Brüno (Review)

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“This baby is a dick magnet!”

Originaltitel: Brüno
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Larry Charles
Drehbuch: Sacha Baron Cohen, Anthony Hines, Dan Mazer, Jeff Schaffer
Darsteller: Sacha Baron Cohen, Gustaf Hammarsten, Alice Evans, Trishelle Cannatella, Sandra Seeling, Candice Cunningham

★★★☆☆ Batzman
★★½☆☆ Jet Strajker (Review gibts hier)
★★★★½ Renington Steele (hier zum Review)

brunoposter

Brüno, der trutschige Star der österreichischen Erfolgssendung FunkyZeit, fällt nach einem mißlungenen Auftritt bei einer Modeshow in Milan in Ungnade, verliert seine Sendung und sein zwergenwüchsiger, asiatischer Lover macht mit ihm Schluss.
Als ihm nur mehr sein unansehnlicher aber loyaler zweiter Assistent Lutz (Gustaf Hammarsten) bleibt, macht er sich zusammen mit ihm auf den Weg nach Hollywood, um ein Filmstar zu werden. Doch das ist schwieriger als gedacht und so muss sich die verwöhnte Modehusche etwas einfallen lassen, um den Weg zurück ins Rampenlicht zu finden…

Sacha Baron Cohens zweiter halbdokumentarischer Streich, nach dem Überraschungsschocker “Borat“, trägt eine schwere Bürde mit sich. Konnte er den ersten Film noch in relativer Anonymität drehen, da seine “Ali G”-Show in Amerika nur mäßig bekannt war, wusste nach “Borat” die ganze Welt wer er war und erwartete weitere Angriffe auf den guten Geschmack.

Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Vorfälle kolportiert wurden: Sei es Brüno, der den Catwalk in Milan stürmte oder Brüno, der bei einer Anti-Gay-Demo enttarnt wurde. Sicherlich nicht allzu einfache Arbeitsbedingungen, besonders für einen Kontrollfreak wie Cohen, von dem schon nach seinen Eskapaden als kasachischer Hinterwäldler bekannte wurde, wie minutiös viele Streiche vorbereitet waren.

Doch genau darin bestand auch die Crux, die hinterher in allen Medien eifrigst diskutierte Frage: Was war echt, was inszeniert? Dennoch überzeugte Borat letztlich, weil er einfach eine unglaubliche Chuzpe an den Tag legte und Szenen bot die mit WTF! nur unzureichend zu beschreiben sind. Nicht zu vergessen, die vielen Momente in denen er seine Interviewpartner tatsächlich dazu brachte rassistische, homophobe oder misogyne Sprüche von sich zu geben.

Brüno tritt also ein schweres Erbe an. Die massiv auf Geheimhaltung und Presseknebelung setzende PR-Kampagne, tat ihr übriges die Erwartungshaltung in die Höhe zu schrauben. Es überrascht daher nicht, dass Brüno, die oftmals sehr gebrochen deutsch parlierende Ösi-Schwuppe, einen eher gemischten Eindruck hinterlässt, der wirklich brillante Momente neben eine ganze Menge Füllszenen und billige Lacher setzt.

Shooting fishs in a barrel

Das der Trailer fast alle wirklich guten Pointen vorwegnimmt, und es somit wenig wirklich große Überraschungen gibt, kommt erschwerend hinzu. Ja, Brüno ist lustig und das Intro, wenn sich das Universal-Logo in Üniversal verwandelt, der trashige Europop mit den Billo-Glanzeffekten auf den Titeln, legt einen furiosen Start hin. Doch auch hier zeigt sich schon, wie viel mehr klassische Spielszenen es in Brüno gibt, wie viel mehr der geschmacklosen Gags so gar nicht den Reiz des dokumentarischen haben, sondern genauso gut in jedem x-beliebigen Spielfilm vorkommen könnten.

Some Spoilers Ahead

Die Story ist fast 1:1 mit der von Borat identisch, was ein wenig verwundert, wenn man bedenkt, dass gleich vier Leute am Drehbuch mitgebastelt haben. Nach anfänglichen Impressionen aus der Heimat, ziehen Brüno wie Borat zusammen mit einem Begleiter nach Amerika, führen dort ein paar kuriose Interviews, schmuggeln sich in TV-Shows, irgendwann kommt es zum großen Streit zwischen Brüno/Borat und seinem Begleiter, die Wege trennen sich, Brüno/Borat landen kurzfristig in der Gosse um sich am Ende mit ihrem Begleiter wieder zu versöhnen. Beide Male rangeln sich er uns ein Begleiter in nackten Balgereien, die konservativeren Zeitgenossen wohl sauer aufstoßen sollen.

Leider funktioniert die Figur Brüno nicht ganz so gut wie der klar als rassistischer, frauenverachtender, homophober Dorftrottel skizzierte Borat, der ob seiner Naivität aber doch irgendwie herzlich daherkam. Da Brünos Witz hauptsächlich darin besteht, sich als immer geiler, alles anmachende Fashiontucke zu gerieren, bietet er weit weniger Spielfläche für seine Gegner, denn wenn die nicht absolut homophob reagieren, ist es in der Regel einfach nicht sehr lustig. Brüno ist keine lebendige Figur, er ist das Angstklischee eines Schwulen, der uns nie ein Blick auf sein Innenleben gewährt.

Das führt dazu, dass viele Elemente wirken, als habe sich die Produktion eigentlich besseres Material erhofft und mußte sich schließlich nur mit Sachen zufrieden geben, die ganz lustig sind, aber eben auch nicht mehr. Egal ob Brüno in eine Anti-Gay-Demo reinstolpert (der Dreh dort musste abgebrochen werden, nachdem er erkannt wurde), mit ein paar Hillbillys auf Jagd geht, in einem Swinger-Club auf eine Domina trifft (eine weitere zu inszenierte Spielszene) oder in einer Talk-Show sitzt: Die Fallhöhe der Opfer stimmt oft einfach nicht. Zumindest ist sie nicht hoch genug um wirklich richtig zu knallen.

Wären die Jäger hochgradig homophob, würde es sich lohnen sie vorzuführen. So reagieren sie so, wie man eben reagiert, wenn einen aufgerüschte Trutsche neben einem am Lagerfeuer sitzt und dummes Zeug redet. Genauso der eher unwichtige Politiker Ron Paul, über den wir auch nicht viel erfahren. Brüno bugsiert ihn in einer Interviewpause in einen Nebenraum, beginnt ihn anzubaggern und zieht sich die Hose aus. Der Politiker haut ab, so wie jeder in dieser Situation abhauen würde. Leider ist Ron Paul niemand der seine Karriere auf Homophobie aufgebaut hat und den es hier zu demaskieren gilt. Seine Reaktion erscheint verständlich und sagt weniger über ihn, als über “Brüno” aus. Eine lange Sequenz in einem Fake-Bootcamp ist ähnlich vorhersehbar unterhaltsam, aber irgendwie auch überflüssig.

Es scheint über weite Strecken so, als ließen sich die Menschen nicht mehr so simpel provozieren und als gäbe sich Baron Cohen deswegen oft mit Geschmacklosigkeiten und Klamauk zufrieden. Konnte bei Borat, trotz aller Kritik, oft noch ein gehöriges Maß an satirischen Absichten erkannt werden, verleitete er dazu Menschen zu leichtsinnig Antisemitismus gutzuheißen oder ihm zuviel durchgehen zu lassen, so liefert er hier oft Schocks ohne tieferen Sinn. Einem Test-Publikum wird der angebliche Pilot einer Brüno-Star-Show gezeigt in der er schlecht tanzt und einen halbsteifen Schwanz kreisen und sprechen lässt. Die Testzuschauer finden es wie zu erwarten scheisse. Aber nicht weil sie schwulenfeindlich oder über die Maßen bigotte, engstirnige Spießer sind, sondern weil die Show ganz einfach grauenhaft schlecht war und der Pimmel noch das Beste an der Sache. Der Shock-Value ist da, aber die Meta-Ebene hat Urlaub. Auch hier fehlt die Fallhöhe, das lohnende Ziel. Einen Arnold Schwarzenegger zu homophoben Äusserungen zu verleiten, wäre ein Coup. Eine Durchschnittshausfrau aus Michigan zu vergrätzen ist keine Kunst. Einen vergessenen Altstar wie Paula Abdul vorführen zu wollen, der sich auch wenig hat zuschulden kommen lassen, ist auch eher “geht so” lustig. Genauso wenig wie sich mit einem schwarzen Baby als Alleinerziehender schwuler Vater in eine Provinz-Talkshow zu setzen und dort das überwiegend schwarze Publikum schocken zu wollen, das sich im großen und ganzen aber genauso entrüstet wie amüsiert gibt. Irgendwie soll das ganze den Adoptionswahn von Promis wie Madonna veralbern, aber so richtig deutlich herausgearbeitet wird die Kritik nicht, da auch hier der Eindruck überwiegt, der Auftritt sei großzügig durchgeplant. Die Frage bleibt: Wo ist die Fallhöhe? Was will uns Brüno eigentlich sagen?

In den Clips aus der Ali G-Show gelangen Baron Cohen kleine Kabinettstückchen, wenn er bei einem Konzert einen rechten Skin fragt ob eigentlich alle Skinheads schwul seien. Oder ein paar dumme Fratboys am Strand herumgröhlen und ihren Arsch zeigen lässt und sie am Ende um einen Gruß für das Austrian Gay TV bittet. Oder den Sprecher eines christlichen Rockfestes während eines Interviews anbaggert. Oder einen nicht besonders smarten Modedesigner befragte und ihn sich selbst demontieren ließ. Dort hatte die Figur Brüno Fokus, der ihr im Film oftmals fehlt. Wenn der Film eines zeigt, dann das die Leute oft viel toleranter und weniger schwulenfeindlich sind, als man meinen möchte. Und das sie lediglich auf blöde Provokationen angenervt reagieren.

Doch natürlich gibt es auch in diesem Film gelungene und durchaus gewagte Szenen. Wenn Brüno die karrieregeilen Eltern bei einem Babyfotocasting interviewt und fragt ob die Kinderchen auch mit Säure hantieren dürften oder Naziunformen tragen, dann blitzt tatsächlich ein tieferer Sinn auf, der schaudern lässt. Genauso spassig und schwer in Worte zu fassen sind seine Versuche Frieden zwischen Israel und Palästina zu stiften oder sich von einem islamistischen Terroristen der Al Aqsa-Brigade entführen zu lassen, indem er ihm ins Gesicht sagt, dass Bin Laden wie ein abgefuckter Weihnachtsmann aussähe. Ebenfalls ulkig: der sich windende und mit schwer angeekeltem Gesicht parlierende Ex-Gay-Berater, der davon erzählt das man sich einfach mal überwinden müsse über diese nervigen Frauen rüber zurutschen, auch wenns noch so abstoßend wäre. Das Cage-Match am Ende, natürlich wieder eine Gesamtinszenierung, die wohl beinah ins Auge gegangen wäre, hat ebenfalls ihre sehr witzigen Schauwerte.

Doch irgendwie blieb, trotz etlichen Lachern und der zweifellos beachtlichen Schauspielleistung Cohens (denn man sollte nie vergessen, das er ein immens talentierter Darsteller ist, der sich mit voller Inbrunst in seine Rollen wirft), ein unbefriedigtes Gefühl zurück. Vielleicht ist der Schockwert für Klemmis die immer noch zusammenzucken, wenn sie schwule Küsse und angedeuteten schwulen Sex oder einen halbsteifen Pimmel sehen, höher, aber unterm Strich bleibt Brüno leider nur “unterhaltsam” und leider irgendwie auch vorhersehbar. Das Konzept das Cohen und Regisseur Charles fahren ist bekannt und so wirklich viel neues haben sie nicht mitzuteilen, da bot unterm Strich sogar Charles voriger Film, der Bill Maher Doku-Spaß “Religulous” mehr Substanz und erhellende Momente. Bei Brüno präsentieren sie einen One-Note-Schwulen, der leidlich sympathisch ist, aber dennoch im wesentlichen als Höhöhö-Vorlage klassischer Arschfick-Panik-Gags herhalten muss, ohne dabei adäquate und würdige Gegner vorgesetzt zu bekommen. Die Vorwürfe sich an Schwächeren abzuarbeiten, die Cohen schon bei Borat bekommen hatte, treffen auf diesen Film viel mehr zu. Vielleicht hat er die wirklich lohnende Ziele schon in der TV-Show damals abgefeiert und muß sich jetzt darauf beschränken desinteressierten Hellsehern pantomimische Blowjobs mit Milli-Vanilli vorzuspielen.

Er kann sehr witzig sein dieser Brüno. Aber mehr dann leider auch nicht.
Und gepixelte Pimmel-Scherze sind irgendwie auch sooooo 2004.

Renington meint: Batzman und Jet faseln hier ziemlich viel Unsinn, den ich mal ein wenig relativieren muss. „Brüno“ ist exakt derselbe Film wie Borat und funktioniert auf allen Ebenen genauso gut, vielleicht sogar besser. Borat als einen Charakter mit Tiefe zu bezeichnen, was man Bruno im Gegenzug wiederum abspricht, ist nun ziemlich grober Unfug. Beide sind eher flache Karikaturen, die ihren Sinn erst im Dialog mit ihrem Umfeld erhalten, da geben sich die beiden nix.

Der Kritik am Film, die Situationen seien inszeniert, kann ich ebenfalls nicht zustimmen. Die Ereignisse wurden sicherlich von den Filmemachern herbeigeführt, aber nicht inszeniert.

*Spoiler* Die finale Szene beispielsweise, in der Bruno als scheinbar ge-heteroter Wrestler auf seine große Liebe Lutz (?) trifft, wurde zwar herbeigeführt, in dem man die Leute 90 Minuten in einer Schlange warten lies, am ganzen Abend Bier für einen Dollar ausschüttete und Shirts mit homophoben Sprüchen wie „My Asshole is for shitting“ verteilte, auf der anderen Seite spielt genau diese Szene in einem von Amerikas homophobsten Käffern, schön nachzulesen in diesem Artikel auf Newsweek, der die Erlebnisse eines schwulen Pärchens aus eben diesem Kaff neben die tatsächlichen Ereignisse des Brüno-Finales stellt:

Erin Fowler rang in his 21st birthday last September in the time-honored tradition of college students everywhere: with drinking and dancing, starting at a club and ending at a popular local bar in Ft. Smith, Ark. While he celebrated over drinks, the melancholy strains of a slow country song came over the sound system—the universal cue to couple up for a slow dance—so he reached for his boyfriend, 25-year-old Dennis Marriott. The two drew close together on the dance floor, swaying to Tammy Wynette’s “Stand by Your Man.”

But what started out innocently enough—”We weren’t grinding, just slow-dancing,” says Fowler—quickly turned ugly. An angry voice came over the speakers telling the couple to “Get your butts off of the floor!” and the rest of the bar started booing, cursing, and hurling epithets at them. When they left later, they found the fender of their Nissan Altima smashed in. The mark is still there. [...]

Fowler and Marriott, for their part, find the depiction of Ft. Smith not that far from reality; the two are planning to leave town as soon as they finish college. For now, Marriott says his soundtrack is Augustana’s wistful “Boston”: “I think that I’m just tired/I think I need a new town, to leave this all behind.”

Schlußendlich muss man ebenfalls betonen, dass es für die Rezeption des Films völlig irrelevant ist, ob und welche der Situationen in Brüno nun gestellt sind und welche möglicherweise echt. Mit dieser Ambivalenz kam schon Borat daher und die jetzige Annahme, bei „Brüno“ müsse ja nun, angesichts der globalen Bekanntheit von Sasha Borat Cohen, viel mehr inszeniert sein, als beim Vorgänger, bleibt eben bei der Annahme. Das ist ein Problem des Rezipienten, nicht das Problem des Films.

Denn der schafft es, genau wie Borat, einige Szenen auf die Leinwand zu bannen, die man so vorher garantiert noch nie gesehen hat, und sei es ein rotierender Pimmel. Der in meiner Kopie übrigens (leider?) nicht gepixelt war. Ein überschwules Meisterwerk, das eigentlich von mir „nur“ 4 Sterne bekommt, dem ich allerdings angesichts der fast schon unverschämten Des-Rezensionen meiner Vorredner einen halben Bonusstern dazuschenke.

Batzman meint:

Einspruch, Gevatter Steele. Wenn du den von dir zitierten Artikel ganz liest, wirst du merken, dass er im Grunde eher gegen Cohen als für ihn spricht. Dort wird sehr deutlich geschildert, das die Leute in dem Ort zwar homophob sind, aber der Cage-Match-Event von vorne bis hin inszeniert ist. Die Leute wurden unter falschen Versprechungen dort hingelockt, mit billigem Bier abgefüllt, haben T-Shirts mit Homophoben-Sprüchen drauf gestellt bekommen, wurden unnötig Warten gelassen bis sie besoffen und agressiv waren und dann hat Cohen seine Show durchgezogen. Gleiches gilt für die Talk-Show im Film.

Wenn man die Wahrheit entlarven will, dann sollte man selbst nicht lügen. Das gilt für Michael Moore, das gilt auch für den wesentlich talentierteren Sacha Baron Cohen.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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37 Comments

  1. Nerdsnacks

    Habt ihr den Film OV gesehen? Ich füchte ja, dass die Synchro genau wie bei Borat das Ganze nur noch noch verschlimmert.
    Ansehen werde ich ihn mir trotzdem, auch wenn ich offentlich längst nicht so viele WTF-Momente erwarten kann.

  2. CyrusMcFly

    Dem Film fehlt es meiner Meinung nach überhaupt nicht an Meta Ebenen…
    Was, wenn man in Betracht zieht, dass seine Intention nicht unbedingt war, homophobe Amerikaner blosszustellen, sondern vielmehr die Verkörperung seiner Person auf die Schippe zu nehmen und diese im Kontext zu aktuellen Phänomenen zu stellen, um diese ebenfalls ins Lächerliche zu ziehen?

    War die Szene bei den “Friedensverhandlungen” nicht wunderbar, um zu veranschaulichen wie lächerlich diese ganze Sache ist?

    Selbst die Schwulenszene, welche inzwischen auch zur Popkultur gehört, nimmt er gekonnt aufs Korn.

    Man sollte den Film nicht in eine Absicht oder Schema einordnen, sondern Ihn als das, was er ist: Pop der allerfeinsten Sorte

    Bin schon gespannt auf Cohens nächstes Projekt

  3. locomon

    @Nerdsnacks:
    Die deutsche Synchro ist wirklich ziemlich unterirdisch, vor allen Dingen in den Szenen, in dennen sich Brüno mit Lutz auf Fake-Österreichisch unterhält. Könnte mir gut vorstellen, dass das im Orginal ´n bisschen besser rüber kommt. Und bei einer Szene wurde in der deutschen Varaiante ein Gag mit ziemlich derbem Holocaust-Bezug abgeändert.

  4. Batzman

    @Nerdsnacks

    Ja. Ich gucke Filme nur im Original oder OmU wenns nicht-englische Filme sind. Die deutsche Synchro war schon anhand des Trailers als gruselig zu identifizieren.

    @Cyrus

    Um etwas gekonnt zu persiflieren, müsste es wirklich gut getroffen sein. Dazu ist die Brüno-Figür aber zu unscharf und eindimensional und letztlich nicht mehr als die Tucken in Periode 1 – eine gute Ausrede für Heteros, über das zu Lachen was sie als typisch schwul ansehen, weil ja vermeintlich die dummen, homophoben Hillbillys vorgeführt werden.
    Die Schwulenszene hoch zu nehmen und zu verarschen wäre ein lohnenswertes Ziel, aber das hieße das die Zuschauer wissen müssten, wie die überhaupt aussieht um sich dann gezielt deren Schwächen und Nervigkeiten vorzunehmen. Brünos Sicht auf die schwule Szene ist allerdings die eines verklemmten Heteros, der bestenfalls nen schwulen Friseur oder Flugbegleiter kennt.

    Die Friedensverhandlungen habe ich ja auch explizit als gelungen hervorgehehoben, genau wie einige andere Szenen. Dennoch: Insgesamt ist das ganze etwas simpel und verlässt sich zu oft darauf Leute einfach zu durch unhöfliches Verhalten zu schockieren. Das ist dann aber doch etwas wenig, auch wenn es gut gespielt und teilweise ganz witzig ist.

  5. Martin

    ganz schlechter film auf niedrigem Nivau. Die Witze wirken nicht mehr echt sondern nur aufgesetzt…Borat war schon nicht so doll, aber dieser Film ist wirklich unterste Schublade…sorry

  6. Doughnut

    Danke, Batzmann, sowas hatte ich befürchtet nach dem Trailer.
    Werd ihn mir also wohl eher nicht im Kino ansehen.

    Könntest du übrigens bitte mal deinen Review auf Rechtschreibfehler hin überprüfen? Ich hab den Eindruck, da sind viel mehr drin als in deinen sonstigen Beiträgen.

  7. CyrusMcFly

    @Martin

    Meinst du Nivea Sonnencreme mit niedrigem Schutzfaktor? Wenn nicht, solltest du deinem anspruchsvollen Geist vielleicht mal zu Gemüte führen, dass Primitivität, Provokation und Übertreibung in diesem Film gezielt als Stilmittel eingesetzt werden.

  8. Batzman

    @Doughnut

    Mach ich nachher nochmal. Hatte gestern Nacht keine Zeit mehr für die üblichen Mehrfachlesungen…

  9. kapoow

    religolous war wirklich super schwach, und echt albern.
    als würden ein theologe sich von einem pubertierenden idioten anmachen lassen.

    von cohen erwarte ich nicht viel mehr als echtes movie-gold. hoffentlich bringt er es.

  10. Jet Strajker

    Ich würde ja wirklich meinen, wenn man sich hier die deutsche Fassung anschaut, guckt man eigentlich einen völlig anderen Film.

  11. Modelverhunzer

    Also, wenn ich das jetzt richtig verstehe, fehlt es dem Film alles in allem an Fallhöhe. ;)

  12. Mozzerino

    Gute Kritik, Batzman, meine Befürchtungen gegenüber “Brüno” scheinen eingetreten zu sein.
    Ich werde mir den Film schon ansehen, abgesehen von der vielleicht verfehlten “Meta-Intention” (ich glaube nicht dass es dieses Wort tatsächlich gibt) schafft Cohen ganz sicher eins: Mich zum lachen zu bringen.
    Mit dem Konzept mag er leicht am Ziel vorbeigeschossen sein, aber ein genialer Komödiant ist er ohne Frage.

    Darf ich mal ganz pedantisch anmerken, dass in dem Text ein Haufen Rechtschreibfehler sind? Guckt doch noch mal schnell drüber, hier soll doch auf vernünftigen Stil geachtet werden ;-)

  13. Björn

    Religolous fand ich gut, cih weiß gar nicht was ihr alle habt.

  14. Darkling

    Huch, warum wird denn Jets Review bloß verlinkt, statt wie sonst üblich unter dem ersten Review zu stehen?

  15. Jet Strajker

    @Darkling:

    Weil das eigentlich woanders erschienen ist. Batz hat es eben nur verlinkt, damit noch eine zweite Filmfreunde-Meinung eingeholt werden kann. Ist aber eher die Ausnahme. :)

  16. kekkon

    René: Rotierenden Pimmel noch nie gesehen? In all deinen Internetjahren noch nie von Meatspin gehört? (€: ach, auf Leinwand, verzeihe)

    Und mit verpixelt meinte Batz wohl das Gehänge von Brüno in der Zeltlagerszene.

  17. Batzman

    @Renington

    Du ignorierst aber die Haltungslosigkeit des Films, der es nur an 2-3 Stellen (die ich im Review genannt habe) schafft irgendeine satirische Aussage zu machen. Ich finde es auch keineswegs unwichtig ob die Aktionen inszeniert sind oder nicht. Und mit inszeniert meine ich nicht, dass das Setup geschaffen wird, sondern das die Protagonisten eingeweiht waren. Und damit ist der komplette Gag weg.
    In den ganzen extrem durchinszenierten Momenten ist Brüno wirklich auf den Niveau von “Chuck and Larry” und bietet in der Tat nur eine billige Ausrede um über eine schwule Figur abzulachen. Nicht über die Reaktion der Leute, nicht über die entlarvte Homophobie, die entlarvte Oberflächlichkeit der Hollywood-Glamourwelt sondern ganz konkret über diese schwule Figur, die als das vorgestellt wird, wie sich Kreti & Pleti nen Schwulen vorstellen… Und das ist so viel weniger und billiger, als das was Cohen bei Brüno geschafft hat.

    @kekkon
    Konsens. Meat Spin ist wirklich ein ziemlich alter Hut und wurde lange vor Rickrolling im Netz schon als Gag verlinkt um Leute zu foppen. Das gabs schon 2002…

  18. Arien

    Also Ich hatte echten Ekel zu beginn des Filmes aber auch immer wieder zwischendurch, einen Ekel welcher mich beinahe veranlasst hätte den KinoSaal zu verlassen, doch genau diese StillElemente scheinen das Neue zu sein in diesem Film, nähmlich die Menschen Tief zu Drücken durch ein extremes Schockieren.
    Schockieren das die Menschen sich in Ekel aber auch Widernissen winden und so wie Ich am liebsten die Vorstellung verlassen möchten um mit der nächsten Scene entweder durch ein erlösendes Schmunzeln bis hin zum Lachen oder auch gar das Einbringen der Menschlichkeit dem Zuseher Erleichterung zu bereiten.
    In diesem Sinne Spielt Cohen in seinem Film mit der Emotionalität der Menschen um diesen ein Auf und ab des eigenen Erlebens des eigenen Lebens während des Filmes zu bereiten.
    Im grossen und ganzen letztendlich gut gelungene Erlösung von Vorurteilen aber auch Bildung mit Bildung zur Normalität durch die SchlussScene welche Ich noch nirgends im Internet lesen durfte und welche auch wohl nur selten Erwähnung findet, Nämlich dem VersöhnungsSong als solchen welcher es uns ermöglicht das wir uns alle als Menschen sehen können und in Frieden die Vorstellung verlassen lönnen.
    Eine FriedensAufforderung aber auch FriedensBotschaft schlechtweg ist dieser Film, den er schafft und ermöglicht SpielRaum zum Denken aber auch zum Nachdenken und fördert so Allgemein betrachtet die Denk aber auch NachdenkLeistung von Menschen welchen dieses oftmals nur schwer möglich ist da Ihnen Information aber auch Gegenstand und Erfahrungen mit dem ein oder anderen erspart blieben oder eben versagt waren,
    Genial Insceniert und die Wirkung nicht verfehlt doch hätten Sie die Originale nicht Verfälscht wäre es ein Film mit Neunzig Minuten DauerLachen aber auch Weinen geworden wo die Menschen wirklich etwas Leben Lebendig am eigenem Leibe erfahren hätten können.

    mfg

    AS

    Arien Sonnenschein

  19. Patricia

    Oh nein, Borat war kein flacher Charakter. Er besaß genug Tiefe, um ihn wegen seiner gesellschaftlichen Haltung zu hassen und genug Liebenswürdigkeit, um ihn als Protagonist ins Herz zu schließen.

  20. Renington Steele

    @ Batzman:

    Welche Haltungslosigkeit? Beide Filme starten mit genau derselben Prämisse: Ein exotischer Vogel provoziert Reaktionen. Ob das nun wie bei Borat Zustimmung zu Fremdenfeindlichkeit oder wie bei Brüno Ablehnung von Homosexualität ist, ist für die Prämisse des Films erstmal unerheblich. Die Haltung bleibt nämlich dieselbe: Entblößung des (amerikanischen) Establishments. Das funktioniert hier wie da gleichermaßen grandios.

    Und selbstverständlich ist die Inszenation irrelevant, weil wir beide nicht wissen, was inszeniert war, und was nicht. Aus dem, was ich gelesen habe, kann ich nicht sagen, was da jetzt tatsächlich abgesprochen war, es bleibt bei der Annahme und die darf man dem Film nicht anlassten.

    Es geht ja auch gar nicht darum, über die Klischee-Tucke Brüno zu lachen, das wäre in der Tat zu einfach. Aber, wie gesagt, die Figur funktioniert nur im Dialog und hier lacht man tatsächlich über die Interaktion, nicht nur über die schwule Figur.

    Ich habe jedenfalls nicht wege Bruno alleine gelacht, sondern vor allem über seine Interaktion und die Reaktionen, die so eine (in der Realität nur äußerst selten vorkommenden) überschwule Persönlichkeit hervorrufen.

    Na klar, Brüno testet die von Dir kritisierte Toleranz to the max. Aber genau das tat Borat auch und ich verstehe die Diskrepanz zwischen Deinem Borat-Review und dem hier nicht im geringsten. In Details, ja, aber das rechtfertigt keinen Unterschied von 1,5 Sternen.

    Brüno rulez!

    @ Patricia: Genau die gleiche Liebenswürdigkeit besitzt Bruno auch, kein Unterschied.

  21. Batzman

    @Renington

    Wie schon im Review gesagt (und bisher nicht wirklich stichhaltig widerlegt von dir): Der Film verfehlt sein Ziel. Dort wo er erfolgreich ist ist (Isral/Palästina, Babyfotos) geht es um andere Themen, dort wo er inhaltlich versagt (Schauspielagent, Statistenrolle, TV-Show, Ron Paul, Jäger, Swinger-Club, Pseudo-Bootcamp, Hellseher, Paula Abdul, Selbstverteidigungslehrer, Talk-Show) schafft er es nicht den Leuten wirklich homophobe Kommentare zu entlocken, sondern geht ihnen mit Geschmacklosigkeiten auf den Nerv, die auch bei notgeilen Heteros nerven würde.

    Beispiel TV-Show: Die TV-Sendung von einem schlechten, arschprolligen trashigen Heterokerl, der Kackmusik spielt, Scheisse tanzt und am Ende in Großaufnahme eine sprechende Möse in die Kamera hält, hätte haargenau dieselbe Reaktion bei der Peergroup ausgelöst.

    Beispiel Talk-Show: Ein abgewrackter hetero-Hollywoodstar der sagt er habe ein Baby getauscht und dann Fotos zeigt wie er es bei Sexpartys im Pool dabei hat, würde genau dieselben Reaktionen ernten. Es ist nur “lustiger” wenn es ein wandelndes Schwulenklischee wie Brüno macht.

    Beispiel Fake- Boot-Camp: Jeder Hetero der bei so einer Veranstaltung nur ein bißchen aus der Reihe tanzt wird so angeschrien und zu Liegestützen verdonnert, weil es der Sinn dieser Camps ist von unsympathischen Typen angeschrien zu werden.

    Beispiel Paula Abdul: Jeder unprofessionelle Hetero-Moderator der den lebende Möbel-Stunt gebracht hätte, wäre genauso abgewatscht worden. Mutig wäre es gewesen, wenn Brüno sich als Künstler geriert und mit solchen Möbeln eine Ausstellung organisiert hätte, oder wenn er ein Restaurant eröffnet hätte mit solchen “Möbeln” – das hätte witzig sein können, wie Presse und Zuschauer reagieren. So war es nur armseelig.

    Beispiel Ron Paul: Ein weilbliche, nuttige, nicht so doll aussehende Journalistin die Paul mit der Muschi ins Gesicht gesprungen wäre, hätte kaum andere Reaktionen hervorgerufen.

    Beispiel Hellseher: Der wollte nur das es vorbei ist, der hätte genauso geduldig angenervt abgewartet, wenn da ein schwarzer Hetero einen burmesischen Kriegstanz mit Tieropferung pantomimisch dargestellt hätte.

    Beispiel Schauspielagent: Glaubst du er hätte anders reagiert, wenn ihm eine schlechte Möchtegernactrice am Telefon gesagt hätte “Sorry aber ich laß mir grad die Muschi mit Domestos spülen”?

    usw…

    Bei Borat hat Cohen (nicht in vielen Szenen, aber in einigen) tatsächlich rassistische Aussagen provoziert oder zumindest die Leute dazu gebracht ihn viel mehr zu tolerieren, als sie es eigentlich hätten sollen (z.B. den Autoverkäufer) – wo sind die wirklich enthüllenden Szenen in Borat? Nimm das extrem konstruierte Cage-Match weg und es bleibt bis auf die paar genannten Szenen nicht wirklich was übrig. Die Leute lachen hier die meiste Zeit über den Klischeeschwulen, nicht über das doofen homophobe Establishment. Man kann das ganze als aufgejazzte Fassung von “Verstehen Sie Spaß?” sehen, aber mehr ist es dann leider auch nicht…

  22. no*dice

    “Man kann das ganze als aufgejazzte Fassung von “Verstehen Sie Spaß?” sehen, aber mehr ist es dann leider auch nicht…”

    Sauber!

  23. Mozzerino

    Habe den Film gestern auch gesehen und ich muss kleinlaut sagen, ich kann Batzman (vor allem seinem Kommentar @21) nur zustimmen.

    Ich nehme mal an, viele hier haben den Film auch OmU gesehen. War noch jemand genauso irritiert von dem komischen Deutsch, das Bruno und sein Assistent gefaselt haben? Das fand ich echt seltsam (und nicht lustig-seltsam, sondern einfach nur strange). Es klang auch nicht im Geringsten nach Östereicher.
    Alles in allem hätte ich mir mehr erwartet, aber es gibt schon recht witzige Stellen und Cohen selbst ist einfach ein begnadeter Slapstick- und Sprücheklopfer. Aber an “Borat” kommt das nicht im Geringsten ran!

  24. Doughnut

    zu Batzmanns Kommentar 21:
    Stimmt ja alles, aber eine Sache hast du völlig ausgeblendet.
    Und zwar, dass es für Jemanden, der Ignoranz und Intoleranz verabscheut, durchaus sehr amüsant sein kann, wenn Brüno als wandelnde Provokation all den Hillbillies, bigotten Spiessbürgern und anderen Idioten auf der Nase rumtanzt und sie nichts dagegen tun können, entweder WEIL da eine Kamera ist oder weil es zu öffentlich ist.
    Sie sind zwar ruhig und versuchen, die Fassung zu wahren, aber wir wissen, was ihr versteinerter Blick zu bedeuten hat, nämlich dass es sie abstösst und dass sie ihn hassen und wir gönnen ihnen jede Minute dieser Quälerei und freuen uns diebisch über alles, was ihnen missfällt. Und dass Cohen seine Opfer richtig einzuschätzen weiss und erkennt, unter welcher Art von Phobie sie jeweils leiden, davon gehe ich mal stark aus, auch wenn er sie in diesem Film zugegeben wirklich etwas zu selten aus der Reserve locken kann.
    Ok, das ist jetzt etwas zu pauschal gewesen, aber ich denke doch, dass viele der Leute in dem Film, die er in Sketche verwickelt hat, wirklich schwulenfeindlich sind, also ist mir egal, ob ich an der Stelle verallgemeinere.
    Aber wie geschrieben, auch ganz ohne ein Herunterreissen der Maske macht das für mich Sinn und auch Spass, dem zuzusehen. ;)

  25. Batzman

    Die Frage ist halt, ob er echte Homophobie mit weniger schrillen Mitteln nicht besser enttarnt hätte. Grade bei der Peergroup wären wohl schönere Ergebnisse möglich gewesen, wenn er ihnen eben nicht mit dem Schwanz ins Gesicht gesprungen wäre oder zumindest irgendwelche anderen Qualitäten in die Show eingebracht hätte. So lehnen die Leute die Sendung ab, weil sie scheisse ist, nicht weil sie schwul ist… Chance vertan.

  26. Schwarzmaler

    Ich glaube, ihr überfrachtet den Film mit nichtvorhandenen Intentionen. Der Film ist einfach brüllend komisch. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn Heteromänner über Bruno lachen, statt angewidert den Saal zu verlassen, oder zu fürchten, nach dem Film ihre Frau und die zwei süssen Kinder wegen Herbert aus dem Fußballklub zu verlassen… dann ist schon viel erreicht.

  27. Kiran

    Also ich hab viel gelacht! Letztendlich ist es doch “das” was zählt, oder?

    Ich hab ihn übrigens auf OmU gesehen. Die deutsche Synchro kann/darf man sich bei so einem Film einfach nicht antun!

  28. Doughnut

    @Batzman:
    Ja, Chance vertan, da geb ich dir Recht.
    Trotzdem ändert das nichts daran, dass der Film immer noch subversiv genug ist, um nicht als völliger Klamauk zu enden und dass er ausserdem ziemlich witzig ist, und das ist mir fast noch wichtiger als alle Gesellschaftskritik dieser Welt.
    Denn stockschwule Modefuzzis sind nunmal sehr komisch und ja, ich lache über dieses Klischee, ich intoleranter Mensch.^^

  29. Silent Rocco

    Zum Kommentar 24.
    Welche Opfer denn? Die Schauspieler mit den Drehbuchantworten?
    Auch Du bist auf die totale Inszenierung von vermeintlich Realem hereingefallen. Dazu kann man Cohen gratulieren. Er hat gute Leute rangeholt. DAS ist einfach das ganz große Problem des Films. Nahezu alles ist gescriptet und gestellt. Worüber soll ich dann noch lachen? Wo ist das Vorführen? Wo die Realsatire? Wo der Schock? So verkommt es zur billigen und künstlichen Gagparade. Ich saß nach 20 Minuten nur noch stumm da und war wirklich entsetzt, für die doof Cohen seine Zuschauer halten muss. Aber wenn man die weltweiten Kritiken sieht, scheint genau das aufzugehen.

  30. Batzman

    @Doughnut

    Das ist auch okay, die Frage ist nur brauch es dafür einen Brüno? Kann man da nicht viel besser und authentischer über die Lagerfelds und Wolfgang Joops dieser Welt lachen als über einen Sacha Baron Cohen, der sich in bester Minstrel-Manier in Fummel schmeißt und letztlich nicht wirklich irgendwas zu dem Thema zu sagen hat? Und wo ist der Unterschied zu Thommy Gottschalk, der in 1 1/2 Ritter genauso eine Modetrutsche spielte? Wo der Unterschied zur typischen, “lustigen schwulen Nebenrolle”, die es seit Hollywoods-Anfangstagen gegeben hat?

  31. med

    Hmm also ich weiss nicht, bzw doch, Eins weiss ich, dass ich mir den Film nicht anschauen werde.

    Die Ali G show war ja noch ganz lustig und wie Borat in UK unterwegs auf MTV zu sehen war, auch. Aber an Borat im Kino hab ich wirklich gar Nichts witzig gefunden, eher blieb mir das Lachen die ganze Zeit im Hals stecken.
    Diese geschmack- und niveaulose verquirlte Kacke die den Anschein hat irgendetwas aufzudecken, die Maske runterreissen um das echte Gesicht von irgendwas zu zeigen ist weder witzig noch macht es Spaß. Wenn ich Scheisse fressen will, dann kann ich mir genausogut beide Transformers Teile reinziehen.

    -1 Stern von mir ohne Brüno auch nur gesehen zu haben.

  32. Nerdsnacks

    So gestern hab ich den Film auch endlich gesehen. Ich kann die Kritik an der Inszenierung nicht ganz verstehen. Ich finde, dass es egal ist, ob die Szenen gestellt sind oder nicht, sie wirken so oder so wirklich gut. Der Film überzeugt im Gegensatz zu Borat eher mit Brüno als mit den Reaktionen der Menschen.

  33. Doughnut

    @Silent Rocco:
    Ja, ist schon traurig, wie blöd wir sind. Wir, die wir nicht wie du Genie in jeder Szene erkannt haben, dass das alles offensichtlich gefaked ist. :(
    Ich werd grad richtig depressiv, jetzt wo ich deinen Beitrag gelesen habe.^^
    @Batzman
    Lol, da hast du wieder mal Recht. Wenn ich Lagerfeld oder Joop im Fernsehen sehe, dann find ich die Typen immer wieder zum Schieflachen.
    Und dass der Haufen gequirlte Sch***e, den sie so im Allgemeinen dabei von sich geben, dann auch noch von eifrig an ihren Lippen hängenden Modejournalisten/Klatschreportern gedruckt wird, find ich noch lustiger.
    Schon seeehr amüsant, dass sie mit ihrer Ausbeutung von Bulimie-Models und ihrem ganzen Firlefanz so viel Erfolg haben, da kann man drüber lachen oder den Hut ziehen, weiss grad nicht, was ich eher tun würde. ;)
    ABER:
    Diese Leute nehmen sich ernst, so schockierend das auch sein mag.
    Brüno dagegen ist eine bewusste Karikatur und damit neben allen billigen Witzen und Albernheiten irgendwo auch ein Statement zu dieser ganzen völlig verkorksten Modeschickeria, ein Statement, das ich sofort unterschreiben würde, auch wenn es zugegeben deutlich raffinierter und intelligenter hätte vorgebracht werden können.

  34. DrJonezzz

    Ich stimme zu, dass der Wrestling-Event herbeigeführt wurde – selbst aber semi-dokumentarisch ist.
    Aber ich würde es genauso machen.
    Die echten Leute anlocken und dann dieser Show ausliefern. Das ist ja fast schon ein Schlingensief-Kunst Experiment.
    Ich würde mich aufregen, wenn all die Leute Schauspieler waren und man Take für Take inszeniert hat. Aber wie hier, eine inszenierte Situation (Brüno&Lutz) vor ein echtes Publikum (ja sie wurden augeheizt, so what) zu stellen, ist doch super!
    Selbiges gilt für die Talkshow und das brilliante Kinder-Casting

  35. sso

    also das “pseudo”-bootcamp war übrigens echt… es git im imdb forum eine kleine sammlung von medienberichten etc. was mich jedoch sehr interessieren würde ist das casting der kinder. wenn das so wirklich absolut echt ist, ohje!

  36. bodo banane

    also abgesehen davon, dass ich borat und brüno als film nicht besonders gut fand, finde ich die figur borat absolut genial. brüno find ich dagegen recht dumm. da hätte man doch lieber jemanden spielen sollen bei dem die homosexualität eher ambivalent ist.
    ich würde sagen, es ist einfach leichter sich mit borat zu identifizieren, als mit brüno.

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