
Das schlimme an Terminator 4 ist ja, dass im Direktvergleich Teil 3 schon wieder unterhaltsam wirkt. Und das obwohl Nick Stahl als quengeliger John Connor so gar nicht passen wollte. Für moviepilot bin ich die Strasse der Erinnerung hinabgejoggt und hab mir die Karriere des einzig wahren John Connor-Darstellers nochmal angesehen: Whatever happend to Eddie Furlong?
Es hätte der Start zu einer Traumkarriere sein können. Edward Furlong erlebte als 13jähriger, wovon wohl viele Kids heute immer noch träumen. Er wurde von der Straße für einen der wichtigsten und größten Actionfilme der 90er Jahre weggecasted: Terminator 2 – Tag der Abrechnung sollte Maßstäbe setzen.
Der späte Nachfolger des B-Movie-Erfolgs The Terminator stand am Anfang der digitalen Revolution und verband genial geradlinigie, packende Actiondramaturgie mit einer relativ smarten Story, nachhaltigen Dialogen und bahnbrechenden Spezialeffekten voller optischer Inspiration. Furlong schaffte es darin überraschend gut, sich als frühadoleszenter John Connor gegen seine Erwachsenen Mitspieler zu behaupten.
Nach dem bombastischen Erfolg des Films galt Furlong als Jungstar, wurde zum Idol für japanische Teenager, nahm schlechte Popmusikalben auf und modelte für Calvin Klein. Auch die Kinokarriere gab Anlass zu schönsten Hoffnungen. Nach T2 folgten diverse Dramen und Genrefilme: Friedhof der Kuscheltiere II, Brainscan, Little Odessa – Eiskalt wie der Tod, American Heart – Die zweite Chance, Die Grasharfe, Davor und danach – und wenn auch nicht alle davon Erfolge waren, bestand Konsens, dass dieser Knabe Talent hatte. Für ihn sprach sein anämisch-zerbrechliches Aussehen, gepaart mit rauen Sprüchen und einem verschlossenen, skeptischen Blick aus Augen, die ihn viel abgeklärter und erwachsener wirken ließen, als er es tatsächlich war. Furlong war der Poster-Boy aller Troubled Teens, der Sensibilität und Düsternis perfekt verband.
Dass er in diesen Rollen überzeugte, könnte allerdings auch in seinem realen Leben begründet liegen, denn Eddies eigene Kindheit war mindestens so turbulent, wie die seiner Filmfiguren. Seine Mutter hatte ihn früh zu Verwandten abgeschoben, bei denen er auch lebte, als er für T2 entdeckt wurde. Noch während des Drehs entbrannte heftige Sorgerechtsstreits zwischen seiner Mutter, deren Schwester und ihrem Mann. Beide Seiten warfen sich vor, nur des Geldes wegen an Edward interessiert zu sein.
Kein Wunder, dass der Junge die Flucht ergriff und sich Hals über Kopf in eine Affäre mit seiner fast doppelt so alten Set-Lehrerin Jacqueline Louise Domac stürzte, die später auch seine Managerin wurde. Gegen den Rat aller zog Edward mit der Frau zusammen. Die Beziehung hielt fünf Jahre und ging im Streit auseinander, Domac verklagte Furlong schliesslich noch, weil er ihr angeblich noch Prozente seiner Filmgagen schuldete.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juni 5th, 2009 •
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- Schlagwörter: Edward Furlong, Terminator
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