szmtag

“Hooray, the Symbologist is here…”

Originaltitel: Angels & Demons
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Ron Howard
Drehbuch: David Koep, Akiva Goldsman
Darsteller: Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Stellan Skarsgård, Armin Mueller-Stahl, Carmen Argenziano

★★☆☆☆

illuminati-poster

Symbologe Robert Langdon (Forrest Gump) wird mal wieder gebraucht. Im CERN hat jemand einen Eimer mit Antimaterie mitgehen lassen und droht nun damit denVatikan zu sprengen. Das kommt denkbar ungelegen, denn grade ist der der Heilige Vater Koppheister gegangen und das Konklave berät wer ihm nun nachfolgen soll.

Obwohl die unmittelbare Sprengung des Vatikan vor der Tür steht, haben die Kirchenoberen die Ruhe weg und wenig Verständnis für den Papstvertrauten, den Camerlengo (Obi Wan Kenobi), der drängt man möge doch später weiter Rauchzeichen machen und erstmal ne Runde evakuieren. Doch die Kirchenväter bleiben bockig und so ist es an Robert Langdom und Violetta Vendetta (die schärfste Granate die das CERN zu bieten hat) herauszupuzzlen, wo der Eimer Antimaterie versteckt steht. Blitzschnell kommt Langdon auf den Trichter, dass die Illuminati hinter der Bedrohung stehen. Dafür sprechen feine Hinweise die nur ein Symbologe entschlüssen kann (zum Beispiel das Wort Illuminati das einem Onkel vom CERN eingebrannt wurde). Ein fröhliche Sightseeing-Schnitzeljagd quer durch Rom beginnt. Werden Langdon und Violetta herausfinden wo die Bombe versteckt ist? Und was hat die Schweizer Garde mit alledem zu tun?

Dan Brown schreibt Groschenromane. Zusammenklaubtes Halbwissen, aus populärwissenschaftlichen Magazinen wie “Conspiracy Today”, dem “Loney Planet: Rom”, ein paar Bildbänden und der Readers Digest Fassung der Bibel vermengt er zu ungemein rasanten, wenn auch ziemlich schludrig geschriebenen Verschwörungs-Thrillern, wie man sie gerne in Bahnhofsbuchhandlungen und unter wackelnden Tischen findet. So doof das Ganze auch ist, es fällt schwer sich bei der ersten Lektüre dem Sog der sich überstürzenden Handlung und ihrer wuseligen Halbwahrheiten zu entziehen. Brown schreibt nicht schön, aber gehetzt, baut seine Kapitel wie Drehbücher auf, die es nicht schwer machen sich die passenden Bilder vorzustellen und lässt den Lesern wenig Zeit zum Nachdenken. Ideale Lektüre für die Bahnfahrten und für all jene denen Michael Crichton und Robert Anton Wilson immer zu literarisch und schwer verständlich waren.

Es überrascht das es genau die unzweifelhaften Qualitäten seiner zweifelhaften Bücher sind, die Ron Howard in seinen Verfilmungen absolut gnadenlos versemmelt. Dan Browns Werke bieten nicht viel, aber immerhin Tempo und Rasanz und man merkt erst nachdem man sie verschlungen hat, wie doof das Ganze eigentlich ist. Howards Umsetzung ist auch beim zweiten Teil (das Buch spielt eigentlich vor DaVince Code – wird hier aber als Sequel inszeniert) niemals rasant oder spannend und man merkt schon während des Guckens genau wie doof das alles ist. Der Film dümpelt von einer gemütlichen Szene zur anderen und wäre nicht Hans Zimmers chorgeschwängerter Hysterie-Soundtrack, der die Zuschauer immer wieder wach brüllt, so könnten die Zuschauer entspannt den ersten Akt durchschlummern ohne irgendetwas zu verpassen. Zwar wird durch sporadische Action-Versuche und wirr herumrasende Autos immer wie suggeriert, dass hier ein Wettlauf mit der Zeit stattfindet, aber spätestens wenn Langdon wieder schwadroniert oder sich Camerlengo mit der Konklave im Flüsterton unterhält, kommt der Film zum Stillstand.

Was im Buch wie eine Aneinandereihung von “Wow”-Momenten ist, wenn Brown unglaubliches suggeriert und durch hektische Zitate aus der Welt- und Kirchengeschichte untermauert, plätschert im Film erstaunlich unspektakulär dahin. Tom Hanks (diesmal ohne ondulierte Föhnwelle) strahlt einfach eine gemütliche Ruhe aus, die ansonsten nur Ottfried Fischer als Pater Brown verströmt, wobei ich dabei wahrscheinlich der TV-Serie Unrecht tue. Die Faszination der Illuminati, die Momente in denen sich im Buch für kurze Zeit das Gedankenspiel einer real existierenden Weltverschwörung entwickelt, inszenieren Howard und sein Lohnschreiber David “Ich habe Indiana Jones getötet” Koepp wie die Enthülllung, dass Wasser manchmal nass ist. Und wie unheimlich ist eine Weltverschwörung die im Grunde nur aus zwei schlechtgelaunten Typen besteht? Die eigentliche treibende, faszinierende Puzzlesuche ist hier so spannend anzusehen wie Jean Pütz beim Kreuzworträtsel lösen.

Optisch bewegen wir uns ebenfalls in uninspirierten Einheitsbrei gleitender Kamera. Alles hübsch geleckt, alles sehr solide, alles ziemlich langweilig. Die Besetzung neben Hanks bleibt weitgehend witz- und charmlos, selbst Mueller-Stahl und McGregor spielen auf Autopilot. Echte Ambivalenz, Besessenheit, echter Glaube – zu spüren ist davon wenig. Lediglich Stellan Skarsgaard als der knarzige Chef der Schweizer Garde bringt ein wenig Charakter und Lebendigkeit ins gelangweilte Spiel dieses gelangweilten Ensembles.

Selbst die pflichtschuldige Entrüstung des Vatikan, die brav die Verfilmung von Browns Räuberpistole verdammte, hat diesmal niemanden wirklich interessiert. Warum auch? Denn letztlich ist der Film so Biss und zahnlos, dass er glatt als Werbefilm für die katholische Kirche durchgehen könnte, so versöhnlich, beschwichtigend und letztlich bar jeder echten Kritik oder ketzerischen Gedankens endet der Streifen, die paar Elemente die in Browns Buch für Spannung und Provokation gesorgt haben, werden brav ausgelassen um bloß niemanden zusehr aufzuregen. Vorher gibt es jedoch noch das wohl ödeste und langweiligste Twist-Ending seit Ewigkeiten (das selbst die absehbare und schlappe Buchversion noch in den Schatten stellt).

Ich hatte nach dem gelungenen Frost/Nixon ja schon die Befürchtung ich müsse meine Einschätzung von Ron Howard grundlegend revidieren, aber mit diesem schnarchlangweiligen Thrilloid (it looks like a Thriller without actually containing any thrills) ist er wieder im gewohnten Fahrwasser angekommen. Andererseits zeigt er eindrucksvoll, das auch die filmgerechteste Vorlage, die nichts anderes bietet als billige Reize und Tempo in den richtigen Händen so ausgbremst werden kann, das selbst chronische Insomniaks das groß Gähnen bekommen.

In Zukunft schaue ich dann doch wieder Aiman Abdallah der sich dramatisch in die Kamera dreht und fragt: “Millionen von Dollar sollen hier in Rom von einer geheimnisvollen Sekte sinnlos verbrannt worden sein, nur eine Legende? Wir werde es herausfinden….”

1 Trackback

  1. 20.05.2009 - Angels and Demons (Illuminati: Angels and Demons) | Tobias Maasland's Blog

43 Kommentare

  1. oh, wenn das so weitergeht, wird “Digital Fortress” (zu deutsch iirc Diabolus oder so) wohl als Indie-Direct2DVD-Film rauskommen…
    wer mit dem Gedanken spielt, Dan Brown tatsächlich lesen zu wollen — holt euch Digital Fortess, spart wirklich Geld, und das Grundkonzept wird schön dargelegt: 5-Seitige Szenen, die mit einem Meeeega Cliffhanger enden aneinandergereiht im round-robin-Verfahren alle durchschnittlich 19 Handlungsstränge durch, mal endet einer, mal mergen zwei, in der Mitte kommen einige hinzu (“semi-twist!”)…
    Um es Brown zu gute zu halten: das Zeug ist nicht zur Verfilmung geeignet. Kann nur langweilg werden, wenn man keinen Videoclipregisseur daransetzt. Dan Browns Gesamtwerk sollte eigentlich als eine Reihe von Webserien in 4min-Happen verfilmt werden. Aber das ist natürlich zu Indie… (oh und Vorteil der Webserie: man kann die Parts aus verschiedenen Büchern gerne durcheinander anschauen! Muss nur aufpassen, dass der total unvorhersehbare Meeeega-Twist nicht am Anfang kommt, sonst wärs ja langweilig, höhö)

    Kommentar #1 von hn am 14.05.2009 um 00:59 Uhr

  2. Nach der Lektüre des Buches hatte ich bereits die Befürchtung, dass das mit dem Film nichts wird… Danke für die Kritik!

    Kommentar #2 von KiNGU am 14.05.2009 um 06:23 Uhr

  3. Klingt zwar komisch, aber: das Konklave. Ehrlich wahr.

    Kommentar #3 von fridge am 14.05.2009 um 06:28 Uhr

  4. Erstklassige Einschätzung der Dan-Brownschen Klischee-Ergussmaschine. So und nicht anders isset.

    Dan Brown zu lesen ist bei mir wie Pommes mit Currywurst, erst ganz lecker, dann merkt man, dass das immer der gleiche schnelle Müll ist und schließlich fragt man sich, warum man die Scheiße gefressen hat, weil so ein ekliges Unwohlsein zurückbleibt :-)

    Kommentar #4 von kumi am 14.05.2009 um 06:56 Uhr

  5. Nicht dass dich das zu jucken braucht Batzman, aber wie schon bei Star Trek finde ich auch hier deinen Stil irgendwie nicht so klasse wie noch vor ein paar Monaten. Zu flapsig und zynisch, so wirkt es auf mich (was nicht bedeutet dass es so ist). Natürlich willst du nicht wie die ganzen “Journalisten” in den Zeitungen brav die Synopse runterbeten und verwendest stattdessen Formulierungen wie “Im CERN hat jemand einen Eimer mit Antimaterie mitgehen lassen und droht nun damit den Vatikan zu sprengen. Das kommt denkbar ungelegen, denn grade ist der der Heilige Vater Koppheister gegangen”, was wohl lässig klingen soll. Aber man kann die kritisch-distanzierte Betrachtung auch niveauvoller formulieren, was du wie ich finde “früher” auch super gemacht hast.

    Ich werd den Film heute mittag schauen, bin nach DaVinci Code schon darauf eingestellt dass er nicht so gut ist wie das Buch. Die Bücher nämlich finde ich großartig, die besten “page-turner” die ich kenne. Weiß nicht was ihr alle habt, aber wenn ihr tatsächlich jeden Twist sooooo vorhersehen könnt, warum lest ihr das dann eigentlich und gebt womöglich noch Geld dafür aus, wo es euch doch nur langweilt?

    Kommentar #5 von Bateman am 14.05.2009 um 08:28 Uhr

  6. ich hab den film gestern in der originalfassung gesehen und stimme in batzman fast allen punkten zu. das darf man ruhig auch so flapsig schreiben. gerade bei dem film. müsste man den film mit einem wort beschreiben, wäre es “schnitzeljagd”. *gääääähn*
    achja: armin mueller-stahl hat ein herrlich gelispeltes englisch und der sonst sehr gute stellan skarsgård kommt auf (schweizer-)deutsch sehr ungelenk daher. klingt wie die nazis in den älteren ami-filmen.

    Kommentar #6 von marcus am 14.05.2009 um 08:49 Uhr

  7. @ marcus:
    Na dann guck den Film doch das nächste mal auf deutsch.
    Dann verstehst Du vielleicht etwas mehr.

    Kann mich sonnst nur Bateman anschließen.
    Wenn Batzman keine Filme mehr mag, sollte er entweder selber Regie führen oder zumindest keine Kritiken mehr schreiben.

    Ich fand DaVinci Code einfach super und spannend.
    Das Buch hab ich auch gelesen. Das es besser war als der Film ist ja wohl nichts besonderes. Das heißt aber nicht das ein Film scheiße ist, nur weil er nicht ganz so gut ist wie das Buch von vielen hundert Seiten.

    Kommentar #7 von Mark am 14.05.2009 um 09:01 Uhr

  8. Hm. Fand den Film schon rasant.
    Hatte mir extra am Tag vor der PV den ersten Teil reingezogen. Und das war- mit Verlaub – der größte Blödsinn überhaupt.
    Dagegen war “Angels and Demons” ja geradezu Action-Kino par excellence.
    Auch wenn der Film Schwächen hat.

    Zu den Vorkommentierern … Ja… Batz? was ist los? Alles nur noch scheisse? Nicht mal ansatzweise positiv zu vermerkende Dinge? Nur noch Sarkasmus?

    Kommentar #8 von caliban am 14.05.2009 um 09:40 Uhr

  9. @Bateman

    Besonder doofe Stories habe ich auch früher schon etwas rustikaler zusammengefasst, das ist insofern kein neuer Trend oder Ausrutscher. Die Kritik die nach der synopsis folgt ist jedoch genauso wie immer, die wäre auch mit einer nüchternen Inhaltsangabe nicht anders oder besser ausgefallen. Die Synopsis ist ja eh eher eine Pflichtübung die viele bei bekannten Mainstreamfilmen gerne überspringen – daher erlaube ich mir hier ab und an auch mal Freiheiten. Besonders nach Filmen die extrem öde, nervig oder dumm daherkamen. Aber wie gesagt, du kannst im Zweifel ja gleich bei der Kritik einsteigen, wenn dich die burschikose Art am Anfang stört. Was das ganze mit zynisch zu tun haben soll, weiß ich allerdings nicht, ich glaube da wäre sarkastisch das treffendere Wort.

    Und warum ich mir das ganze ansehe ist auch simpel. Zum einen kenne ich die Bücher, zum anderen gibt es zumindest bei Blockbustern ja auch eine gewisse Chronistenpflicht plus: Ich halte es nicht für grundsätzlich ausgeschlossen aus Dan Browns Schmöckern zumindest leidlich spannende Filme zu machen und finde es sehr irritierend, dass Howard solche behäbigen Schlaftabletten abliefert.

    @Mark
    Das wird teuer: fuenf-filmfreunde.de/2008/06/0...

    @Caliban

    Och komm, jetzt fang du nicht auch noch an mit dem Gedöns. Ich hab grade erst zwei lange und sehr differenzierte Star Trek Artikel abgeliefert, die sehr positive Besprechung zu Boy und hab dem J.J. Star Trek 90210 immerhin drei Gnadenpunkte gegeben. Crank 2 und Watchmen sind ebenfalls sehr gut weggekommen, also bitte nicht bei jeder Kritik die nicht Konsens ist gleich mit “buhhh immer alles scheisse…. ihr solltet euch die Fünf Filmfeinde nennen…” und ähnlichem ankommen.

    Angels & Demons ist einfach von vorne bis hinten Thrill mit angezogener Handbremse und einem Tom Hanks der wirkt als habe er nen Schoppen Botox getrunken…

    Achja und die zwei Punkte sind schon Ausdruck der gesteigerten Qualität im Vergleich zu DaVinciCode – der hätte nur einen Punkt bekommen.

    Kommentar #9 von Batzman am 14.05.2009 um 09:49 Uhr

  10. au weia…
    batzman hat recht, das buch ist schlecht… aber wenigstens rasant geschrieben, mit unvorhersehbarem ende. da hat der olle brown doch den verdacht ziemlich geschickt auf wenigstens zwei andere personen gelenkt, das war fast schon subtil!
    zur kritik an den filmfreunden: ich denke, sie sollten hin und wieder mal ne rechtschreibprüfung über das geschreibs laufen lassen (da gibts programme, die erledigen das ziemlich gut. oder mich). komma- und tipp- und orthographiefehler bringen mich aus meinem leserhythmus. nämlich!

    Kommentar #10 von minx am 14.05.2009 um 10:37 Uhr

  11. Wer ist Otto Graf I.? ;)

    minx – hast durchaus recht, ist aber alles ‘ne Zeitfrage…

    Kommentar #11 von Batzman am 14.05.2009 um 10:44 Uhr

  12. Ich fand das illuminati Buch recht gut. Klar hat Dan Brown immer ein ähnliches Schema, trotzdem macht es Spass sich in die Verschwörungstheorien hineinzuversetzen. Ich persönlich finde es generell falsch wenn Regisseure immer soviel abändern. Denn genau die veränderten Stellen versauen dann so einen Film. Wie lange braucht “fucking” Hollywood noch dafür endlich zu merken dass man nur möglichst kleine Änderungen an den Vorlagen vornimmt.

    Was soll z.B. der Quatsch das der Leiter von Cern nicht im Rollstuhl sitzt? Warum sieht der Antimaterie-Behälter aus als die TU Hamburg den gebastelt hätte? Im Buch ist dieser High-Tech und nicht zusammengewürfelter Schrott. Wie kann man sowas nicht hinbekommen?

    Es wird Zeit dass eine neue Riege von Regisseuren und Studiobossen in Hollywood einkehrt. Ansonsten sehe ich schwarz.

    Trotz der genannten Gründe schaue ich mir den Film an. Denn die Story im Buch gefiel mir sehr gut :D

    PS: Ich hoffe ja darauf dass als nächstes Meteor verfilmt wird. Denn dass ist meiner Meinung nach das beste Dan Brown Buch.

    Kommentar #12 von Kiran am 14.05.2009 um 10:56 Uhr

  13. @Mark: ich hab alles verstanden. ich hab nur gesagt, dass sich die beiden jungs im englischen original sehr lächerlich anhören. im falle von “a. m.-s.” weniger schlimm, weil er keinen muttersprachler spielt, im falle von skarsgård schon, weil er einen schweizer darstellen soll, sich aber anhört wie ein heiserer südbadischer nazi-uhu mit migrationshintergrund.

    Kommentar #13 von marcus am 14.05.2009 um 11:03 Uhr

  14. Mal eben etwas OFF-TOPIC – Es gibt nen paar neue Infos zu Iron-Sky!

    Postet doch mal was dazu :D

    http://www.ironsky.net/

    Dieses Kommentar könnt ihr dann gerne löschen

    Kommentar #14 von Kiran am 14.05.2009 um 11:28 Uhr

  15. Du nennst Robert Anton Wilson und Michael Crighton in einem Atemzug? Wie kannst du nur?

    Außerdem schließe ich mich Minx an, was die Orthographie angeht, ich mag euren Stil, aber ihr entzaubert euch, durch teilweise echte Rechtschreibschnitzer, oft selbst

    Kommentar #15 von dynamitrios am 14.05.2009 um 11:48 Uhr

  16. wilson… nie gelesen… lohnt sich das?
    schlecht recherchiertes verschwörungsgeschwurbel mit kruden kunsthistorischen theorien vermengt macht mich extrem unzufrieden…
    sakrileg ist in der hinsicht schon schlimm genug. mit illuminati gestern fertig geworden. wenigstens halten sich die kunstbetrachtungen im rahmen, bzw. die ikonographischen theorien. danke, dan brown!

    Kommentar #16 von minx am 14.05.2009 um 11:59 Uhr

  17. @Batzman
    Großartiger Artikel! Hab mich halb schlappgelacht. :)

    @Film
    Was ich überhaupt nicht verstehe:
    Wieso ist ein Wissenschaftler(!) so sehr daran interessiert, das größte Märchenbuch der Welt zu retten? Das ist unlogisch. Er kann doch froh sein, daß der Blödsinn ein Ende hat.

    Kommentar #17 von Illunimatrix am 14.05.2009 um 14:13 Uhr

  18. Das Buch war schon grauslig – irgendwo in dem Antimaterie-CERN-Konklave-Rom-Verschwörungs-Quatsch habe ich das Buch einfach zugeklappt und in den Schrank gestellt. Eine Zumutung für jeden Leser. Dann doch lieber Thomas Mann auf der Bahnfahrt. Ich habe schon beim ersten Film mich des Eindrucks nicht erwehren können, Tom Hanks ist hier komplett fehlbesetzt. Wenn schon Schmarren, dann bitte rasant und witzig.

    Kommentar #18 von Schwarzmaler am 14.05.2009 um 15:00 Uhr

  19. Man kann Dan Brown – mit Fug und Recht – für sein Oeuvre kritisieren, aber eine Sache muss man ihm hoch anrechnen:
    Die wohl lustloseste Beschreibung einer Hauptfigur in der Geschichte der Trivial-Literatur: Robert Langdon sieht aus wie “Harrison Ford in Harris Tweed”.
    Und der Rest ist auch pseudo-wissenschaftlicher, schlecht recherchierter Humbug. Und der ist dann dummerweise auch noch furchtbar lustlos geschrieben.

    Kommentar #19 von justus_jonas am 14.05.2009 um 15:44 Uhr

  20. @Batzman
    Man muss dich für solche Reviews einfach gern haben. Wenn ich bei solchem Filmen im Kino sitze und mich dann bei besonders stereotypen Szenen umschaue, komme ich mir meistens doch sehr alleine vor mit meiner Meinung. Aber gut, dass man hier doch manchmal Bestätigung findet.

    zum Thema D.B.:
    Man kann Dan Brown nur eine Sache hoch anrechnen und zwar, dass er eine Breite Masse von Menschen zum lesen animiert. Punkt.

    Kommentar #20 von Jan am 14.05.2009 um 18:01 Uhr

  21. @Batzman:

    Für mehr hab ich jetzt grad keine Lust, aber ich sag mal so: Man kann etwas auch kritisieren, ohne es oder die, die es gut finden, implizit zu beleidigen. Mir persönlich kommt es so vor mit deinen Formulierungen als hättest du keine Lust dazu, die dir Mühe zu geben und das alles etwas weniger – wie sagtest du? – rustikal zu formulieren.

    Und Leute, ich fühle mich an die Watchmen-Diskussionen erinnert… manchen von euch fehlt die (politische) Vorstellungskraft. Schade dass ihr euch nicht auf so “verschwörungsgeschwurbel mit kruden kunsthistorischen theorien” (zumindest für die Dauer des Buchs) einlassen könnt. Die die das können werden (von den Büchern) nämlich bestens unterhalten.

    So, jetzt wünsch ich allen Anwesenden noch einen schönen Abend.

    Kommentar #21 von Bateman am 14.05.2009 um 19:24 Uhr

  22. @Batz: Ich komm Dir nicht “auch so”… Unsere Meinungen divergieren ja öfter. Das finde ich ja auch gerade spannend. Ich meinte was anderes. Aber gut… Ich bin schon still;)

    @Bateman: Ist schon seltsam, gell?! Muss mich da aber auch immer wieder selbst am Schopf packen. Ich habe kein Problem im “Herrn der Ringe” Elfen, Feen und Zwerge als gegeben zu betrachten. Wenn ich aber “Angels and Demons” anschaue, kann ich die “verschwurbelten” Theorien einfach nicht als “gegeben” betrachten. Hab ihn mir heute ein zweites Mal angesehen.
    Einfacher Kommentar: Billige Räuberpistole, die aber durchaus ihre spannenden und unterhaltsamen Momente hat…

    Kommentar #22 von caliban am 14.05.2009 um 22:46 Uhr

  23. ich machs mir bei der ganzen Diskussion ganz einfach:
    Ich fand den ersten persönlich schon doof und langweilig, daher schaue ich den hier erst garnicht ;)

    Kommentar #23 von Plastikman am 14.05.2009 um 23:05 Uhr

  24. Pluspunkt Nummer Eins: Ein Sequel das besser ist als sein Vorgänger! Yay!
    Pluspunkt Nummer Zwei: Mit Nikolaj Lie Kaas spielt ein weiterer meiner Lieblings-Dänen nun in einer Hollywoodproduktion! Yay!
    …Leider ist er als der Assasine völlig verschwendet besetzt. Schade. Doch lieber nochmal “Dänische Delikatessen” oder “Flickering Lights” anschaun.

    Kommentar #24 von mickey am 14.05.2009 um 23:50 Uhr

  25. Aaaalso… Ich muss sagen, ich war unterhalten. Ich fand Wolverine eine bodenlose Enttäuschung und StarTrek ganz okay. Illuminati ist nun kein großer Wurf, kein bedeutendes Werk, ist großteils Quatsch und die Fakten natürlich alle Humbug – aber unterhaltsam und ganz gut gemacht. Fand den vielfach besser als den scharchigen DaVinci Kack.
    ABER

    SPOILER
    SPOILER
    SPOILER

    Wieso plappert Ewan McGregor weltmännisch von der Annäherung von Religion und Wissenschaft; lässt die Kirchen-externe Trulli mit seiner Hilfe herausfinden, dass der Ex-Papst ermordet wurde und gibt sich auch sonst hilfsbereit und offen – wenn er dann doch laut Rückblende der Schurke ist und die Wissenschaft für den Sargnagel der Religion hält??

    SPOILER ENDE

    Kommentar #25 von DrJonezzz am 15.05.2009 um 10:36 Uhr

  26. ha! schon mal jan van helsing gelesen? da geht´s richtig ab. DAS ist mal verschwörungsgeschwurbel! dagegen kann dan brown nicht anhusten…
    @ bateman: hatte auch keine probleme, das geschwurbel beim lesen als gegeben hinzunehmen, das sodbrennen kam hinterher.
    gerade bei sakrileg fällt auf, WIE schlecht brown recherchiert.
    beispiel? beispiel: das letzte abendmahl. oft restauriert. aber brown nimmt nicht die letzte fassung, bei der die restauratorin mühsam alle schichten runtergebürstet hat, die nicht von da vinci stammen und vorsichtig farbflächen dazwischen ergänzt hat, er nimmt die fassung davor, mit dicken stümperhaften überpinselungen, die sich schon wieder vom grund lösen (der “busen” von apostel johannes ist so ein fall).
    hätte da vinci maria reinmalen wollen, hätt´er´s getan. maria magdalena ist bei ihm ein anderer typ (siehe seine vorskizzen für maria m. bzw. johannes). und johannes wird immer als bartloser, sehr mädchenhafter knabe dargestellt, der in einigen abendmahlfassungen anderer künstler sogar auf jesu schoß sitzt. daraus jetzt maria magdalena zu konstruieren ist extrem weit hergeholt. und welcher jünger fehlt dann, wenn wir mal annehmen, es sei maria?
    tschuldigung, kleine abschweifung… zufällig eins meiner spezialgebiete…bei sowas guck ich gern genauer hin.
    ich habe kein problem mit fiktion, aber ich stelle ansprüche an die qualität. die rasanz der handlung ist meiner meinung nach ein qualitätsmerkmal von browns büchern, aber was seine sprache anbelangt und die oft sehr konstruierte handlung, kommt er schlicht nicht über groschenheftniveau.

    Kommentar #26 von minx am 15.05.2009 um 11:27 Uhr

  27. @minx: Wow! Dann hast Du also auch das Galileo-Special darüber gesehen :D

    Kommentar #27 von Kiran am 15.05.2009 um 12:30 Uhr

  28. nein, hab ich nicht. ich dulde keinen fernseher in meiner wohnung. ich hab kunst studiert.

    Kommentar #28 von minx am 15.05.2009 um 13:43 Uhr

  29. @kiran: und? selbst? ;)

    Kommentar #29 von minx am 15.05.2009 um 14:31 Uhr

  30. Ja, ja ja. Du bringst es genau auf den Punkt. Brown ist Currywurst mit Pommes. Geil – aber im Abgang fade. Und eine so gute Cliffhanger-ohne-Ende-Vorlage kann man filmisch eigentlich gar nicht so lahm rüberbringen. Alles das was du schreibst, kann ich für Sakrileg unterschreiben. Illuminati hab ich nicht gesehen und muss ich auch nicht. Ich weiß alleine aufgrund deiner Kritik, was mit dem Film los ist

    Kommentar #30 von Dülp am 15.05.2009 um 21:05 Uhr

  31. Hm … Hab den Film gerade im Kino gesehen. Auch wenn ich Einiges nicht ganz so hart sehe wie Batzman, muss ich sagen, dass Illuminati ein Film ist, der einen nicht wirklich aus dem Sessel haut.
    Der Vergleich mit dem Thriller und der Handbremse ist ziemlich treffend, mal ganz abgesehen davon, dass mir die Spurensuche doch ein wenig zu schnell ging.
    *SPOILER* Gerade die Szene, in der Hanks auf die Uhr guckt und dann natürlich genau richtig über dem gesuchten Symbol steht, ist mal wieder so eine offensichtlich unrealistische Szene. Genau wie der Moment in den Katakomben, wo gerade noch nach einer Taschenlampe gefragt und dann -keine 5 Sekunden später – schon der geheime Gang betreten wurde, ohne die Lampe wirklich gebraucht zu haben. *Spoiler ENDE*
    Natürlich muss die Handlung auch immer ein bißchen vorangetrieben werden, aber das hat mir nicht gefallen. Alles in allem leider auch nur ein Durchschnittsfilm und kein wirkliches Kinohighlight. Die Kinocharts wird der Film sicherlich trotzdem anführen, so wie die Werbetrommel gerade gerührt wird.
    Mal sehen, ob Terminator 4 meine Erwartungen erfüllen kann …

    Kommentar #31 von Quiet_Earth am 15.05.2009 um 23:09 Uhr

  32. Danke für diese Kritik. Es gibt doch noch denkende Menschen.
    Ich war gerade im Kino und bin so was von enttäuscht und gleichzeitig Sauer auf mich das ich auf das Marketing reingefallen bin.

    Ich kann jeden nur vor diesen “Film” warnen! Wer eine Kaugummistory haben will soll besser das Buch lesen. Das Geld ist dann besser investiert und das Buch hält 4 Stunden länger. Kurzum, dieser Film ist eine Unverschämtheit!

    Der Film hat mit dem Buch so gut wie nichts gemeinsam.
    Ich stimme vollkommen zu, Dan Brown schreibt Grosschenroman aber die fesseln den Leser wenigstens. Der Film ist davon Meilenweit entfernt. Und damit nicht genug, Chronologische Abläufe aus dem Roman werden nicht eingehalten, interessante Figuren wurden einfach rasusgestrichen, Szenen wurden komplett umgeschrieben und anders Besetzt, etc…

    Das “Ding” ist eine Gelddruckmaschine aber kein Film und schon gar keine Verfilmung. Dagegen war Sakrileg Gold und das soll was heissen.

    Spart euch das Geld für Transformers oder Terminator denn schlechter kann es kaum werden.

    Kommentar #32 von Dadokan am 17.05.2009 um 22:24 Uhr

  33. Da wollte ich Batzman gerade nochmal dezent darauf hinweisen, dass er mit der Chrichton/Wilson-Verbindung geradezu um einen Flamewar bettelt, sehe mich nach Lesen der Kommentare aber vielmehr in der Verpflichtung, dem Autor ein Mal mehr für eine gelungene und eloquente Schmähkritik zu danken!

    Negative Rezensionen, die nicht zumindest billigend in Kauf nehmen, ” es oder die, die es gut finden, implizit zu beleidigen (Bateman#21)” sind (i.d.R.) leidenschaftslos und blutleer.

    Keep up the good work!

    Kommentar #33 von Cabuflé am 18.05.2009 um 12:54 Uhr

  34. da wollte ich neulich noch batzman seiner gehässigkeiten wegen rügen, hielt mich aber zurück, bis ich den film gesehen hatte. jetzt muss ich demütig in nahezu allen belangen zustimmen. dan browns buch mochte ich dennoch, weil seine räuberpistole wenigstens ordentlich gezündet hat. der film war leider nur ein einziger überlanger leerlauf, der noch dazu für jemand, der das buch nicht gelesen hat, unmöglich zu rekonstruieren ist.

    Kommentar #34 von burnster am 18.05.2009 um 22:51 Uhr

  35. Juhu, es funktioniert. Was Batzman verreißt kommt bei mir gut an. Habe mich von meiner Frau in den Film schleifen lassen, nachdem ich Sakrileg mehr als unterirdisch fand. Bis auf die Tatsache das Hanks immer noch fehl am Platz ist (vor allem seine Synchro, ich dachte die ganze Zeit ich schau Bachelor Party in Rom), fand ich den Film echt gelungen. Vielleicht lag es daran das ich Rom gut kenne, aber ich fühlte mich durchwegs gut unterhalten.
    @ F5
    Um es mit einem Zitat aus der Star Trek Diskussion zu beenden. Findet mal Euren Spaß an Filmen wieder und hört auf Euch als einen elitären Verein cineastischer Spießer zu geben. Viele der “Besten Filme aller Zeiten” haben Plot-Holes und sonstige Fehler ohne Ende und funktionieren trotzdem über Generationen.
    Ron Howard hat anscheinend aus Sakrileg gelernt und das sollte man anerkennen.

    Kommentar #35 von Kopfschüttler am 19.05.2009 um 08:54 Uhr

  36. SPOILER
    wie, um himmels willen hat der camerlengo es geschafft, den assassinen hochzusprengen? umd vor allem: wann?

    Kommentar #36 von minx am 19.05.2009 um 10:37 Uhr

  37. Endlich mal eine gescheite Rezension zu dem Film und dem Buch. Sehr gut zusammengefasst die Sachverhalte …

    Kommentar #37 von der moe am 19.05.2009 um 16:39 Uhr

  38. Ich habe bisher nur den Trailer gesehen, der mich erfolgreich, zumindest von der deutschen fassung, abgeschreckt hat, aufgrund der unglaublich verkackten Synchro auf Tom Hanks. Mein Gott, es ist die gleiche wie die von Bill Murray, die gleiche die Tom Hanks seit Jahren drauf hat und jetzt nuschelt der einfach als hätte er seine eier im Mund? Grauenhaft.
    Film wird nicht geguckt.

    Kommentar #38 von qshi am 20.05.2009 um 11:49 Uhr

  39. @minx: Ich hab natürlich die Galileo-Folge mit dem deutsch-ägyptischen “George Clooney Double” Aiman Abdallah geshen ;) Ich steh nunmal auf Verschwörungstheorien!

    Kommentar #39 von Kiran am 20.05.2009 um 15:20 Uhr

  40. wow…gorge-clooney-double? tja, was soll man machen…hab keinen fernseher und leg mir auch keinen zu. auch nicht für george clooney.
    verschwörungstheorien les ich lieber. oder guck´se mir im kino an.
    aber, wo sakrileg schon hart an der grenze des erträglichen war, ist der illuminatifilm deutlich drüber. egal, ob nun in der synchronfassung oder im engl. original. apropos: ich dachte, im vatikan wäre latein oder höchstens noch italienisch die übliche verkehrssprache. im film sprechen die aber englisch, die alte ketzersprache. will man das amerikanische publikum nicht mal ein kleines bisschen fordern?

    Kommentar #40 von minx am 22.05.2009 um 14:03 Uhr

  41. hm. bin ich ja froh, dass ich mir den dann letztens im kino nicht angeschaut hab. ich bin schon bei sakrileg im kino fast eingeschlafen, und auch wenn illuminati besser sein sollte – von gut ist er (scheinbar) noch weit entfernt.

    Kommentar #41 von zitrone am 09.06.2009 um 02:24 Uhr

  42. Du willst den Film ja nur fertig machen, weil alle ihn toll finden

    Kommentar #42 von Consenter am 28.06.2009 um 20:50 Uhr

  43. @Marcus
    Also Marcus, was du über den heisereren südbadischer nazi-uhu mit migrationshintergrund gesagt hast kann ich nicht gutheissen. Ich komme aus Südbaden und selbst ein vor ein paar Jahrzehnten hat man hier nicht mal ansatzweise so gesprochen!

    Kommentar #43 von Phil am 14.07.2009 um 11:18 Uhr

Sag was!