Die intellektuelle Filmkritik und das Popcorn-Universum

31 Comments

Georg Seeßlen hat einen sehr schönen Essay über den Gegensatz der Fanboy- und der intellektuellen Filmkritik geschrieben. Ich denke ja, wir kriegen hier bei den Filmfreunden beide Seiten ganz gut unter einen Hut, was wohl vor allem an den unterschiedlichen Blogging-Herangehensweisen von uns Fünfen liegt.

Das Kino ist vor allem deswegen so spannend (und von klassischer »Kunst« unterschieden), weil es, egal in welchem Teil der Produktion zwischen Autorenfilm und Blockbuster, immer eine Begegnung ist zwischen Industrie und Ästhetik, Jahrmarkt und Salon, Kunst und Massenkommunikation. Aber diese Spannung ist auch für Krisen verantwortlich. Zum Beispiel, wenn ein Kino nur noch dafür da scheint, das Publikum zu Tode zu amüsieren, oder andererseits, wenn es so selbstreferenziell und ausgeklügelt ist, dass es nur noch von Eingeweihten zu entschlüsseln ist. Ob die Lösung »in der Mitte« liegt, darf bezweifelt werden, wie Filme zeigen, die versuchen »in der Mitte« zwischen Kunst und Unterhaltung zu liegen, und dabei nur erreichen, nicht mehr der Rede wert zu sein.

Diese Spannung zwischen politischer Ökonomie und Ästhetik setzt sich auch im Sprechen über Film fort. »Gut« und »Schlecht«, das muss jede Filmkritik mit denken, ist in diesem Medium eine Frage des Zusammenhangs. Man kann fragen, wie gut Filme für die Zeit sind, in der sie projiziert werden, man kann aber auch fragen, was sie mit dem Rest unseres Lebens machen. Man kann nach dem Interesse und der Macht fragen, nach Schönheit und Dissidenz, oder auch danach, ob man als Kunde zwei Stunden Lebenszeit und zehn Euro verschwenden soll oder nicht.

Entsprechend hat es auch immer zwei Grundformen der Filmkritik gegeben. Diese Spaltung der Kritik gibt den Zwiespalt von Industrie und Kunst im Kino nicht nur wieder, sondern verschärft ihn. Die eine, nennen wir sie die »intellektuelle« Filmkritik, versucht, sich analytisch und unbestechlich zu geben; sie darf beinahe alles, nur nicht langweilig und arrogant sein. Unnütz zu sagen, dass ein Gutteil der »intellektuellen« Filmkritik dieses Kunststück durchaus fertig bringt, nämlich langweilig und arrogant zu sein. Die andere, nennen wir sie die Popcorn-Kritik, geht grundsätzlich von einem Dienstleistungscharakter für ein Publikum aus, das ein Grundrecht auf mehr oder weniger unbeschwertes Amüsement hat. Dieses Popcorn-Schreiben darf beinahe alles, nur nicht langweilig und korrupt sein. Unnütz zu sagen, dass ein Gutteil der Popcorn Kritik eben dieses Kunststück durchaus fertig bringt, nämlich langweilig und korrupt zu sein.

Aliens versus Monsters oder: Die intellektuelle Filmkritik und das Popcorn-Universum. (via Anke)

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  • Fzeiger

    “Unnütz zu sagen, dass ein Gutteil der »intellektuellen« Filmkritik dieses Kunststück durchaus fertig bringt, nämlich langweilig und arrogant zu sein.”

    “Unnütz zu sagen, dass ein Gutteil der Popcorn Kritik eben dieses Kunststück durchaus fertig bringt, nämlich langweilig und korrupt zu sein.”

    Das spiegelt sich übrigens durchaus auch in den Kommentaren der verschiedenen Reviews auf F5 wider ;)

    Pseudo-klugscheiß-Kritiker vs. Fanboi-Wischiwaschi

    Just kidding

    Zum Thema: Ich erwarte von einer Kritik vor allem, dass sie sachlich ist. Nicht emotionslos, aber weitestgehend objektiv.

  • RaoulDuke

    Alles bekannt, Psychologie Grundkurs Wahrnehmung.

  • http://www.cargo-film.de Ekkehard Knörer

    “Ich denke ja, wir kriegen hier bei den Filmfreunden beide Seiten ganz gut unter einen Hut.”

    Das kannst du jetzt nicht Ernst meinen. Ihr habt doch euer Lebtag noch keinen einzigen Film besprochen, den man mit Recht als “Kunst” bezeichnen kann. Nicht dass wir uns missverstehen: Ich finde ja ok, was ihr macht. Aber es ist sowas von hundert Prozent auf der Popcorn-Seite. (Und das ist mein Problem mit dem Seesslen-Text: der ist so wischiwaschi, da weiß man wirklich nicht, was vorne, was hinten ist. )

  • http://www.polyneux.de SpielerZwei

    Ich sehe in dem Artikel jetzt auch nicht den großen Erkenntnisgewinn. Das ist bei den Games genau das Gleiche, nur dass bei diesem Medium noch viel weniger Leute an den intellektuellen Kritiken interessiert sind…

  • freeminder

    Ich habe Seeßlens Bücher über Spielberg und Matrix gelesen. Ich finde er ist der beste Filmkritiker Deutschlands. Der er zeigt das man, egal mit welcher Vorgehensweise, immer eine interesante Kritik schreibt, solange man dieses Medium liebt. Denn wenn man das tut, kann man auch eine gut lesbare interlektuelle Filmkritik zu “Transformers” oder eine gut lesbare Fanboykritik zu “The limits of control” schreiben.

  • Thaniell

    Oh da gibt es doch einiges an Zwischenstufen und Dimensionen (z.B. Ernsthafte Thematisierung realer Dinge ohne selbstreferenzielle Kunst zu sein). Wobei je nach Kunstbegriff natürlich jeder Film Kunst ist – oder eben nicht.
    Ich sehe wie Knörer hier zwar auch nicht wirklich viele Filme die man auf der Kunst-Popcorn Skala jetzt wirklich völlig auf der intellektuellen Kunstseite einordnen sollte, so ein paar schlagen aber immerhin in die Richtung aus.
    In was ihr euch unterscheidet bzw. eure Kritiken ist die Betrachtungsweise, also auf der “Ich-will-einen-sinvollen-inhaltlich-qualitativ guten Film der mir mehr gibt als 2 Stunden Fun und neue Gehirnbahnen anlegt” versus “hab ich mit 10 Euro für Popcorn und Eintritt 2 Stunden Fun im brain-off mode” Betrachtungs-skala mischt ihr ganz gut denke ich.

  • Arno Nym

    @3:
    Was hat die Herangehensweise an eine Filmkritik mit dem besprochenen Film zu tun? Ich finde schon, dass hier beide Seiten ganz gut unter einen Hut kommen. Dass hier jetzt keine französischen Filme über’s Weintrinken besprochen werden schließt doch eine intellektuelle Filmkritik nicht aus.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Fzeiger

    Objektive Filmkritik ist ein Widerspruch insich. Dort wo versucht wird objektiv zu sein kommt meist ein eiertanzendes sowohl-als-auch WischiWaschi heraus. Komischerweise hat die angelsächische Filmkritik viel weniger von diesen “Objektivitätsdiskussionen”, weil es dort anscheinend nicht als Makel angesehen wird eine zu haben. Solange du weißt wo ein Kritiker steht, kannst du seine Argumente bewerten und für dich gewichten. Wenn er dir vorgaukelt “ganz objektiv” zus ein, erhebt er einen Wahrheitsanspruch der viel unangenehmer ist als jede leidenschaftlich vorgetragene und begründete “subjektive” Kritik.

    @Ekkehard

    Hiho erstmal. Vielleicht hast du dann einfach einen zu eingeschränkten Kunstbegriff, was das Thema angeht?

    Ich gebe gerne zu das wir popcornlastig sind (wobei eine ganze Menge eben dieser Filme hier auch gnadenlos durchfallen), aber warum du Sachen wie Mysterious Skin, Ausweitung der Kampfzone, Brick, Chumscrubber, Whole New Thing, The Big Empty, So finster die Nacht, Shortbus, Paranoid Park , Grizzly Man, Summer Scars, Muzika uva. absprichst Kunst zu sein (was ich sogar einigen Mainstramfilmen nicht absprechen würde), verstehe ich nicht so recht.

    Das die meisten deutschen Bauchnabelpul-Streifen, französische Beziehungsfilme und asserbaidschanische Bergbauerndramen hier nicht vorkommen (auch wenn sie natürlich ihr Publikum und ihre Relevanz haben) ist zwar richtig und liegt sicher auch in den Sehpräferenzen der Autoren begründet, bedeutet aber nicht automatisch das die Filme die wir featuren keine Kunst sein können.

  • Tino

    Ekkehard hat da schon Recht. Ich mag die Herangehensweise von dem Blog auch, weil es sich ähnlich wie Popcorn konsumieren lässt und deshalb ein schöner Snack zwischen zwei Klicks ist, aber mit Filmkunst hat hier kaum ein Posting etwas zu tun, sondern dreht sich größtenteils um auf Zelluloid gebannten Zeittotschlag und ist somit eher in der guilty pleasure-Ecke anzusiedeln.

    Das ist natürlich nicht schlimm und euer gutes Recht als Seitenbetreiber, aber wenn beide Kniescheiben sich berühren, dann kann man das nicht Spagat nennen.

  • Xenotone

    “Wer wissen möchte, wie nützlich ein Dialog zwischen intellektueller und Popcorn-Filmkritik sein kann, muss in die USA schauen: Kino-Diskussionen zum Beispiel im Internet sind dort offener, respektvoller und sprachlich sorgfältiger als in den entsprechenden deutschen Foren. Und Intellektuelle und Popcorn-Kritiker nehmen sich gegenseitig ebenso ernst wie Profis und Laien.”

    Dieses Zitat nur mal so als ein Beispiel, warum ich den Aufsatz von Herrn Seeßlen ganz im Gegenteil nicht gut, sondern relativ unreflektiert finde. Die pauschale Aussage, dass unter amerikanischen Filmkritikern beider Pole im Internet mehr Offenheit, Respekt und sprachliche Sorgfalt vorherrscht, halte ich für an den Haaren herbeigezogen – aus ursächlicher, persönlicher Erfahrung.
    Sicherlich hat er Recht, wenn er der amerikanischen Filmkritik eine unmittelbare Vereinbarkeit von Popkultur und Intellektualität bescheinigt, allerdings kann ich im Gegenzug im deutschen Raum nicht die Intensität der “Fanboy-Kritik” sehen, wie sie in den USA klar vorherrscht. Angebrachter wäre im Vergleich die Analyse dessen, was gerade die deutsche Kritik ausmacht, welche Funktionsweisen und Intentionen sie hat, im Gegensatz zu der amerikanischen Kritik.

    Um es mal ganz simpel auszudrücken: Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen…

  • Fzeiger

    “Objektive Filmkritik ist ein Widerspruch insich. Dort wo versucht wird objektiv zu sein kommt meist ein ….
    … vorgaukelt “ganz objektiv” zus ein, erhebt er einen Wahrheitsanspruch der viel unangenehmer ist als jede leidenschaftlich vorgetragene und begründete “subjektive” Kritik.”

    Macht Sinn.
    “Weitesgehend objektiv und nicht emotionslos” kann aber mitunter auch mit “begründete subjektive Kritik” umschrieben werden, zumindest für mich ;)

    Objektiv heißt für mich in diesem Fall nur unvoreingenommen, sachlich,vorurteilsfrei und vor allem aus eigener Feder stammend, sprich nicht unbedingt dem allgemeinen Tenor folgen wollend . Demnach gibt es subjektiv und äh.. subjektiv.
    Subjektive Kritiken ala “Media has it all” sind für mich das Letzte, hört man doch in den RTL 2 News, was Karl August schon in der Bild las. Eine objektive Kritik wehrt sich meinem Empfinden nach gegen diesen ganzen Agenturen Hokuspokus und versucht den Film insgesamt unbelastet zu beurteilen.
    Hoffe ich konnte mich einigermaßen verständlich machen.

    Natürlich machen das Leute mit Ahnung vom Fach oder gewisser Affintät gegenüber der Filmkunst eh, aber ich wollte ja nur nochmal verdeutlichen was für mich selbst eine gute Kritik ausmacht, ohne jemanden im speziellen anzusprechen.

  • http://www.youtube.com/user/PatrickBRau Patrick B. Rau

    “Ihr habt doch euer Lebtag noch keinen einzigen Film besprochen, den man mit Recht als “Kunst” bezeichnen kann.”

    Doch, doch. Das haben sie. Es gibt da eine Übersichtsliste wenn man oben auf REVIEWS klickt. Da sind mehrere Filme dabei, die ich mit Recht als “Kunst” bezeichne.

    Dass die FÜNF-FILMFREUNDE nicht gerade DAS deutsche ARTHAUS-Blog sind, ist JEDEM klar.

  • CubanPete86

    Die Unterscheidung zwischen Kunst und Unterhaltung ist irreführend. Sie impliziert, Kunst könne nicht unterhaltsam sein, und Unterhaltsames könne nicht Kunst sein. Aber ein Film ist nicht entweder intellektuell anspruchsvoll oder unterhaltsam, sondern gut oder schlecht.
    Und deshalb ist auch die Unterscheidung zwischen intellektueller und Popcorn-Filmkritik müßig. Verschiedene Kritiker legen verschiedene Maßstäbe an und die sind zwangsläufig subjektiv.

  • stb247

    Ich bin seit Jahren der Meinung, dass “intellektuelle” Kritiker genauso nützlich sind wie ein zweites Arschloch an meinem Ellenbogen…

    Mal ehrlich, wer braucht den Scheiss? Wer nimmt diese Schreiber noch ernst? Und um es gleich vorweg zu nehmen, ich sehe einen Unterschied zwischen einer “Filmkritik” und einer “Filmanalyse”. Die Analyse kann durchaus hilfreich für das Verständnis eines Films, seinen Aufbau, seine Machart sein. So etwas hilft nicht nur angehenden Regisseuren, sondern auch alten Profis. Dagegen die Kritik: die ist und bleibt subjektiv und somit immer nur “Meinung”. Und die muss man nicht seitenweise im Feuilleton ablassen oder gar in dicke Wälzer zwängen.

    Ich lese Kritiken im Netz (sei es Blog oder Zeitung) ganz gerne, weil sie einen einfachen Instinkt bedienen: Sie stimmen meiner Meinung zu einem Film zu oder nicht. Wenn ja, habe ich ein Gefühl der Bestätigung, wenn nicht, einen netten Gegenpol, vielleicht sogar einen Grund, meine eigene Sicht der Dinge noch klarer zu formulieren.

    Aber mehr kommt da niemals raus und das kann mir auch kein noch so intellektuell angehauchter Schreiberling “veranalysieren”. Das einzige, was mich im Grunde genommen an dieser Situation stört, ist, dass die alteingesessenen Kritiker der Presse, oder respektive ihre Professoren und Kollegen an den Unis, so tun, als wären sie etwas besseres. Schlimmer noch, als würden sie einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten.

    Newsflash: Tun sie nicht. Sie geben Kommentare ab. Mehr nicht.
    .
    .
    .
    Ach ja, das ist übrigens völlig unabhängig von der Art des zu besprechenden Films. Ob der nun “Kunst” oder “Kommerz” ist, beeinflusst die Kritik nur sekundär. Und jeder Kritiker, der sich selbst als “objektiv” einschätzt (was eine relativ große Zahl der Schreibenden Zunft ja gern sein möchte), der verarscht nicht nur den Leser, sondern auch sich selbst.

    Ich könnte jetzt versuchen, diese harten Worte durch bestimmte “Argumente” zu untermauern, aber das würde hier zuviel werden. Ist ‘ne Diskussion an falscher Stelle.

    Aber ein ganz netter Blogeintrag von euch. Wenn auch ein wenig zu… naja, objektiv.

  • Thaniell

    Und mir gehen Popcorn ‘ist doch so supertoll weil sieht gut aus’ Kritiken ohne Sinn und Verstand auf den Senkel – verschwendete Zeit die zu Lesen. Ich brauch keine Bestätigung oder Widerspruch zu meiner Meinung ich will etwas über den Film wissen und welche Art der Befriedigung er mir liefert oder nicht! Dafür ist die intellektuelle Betrachtungsweise gerade gut. Und nu? Zwei Meinungen ohne weiteres drumrum, das hilft nu keinem weiter.

    Im Ernst, die Art und Weise der Präsentation macht nicht die Form der Kritik. Vor geistiger Umnachtung triefende Kritik ganz im Geiste des schnelllebigen Genusses (Popcornkritik) mag zu mancher Zeit gewiss auch in der wallenden Pracht entzückender Worte gekleidet sein und all unserer mentalen Kraft bedürfen, um ihres Innersten Ausdruck zu entlüften. Und dennoch gibt’s nix her als leere Luft. Umgekehrt kann auch eine geistig anspruchsvolle Kritik zum Denken anregen und dem Film inhaltlich auf den Zahn fühlen ohne in dreitausend abgehobenen Worten daherzukommen.
    (Btw. auch Popcorn-Kritiken können nett und gut geschrieben sein und ein Mindestmaß an intelligenter Betrachtung offenbaren, im Grunde lässt sich meines Erachtens beides auch zu einem gewissen Teil kombinieren).

  • Pingback: calibanblog.de » mehr fremdwörter

  • http://www.iheartpluto.de Nils

    Die 5FF sind ja schon ziemlich Popkorn. Vielleicht solltet ihr einen Arthouse-Ableger gründen. Sowas fehlt in der deutschen Blogsphäre. Vereint Affenheimtheater, Peter Noster und co. auf einem Blog. Fänd ich toll.

  • http://www.cargo-film.de Ekkehard Knörer

    @7: “Was hat die Herangehensweise an eine Filmkritik mit dem besprochenen Film zu tun?”

    In der Tat nicht unbedingt überhaupt irgendwas. Wenn man aber ausschließlich Mainstream (und/oder im Nerd-Kontext Relevantes) wahrnimmt, dann ist/wird man blind. Dann fehlen nicht nur alle Kriterien zur Beurteilung von “Kunst”, sondern auch der Blick auf den Mainstream bleibt komplett im Urteilsrahmen des Mainstream befangen. Was dann leicht zu üblen Vorurteilen oder Schlimmerem führt, siehe

    @7: “Dass hier jetzt keine französischen Filme über’s Weintrinken besprochen werden schließt doch eine intellektuelle Filmkritik nicht aus.”
    @8: “Das die meisten deutschen Bauchnabelpul-Streifen, französische Beziehungsfilme und asserbaidschanische Bergbauerndramen hier nicht vorkommen (auch wenn sie natürlich ihr Publikum und ihre Relevanz haben) ist zwar richtig”
    @14: “Ich bin seit Jahren der Meinung, dass “intellektuelle” Kritiker genauso nützlich sind wie ein zweites Arschloch an meinem Ellenbogen…”

  • http://www.plakatwelten.de Franziska

    @Nils Es gibt eine ganze Reihe von deutschsprachigen Blogs, die sich mit Arthouse-Filmen beschäftigen; allerdings finden diese (wenig überraschend) außerhalb der Mainstream-Blogosphäre statt.
    Ich erwähne hier gern Kein Blut, Rot! – mit unbedingter Leseempfehlung!

  • http://www.youtube.com/user/PatrickBRau Patrick B. Rau

    Batzmans ÜBLE VORURTEILE finde ich auch ganz, ganz schlimm. Und überhaupt nicht witzig!

  • stb247

    Hm, so wie ich diesen Eintrag verstanden habe, geht es nicht um Mainstream- oder Indie-Filme, sonder um Mainstream- oder Indie-Kritiken und deren Schreiber.

    Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Blockbustern und ArtHouse. Doch das Ausgangsmaterial ist ja nicht wirklich ausschlaggebend für die Art der Review.

  • http://www.iheartpluto.de Nils

    @Franziska Natürlich gibt es sie, aber keine davon sind so schnell und vor allem aktuell wie die 5FF sind. Mein Wunsch-Blog (ein Arthouse-5FF) hätte zum Beispiel schon längst den Trailer zum neuen Giuseppe Ternatore Film gepostet, hätte erwähnt, dass Natalie Portman in”Black Swan” von Aronofsky mitspielt und eine Auflistung der Preisträger des Annecy Filmfestivals gebracht. Ein guter Community-Blog mit Fokus auf Arthouse-, und Independentfilme fehlt einfach in der dt. Blogosphäre.

  • Pingback: Fundamentalisten des Kinos « medium – wenn schon n3rd, dann richtig!

  • http://www.wirreswirken.de Jubai

    @RaoulDuke: “Alles bekannt, Psychologie Grundkurs Wahrnehmung.”
    Dachte ich mir auch.

  • Thaniell

    @Nils: Mach eins auf!
    @Jubau,RaoulDuke: Welch ignorante Arroganz, ‘wir kennen die Fachbegriffe, is alles schon gesagt, ach was redet ihr so niveaulos darüber’. Manches prägt sich im speziellen anders aus als in der Theorie und wie man damit umgeht ist sowieso ein diskutables Thema. Oder anders gesagt ‘Der Mensch besteht aus lauter Atomen’ – so jetzt hätten wir alles wissenswerte zum Thema Mensch gesagt.

  • bale

    @5: und ich habe sein buch über tarantino gelesen. zugegeben gut recherchiert, aber genauso verkrampft und wischi-waschi wie obiger text.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ Bale: Das Buch habe ich auch gelesen und fand es eine sehr, sehr treffende Analyse des Tarantinoverse.

  • bale

    mir ist das seitenlange nacherzählen der filme sauer aufgestossen. aber der einleitende text ist gut – sowie die akribie mit der jeder schnipsel tarantino veröffentlicht wurde z.B. seine (eher unbekannten) auftritte als schauspieler in “destiny truns on the radio” oder der top gun-monolog oder.. oder….

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    @ Bale: Naja, die Nacherzählung gehört nunmal dazu, kann man dem Buch nicht wirklich vorwerfen.

  • Sanddorn

    Kunst + Unterhaltung = Deep Throat. Solche Filme gibts heut gar nicht mehr …

  • Binding

    Hat überhaupt jemand mal den KOMPLETTEN Text von Seeßlen gelesen? Er führt nämlich zu dem Punkt, dass er eine Neuerfindung der deutschen Filmkritik fordert, die “weder langweilig, noch arrogant noch korrupt” ist und somit eine Synthese aus beidem darstellt.

    Die meiner Meinung nach wichtigsten Passagen aus seinem Text sind folgende: “Zum einen ist die Unterscheidung zwischen intellektueller und Popcorn-Kritik keine Unterscheidung der Qualität, sondern eine der Perspektive. Zum Zweiten ist sie im Einzelfall so willkürlich wie es die Unterscheidung zwischen einem Mainstream- und einem Arthouse-Film ist.” Und: “Damit ist nicht nur deutlich, dass es sowohl strunzdumme »intellektuelle« Filmkritik als auch erhellende Popcorn-Kritik gibt (…).”

    So ist es, und ich schlage folgende Art von Synthese-Filmkritik vor: eine filmische (das heißt eine, die zum Beispiel “begriffen haben (sollte), dass Kamera und Montage einen Film «erzählen» und nicht die «Geschichte», die gern so wiedergegeben wird, wie wenn es sich um eine Romanzusammenfassung handelte”).

    Dieses Zitat stammt aus einem sehr lesenswerten Artikel vom 16.06.2009 aus der “Neuen Zürcher Zeitung” mit der Überschrift “Abschied von der Filmkritik”. Der Autor versucht, mal die intellektuelle Seite zu erläutern. Hier der Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/film/abschied_von_der_filmkritik_1.2718348.html

    Der Artikel endet übrigens mit dem meiner Meinung nach sehr treffenden generellen “Wahlspruch des Kritikers: Surprise me!”

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