In der heutigen Ausgabe der Kurz-Reviews findet ihr die folgenden Filme besprochen: Killshot +++ Duplicity ++++ Haus der Dämonen +++ Die Jagd zum magischen Berg +++ XXI – Die Verschwörung +++ Simons Geheimnis +++ Neandertal +++ Bart got a room +++ Nothing but the truth +++ Albino Farm +++ Dream Boy
Killshot – USA 2008





Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände geraten der glücklose Stahlarbeiter Wayne und seine Frau Carmen, die sich grad in einer Ehekrise befinden, ins Visier zweier Hitman (Mickey Rourke und Joseph Gordon-Levitt), die ihnen mit erstaunlicher Behaarlichlkeit auf den Fersen bleiben. Polizeischutz und eine neue Identität ermöglicht dem zerstrittenen Paar eine kurze Atempause und Zeit sich einander wieder anzunähern, doch die Idylle hält nicht lange…
Der bisher eher im Romantic- und Historien-Genre hervorgetretene John Madden liefert mit dieser Elmore Leonhard-Verfilmung einen überraschend sauberem und spannenden Thriller ab, der seinen Fokus auf die skurrilen, vielschichtigen Charaktere legt, die ruhige Erzählform, die die kurzen drastischen Gewaltausbrüche um so bedrohlicher wirken lässt. Mickey Rourke, ist hier als alternder Killer wieder passend besetzt, auch wenn sich seine Mimik gewohnt sparsam zeigt. Gordon-Lewis darf einmal mehr seine Vielseitigkeit zeigen und gibt als unkontrollierter, arroganter Heißsporn den passenden Gegenpart zu Rourkes lakonischem Fleischberg. Die Story wird nicht sehr stringent erzählt, die Bedrohung steht gleichbedeutend neben den persönlichen Problemen des Ehepaars, die in der Flucht vor den Killern einen Katalysator finden.
Ein ruhiger, dennoch spannender Film, dessen Stimmung und Figuren aber wohl nicht jedermanns Geschmack sein dürften, denn von der süffigen Perma-Ironie eines Get Shorty ist diese Verfilmung weit entfernt.
Duplicity – USA 2009





Julia Roberts und Clive Owen als Trickbetrüger Pärchen, das im ständigen Wettstreit miteinander versucht eine Kosmetikfirma auszunehmen.
Irgendwo in diesem verworrenen Gemisch aus Con-Movie und Romcom steckt sicher ein guter Film. Die Besetzung und handwerklichen Fähigkeiten sind da, nur leider bleibt die Story um die Formel für ein Zaubershampoo und das gegenseitige Ausgetrickse trotz aller Hin-, Her-, Vor- und Rückblenden ziemlich öde. Die anfänglich noch unterhaltsamen Wortgefechte zwischen Roberts und Owen werden redundant und der McGuffin ist einfach nicht interessant genug, als das es wirklich scheren würde, wer ihn am Ende erlangt. Die Mixtur der betrogenen Betrüger haben wir schon oft und oft viel besser erzählt gesehen, nicht zuletzt in “Thick as Thieves”. Trotz seines Potentials bleibt Duplicity deswegen ein ziemlicher Langweiler, der es nur zweimal schafft sowas wie Spannung aufzubauen und sich den Rest der Zeit ungerechtfertigterweise extrem clever vorkommt. Genau wie Julia Roberts, der Owen leider nie mehr als ein Sparringspartner erscheint.
Haus der Dämonen – USA 2009





Um ihren krebskranken Sprößling bei der Gesundung zu unterstützen zieht eine US-Familie in die Provinz in ein altes viktorianisches Haus. Dummerweise trieb dort ein spiritistisch angehauchter Leichenbestatter sein Unwesen und hinterließ eine Menge schlechtgelaunter Geister, die sich schon bald zu Wort melden…
Trotz ansprechender Darsteller, allen voran Kyle Gallner, der in besseren Werken schon gezeigt hat was er kann, bleibt hier ein 08/15-Geisterhaus-Heuler, der es auch mit viel Buh-Effekten und Geschrammel auf der Tonspur, slicken Effekten und “Based on a true story”-Gschwurbel wirklich spannend, unheimlich oder eigenständig interessant zu sein.
Die Jagd zum magischen Berg – USA 2009





Zwei Aliens in Kinderform flüchten sich vor einem außerirdischen Kopfjäger in das Taxi des abgewrackten Rennfahrers Dwany Johnson… schon bald hat er nicht nur den Kopfjäger sondern auch die Agenten der US-Regierung am Hacken, die die Kinder für Experimente ausschlachten wollen…
Ein leicht hysterischer, aber temporeicher Actionstreifen für Kids, der zwar nicht an die Klasse von Robert Rodriguez-Gagdgetsstreifen heranreicht und für die Zielgruppe insgesamt auch etwas zu martialisch ist, aber auf seine Weise durchaus unterhält. Was vor allem dem knuddeligen Charme Dwayne Johnsons geschuldet ist, der sich einmal mehr als harter Kerl mit extremen Softie-Kern auf die Schippe nimmt und durch seine liebenswerte Genervtheit auch über die unlogischen Passagen des Streifens hinweghilft.
Ein Wemutstropfen bleibt allerdings: Verglichen mit den Sci-Fi-Streifen der 80er, die versuchten weniger in klassischen Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken, wird hier gnadenlose militaristische Gegenwehr als Mittel der Wahl eingesetzt, die ein bißchen Sehnsucht nach D.A.R.Y.L. oder “Flight of the Navigator” aufkommen lässt.
XIII – Die Verschwörung – USA/Kanada 2009





Ein Söldner erwacht ohne Gedächnis und muß sich in Bourne-Manier zusammenpuzzlen was er getan hat, wem er trauen kann und warum ihn die ganze Welt umbringen will.
Sehenswerte Umsetzung des Kult-Comics (der auch schon einem Computerspiel als Grundlage diente) als TV-Miniserie. Der Verschwörungsplot entfaltet sich langsam, aber stetig und legt genug falsche Fährten um den Zuschauer über die vollen 4h bei Laune zu halten. Die schauspielerischen Leistungen sind wie die Ganze Inszenierung solide und dem Thema angemessen. Der letzte Akt zieht die Spannungskurve noch mal ordentlich an und lässt Raum für eine (hoffentlich folgende) Fortsetzung.
Simons Geheimnis /Adoration – Kanada 2008





Der Junge Simon, der beide Eltern in einem tragischen Unfall verloren hat, lässt sich auf Ermutigung seiner Lehrerin auf ein gewagtes Gedankenspiel ein. Er stellt sich vor der Sohn eines fanatischen Terroristen zu sein, der vor seiner Geburt fast ein israelisches Flugzeug gesprengt hätte, in dem auch Simons schwangere Mutter gewesen wäre. Simon erzählt seine Geschichte in Chaträumen und Internetforen und schon bald läuft das Experiment aus dem Ruder und hat für Simon und seine Lehrerin unerwartete Konsequenzen…
Gut gespielt und in aseptisch-kalte Bilder gekleidet, schafft es der Film von Atom Egoyan leider nicht die Zuschauer den Figuren tatsächlich näher zu bringen. Die Lehrerin, wohl als tragische Figur gedacht, wirkt wie eine geistesgestörte, verantwortungslose Stalkerin. Simon selbst bleibt als Figur blass, er hat keinen echten Charakter. Der Darsteller kann sich noch so bemühen, aber das Drehbuch gibt ihm leider zu wenig Fleisch um Simon zu einer Person mit Ecken und Kanten und nicht nur zu einer Schachbrettfigur in Egoyans intellektuellem Konstrukt werden zu lassen. Das der Film seine Hauptfigur auf der Hälfte des Films im Stich lässt um sich auf die Lehrerin zu konzentrieren, hilft ebenfalls nicht, das gewagte Konstrukt, das große Themen aufgreift und erschreckend banal abhandelt, zu einem befriedigenden Ganzen zu vermengen. Holocaust, Internetgruppendynamik, Terror, Einsamkeit, Fanatismus und der ganze Reigen großer moralischer Fragen werden eher als Gimmicks hervorgeholt, als tatsächlich über dem Niveau gängiger Partyphilosophie behandelt zu werden. Das symbolüberladende Ende, in dem Simon sein altes Leben ins Feuer wirft, ist in seiner Bedeutungsschwere dann fast schon unfreiwillig komisch.
Neandertal – Deutschland 2008





Guido wohnt in einem Kaff. Er leidet seit kleinauf an Neurodermitis, seine Haut ist das äußere Abbild seines Gefühlslebens. Als seine Familie droht am Alltagstrott auseinanderzubrechen, muß er sich die Frage stellen, was er mit seinem eigenen Leben machen will…
Mehr Mäander- als Neandertal wirkt der Film insgesamt leider etwas fragmentarisch und – ähnlich seiner Hauptfigur Guido – ziellos. Die durchweg guten Schauspieler, allen vorran Matschenz und Andreas Schmidt, aber auch alle übrigen, sorgen dafür dass das Zusehen dennoch nie langweilig wird und man gerne Zeit mit den Figuren verbringt. Ein bißchen mehr narrativer Zug und ein Ende das die verschiedenen Themen zu einem befriedigenderen Ganzen zusammenfügt, wäre wünschenswert, denn die Auflösung hinterlässt dann doch zuviele lose Enden, zuviel an Potential das ungenutzt blieb. Dennoch Hut-Ab dafür ein so sperriges Thema wie Neurodermitis so unsentimental und angemessen behandelt zu haben.
Bart got a room – USA 2008





Die Schulzeit nähert sich dem Ende und alle haben schon ein Date für den Abschlußball. Sogar der häßliche Loser Bart, der sich für sich und seine Begleitung sogar ein Zimmer in einem Hotel gemietet hat, für die Nacht nach dem Ball. Nur der linkische Danny weiß nicht wen er mitnehmen soll, nachdem ihn seine Traumfrau versetzt und er seiner besten Freundin schon abgesagt hat…
Liebenswert altmodische Teeniekomödie, die direkt den 80er Jahren entsprungen scheint, was soweit geht, dass der Hauptdarsteller wie ein Klon des jungen Patrick Dempsey circa 1987 aussieht. Ob das Thema “Ich brauche ganz dringend ein Prom-Date” heute noch so zieht wie zu Zeiten von John Hughes, darf bezweifelt werden, aber als naive, herzliche und weitgehend Zoten- und Fäkalhumorfreie Alternative zum heute üblichen Brachialhumor kann der Film eindeutig überzeugen. Alleine William H. Macy als bemüht-unfähiger Vater mit Minipli, ist das Ansehen wert. Das modernste am Film dürfte wohl aber das Casting des YouTube-Talents Brandon Hardesty in einer Nebenrolle sein, der sich hier auch erstmals auf der großen Leinwand (bzw DVD) beweisen darf.
Albino Farm – USA 2009





Die übliche Teengruppe zieht diesmal durchs Hinterland um sich die Sitten und Gebräuche von Hinterwäldlern näher anzusehen. Natürlich für ein Studienprojekt. Blöderweise biegen sie falsch ab, landen in Inbreed Creek und werden von den örtlichen Mutanten fachkundig zerlegt.
Für das geringe Budget macht dieser von einer Urban Legend inspirierte “Wrong Turn”-Rip-Off optisch keine so schlechte Figur. Leider ist er absolut vorhersehbar und die passable erste halbe Stunde verwandelt sich nach Ankunft auf der Albino Farm zunehmend in berechenbare Langeweile, die trotz netter Maskeneffekte nicht wirklich überzeugt.
Nothing but the truth – USA 2008





Eine Reporterin deckt einen hochrangigen Politskandal auf und wird danach wegen Landesverrats schikaniert, weil sie ihren Informanten schützen will. Der Staat fährt alle Geschütze gegen sie auf und ruiniert nicht nur das berufliche, sondern auch das Privatleben der Journalistin, die sich weigert zu kooperieren.
Ein engagierter, wenn auch recht trockener Film, dessen großartige Besetzung über ein paar Längen hinweghilft. Inspiriert von nur zu realen Ereignissen wird erzählt wie der US-Staat mit aller Macht dem Informanten einer unbequemen Journalistin auf die Schliche kommen will und dabei mutwillig ihr Leben zerstört. Die Verweigerung eines Happy Ends wirkt ernüchternd, ist dem Thema aber leider wohl nur zu angemessen. Lediglich die finale Enthüllung ihrer Quelle, gegenüber dem Zuschauer, beschädigt den Film – da er die Hauptfigur nicht unerheblich in Zweifel zieht.
Dream Boy – USA 2007





Der arme 15jr Nathan wird von seinem Vater mißhandelt, lebt auf dem konservativen Lande und verliebt sich in den raubauzigen Sportler Roy… doch die Annäherung der beiden bleibt wie zu erwarten nicht ohne Folgen.
Dekorative Darsteller in absehbarer Coming of Age Story, die mit zunehmende Laufzeit an den zwar ganz sympathischen aber schrecklich unausgeformten Charakteren scheitert, sich zu oft in Softsex-Bilder mit Hamilton-Touch flüchtet und letztlich mit einem unglaubwürdig-esoterischen Ende aufwartet (das so zwar auch in der Romanvorlage vorkommt aber im Film noch unglücklicher wirkt).








Von 


































Keiner der Filme törnt mich an. Ich warte auf die Review zu “Street Fighter: The Legend of Chun-Li”.^^
Ein “JCVD” Review wäre nicht schlecht.
Haus der Dämonen hat mir echt gefallen, muss sagen das er zwar nicht der beste Horror Film ist den ich gesehen habe. Aber er gehört schon zu den besseren. Die Story ist zwar nichts umwerfendes aber wie sie umgesetzt wurde hat mir recht gut gefallen.
Mit “Duplicity” und “The International” hat sich Clive Owen nicht gerade einen Gefallen getan.
Selten so langweilige Filme gesehen. Kein Spannungsbogen, zerstückelte Handlung, krampfhafte Wendungen…
Yeah XIII!
Hat die Serie so ähnlich wie das Spiel den Comic-Look angenommen?
nix mit comic-look…eher billiger tv-look. ich habe lange nicht mehr so einen langweiligen film wie 13 gesehen. ich muss dazu sagen dass ich es möglichst vermeide mir schlechte filme anzuschauen bzw. sie abstelle wenn ich merke das sie schlecht sind. 13 habe ich jedoch (zum teil wegen batz guter kritik) angelassen in der hoffnung das der film irgendwann mal spannend wird. fehlanzeige! auch die falschen fährten sind meiner meinung nach vergeblich gelegt. das lustigste an dem film ist wenn val kilmer (der übrigens max 4 min spielzeit in anspruch nimmt) mit zwei pistolen in den händen durch die gegen ballert…zum “totschießen”
nothing but the truth fand ich ganz gut!
XIII. Außer das die Realität von Geheimdienststrategien durcheinander geworfen wird, und eine gewisse subversive Politisierung betrieben wird (auf die aber nur Amis ansprechen sollten), dennoch eine gute Unterhaltug. Das Ende ist jedenfalls gut, wenn auch für jemanden der sich mit der Thematik auskennt überaus hervorsehbar.
Also mal zum magischen Blödsinn mit dem Ex-Wrestler.
Zunächst mal, hätte in meiner Kindheit ein Kinderfilm existiert, in dem Hulk Hogan eine Hauptrolle einnimmt, dann hätte ich meinen Kopf wohl vor lauter Verwirrung so weit nach links geneigt, dass mein Hals kurz darauf oben gestanden hätte.
Dieser schlechte Schinken, der wohl jedes Kind glauben lässt, er wäre ein wenig Verwirrend, obwohl er schlicht bescheuert dusselig ist.
Bei dem Vergleich mit “Flight of the Navigator”, welcher auch für heutige Verhältnisse – vielleicht sogar vor allem für heutige Verhältnisse – einfach großartig ist, wäre das im Review erwähnte auch nicht ein schlichter Wermutstropfen, als viel mehr Totschlargument, um ihn niemals nicht jemals nie in Kinderhände zu entlassen.
PS. Wann verschwinden bei euch endlich mal diese bescheuerten Sternwertungen?
“the haunting in conneticut” ist großartig…schöner horror
XIII = totaler trash, jede 24folge ist ein herzanfall dagegen. bloß finger weg.
Deinen Kommentar zu “Dreamboy” kann ich nur mit allem Nachdruck unterstreichen. Viele interessante Ansätze verlieren sich im nichts…
KILLSHOT
Gestern gesehen und selben einen so faden und prätentiösen Film gesehen.
Die Handlung glasklar durchschaubar, Mickey ist Mickey und JGL overacted, dass es einem schwindelig wird.
DONT WATCH