Die Story kann mittlerweile jeder mitsprechen. Anfang der 60er Jahre hatte Gene Roddenberry die Idee eine Art “Wagon Train” statt im wilden Westen im Weltraum spielen zu lassen. Das war die Geburtsstunde des zweitältesten Dauer-SciFi-Franchise nach “Doctor Who”. Im Zuge des jüngst gestarteten Reboots durch DschejDschej Abrams, ergreifen wir die Gelegenheit nochmal die bisherigen Serien und Filme unter die ganz subjektive Lupe zu nehmen. Zunächst soll es um die TV-Serien gehen, die wir uns anmaßen pauschal zu bewerten, danach folgen dann alle Filme…
Los geht’s: Space the final frontier…

STAR TREK – Raumschiff Enterprise (1966-1969) kurz TOS





Die Serie mit der alles anfing. Nach einem abgelehnten Pilotfilm, der später in der Doppelfolge “The Cage” verbraten wurde, startete nach einigen Umbesetzungen die Serie die das Triumvirat Kirk, Spock, Pille (im Original: Bones) zu Fernsehlegenden machen sollte. Als Macho und Womanizer legte Kirk mit eingezogenem Bauch das halbe weibliche Universum flach, diskutierte rudelweise Supercomputer in den Kurzschluss und rang heldenhaft mit glubschäugigen Echsenwesen. Spock haderte mit seiner menschlichen Seite, Pille war für die sarkastischen One-Liner zuständig, Scotty reparierte dauernd den Warp- (oder wie es in Deutschland hieß Sol-) Antrieb und Checkov und Sulu und Uhura waren auch da und konnten froh sein, dass sie bei Bodeneinsätzen das Sterben immer einem Statisten im roten Leibchen überlassen durften.
Skandale gabs auch: Kirk küsste eine Schwarze, eine Frau durfte nicht Number One werden und Bele jagte Lokai. Es gab Tribbles und schlechte Halloweenfolgen. Einen Besuch von Joan Collins in der Vergangenheit, viele genial-poetische Folgentitel und creepige Kinder die im Kreis sangen. Nach Staffel zwei sollte Schluss sein, doch der Fanprotest verschaffte der im Quotenloch dahindümpelnden Serie eine Gnadenseason. Dann war wirklich Schluss – die fünfjahres Mission der Enterprise war nach drei Jahren zu Ende.
Aus heutiger Sicht ist es natürlich leicht, die Serie auf ihren trashigen Charme zu reduzieren. Die billigen Tricks und Sets. Dennoch gab es Folgen, die auch heute noch überzeugen und die Anzahl der guten Autoren die an der Serie arbeiteten können es durchaus mit anderen modernen TV-Klassikern wie Twilight Zone und Alfred Hitchcock presents aufnehmen: Von Theodore Sturgeon über Harlan Ellison, Robert Bloch und Tv-Legende D.C. Fontana – hier war echtes Talent versammelt. Die Schwächen der Serie sind deswegen auch eher der Entstehungszeit geschuldet, der raubauzig-hemdsärmlige und sehr amerikanische Habitus der Föderation und ihres Vorzeige-Captains sind genau wie die Klingonen als Russen-Ersatz und Allroundfeinde zwar ärgerlich, aber dennoch verständlich. Ein großer Schauspieler ist William Shatner wohl nie gewesen, aber in die Rolle des Kirk passte er perfekt.
Das ich dennoch die alte Serie nicht mehr so gerne sehe, liegt daran dass sich ihre Qualitäten heutzutage aber leider doch nur mit einer gehörigen Portion Nostalgie und Zeitverständnis erschliessen und das Setdesign dann doch oft eher an Austin Powers als an SciFi erinnert. Und daran, das die Nachfolger die erzählerische Latte einfach zwei Dimensionen höher gehängt haben.

STAR TREK – The animated series (1973-1975) kurz TAS





Der Versuch mit geringerem finanziellen Aufwand das nach der Einstellung der Serie gewachsene Faninteresse zu befriedigen und die Serie gleichzeitig für Kinder interessant zu machen, bleibt ein interessanter Spagat. Auf der einen Seite stand die Original-Cast als Stimmgeber zur Verfügung, auf der anderen die Limited-Animation, die es schwer machte das Ganze wirklich ernst zu nehmen. Das Produktionsteam mühte sich redlich die Storys auf dem Niveau der Serie zu halten und produzierte auch einige nette Episoden, die Geschichten aus TOS weiterführten, dennoch fällt es schwer die Shows heutzutage anzusehen. Die grauenhafte deutsche Synchro, die noch übler ist als die von TOS, macht es noch schlimmer, aber auch im Original mag ich mir die Show heute nicht anschauen.

Star Trek – The Next Generation (1987-1994) kurz TNG





Noch ehe das ZDF mit der Ausstrahlung von TNG begann, hatte ich die ersten Folgen bereits aus der Videothek ausgeliehen. Auch wenn ich kein Superfan der Filme und ganz sicher kein wirklicher Trekker war, schien eine neue Serie doch spannend zu sein. Die Fans waren gespalten und die alte Crew äusserte sich wenig enthusiastisch, oft sogar ablehnend gegenüber ihren Nachfolgern. Star Trek, das waren Kirk, Spock und Pille, Sulu, Scotty, Uhura und Chekhov. Und ich gebe zu: Wirklich überzeugt hat mich der TNG-Pilotfilm auch nicht. Wer war der alte glatzköpfige Mann, der so völlig humorlos daherkam? Und sollte diese Schmalzlocke da sowas wie ein Aushilfskirk sein? Wer war das Zäpfchen mit der Haarspange vor den Augen? Und sah Worf nicht aus, wie jemand dem man einen Schokopudding an die Stirn gepappt hatte? Und wer wollte diese blonde Domina, die den Sicherheitsboss spielte? Und auch wenn ich “Stand by me” liebte und Will Wheaton wirklich süss fand damals, Wesley Crusher war schon ganz schön nervig. Ich schaute die Serie erst dann wieder, als sie im ZDF lief.
Wie so oft brauchte es einige Folgen, ja eigentlich fast sogar bis zur zweiten Staffel, ehe ich wirklich mit TNG warm wurde. Gewöhnungsbedürftig war der ernsthafte Tonfall, vor allem wenn man, wie ich, die klamaukige deutsche Synchro der Originalserie gewohnt war. Doch spätestens mit der zweiten Staffel hatte TNG seinen Tonfall gefunden und begann wirklich gute Stories zu erzählen. Und der anfänglich so unsympathische Captain wurde dank Patrick Stewards großartiger Performance zu einer meiner Lieblingsfiguren. Okay, Riker und Gordi blieben immer blass und zu Wesley fiel den Autoren auch nur selten wirklich gute Stories ein (und das auch erst als er nur noch Gaststar war und nicht mehr zur Stammbesatzung gehörte), aber dafür konnten andere Charaktere um so mehr überzeugen.
Data, führte Spocks Vermächtnis fort und wurde die Pinocchio-Figur der Serie, der Holzjunge, der so gerne ein echter Mensch wäre. Worf war eine schillernder vielschichtiger Charakter, dessen bescheuerter klingonischer Ehrenkodex mehr als einmal für Probleme sorgte (was sich bis weit in DS9 weiterentwickelte) und grade in der zweiten Staffel brillierte Diana Muldaur als Doktor Pulaksi, einer ganz und gar nicht freundlichen Schiffsärztin, die mit Data auf Kriegsfuß stand – leider wurde sie nach nur einer Staffel wieder durch die langweiligere Femme Fatal Beverly Crusher ersetzt. Spannend blieben aber neben den komplexer werdenden Stories, auch die wiederkehrenden Figuren, vom unvergesslichen und moralisch nie verortbaren Q, der frivolen Betazoidin Lwaxana Troy, dem neurotischen Crewmitglied Barkley bis zur – von Whoopie Goldberg mit viel Humor gespielten – Barkeeperin Guinan. Die Borg als Gegner gehören wohl zu den spannensten Bösewichten, die es das SF-Genre je hervorgebracht hat und waren eine würdige Trek-Antwort auf Doctor Whos Daleks (mit denen sie mehr als nur ein paar Gemeinsamkeiten verbanden).
Natürlich war auch TNG nicht frei von Techbabble und natürlich wurden im Zweifel oft umgekehrte Neutrinostrahlen auf ein Problem geschossen, bis es verschwand. Natürlich galt nach wie vor, das die Serie leicht zugänglich bleiben sollte und ausufernde Storybögen vermieden wurden, aber die Autoren wagten etwas. Sie testeten die Grenzen aus und schafften es die Charaktere vielschichtiger und komplexer zu gestalten, als dies in TOS je möglich war. Und oft zeigten sie die Ambivalenz einer Problemlösung und die Folgen einer Entscheidung. TNG schaffte es immer wieder – trotz seiner Schwächen und Durchschnittsfolgen – Episoden zu produzieren die Gedächnis blieben. Sei es Picard, der von einem Cardassianer gefoltert wird (eine Folge die in Zusammenarbeit mit Amnesty International entstand), sei es seine Assimilation durch die Borg, Rikers Gefangenschaft in der Psychiatrie, Worfs Auseinandersetzungen mit seinem Sohn oder etliche amüsante Holodeckfolgen, die gekonnt zwischen Parodie und Hommage an Klassiker des 20Jhds schwebten.
Ich gebe zu ich hatte einen kleinen Kloß im Hals, als sich die TNG-Crew mit der herausragenden Doppelfolge “All Good things” nach sieben Seasons verabschiedete. Und der Kloß wäre wohl noch größer gewesen, wenn ich damals gewußt hätte wie scheisse der erste Kinofilm der NextGen würde.

Star Trek: Deep Space 9 (1993-1999) kurz DS9





Auch die dritte Spin-Off-Serie wurde kontrovers aufgenommen. Und natürlich war ich auch kritisch, ob eine statische Raumstation als Konzept taugen würde. Cheers im Weltall, war noch einer der netteren Frotzeleien, die den Serienstart begleuteten. Dazu kam Avery Brooks als Captain Sisko, der zuvor in den Serien “Spenser” und “Hawk” einen Bald Bad Ass Black Guy gespielt hatte und hier zur Entschärfung einen alten Teppich auf dem Kopf tragen musste. Und der Pilotfilm war, wie bei TNG auch, nicht grade eine Offenbarung. Solide bestenfalls, aber nicht umwerfend.
Aber ich hatte ja durch meine vorschnelle Verurteilung von TNG gelernt, dass Star Trek-Serien Zeit brauchen um sich zu entwickeln. Und entgegen der allgemeinen Kritik hatte DS9 von Anfang an auch einige sehr spannende Punkte zu bieten. Die Entwicklung die schon in TNG begonnen hatte, weg von den austauschbaren Einzel-Episoden hin zu komplexen Story-Arcs und ausführlichen Charakterstudien, war bei DS9 im Konzept enthalten und wurde mit zunehmender Laufzeit immer weiter ausgebaut.
Der zweite große Pluspunkt der Serie war das Konzept der Ambivalenz aller Figuren und die generell düstereren Geschichten die erzählt wurden. Die Zeit eindeutiger Identifikationsfiguren, die Zeit der reinen Helden war mit DS9 überdeutlich abgelaufen. Nicht nur die Pinocchio-Figur der Serie, der Formwandler Odo war schroffer und oberflächlich gesehen unsympathischer (und mit seiner Law- and Order-Auffassung mehr als einmal sehr zweifelhaft), auch der Rest der Besatzung bestand aus vorwiegend grauen Charakteren – die allesamt von wirklich starken Schauspielern verkörpert wurden. Kira, die ehemalige bajoranische Terroristin, der skrupellose aber auch faszinierende Schneider Garak (genial gespielt von Andrew Robinson – Clint Eastwoods Gegenspieler aus Dirty Harry), Doktor Bashir dessen Geltungssucht und Arroganz oft nur schwer erträglich war und Gul Dukat, ein unheimlicher Charakter dessen Charme irgendwo zwischen Gauleiter und Jack Nicholson lag.
Selbst die Kinder an Bord waren spannender. Die Macher hatten aus den Fehlern die sie mit Wesley Crusher machten gelernt und vermieden überschlaue Superkids und fokussierten sich bei Jake Sisko und seinem Freund Nog eher auf alterstypische Probleme, kulturelle Differenzen und familiäre Bindungen. Zudem zeigte die Figur des Jake, das die Föderation nicht alles war und die Menschheit nicht als Ganzes Teil einer militärischen Eroberungstruppe war: Jake entschied sich dafür Schriftsteller zu werden. Siskos Vater war ein einfacher Restaurantbesitzer, der die Föderation durchaus kritisch betrachtete.
Aussergewöhnlich vielseitig wurde im Rahmen des Serienkonzepts auch das Thema Krieg, seine Ursachen und die Rolle der Föderation – die bisher immer als unfehlbare Macht des Guten (und im übertragenen Sinne auch immer für die USA gestanden hatte) – untersucht. In DS9 wurde Terrorismus nachvollziehbar, seien es die Rebellen des Maquis (die Sisko auch schonmal vorhalten durften die Föderation sei mit ihrem Glauben im Recht zu sein und dies allen aufdrücken zu wollen, schlimmer als die Borg – die Borg würden wenigstens dazu stehen, dass sie gewaltsam assimilieren) oder die bajoranischen Befreiungskämpfer. Die konsequente Verweigerung einfacher Antworten war das Markenzeichen dieser Serie, die sich nie scheute auch die Hauptfiguren unsympathisch und moralisch zweifelhaft handeln zu lassen – und das auch zu thematisieren.
Doch bei aller Ernsthaftigkeit bestach DS9 auch wieder durch seinen oft sehr trockenen und realistischen Humor, seien es Garaks zynische Kommentare, Odos sarkastische Plänkeleien mit Quark oder die platonische Männerliebe zwischen Bashir und dem dankenswerter Weise aus TNG übernommenem Miles O’Brien (eine weniger platonische Beziehung, zwischen Bashir und Garak, war den Produzenten dann aber doch zu heikel). Auch hier gab es großartige humorige Einzelfolgen wie die Bond-Parodie “Our Man Bashir” oder die Jubiläumsfolge “Trials and Tribbleations”. Daneben standen herausragende Dramenfolgen, die quer durch alle Staffeln anzutreffen waren. Ob “Duet” das Thema Kriegsverbrecher aufgriff, “In the Hands of the Prophets” als eine von vielen guten Folgen religiöse Verblendung und politische Ränkespiele aufzeigte, die Doppelfolge “Past Tense” die gar nicht so fabelhafte Zukunft der Erde und den Umgang mit sozial Schwächeren durchdeklinierte oder in “The Visitor” eine herzergreifende Alternate-Timeline-Story um Jake Sisko erzählt wurde.
DS9 war wohl die vielschichtigste und auch erwachsenste Trek-Serie und gleichzeitig bot sie erstmals auch optisch etwas. Der Krieg mit dem Dominion brachte regelmässig imposante Raumschlachten mit sich, das Setdesign war kantiger, organischer und filmischer als in den Vorgängerserien und mit Odo und den Changelings wurde hier eine weitere hochspannende Rasse eingefügt, die viel Erzählpotential aber auch optische Herausforderung bot. Die Konsequenz der Macher, die letzten beide Staffeln ohne Rücksicht auf Quereinsteiger zu machen und die Zahl der Einzelepisoden deutlich zurückzufahren, ist noch heute als mutiger Schritt anzusehen, der für eine so teure Serie, grad im SF-Genre nicht selbstverständlich ist.

Star Trek: Voyager (1995-2001) kurz STV





Doch der Mut von DS9 muss die Marketingabteilung von Paramount einige schlaflose Monate gekostet haben. Star Trek hatte immer den Ruf eine Nerd-Serie nur für echte Fans zu sein und die Geschlossenheit von DS9, die aufmerksames Zuschauen statt reinzappen und nebenbei Gucken erforderte, schränkte die Zielgruppe nicht unerheblich ein. Und nicht alle Zuschauer wollten den düsteren Weg mitgehen, den die Macher der Serie eingeschlagen hatten.
Als Zugeständnis an diese Fans, wurde schon recht früh Voyager entwickelt, das leichtere und zugänglichere Geschichten erzählen sollte und das bekannte “Raumschiff fliegt durch die Gegend”-Konzept wiederherstellte. Um der Continuity der Serie, dem mittlerweile gut gefüllten Star Trek-Universum mit seiner reichern Historie zu entkommen, schickte man ein Raumschiff in den noch unerforschten Delta-Quadranten. Die Besetzung war jünger und glatter als in DS9 und mit Captain Janeway durfte erstmal eine Frau im Capitainssitz platz nehmen. Was auch okay war, solange sie nicht rückwärts einparken musste.
Ich geb es zu, auch wenn ich es versucht habe: Ich bin mit Voyager nie wirklich warm geworden – obwohl sie wohl den von allen Trekserien gelungensten Piloten vorzuweisen hatte. Nach den insgesamt sehr gelungenen Casts in TNG und DS9 erschienen mir die Darsteller aus STV alle zu blass, zu austauschbar. Janeway kannte eigentlich nur zwei Modi: Die altjüngferliche Gouvernante wenn sie Stärke zeigen musste und wenn sie ihre Haarspange rausnahm wusste man: Okay jetzt kommt ein emotionaler Moment. Mit dem Langweiler Tuvok, dem Schmierlappen Paris, dem unscheinbaren Asiaten Harry Kim und dem genauso langweiligen Indianer war einfach kein Staat zu machen und ohne den Holodoc und Neelix hätte STV wohl überhaupt keine spannenden Figuren anzubieten gehabt. Die Drehbücher machten ebenfalls deutlich, das man sich nicht weiter entwickeln wollte, sondern eher zurück ruderte. Die ersten Staffeln wurden beherrscht von der Anomalie der Woche und auch hier reichten oftmals lauwarme Tachyonenstrahlen um das Problem zu lösen. Selbst wenn der Zuschauer einige Folgen verpasste hatte oder sporadisch zuschaltete, es war immer das Gefühl nichts wirklich wichtiges verpasst zu haben. STV blieb bis zum Ende sehr episodisch.
Die Verzweiflung der Autoren – denen wenig zu den Figuren einfiel – wurde überdeutlich als sie nach dem Holodoc und Tuvok noch eine dritte Pinocchio-Figur einführten, weil ihnen die Marketingabteilung gesagt hatte, das man die jungen SF-Fans mit Titten ködern könne. Das Borg-Babe 6aus48 kam an Bord und schaffte es prompt den dahindümpelnden Kahn etwas anzuschieben und erst mit den Borg-Storylines kamen dann auch ein paar bessere Stories in die Serie. Der ganz große Enthusiasmus – der wirkliche Spaß an der Sache, war bei STV aber selten zu spüren. Es war Star Trek – mit ein paar netten Einzelepisoden – aber es war Star Trek light. Woran leider auch die – abgesehen vom wunderbaren Robert Picardo, Jeri Ryan und Ethan Phillips auch die blässlichen Schauspieler ihren Anteil hatten, die wohl eher nach Aussehen, denn nach Talent gecasted wurden. Nachdem was TNG und DS9 erreicht hatten, blieb bei mir immer das Gefühl das die Serie nicht genug wagte, zu oft auf Nummer Sicher ging. Und Captain Janeway war bis zum Schluss mehr Rektorin, als echte Anführerin, bei der ich immer fürchtete sie könne der Borg Queen Stubenarrest geben.

Star Trek: Enterprise (2001-2005) kurz STE





Enterprise war ein merkwürdiger Bastard. Eine Show die schon vom Start dazu angetan war, die Zuschauer zu polarisieren, denn die Prequel-Idee war natürlich das absehbare Sammelbecken für Continuity-Fehler und Unlogeleien, die schlimmer aufstießen als die aller vorangegangenen Serien zusammen. Die Abkehr von der zivilisierten Föderationswelt zu einer sich mehr an Kirks-Star Trek orientierenden Wild West-Mentalität, war auch nicht grade die beste Idee. Und von dem akustischen Greul, das mal als Rod Steward -Soundalike und mal als Country-Geklampfe zu pathetischen Stock-Footage-Bildern die Show eröffnete will ich gar nicht erst anfangen. Enterprise kotzte einem auf den Teppich, ehe es noch richtig Hallo gesagt hatte.
Doch halt, es gab auch positive Elemente: Die Show sah verdammt gut aus. Die Tricks gehörten teilweise zum Besten was in Trek zu sehen war. Die Raumschiffe hatten Scope und sahen gleichzeitig benutzt und abgewetzt dreckig aus. Und “Mr. Quantum Leap” als Captain Archer, war auch nicht die schlechteste Idee, auch wenn sein Charakter nicht grade der Interessanteste war. Es gab nette Folgen, der erste Auftritt der Andorianer und das ungelenke Gefühl allgegenwärtigen Mißtrauens. Die Hitzköpfigkeit der Besatzung, die unerträgliche Arroganz der meisten Vulkanier. Löblich war auch der Versuch der Macher, der Serie Weite zu geben und die beengte Setwelt von Trek ab und an hinter sich zu lassen. Interessant der Versuch, nach STV wieder mit langen Story-Arcs zu arbeiten um der Serie zu größerer Geschlossenheit zu verhelfen. Generell eine gute Idee, die aber bedingt, dass die A-Story spannend genug ist um die Zuschauer bei der Stange zu halten.
Das war bei den Xendi nur bedingt der Fall, denn trotz großer Bemühungen, fand ich diese an billige TOS-Aliens gemahnende Gruppen-Spezies nie wirklich begeisternd. Enterprise blieb für mich ein Mixed-Bag-of-Goods. Eine Serie die ihren unverkennbaren Stil auch nach vier Staffeln nicht wirklich gefunden hatte, deren Besatzung okay, aber nicht mitreißend war und die letztlich noch immer suchend schien, wo sie eigentlich hinwollte. Trotz einiger Referenzen unterschied sie sich in Look und Feel letztlich doch gewaltig von den vorangegangenen Treks, keine klare Weiterentwicklung, kein echter Neustart. Eine gute SF-Serie aber ein eher unausgegorener Star Trek Ableger, dem nicht ganz zu Unrecht nach 4. Staffeln der Stecker gezogen wurde.

Fan-Serien




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Die besten Trek-Stories werden längst schon von den anderen erzählt. Fan Serien wie The New Voyages (bei der etliche alte Trek-Schauspieler und Autoren mitmachen) oder Hidden Frontier und deren Nachfolgeserie Odyssee und Star Trek: OF Gods and Men (von Voyager Spitzohr Tim Russ) setzten inhaltlich neue Maßstäbe, auch wenn sie vom Aufwand noch nicht mit den “Originalen” mithalten konnten. Sie trauen sich Geschichten zu erzählen, vor denen das offizielle Trek-Franchise auch nach über 40 Jahren noch zurückschreckt. Das Star Trek, auch wenn es kommerziell nicht mehr in der ersten Liga mitspielte, bis heute ein höchst lebendiger und frischer Franchise ist, ist vor allem den Fan-Aktivitäten zu verdanken, die oftmals über die Jahre erstaunliche qualitative Entwicklungen durchlaufen (sehr schön zu beobachten bei den Staffeln von “Hidden Frontier”) und wirklich spannende Unterhaltung abliefern – sofern man sich mit dem ambitionierten Low-Budget-Look der Produktionen anfreunden kann.
Die Zukunft
So wenig begeistert ich auch von der Lucasierung des Franchsie durch J.J.Abrams bin und so wenig Enthusiasmus ich für Kirk und Co. mittlerweile aufbringe, so sehr hoffe ich, dass der Film den Franchise nicht nur in Richtung Banalisierung und Pubertär-Spektakel wiederbelebt, sondern auch den Weg bereitet für weitere Ableger, am besten solche die dort spielen wo Star Trek schon immer am Besten war: Im Fernsehen. Und vielleicht erbarmt sich Paramount ja irgendwann einmal und wagt endlich mal eine schon lange diskutierte Anthologie-Serie, die in sich abgeschlossene Episoden oder Mehrteiler erzählt, die im gesamten Star Trek-Universum und allen Zeitperioden spielen können. Das gäbe nicht nur die Möglichkeit viele bekannte Figuren wiederzutreffen, sondern könnte helfen unterschiedlichste Erzählweisen und Stilrichtungen auszuprobieren ohne für die komplette Serie festgelegt zu sein. Sowohl Folgen an der Star Trek Academy, als auch Episoden auf Vulkan, auf Cardassia, mit einem in der Midlife Crisis steckenden Wesley Crusher oder einem alternden Captain Sulu wären denkbar, Stories rund um die Gründer, genaus wie viele neue Figuren. Star Trek Tales könnte tatsächlich neue Impulse geben, die Trek in ganz neue Dimensionen führt und sie über den dümmsten gemeinsamen Nenner hinaus in die Zukunft transzendiert… Und wenn Paramount es nicht wagt, dann finden sich vielleicht irgendwann ambitionierte Fans, die das Ganze umsetzen. Träumereien?
Wie heißt es doch: There are always possibilities.


Von 






































Wo ist die Bewertung von “Enterprise”?
Ok, DS9 höher als TNG??????
FREVEL!
ja, an Enterprise bin ich dann leider auch verzweifelt…
und ich hab mir wirklich mühe gegeben! Der Funke wollte aber nicht rüberspringen… schade eigentlich ;)
Also ich kann die Kritik an Voyager immernoch nicht wirklich nachvollziehen. Die Charaktere waren mir allesamt (bis auf die kes vll.) symphatisch und die am Anfang so (zugegeben gouvernantenartige) Janeway wurde auch immer besser. Ich finde das die Schauspieler dieser ziemlich actionlastigen Serie erst Substanz gegeben haben. Und der Griff zu den “Titten”, der mir anfangs auch missfiel, wurde durch eine gut spielende Jeri Ryan wieder wett gemacht.
Vielleicht spricht aus mir auch nur der 16jährige, der sich an eine gute Zeit erinnert, und die damals in TNG und DS9 vermisste Action mit rumballernden Raumschiffen mochte. Aber ich bin halt auch immernoch ein Fan und kann mir Voyager auch noch ein paar mal angucken ohne mich zu langweilen.
Was mir im Übrigen bei ds9 schwer fällt, da die Serie für mich meist eine bessere Sci-fi Soap war.
Aber wie ich schon erwähnte gefielen mir die Episoden mit Raumschiffballereien und viel Alienschnickschnak am besten, da man dort abseits der Phantasie, andere Welten und Technoligien “realistisch” nachempfinden und bestaunen konnte. (Bsp”Die Zähne des Drachen”) Und bei Voyager war diese Kombination genau richtig für meinen Geschmack. Eventuell ein bisschen zuwenig Tiefgang aber ich steh eh nicht so auf den ganzen Beziehungsmist ;)
Und zum Punkt episodenlastiger Erzählstrang mit zuwenig Kontinuität: Nuja, dafür gabs 7 vielfältige Staffeln^^
Aber trotzdem ein gutes Review. Danke nochmal dafür.
meine 50 schilling
Grüße
KK
Stimme V’kar zu! ;-)
Außerdem sehe ich drei Lichter!!!!
(Waren’s drei? ;-))
DS9 besser als TNG?
GENAU SO muss es sein!!
Auf Voyager und Enterprise hätte man durchaus noch etwas mehr herumhacken dürfen…
DS9 höher als TNG? Ja, absolut! Voyager hätte ich sogar ein halbes Sternchen mehr abgezogen.
Sehr schöne Zusammenstellung. Bis auf die Tatsache, dass ich TNG vor DS9 verorte (zu düster, ein zu schwaches Serienfinale und kein Picard ;)) stimme ich ansonsten zu.
Wie kann man denn bitte alle Serien untereinander bewerten? This does not work!
Man muss doch auch bedenken, in welcher Zeit die Serien entstanden sind. Wenn ich mich an die Stunden nach dem Fussballtraining erinnere, wo auf Sat.1 die neuen Folgen von TNG kamen, dann war das damals alles, was man sich wünschen konnte. Man konnte es nichtmal ansatzweise abwarten die nächste Folge zu sehen.
Sich alle Folgen auf DVD (oder wo auch immer) anzuschauen und dann ganz banal Sternchen dran kleben ist schon echt hart. Aber natürlich vollkommen ok und so… ich finds nur echt kacke.
Wobei, ich find ja auch den neuen Film echt geil. Da steht mir dazu sicher keine Meinung zu.
Baz ich stimme dir, wie bei Vendetta, zu fast 100% zu.
@6
THERE ARE FOUR LIGHTS!!!
DS9 gehört vor TNG – Voyager und Enterprise kann man einfach mal vergessen.
So langsam setzt sich der Kinofilm bei mir und ich beginne die Chancen, die er mit sich bringt, zu sehen.
Stimme völlig überein: Star Trek gehört ins Fernsehen. Die besten Geschichten waren immer so “character driven”, da ist einfach kein Platz in J.J.s Lense Flare Universum.
Obwohl ich immernoch der Idee hinterher trauere, einen DS9 Film auf großer Leinwand zu sehen. Mit Domnionkrieg und so. Ein bisschen sah First Contact ja danach aus (Design, Stimmung, Leute).
kann man so unterschreiben.
für mich war ds9 das beste was das star trek universum zu bieten hatte. düster und nicht so sauber und glattgebügelt wie der rest. besonders die letzten staffeln mit ihrer fast durchgehenden handlung. die serie hatte vieles was ich schon an meinem scifi- favourite babylon5 geliebt habe.
und nicht zu vergessen: die defiant, endlich mal kein standard-schiff.
die staffeln 4-7 von ds9 sind das beste was ich je von “trek” gesehen habe. finde die liste so wie sie ist ganz passend.
Neenene. Also TNG ist cool, keine Frage, und wenn man dann mal in der siebten Staffel angelangt ist merkt man zwar einerseits schon wie lieb man die Charaktere inzwischen gewonnen hat, andererseits aber auch wie unglaublich wenig Entwicklung die alle in der Serie durchgemacht haben. Die Charaktere enden alle so wie sie angefangen haben, der einzige der eine etwas durchgehende Story hat ist Data, mit seinem Bruder, seinem Vater und seinen Emotionen. Gerade jetzt wo ich TNG und Voyager gerade schaue merke ich wie sehr ich mir bei TNG doch etwas mehr Charakterzeichnung wünschen würde. Ab der dritten Staffel weiß man wer wie ist, und wie sich jeder Verhalten wird, was sich ändert sind dabei nur noch die Probleme bzw. die Aufgaben die von außen kommen.
Meiner Meinung nach ist Voyager besser als TNG. Anfangs sind die Charaktere vielleicht alle etwas dünner als in TNG, doch das ändert sich mit der Zeit. Und wenn man mal davon weggeht ist gerade die Tatsache, dass sich die Voyager in einem noch unerforschten Quadranten befindet, ziemlich cool und bietet unendliche Möglichkeiten. Neue Rassen, neue Konflikte, neue Planeten, neue physikalische Gesetze, neue Anomalien, alles ist neu, die Schreiber konnten theoretisch machen was sie wollten, was man den Folgen oft auch anmerkt, und was sie insgesamt für mich viel interessanter macht. In fast jeder Folge wird da irgendwas krasses neues entdeckt, während in TNG diese Folgen eher 4-5 mal pro Staffel vorkamen.
Also ich würde Voyager besser als TNG bewerten. DS9 hingegen hat natürlich ganz andere Aspekte die es auszeichnen, ich glaube da ist es eher eine Geschmacksfrage auf was man steht, das erforschen im Weltraum oder das TamTam auf der Station.
Voyager hat mir auch besser gefallen. Die ersten zwei Staffeln waren etwas schwach, aber irgendwann haben sie Fahrt aufgenommen. Und 7-of-9 war schon Klasse, nicht nur wegen ihrer beiden offensichtlichen Argumente ;-). Picard fand ich damals, als Jugendlicher, besser als heute, die kalte Arroganz, die da manchmal durchscheint, ist mir erst bei späteren Wiederholungen störend aufgefallen. Trotzdem wohl die beste Serie, vor allem im zeitlichen Kontext. Die 80ziger-Jahre-Schlafanzüge würden heute nicht mehr durchgehen, zum Beispiel. Gestern-Heute-Morgen ist immer noch die beste je ausgestrahlte Folge aller Star Trek Varianten über 40 Jahre. DS-9 hatte was, aber es war auch immer ein Verrat an den Vorgängern, an den Idealen der Sternenflotte. Das mag realistisch sein, aber wenn ein Sternenflottenkapitän einen bewohnten Planeten im Antiterrorkampf zerstört, oder wenn eine Schlacht brutal realistisch und doch mit ungewohntem Pathos befeuert gezeigt wird, dann stört mich das, dann ist das nicht mehr Star Trek. Und Enterprise? Schwamm drüber. Den Vorspann allerdings mochte ich, bevor er “modernisiert” wurde.
Für alle VoyagerFans: Sucht mal auf u-tube nach “sfdebris”, der zerlegt genüsslich die schlechtesten Trekfolgen auf (meist) sachlicher Basis und ist dabei recht witzig.
Was Enterprise betrifft: Verschwendetes Potential (wie so oft). Wäre man den Original-Vulkaniern treu geblieben, hätte man so viel mehr draus machen können: Die Vulkanier als wirklich zivilisatorisch und technisch “bessere” Rasse (keine Kriege, keine Kriminalität usw.), die im Verlauf der Serie den Menschen hilft, langsam aber sicher erwachsen zu werden und als gleichberechtigte Partner an der Seite der Vulkanier die Föderation zu gründen. Stattdessen gibts ein Hochlied auf hemdsärmelige Troglodyten, die zu allem Überfluss auch noch in Form eines einzigen Mannes die plöhden Vulkanier spirituell auf den “richtigen Pfad” bringen muss – uargs. Dann doch lieber Babylon 5, mit der Erde als Nazis, die aber wohlgemerkt nur das kleinere von zwei Übeln sind, wobei das grössere Übel es eigentlich nur gut meint…
Ich fand Voyager auch etwas besser als hier dargestellt, auch wenn aufgrund der interessanten Ausgangslage da bestimmt mehr drin gewesen wäre.
Was an Neelix so besonders interessant gewesen sein soll, verstehe ich allerdings nicht; für mich der Jar Jar Binks des Star Trek Universums.
Dank des Artikels hier angefangen meine fehlendes Trek-Wissen aufzubessern.. hab das wochenende die ersten neun Folgen die ersten Folgen TNG geschaut.. trotz des Trashfaktors und der teilweise zu aufgesetzten Moral sehr charmant bisher.. bin gespannt
TNG hätte ich auch höher als DS9 bewertet. Zwar fand ich die durchgehenden Storylines auch sehr gut, aber an Picard, Data und co kamen sie für mich nicht ran.
Was mich bei Voyager am Ende völlig mit der Serie hat brechen lassen war die Zerstörung vom vielem was TNG aufgebaut hat.
Bei TNG fegte ein Borg-Würfel im Vorbeiflug mal eben die Sternenflotte weg und war nur mit viel Glück zu besiegen. Bei Voyager sah man eine Armada von Würfeln vorbeifliegen und dachte: Hey da können wir vielleicht ein paar Ersatzteile abgreifen…
Aus den Allmächtigen Q machte man einen Haufen von Leuten, die man, einmal im Kontinuum, mit ihren Waffen abknallen konnte. Diese Banalisierung der großen Mächte aus TNG war wirklich traurig.
Den neuen Film sehe ich aber nicht ganz so negativ. Den Humor fand ich ok und er passte deutlich besser als z.B. ein Gimli in HdR. Logikfehler gab es sicherlich einige, aber sie wurden gut übertüncht und durch die alternative Zeitlinie hat man einiges geradegebogen. Dass Spock Scotty die Formel, die erst später selbst finden würde gibt, finde ich jetzt auch kein Problem. Wenn man die richtige Form der Zeitreise nimmt klappt das ganz gut. Und mit gutdurchdachter Zeitreise kennen sich die Produzenten aus ;)
Ich persönlich finde die Auflistung ganz ok, wobei sich bei mit TNG und DS9 die Waage halten. TNG hatte Picard, während DS) nach anfänglicger Ödnis im Verlauf immer spannender wurde.
Voyager, ga gebe ich Guybrush absolut recht, hat die großen Momente und auch Antagonisten extrem relativiert. Nicht nur, das mal so nebenbei die Borg komplett platt gemacht wurden von dem kleinen Schiff, nein, auch die technischen Allmachtsfantasien nahmen nicht mehr tolarierbare Dimensionen an – Marke “Captain, unsere Sensoren messen in 5 Lichtjahren entfernung einen Planten, auf dessem Südkontinent ein kleiner Mann bei Position … sitzt, der gerade eine Bohnensuppe isst”.
Zu Enterprise – der Versuch an sich war gut – aber spätestens wo Stukas von Nazialiens die Enterprise über New York der 40er Jahre angriffen und unsere Helden ein paar deutsche Wehrmachtssoldaten plätten konnten war mir klar – absoluter Trash aber definitiv kein Star Trek (und nein, auch nicht im Vergleich zu Forces of Pattern von TOS)! Dazu kommt, das die Effekte hier nur noch nach rechner aussahen. Also billig!
Ich hoffe auch auf eine neue – aber auch gute – Serie. Und vor allem würde ich mich wieder über einen Film freuen – aber mit der TNG Crew (umfasst auch Brakley und Q) und wenn möglich mit guter Handlung – also Aufstand und (wie hieß der andere mit dem Auto und dem Romulaner Mutant Dingsda?) waren da keine Sternstunden.
Ausgezeichneter Artikel! Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Originalserie, gerade auch wegen der billigen Effekte, heute noch gerne sehe.
Also DS9 höher als TNG (nur Whoopi hat mich immer extrem genervt) anzusetzen ist wirklich mehr als dreist. ^^
Auch TOS und STV find ich mit 3 Sternen recht wenig. Aber ich würd warscheinlich zu einstimmig bewerten. Trotzdem wirklicher schöner Artikel. Eine neue Serie mit der TNG Besatzung wärs wirklich. Da hät ich voll Bock drauf. ;)
Den positiven Argumenten für DS90210 kann ich gut zustimmen. Wie schon gesagt, braucht die Serie aber 2 Staffeln um halbwegs anzulaufen. So litten die ersten Folgen sehr unter der Station als einzigem Schauplatz. Selten wurde so deutlich, dass Star Trek eigentlich nur eine bessere Soap Opera ist; als darauf gewettet wurde, wie oft Kira niest oder als man Worf Feilchenduft angedichtet hatte, das war doch Sitcom-Niveau.
Die Defiant konnte den Handlungsrahmen aufbrechen und zusätzlich dreckige Seiten der Föderation bloßlegen. Trotzdem war eigentlich immer klar, dass die Defiant aus Plotgründen auf DS9 stationiert wurde. So konnte man wieder in unerforschte Weiten vordringen.
DS 9 war das beste!!! und ich hab wirklich alle folgen gesehn. die besten charaktere, die besten storylines und das beste setdesingn. unerreicht. ich vermisse es. (anbei die frage; warum wird DS9 nie im Fernsehn wiederholt????) TNG war ok, aber ich fand es zu nett, ers war schon sehr utopisch.
TOS hat zu wenig und ENT zu viele Sterne… sonst ist alles okay *g*
Gelungene und nachvollziehbare Bewertungen – die zwar nicht unbedingt mit meinen übereinstimmen – aber argumentativ solide untermauert sind. Ich habe allerdings die Bezugnahme auf Star Trek-spezifische Wertvorstellungen und ideologische Implikationen ein wenig vermisst. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich (wie manch anderer Kommentator) TNG eine höhere Bewertung angedeihen lassen würde als DS9 – obwohl DS9 auch für mich einen höheren Unterhaltungswert besitzt. Toleranz, friedliche Koexistenz und Konfliktlösung, Diskurs und Diplomatie statt Aggression, Forschung statt Eroberung – keine Serie hat Roddenberrys weltanschaulichen Star Trek-Idealismus so konsequent und gelungen im Rahmen der erzählten Geschichten umgesetzt und weiterentwickelt wie TNG! Klar, das kann man als “unrealistisch” und harmonieseligen Kitsch abqualifizieren, aber für mich verkörpert TNG den Star-Trek spezifischen Fortschrittsglauben im Sinne einer “gesellschaftlich-sozialen Evolution” der Menschen (und der anderen Wesen) und beschränkt den Fortschrittsbegriff nicht auf technisch-wissenschaftliche Bereiche – wie in anderen Sci-Fi-Serien – in denen einfach “Gegenwarts-Menschen” “Gegenwarts-Konflikte” in futuristischen Settings ausfechten; übrigens sehr schön plakativ dargestellt in der letzten TNG-Episode von Staffel 1.
Das ist auch der Grund, warum ich DS9 trotz des unzweifelhaft enorm hohen Unterhaltungswertes z.T. kritisch gegenüberstehe – ein galaxisweiter Krieg mit Millionen oder Milliarden Toten, Sternenflottenoffiziere, die sich nicht gerade durch Star-Trek-konformes Verhalten auszeichnen (um das mal vorsichtig auszudrücken, z.B. “In fahlem Mondlicht”), der sehr religionskritische Ansatz Roddenberrys durch den Kira-Charkter stark verwässert, die “unvollkommenen” Charaktere verhalten sich wieder viel mehr gegenwartsbezogen als in TNG u.v.a. – nicht gerade viele Trek-spezifische Vorzüge zeichnen IMHO DS9 aus. Sie hat IMHO viel mehr mit Babylon 5 und z.T. klassischen Seifenopern gemeinsam als mit Star Trek. Trotzdem schätze ich DS9 als enorm unterhaltsame Serie mit eher wenigen Trek-Charakteristika. Bei der Nennung der verdienten Charaktere und Schauspieler sollten übrigens keinesfalls Jeffrey Combs als wunderbar schmieriger Vorta-Anführer “Weyoun” und Salome Jens als namenlose, böse Gründerin unerwähnt bleiben.
Mit VOY konnte ich mich zunächst auch nicht anfreunden, blasse Charaktere und Stories, die immer an Plagiate bekannter TOS/DS9/TNG-Geschichten und -Motive erinnerten. Aber mit dem Holodoc und den Borg kam doch noch jede Menge Stimmung auf, dabei blieb VOY im ideologischen Bereich weitgehend Trek-konform. Hinzu kam der (für eine TV-Serie) hohe Produktionsstandard, der wunderbare Vorpann mit Goldsmiths Musik, Ausstattung und Effekte bewegten sich auf höchsten Niveau. Der Unterhaltungswert einiger (später) Folgen ist schon enorm hoch und kann sich durchaus mit DS9 messen, während (es fällt mir schwer, das zuzugeben…) TNG zuweilen mit zwanghafter Political Correctness und etwas dröger, pädagogisch wertvoller Moral ein wenig Unterhaltungspotential verspielte.
Trotzdem weigere ich mich zu glauben, dass inhaltliche Substanz bzw. moralisch wertvolle Botschaften und hoher Unterhaltungswert sich ausschliessen müssen – vielleicht schafft es ja noch eine Trek-Serie, hier das Optimum herauszuholen.
Der jüngste Film bewegte sich IMHO eher auf DS9 Niveau: hoher Unterhaltungswert mit Seifenopern-Charakter, aber eher wenig Trek-Substanz.
hat da einer tatsächlich sämtliche folgen sämtlicher star trek serien gesehen ? unglaublich !! soviel zeit möchte ich auch mal wieder haben :)
zur sache …
- TOS spielt in einer ganz eigenen liga und braucht sich nicht mit den anderen zu messen – da liegen lichtjahre dazwischen in fast jeder beziehung . ist auch die einzige von all den serien , die ich wahrscheinlich komplett gesehen habe .
- TNG war mir immer ein bisschen zu klinisch , der captain (und mit ihm die ganze sauce) zu korrekt , data zu spock , usw usf . ohne Q wäre das ganze wirklich unter “langweiler im all” durchgegangen . wieviel besser das ganze hätte sein können war mir aber damals nicht bewusst (erst bei DS9 ging mir plötzlich ein licht auf) , also haben wir brav geguckt am samstagnachmittag , da eh nix besseres zu tun war , ausser staubsaugen vielleicht .
- DS9 hat sich so gut entwickelt wie keine zweite serie , die ich gesehen habe (vielleicht noch lost ?) . je länger je stärker verflochten mit der föderations-grossmachtspolitik wurde es zu so etwas wie einem einzigen neverending star trek film , wo man aber auch schnell mal den anschluss verlieren konnte (was mir leider auch passiert ist , aber dvd sei dank gedenke ich das irgenwann wiedergutzumachen ) .
- mit STV bin ich nie warm geworden . fernab der föderation habe ich den bezug zum star trek einfach nicht so recht gesehen . die ewigen beinahe erfolgreichen rückkehrversuche waren ermüdend , die irgendwie herbeigeschriebenen kontakte in die unendlich ferne heimat fand ich bemüht , und dann bin ich ausgestiegen . habe irgendwann mal die rückkehrdoppelfolge gesehen und fand die zwar ganz gut gelungen , aber die serie als solche hat mich nicht gepackt .
- STE habe ich dann gar nicht mehr geschaut , damals hatte ich eh keine zeit mehr , eine serie regelmässig und nach (vom sender) vorgegebenem plan zu sichten . den zeitreisengutmenschen als ersatzkirk wollte ich mir eh nicht antun , mal abgesehen davon , dass prequels irgendwie noch nie so recht funktioniert haben , sondern im gegenteil schon mal massivste rohrkrepierer hervorgbracht haben (jeder hier weiss , worauf ich anspiele) .
(ich habe jetzt echt lust bekommen , mal wieder meine TOS sammlung zu durchforsten auf der suche nach dieser einen folge , die ich mal am tv gesehen habe und unbedingt mal wieder sehen muss , aber keine ahnung mehr habe , wie sie heissen könnte .)
Tja, die Meinungen sind unterschiedlich, aber ich finde ENTERPRISE mit Abstand die beste Serie. Die Prequel Idee war sehr cool und auch die Zeitreise-Themen hatten Potential. Als Musiker mochte ich die Titelmusik, fand ich absolut “rockig” und die Titelsequenz zum Thema “Enterprise” ist objektiv betrachtet um Welten besser, als die immer gleichen “Raumschiff-fliegt-durch-das-All” Szenen – hier hat mal jemand eine gute Idee zu Ende gedacht. Die Serie hätte definitiv mehr Staffeln verdient und wenn ich heute einige Folgen der Next Generation sehe, muss ich schmunzeln, wie ungelenk und erzählerisch eintönig manche im Vergleich sind… (P.S.: Warum findet eigentlich alle Welt den neuen ST Film so überragend, obwohl er noch viel drastischer ist als ENT jemals war? Da soll noch einer die Fans verstehen!?)
DS9 war mit Abstand die beste Serie… ich wünschte sie würde heute noch weitergeführt. Ich hätte auch damals gerne mehr von der Defiant und dem Gamma-Quadranten gesehen.
Danach gefällt mir ehrlich gesagt STE (Enterprise) am besten… das Setting und die Besetzung war mal was erfrischend neues nach TNG und STV. Schade, dass die Serie abgesetzt wurde.
TOS war Crap. Voyager ok. TNG ganz gut, aber eher die letzten Staffeln.
Ich finde vor allem ST:Enterprise verliert sehr viel an Charme durch die deutsche Synchronisation – die Serie verdient im “Original” sicher noch ein halbes oder ganzes Sternchen mehr…
Sehr schönes Review, kann ich als Trekfreund (in erster Linie TNG-Freund) nur sagen. Aber was DS9 betrifft – hätte man nicht noch erwähnen können/sollen, dass die Sache relativ öde anfing und dann später (ich weiß nicht mehr genau, wann) cool wurde? Man hat da ja einiges renoviert, vor allem z.B. Worf eingekauft und mit der Defiant einen insgeheimen Abschied vom stationären Konzept genommen. Also, zu ihren besten Zeiten mag DS9 besser gewesen sein als TNG, aber in den ersten zwei oder drei Staffeln sicher nicht.
Ich finde es übrigens auch gut, dass du Enterprise nicht übermäßig verrissen hast. Viele der Kritikpunkte, die man so hört, bestreite ich nicht, aber es war auch nicht alles nur Scheiße, was die gemacht haben. Z.B. die Beziehung Menschen/Vulkanier, verkörpert in der vor allem zu Anfang wunderbar arroganten T’Pol, war eine charmante Idee und fügte sich gut zwischen den Serien und First Contact ein. Die cholerischen Andorianer mit ihren gestikulierenden Antennen waren toll, allen voran Commander Shren. Dass die Serie so suchend blieb, lag glaube ich zum Teil daran, dass die Macher die ganze Zeit Zuflucht vor den schlechten Quoten suchten. Vielleicht war die Abschaltung vernünftig – obwohl ich den Ansatz der 4. Staffel, hauptsächlich Zwei- und Dreiteiler zu zeigen (und vor allem den Dreiteiler mit Brent Spiner) und die plumpe 9/11-war-on-Terror-Neocon-Parabolik der 3. Staffel und auf sich beruhen zu lassen, sehr begrüßt habe.
DS9 fand ich noch langweiliger als STV. Hat irgendwann nur noch verzweifelt von Babylon 5 kopiert und sah dabei optisch um einiges schlechter aus.
Nun gut.
Um zusammen zu fassen: TOS ist ausser Konkurrenz!
TNG und DS9 entstanden (mehr oder weniger) in der gleichen Zeit, das heisst, man kann diese beiden Serien schon miteinander vergleichen.
Meiner Meinung nach haette sich TNG, waere es laenger gelaufen, auch in Richtung DS9 entwickelt, was die Darstellung der Foederation und ihres Umfeldes angeht. Schliesslich wurde DS9 erst interessant, als es in die dritte Staffel ging und mit dem Dominion ENDLICH der grosse Konflikt der Serie begann. Davor, da muss ich Sebastian recht geben, war es mehr schlecht als recht, d.h. zu statisch.
Das Problem von TNG war anfangs, dass diese Serie noch zu sehr in den typisch 80′er Jahre Korsagen steckte: Schaut euch doch nur mal diverse Glen A. Larson Produktionen an, in denen keinerlei charakterliche Weiterentwicklung (fuer mich heutzutage ein absolutes Muss fuer eine Serie) vonstatten ging.
Als man endlich eine Entwicklung vorantrieb war es allerdings schon zu spaet, d.h. DS9 stand in direkter Konkurrenz und man musste sich entscheiden. Also waehlte man die neue Serie, um etwas zu wagen. Zugegebenermassen klang das Unternehmen wirklich viel zu stark nach B5, aber mal unter uns Pfarrerstoechtern und bei aller Liebe zu Star Trek: Babylon 5 ist ja wohl unangefochten auf Rang 1 der SF-Serien und wird davon sicherlich nicht so schnell herunter gestossen.
Ich muss zugeben, nach DS9 hatte es VOY wirklich schwer, bei mir zu punkten. Dies fuehrte auch dazu, dass ich irgendwann das Interesse verlor und erst durch die aufwaendig betriebene Werbung von Sat.1 zum Serienfinale ueberredet wurde.
Diese Doppelfolge sagte mir schon zu, allerdings sah man dort auch schon einen Blick in die (traurige) Star Trek Zukunft: Zeitreisen sind definitiv schon immer ein Teil von SciFi gewesen, aber muss es denn IMMER sein?
(Gutes, wen auch nerdiges Gegenbeispiel: Farscape! Hier gab es nicht eine Zeitreisenfolge und trotzdem gab es genuegend Hoehepunkte.)
Das fuehrt mich dann auch schon zu ENT. Ich war zwar skeptisch, wollte jedoch der Serie eine Chance geben. Natuerlich, die ersten Folgen werden traditionell genutzt, um die einzelnen Charaktere und ihre Beziehungen zueinander darzustellen, also braucht man etwas Geduld.
Auch hatte ich Angst, dass man mit dieser Serie in zu viele Kontinuitaetsfallen tappen konnte. Und tatsaechlich: Gleich im Pilot sieht man: neumodische Klingonen! Rassen, von denen man noch nie gehoert hatte waren zwar schon immer Teil der Serien, aber in einem Prequel hat solcherlei doch mal garnichts zu suchen, oder? Schon garnicht, wenn diese einen erheblichen Eingriff in die Landschaftsplanung der Erde vollziehen.
Staffel Drei kam mir vor wie eine einzige Wiederholung. “Wo sind die Xindi?” – “Morgen finden wir sie. Bestimmt.”
ENT kann ich getrost verdraengen. Abgesehen von “In a mirror, darkly” fand ich die Serie maximal mittelmaessig. Und die erwaehnte (Doppel)Folge besticht auch nur durch die Moeglichkeit fuer die Macher, etwas anderes zeigen zu koennen.
Vielleicht waere das ein Konzept, dem man sich annehmen koennte: Das Spiegeluniversum bietet die Moeglichkeit, sich neu (und Sorry Mr. Roddenberry) und andersartig zu definieren.
Ich weiss, fuer diese Aussagen werde ich virtuell gesteinigt, aber: It’s just my two cents…
Raumschiff Enterprise kannte in den 60er wirklich jeder. Jedem war zumindest der Name ein Begriff.
Doch Star Trek entwickelte sich mehr und mehr zu einer Nerd-Serie, bei der man schon fast ein Lexikon brauchte, um zu verstehen, welche Figur was ist und wer nun der Böse ist. Die Serien hatten abstruse Handlungen, komische Gegner (die eher an Sekten als an Weltraum-Eroberer erinnerten) und jede menge Techno-Gelabber, dass kein Mensch verstehen konnte, wenn die Serien doch wenigstens gute Dialoge gehabt hätten. Ausserdem zeigten die Besatzungsmitglieder ein merkwürdiges Interesse am 18. und 19. Jahrhundert…
Mal ehrlich: was kommt beim grossen Massenpublikum an? Gute Effekte, viel, viel, sehr viel Action, Liebesszenen und Sex. All das suchte man bei den meisten Star Trek-Serien vergebens: die Serien (bis auf TOS) waren sehr bieder, keinem wäre eingefallen, nur schon allein das Wort in den Mund zu nehmen. Wer will schon eine Welt von Morgen, in der alle Spiesser sind?
Ebenso bizarr waren die Gegner in den Star Trek-Serien. Sprechende Echsen, labbernde Gehirne und seltsame, an Römer erinnernde Romulaner… einen typischen Ausseridischen bekam man nie zu Gesicht. Stattdessen wurden den Akteuren immer irgendwelche Geschwüre auf die Stirn gesetzt, was unfassbar dämmlich wirkte. Zum Teufel… die meisten Menschen habe gewisse Erwartungen, wenn es um Ausseridische geht, die denken da an so Wesen wie E.T., Chewbacca oder den Exomorph aus Alien. Keiner will einen Typen mit Verwachsungen sehen, der einen Ausserirdischen darstellt.