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Lieber George – George Lucas zum Geburtstag…

Standard, 14. 5. 2009, Batzman (Oliver Lysiak), 5 Kommentare

lucasbirthday
Geburtstagsparty bei Onkel Lucas – er ist der dritte von links

Der alte Sternenritter wird heute 65. Grund genug in Kindheitserinnerungen zu kramen und ihm zu ähm… gratulieren, genauso wie ich es damals bei Steven Spielberg getan habe.

Lieber George Lucas,

zunächst einmal herzlichen Glückwunsch und – um mal mit dem konkurrierenden Franchise zu sprechen – “live long and prosper”. Und, als jemand für den Star Wars zu seinen frühen und prägenden Kindheitserfahrungen gehört, auch ein Danke.

Ich bin erst spät zum Krieg der Sterne (wie das Ganze hierzulande ja damals noch hieß) gekommen. Ich rollte die Sahnetorte von hinten auf. Der erste Streifen den ich im Kino sah war Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter, dann erst Monate später in Wiederaufführungen Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung und Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück. Oder wie wir damals noch sagten: Teil 1 und 2.

Es war egal, dass ich nicht sofort alles kapierte. Die Novelisationen haben mir die Zusammenhänge erklärt, die ich brauchte um Jedi zu verstehen, selbst ohne die Vorgänger gesehen zu haben.

Ich verdanke Ihnen sehr viel George. Star Wars hat mich zum Filmfan gemacht, auch wenn ich zunächst nur Sachen sehen wollte, die mit Science-Fiction zu tun hatten: Es war der Zündfunke für mein Interesse am Film. Damals waren Filme noch nicht ständig und überall verfügbar. Es gab keine Privatsender, wir hatten keinen Videorecorder und mein erster Computer war ein ZX81 von Sinclair.

Wenn ich nicht grade mit meinen Freunden auf dem Spielplatz herumtollte und Szenen aus Krieg der Sterne nachspielte (wobei ich immer C3PO sein wollte – aber das ist eine andere Geschichte), verschlang ich alles was mit SF zu tun hatte – was damals zumeist Bücher waren. Die Begleitromane und Abenteuer von Han Solo und Lando Calrissian, aber auch viele Filmlexika und Abhandlungen über das Genre. Mein Grundwisse über Film, filmtheoretische Ansätze und alle wichtigen Klassiker habe ich mir damals angeeignet.

Viele großartige Filme habe ich entdeckt und mich wie ein Schneekönig gefreut, wenn sie einmal zufällig im TV liefen. Von Alarm im Weltall bis Der Tag, an dem die Erde stillstand und natürlich alles von Jack Arnold. Von SF-Film wanderte ich zu Horror, dem Fantasy-Film, Krimis, Thrillern, Dramen, Arthaus und vielen anderen Genres. Aus der Liebe zu Star Wars wurde die Liebe zu Kino allgemein, zu packenden Erzählungen, großen Bildern, starken Dialogen und großartigen Schauspielern.

>>>weiter gehts bei meinem Brötchengeber moviepilot, für den dieser Text entstand…

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5 Kommentare

  • Reply Syyx 14. 5. 2009 at 17:03

    Schön geschrieben, und das mit dem Star Wars hat mich zum Filmfan gemacht, kommt mir sehr bekannt vor auch wenn ich eine völlig andere Generation bin.

  • Reply kumi 14. 5. 2009 at 18:04

    Mir ist es genau so ergangen. Mit Star Wars hat es angefangen, als ich 1978 mit 12 im Kino saß, danach hat mich das Genre und das Kino nicht mehr losgelassen. Was war das schön damals in dem kleinen Pupskino in meiner Heimatstadt, nach Krieg der Sterne bin ich in jeden gottverdammten SF-Film gerannt, der nicht bei Drei auf den Bäumen war (auch dieser grausame italienische KdS-Rip-Off »Star Crash – Sterne im Duell« war dabei, mit The Hoff und der heißen Caroline Munro, für einen Jungen in der Pubertät ein sehr prägendes Erlebnis)

    Der Kinobesitzer war zwar ein Arschloch, aber ein Cineast mit Hang zu alten SF, weshalb Sonntag morgens in der Frühvorstellung um 11.00 die ganzen Jack-Arnold-Schinken, Metaluna 4, Zeitmaschine, Forbidden Planet, The Thing oder Der Tag, an dem die Erde stillstand und die ganzen japanischen Godzilla-und-andere-Gummimonsterfilme liefen. Die Sendung mit der Maus habe ich zu der Zeit oft verpasst. Im TV habe ich mir dann auch jeden SF- und Horrorstreifen (Hach, »The Haunting«) gegeben, Bücher ohne Ende gekauft.

    Später machte dann noch ein Kino in der Innenstadt auf, in dem nur Zombie- und Exploitationstreifen liefen, und als ich dann älter wurde, entdeckte ich die Wuppertaler Programmkinos mit ihren Arthausstreifen für mich. Meine Lieblingsgenre sind jedoch immer die der Phantastik geblieben.

    Ich denke, ich habe da George Lucas auch so einiges zu verdanken, dem ZDF mit der Wahnsinns-Reihe der phantastischen Filme aber ebenfalls :-)

  • Reply Leto 14. 5. 2009 at 20:05

    @kumi

    das kann ich soooo gut verstehen – mir ging es nämlich genauso. Als kleiner Junge mit StarWars angefixt (7x im Kino gesehen) und dann von der Sci-Fi/Fantasy-Welle nicht mehr runtergekommen – inclusive StarCrash, Sternenkrieg im Weltall (der Japan-StarWars-Verschnitt), Kampf um die 5. Galaxis (noch so ein italienischer Murks), Sador – Herrscher im Weltraum (aka „John-Boy im Weltraum“ ;-)), Kampfstern Galactica, Buck Rogers, Flash Gordon (wow…), Krull und all die anderen.
    Genau …und dann gings im TV mit den „Klassikern“ weiter.

    Das Interesse an Sci-Fi/Fantasy ist geblieben – aber die Ansprüche sind (zum Glück) gestiegen.
    Danke, George Lucas, für den „Einstieg“ in diese Materie…. war eine schöne Zeit.

  • Reply kumi 14. 5. 2009 at 20:49

    Haha, ja, wie konnte ich »Sador« vergessen, und dann gab es auch mal eine ziemlich bekloppte Parodie namens »Krieg der Eispiraten«. Hat den einer? Den habe ich mit 18 das letzte Mal gesehen. Damals fand ich den ganz witzig, kann aber auch Verklärung sein :-)

  • Reply Rugadizzer 15. 5. 2009 at 9:15

    Das ist alles so zu unterschreiben.

    „Sador“ und“Krieg der Eispiraten“ waren natürlich großes Kino, in diesem Kanon fehlt noch „Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension“.

    Der Sinclair ZX81, ich krieg Pipi in die Augen…..schnüff.

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