand – leider wurde sie nach nur einer Staffel wieder durch die langweiligere Femme Fatal Beverly Crusher ersetzt. Spannend blieben aber neben den komplexer werdenden Stories, auch die wiederkehrenden Figuren, vom unvergesslichen und moralisch nie verortbaren Q, der frivolen Betazoidin Lwaxana Troy, dem neurotischen Crewmitglied Barkley bis zur – von Whoopie Goldberg mit viel Humor gespielten – Barkeeperin Guinan. Die Borg als Gegner gehören wohl zu den spannensten Bösewichten, die es das SF-Genre je hervorgebracht hat und waren eine würdige Trek-Antwort auf Doctor Whos Daleks (mit denen sie mehr als nur ein paar Gemeinsamkeiten verbanden).
Natürlich war auch TNG nicht frei von Techbabble und natürlich wurden im Zweifel oft umgekehrte Neutrinostrahlen auf ein Problem geschossen, bis es verschwand. Natürlich galt nach wie vor, das die Serie leicht zugänglich bleiben sollte und ausufernde Storybögen vermieden wurden, aber die Autoren wagten etwas. Sie testeten die Grenzen aus und schafften es die Charaktere vielschichtiger und komplexer zu gestalten, als dies in TOS je möglich war. Und oft zeigten sie die Ambivalenz einer Problemlösung und die Folgen einer Entscheidung. TNG schaffte es immer wieder – trotz seiner Schwächen und Durchschnittsfolgen – Episoden zu produzieren die Gedächnis blieben. Sei es Picard, der von einem Cardassianer gefoltert wird (eine Folge die in Zusammenarbeit mit Amnesty International entstand), sei es seine Assimilation durch die Borg, Rikers Gefangenschaft in der Psychiatrie, Worfs Auseinandersetzungen mit seinem Sohn oder etliche amüsante Holodeckfolgen, die gekonnt zwischen Parodie und Hommage an Klassiker des 20Jhds schwebten.
Ich gebe zu ich hatte einen kleinen Kloß im Hals, als sich die TNG-Crew mit der herausragenden Doppelfolge “All Good things” nach sieben Seasons verabschiedete. Und der Kloß wäre wohl noch größer gewesen, wenn ich damals gewußt hätte wie scheisse der erste Kinofilm der NextGen würde.

Star Trek: Deep Space 9 (1993-1999) kurz DS9





Auch die dritte Spin-Off-Serie wurde kontrovers aufgenommen. Und natürlich war ich auch kritisch, ob eine statische Raumstation als Konzept taugen würde. Cheers im Weltall, war noch einer der netteren Frotzeleien, die den Serienstart begleuteten. Dazu kam Avery Brooks als Captain Sisko, der zuvor in den Serien “Spenser” und “Hawk” einen Bald Bad Ass Black Guy gespielt hatte und hier zur Entschärfung einen alten Teppich auf dem Kopf tragen musste. Und der Pilotfilm war, wie bei TNG auch, nicht grade eine Offenbarung. Solide bestenfalls, aber nicht umwerfend.
Aber ich hatte ja durch meine vorschnelle Verurteilung von TNG gelernt, dass Star Trek-Serien Zeit brauchen um sich zu entwickeln. Und entgegen der allgemeinen Kritik hatte DS9 von Anfang an auch einige sehr spannende Punkte zu bieten. Die Entwicklung die schon in TNG begonnen hatte, weg von den austauschbaren Einzel-Episoden hin zu komplexen Story-Arcs und ausführlichen Charakterstudien, war bei DS9 im Konzept enthalten und wurde mit zunehmender Laufzeit immer weiter ausgebaut.
Der zweite große Pluspunkt der Serie war das Konzept der Ambivalenz aller Figuren und die generell düstereren Geschichten die erzählt wurden. Die Zeit eindeutiger Identifikationsfiguren, die Zeit der reinen Helden war mit DS9 überdeutlich abgelaufen. Nicht nur die Pinocchio-Figur der Serie, der Formwandler Odo war schroffer und oberflächlich gesehen unsympathischer (und mit seiner Law- and Order-Auffassung mehr als einmal sehr zweifelhaft), auch der Rest der Besatzung bestand aus vorwiegend grauen Charakteren – die allesamt von wirklich starken Schauspielern verkörpert wurden. Kira, die ehemalige bajoranische Terroristin, der skrupellose aber auch faszinierende Schneider Garak (genial gespielt von Andrew Robinson – Clint Eastwoods Gegenspieler aus Dirty Harry), Doktor Bashir dessen Geltungssucht und Arroganz oft nur schwer erträglich war und Gul Dukat, ein unheimlicher Charakter dessen Charme irgendwo zwischen Gauleiter und Jack Nicholson lag.
Selbst die Kinder an Bord waren spannender. Die Macher hatten aus den Fehlern die sie mit Wesley Crusher machten gelernt und vermieden überschlaue Superkids und fokussierten sich bei Jake Sisko und seinem Freund Nog eher auf alterstypische Probleme, kulturelle Differenzen und familiäre Bindungen. Zudem zeigte die Figur des Jake, das die Föderation nicht alles war und die Menschheit nicht als Ganzes Teil einer militärischen Eroberungstruppe war: Jake entschied sich dafür Schriftsteller zu werden. Siskos Vater war ein einfacher Restaurantbesitzer, der die Föderation durchaus kritisch betrachtete.
Aussergewöhnlich vielseitig wurde im Rahmen des Serienkonzepts auch das Thema Krieg, seine Ursachen und die Rolle der Föderation – die bisher immer als unfehlbare Macht des Guten (und im übertragenen Sinne auch immer für die USA gestanden hatte) – untersucht. In DS9 wurde Terrorismus nachvollziehbar, seien es die Rebellen des Maquis (die Sisko auch schonmal vorhalten durften die Föderation sei mit ihrem Glauben im Recht zu sein und dies allen aufdrücken zu wollen, schlimmer als die Borg – die Borg würden wenigstens dazu stehen, dass sie gewaltsam assimilieren) oder die bajoranischen Befreiungskämpfer. Die konsequente Verweigerung einfacher Antworten war das Markenzeichen dieser Serie, die sich nie scheute auch die Hauptfiguren unsympathisch und moralisch zweifelhaft handeln zu lassen – und das auch zu thematisieren.
Doch bei aller Ernsthaftigkeit bestach DS9 auch wieder durch seinen oft sehr trockenen und realistischen Humor, seien es Garaks zynische Kommentare, Odos sarkastische Plänkeleien mit Quark oder die platonische Männerliebe zwischen Bashir und dem dankenswerter Weise aus TNG übernommenem Miles O’Brien (eine weniger platonische Beziehung, zwischen Bashir und Garak, war den Produzenten dann aber doch zu heikel). Auch hier gab es großartige humorige Einzelfolgen wie die Bond-Parodie “Our Man Bashir” oder die Jubiläumsfolge “Trials and Tribbleations”. Daneben standen herausragende Dramenfolgen, die quer durch alle Staffeln anzutreffen waren. Ob “Duet” das Thema Kriegsverbrecher aufgriff, “In the Hands of the Prophets” als eine von vielen guten Folgen religiöse Verblendung und politische Ränkespiele aufzeigte, die Doppelfolge “Past Tense” die gar nicht so fabelhafte Zukunft der Erde und den Umgang mit sozial Schwächeren durchdeklinierte oder in “The Visitor” eine herzergreifende Alternate-Timeline-Story um Jake Sisko erzählt wurde.
DS9 war wohl die vielschichtigste und auch erwachsenste Trek-Serie und gleichzeitig bot sie erstmals auch optisch etwas. Der Krieg mit dem Dominion brachte regelmässig imposante Raumschlachten mit sich, das Setdesign war kantiger, organischer und filmischer als in den Vorgängerserien und mit Odo und den Changelings wurde hier eine weitere hochspannende Rasse eingefügt, die viel Erzählpotential aber auch optische Herausforderung bot. Die Konsequenz der Macher, die letzten beide Staffeln ohne Rücksicht auf Quereinsteiger zu machen und die Zahl der Einzelepisoden deutlich zurückzufahren, ist noch heute als mutiger Schritt anzusehen, der für eine so teure Serie, grad im SF-Genre nicht selbstverständlich ist.

Star Trek: Voyager (1995-2001) kurz STV





Doch der Mut von DS9 muss die Marketingabteilung von Paramount einige schlaflose Monate gekostet haben. Star Trek hatte immer den Ruf eine Nerd-Serie nur für echte Fans zu sein und die Geschlossenheit von DS9, die aufmerksames Zuschauen statt reinzappen und nebenbei Gucken erforderte, schränkte die Zielgruppe nicht unerheblich ein. Und nicht alle Zuschauer wollten den düsteren Weg mitgehen, den die Macher der Serie eingeschlagen hatten.
Als Zugeständnis an diese Fans, wurde schon recht früh Voyager entwickelt, das leichtere und zugänglichere Geschichten erzählen sollte und das bekannte “Raumschiff fliegt durch die Gegend”-Konzept wiederherstellte. Um der Continuity der Serie, dem mittlerweile gut gefüllten Star Trek-Universum mit seiner reichern Historie zu entkommen, schickte man ein Raumschiff in den noch unerforschten Delta-Quadranten. Die Besetzung war jünger und glatter als in DS9 und mit Captain Janeway durfte erstmal eine Frau im Capitainssitz platz nehmen. Was auch okay war, solange sie nicht rückwärts einparken musste.
Ich geb es zu, auch wenn ich es versucht habe: Ich bin mit Voyager nie wirklich warm geworden – obwohl sie wohl den von allen Trekserien gelungensten Piloten vorzuweisen hatte. Nach den insgesamt sehr gelungenen Casts in TNG und DS9 erschienen mir die Darsteller aus STV alle zu blass, zu austauschbar. Janeway kannte eigentlich nur zwei Modi: Die altjüngferliche Gouvernante wenn sie Stärke zeigen musste und wenn sie ihre Haarspange rausnahm wusste man: Okay jetzt kommt ein emotionaler Moment. Mit dem Langweiler Tuvok, dem Schmierlappen Paris, dem unscheinbaren Asiaten Harry Kim und dem genauso langweiligen Indianer war einfach kein Staat zu machen und ohne den Holodoc und Neelix hätte STV wohl überhaupt keine spannenden Figuren anzubieten gehabt. Die Drehbücher machten ebenfalls deutlich, das man sich nicht weiter entwickeln wollte, sondern eher zurück ruderte. Die ersten Staffeln wurden beherrscht von der Anomalie der Woche und auch hier reichten oftmals lauwarme Tachyonenstrahlen um das Problem zu lösen. Selbst wenn der Zuschauer einige Folgen verpasste hatte oder sporadisch zuschaltete, es war immer das Gefühl nichts wirklich wichtiges verpasst zu haben. STV blieb bis zum Ende sehr episodisch.
Die Verzweiflung der Autoren – denen wenig zu den Figuren einfiel – wurde überdeutlich als sie nach dem Holodoc und Tuvok noch eine dritte Pinocchio-Figur einführten, weil ihnen die Marketingabteilung gesagt hatte, das man die jungen SF-Fans mit Titten ködern könne. Das Borg-Babe 6aus48 kam an Bord und schaffte es prompt den dahindümpelnden Kahn etwas anzuschieben und erst mit den Borg-Storylines kamen dann auch ein paar bessere Stories in die Serie. Der ganz große Enthusiasmus – der wirkliche Spaß an der Sache, war bei STV aber selten zu spüren. Es war Star Trek – mit ein paar netten Einzelepisoden – aber es war Star Trek light. Woran leider auch die – abgesehen vom wunderbaren Robert Picardo, Jeri Ryan und Ethan Phillips auch die blässlichen Schauspieler ihren Anteil hatten, die wohl eher nach Aussehen, denn nach Talent gecasted wurden. Nachdem was TNG und DS9 erreicht hatten, blieb bei mir immer das Gefühl das die Serie nicht genug wagte, zu oft auf Nummer Sicher ging. Und Captain Janeway war bis zum Schluss mehr Rektorin, als echte Anführerin, bei der ich immer fürchtete sie könne der Borg Queen Stubenarrest geben.

Star Trek: Enterprise (2001-2005) kurz STE





Enterprise war ein merkwürdiger Bastard. Eine Show die schon vom Start dazu angetan war, die Zuschauer zu polarisieren, denn die Prequel-Idee war natürlich das absehbare Sammelbecken für Continuity-Fehler und Unlogeleien, die schlimmer aufstießen als die aller vorangegangenen Serien zusammen. Die Abkehr von der zivilisierten Föderationswelt zu einer sich mehr an Kirks-Star Trek orientierenden Wild West-Mentalität, war auch nicht grade die beste Idee. Und von dem akustischen Greul, das mal als Rod Steward -Soundalike und mal als Country-Geklampfe zu pathetischen Stock-Footage-Bildern die Show eröffnete will ich gar nicht erst anfangen. Enterprise kotzte einem auf den Teppich, ehe es noch richtig Hallo gesagt hatte.
Doch halt, es gab auch positive Elemente: Die Show sah verdammt gut aus. Die Tricks gehörten teilweise zum Besten was in Trek zu sehen war. Die Raumschiffe hatten Scope und sahen gleichzeitig benutzt und abgewetzt dreckig aus. Und “Mr. Quantum Leap” als Captain Archer, war auch nicht die schlechteste Idee, auch wenn sein Charakter nicht grade der Interessanteste war. Es gab nette Folgen, der erste Auftritt der Andorianer und das ungelenke Gefühl allgegenwärtigen Mißtrauens. Die Hitzköpfigkeit der Besatzung, die unerträgliche Arroganz der meisten Vulkanier. Löblich war auch der Versuch der Macher, der Serie Weite zu geben und die beengte Setwelt von Trek ab und an hinter sich zu lassen. Interessant der Versuch, nach STV wieder mit langen Story-Arcs zu arbeiten um der Serie zu größerer Geschlossenheit zu verhelfen. Generell eine gute Idee, die aber bedingt, dass die A-Story spannend genug ist um die Zuschauer bei der Stange zu halten.
Das war bei den Xendi nur bedingt der Fall, denn trotz großer Bemühungen, fand ich diese an billige TOS-Aliens gemahnende Gruppen-Spezies nie wirklich begeisternd. Enterprise blieb für mich ein Mixed-Bag-of-Goods. Eine Serie die ihren unverkennbaren Stil auch nach vier Staffeln nicht wirklich gefunden hatte, deren Besatzung okay, aber nicht mitreißend war und die letztlich noch immer suchend schien, wo sie eigentlich hinwollte. Trotz einiger Referenzen unterschied sie sich in Look und Feel letztlich doch gewaltig von den vorangegangenen Treks, keine klare Weiterentwicklung, kein echter Neustart. Eine gute SF-Serie aber ein eher unausgegorener Star Trek Ableger, dem nicht ganz zu Unrecht nach 4. Staffeln der Stecker gezogen wurde.

Fan-Serien




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Die besten Trek-Stories werden längst schon von den anderen erzählt. Fan Serien wie The New Voyages (bei der etliche alte Trek-Schauspieler und Autoren mitmachen) oder Hidden Frontier und deren Nachfolgeserie Odyssee und Star Trek: OF Gods and Men (von Voyager Spitzohr Tim Russ) setzten inhaltlich neue Maßstäbe, auch wenn sie vom Aufwand noch nicht mit den “Originalen” mithalten konnten. Sie trauen sich Geschichten zu erzählen, vor denen das offizielle Trek-Franchise auch nach über 40 Jahren noch zurückschreckt. Das Star Trek, auch wenn es kommerziell nicht mehr in der ersten Liga mitspielte, bis heute ein höchst lebendiger und frischer Franchise ist, ist vor allem den Fan-Aktivitäten zu verdanken, die oftmals über die Jahre erstaunliche qualitative Entwicklungen durchlaufen (sehr schön zu beobachten bei den Staffeln von “Hidden Frontier”) und wirklich spannende Unterhaltung abliefern – sofern man sich mit dem ambitionierten Low-Budget-Look der Produktionen anfreunden kann.
Die Zukunft
So wenig begeistert ich auch von der Lucasierung des Franchsie durch J.J.Abrams bin und so wenig Enthusiasmus ich für Kirk und Co. mittlerweile aufbringe, so sehr hoffe ich, dass der Film den Franchise nicht nur in Richtung Banalisierung und Pubertär-Spektakel wiederbelebt, sondern auch den Weg bereitet für weitere Ableger, am besten solche die dort spielen wo Star Trek schon immer am Besten war: Im Fernsehen. Und vielleicht erbarmt sich Paramount ja irgendwann einmal und wagt endlich mal eine schon lange diskutierte Anthologie-Serie, die in sich abgeschlossene Episoden oder Mehrteiler erzählt, die im gesamten Star Trek-Universum und allen Zeitperioden spielen können. Das gäbe nicht nur die Möglichkeit viele bekannte Figuren wiederzutreffen, sondern könnte helfen unterschiedlichste Erzählweisen und Stilrichtungen auszuprobieren ohne für die komplette Serie festgelegt zu sein. Sowohl Folgen an der Star Trek Academy, als auch Episoden auf Vulkan, auf Cardassia, mit einem in der Midlife Crisis steckenden Wesley Crusher oder einem alternden Captain Sulu wären denkbar, Stories rund um die Gründer, genaus wie viele neue Figuren. Star Trek Tales könnte tatsächlich neue Impulse geben, die Trek in ganz neue Dimensionen führt und sie über den dümmsten gemeinsamen Nenner hinaus in die Zukunft transzendiert… Und wenn Paramount es nicht wagt, dann finden sich vielleicht irgendwann ambitionierte Fans, die das Ganze umsetzen. Träumereien?
Wie heißt es doch: There are always possibilities.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Mai 8th, 2009 •
- 51 Kommentare









































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