R.I.P. John Hughes – Der Tag an dem Hollywood einen seiner Könige verlor

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hughes

John Hughes ist tot. Er ist gestern bei einem Spaziergang in New York einfach zusammengebrochen. Herzinfarkt. Mit 59.

He’s only a kid Harry. We can take him. (Marv, der Gangster aus “Kevin-Allein zu Haus”)

Wir haben in den letzten Jahren einige wichtige und einflussreiche Genies aus der Filmbranche verloren, aber Hughes hinterlässt wirklich eine Lücke. Als Autor hat er Ferris erfunden, den Breakfast Club gegründet. Er hat uns sämtliche Familienausflüge der Grisswolds beschert, hat Kevin allein zu Haus oder L.I.S.A. den hellen Wahnsinn sein lassen. Er stellte das Ticket für zwei aus, fragte ob sie nicht wunderbar sei und fand sie pretty in Pink. Er brachte Dennis auf die Leinwand, liess das Baby einen Tag frei nehmen und brachte einen Hund namens Beethoven in die Familie. Er hat sich ehrlich gesagt in den späteren Jahren etwas in Money Jobs verrannt (Home Alone 4, Beethoven 5, Maid in Manhatten), aber erst vor kurzem schien er wieder in voller Stärke zurückzukommen, mit dem wundervollen Drillbit Taylor.

I am not going to sit on my ass as the events that affect me unfold to determine the course of my life. I’m going to take a stand. I’m going to defend it. Right or wrong, I’m going to defend it. (Cameron in “Ferris macht blau”)

Ein paar seiner Perlen hat er auch selbst produziert und noch ein paar weniger auch selbst directed. In den 70ern hat er angefangen als Autor bei National Lampoons, so etwas wie der Ami-Version der Titanic. Von da aus ging es schnurstracks in Richtung Drehbuch in den 80ern. Der Mann hat mit seinen Geschichten eine ganze Generation geprägt. Alle 70er/80er Kinder haben mindestens einen Film aus seiner Feder gesehen. Und etwas verbindet sie alle, wenn auch nicht direkt klar ist was genau. Sie haben alle etwas zutiefst amerikanisches, etwas was die Vorstellung von Amerika für europäische Jugendliche wie mich nachhaltig geprägt hat. Es war auch immer ein auflehnen gegen Autoritäten (Lehrer, Eltern) aber nicht ohne zum Ende hin wenigstens etwas versöhnlicher zu werden. Und zu beweisen, das wir eben doch alle ganz gut zusammenleben können. Und das in jedem mehr steckt, als er selbst (Kevin) oder andere (Ferris) ahnen. Und natürlich haben sie alle eins gemeinsam: Herz. Zentnerweise Herz. Eine Tugend die heute nur noch wenige Mainstreamproduktionen aufweisen können. Hauptfiguren mit denen man sofort und für immer befreundet sein will. Herz, Herz und nochmal Herz. Auch in den widrigsten Situationen.


Eddie: You surprised to see us, Clark?
Clark: Oh, Eddie… If I woke up tomorrow with my head sewn to the carpet, I wouldn’t be more surprised than I am now. (“Christmas Vacation”)

Natürlich, der Mann hat ein paar der besten Komödien ever geschrieben, die alle in meinen All-Time-Favs sind. “Ferris macht blau” ist da sicher die Königsdisziplin, aber “Ticket für Zwei” habe ich, nicht gerade sehr subtil, auch in einen Kurzfilm von mir mit eingebaut, als Hommage an Hughes.

Del: You play with your balls a lot.
Neal: I do NOT play with my balls.
Del: Larry Bird doesn’t do as much ball-handling in one night as you do in an hour!
Neal: Are you trying to start a fight?
Del: No. I’m simply stating a fact. That’s all. You fidget with your nuts a lot.
Neal: You know what’d make me happy?
Del: Another couple of balls, and an extra set of fingers? (“Ticket für Zwei”)

Der Tod von Hughes reisst eine riesengrosse Lücke in die Neuzeit von Hollywood. Ich bin überzeugt das von dem Mann noch die ein oder andere Überraschung gekommen wäre. Ruhe in Frieden, John, rest in peace. Du wirst immer einer der Menschen sein, die mich in meiner Jugend entscheidend geprägt haben.


[YouTubeDieKlasseIrgendjemand]

Life moves pretty fast. You don’t stop and look around once in a while, you could miss it. (Ferris in “Ferris macht blau”)

Batzman meint:

Nilz und ich sind selten mal einer Meinung bei Filmen, aber hier stimme ich ihm aus vollem Herzen zu. John Hughes ist gestorben und wehe uns, die Welt ist wieder ein wenig kleiner geworden.

Hier nochmal meine Lieblingsszene aus “Planes, Trains and Automobiles” die sowohl Hughes Wortwitz, als auch seine wunderbare Warmherzigkeit demonstriert.


(Youtube Direkt, via )

Fuck John, 59 ist echt kein Alter um zu gehen…

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  • http://www.meistermochi.de meistermochi

    also ich bin leer. es war eine schlechte woche und jetzt das. ein ticket für zwei ist mein film. ein warmherziger film. warmherzig. ja. ehrlich und aufrichtig. er schlägt in einem gewissen takt. wie alle hughes-streifen.

    du triffst es sehr gut. er hat mein usa-bild tatsächlich geprägt. vielleicht lasse ich mir auch deshalb nicht erzählen, dass das da drüben alles spinner sind. sie sind neal und del und clarke. sie lassen sich vielleicht angst machen und wählen dumme leute… aber sie glauben an ihre freunde, ihre familie und thanksgiving. sind warmherzig. warmherzig at last quasi.

    oha, ich rutsche ab. aber ich bin in einer komischen phase. danke, john hughes.

  • t-wurst

    kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich lisa gesehen hab. eine meiner ersten videokassetten…

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Renington Steele

    When Cameron Was in Egypt’s Land… let my Cameron go… R.I.P.

  • Pingback: John Hughes R.I.P. | Nerdcore

  • Pingback: John Hughes-Doku: „Don’t you forget about me“ | Die Fünf Filmfreunde

  • meaty

    Wirklich schade, wirklich ein Verlust.
    Hätten neue Drehbücher auch nur ein Zehntel der Klasse von Streifen wie “Ferris macht blau”, “Christmas Vacation” oder “Ein Ticket für Zwei”, wäre ich wesentlich öfter im Kino. Wesentlich öfter!
    Da gab es noch Dialoge! Wo etwas gesagt wurde! Geschliffene, lange Dialoge mit Charme, Witz und Köpfchen – nicht diese jämmerlichen schnell aus Textbausteinen zusammengeschusterten Füllsel, die heute zwischen zwei Slapstick- oder Action-Sequenzen gestopft werden.
    Es sind nun einmal Drehbücher, die mit Herz und mit Liebe zu den Protagonisten geschrieben werden, die einen Film gut und unvergesslich machen.
    “Ein Ticket für zwei” ist von 1987, also mittlerweile 21 Jahre alt. Und man erinnert sich immer noch gerne an ihn und schaut immer wieder gerne rein, wenn er wieder mal im Fernsehen läuft. Was wird in 21 Jahren noch von Transformers oder anderen Michael Bay-Spektakeln geblieben sein?
    Popcorn vergeht, Herz bleibt bestehen.

  • http://meistermochi.de meistermochi

    WORD!

  • Kopfschüttler

    Für die frühen Werke von Hughes könnte man in den Analen der Filmgeschichte eine eigene Top 10 einrichten. Breakfast Club hat mich geprägt wie kein anderer Film zu dieser Zeit.

    “…And these children that you spit on as they try to change their worlds are immune to your consultations. They’re quite aware of what they’re going through…”

  • Pingback: Ferris macht blau | Code Candies

  • Pingback: Als Ich Ein Hamster War » Blog Archive » R.I.P. John Hughes

  • Pingback: schmollo.de » Blog Archive » Als sich Filme noch abnutzten

  • http://niffi.de niffi

    Wirklich sehr traurig! Ich liebe seine Filme, Ticket Für Zwei und Ferris Macht Blau sind meine absoluten 80er Fav’s! RIP!

  • GunGrave

    Sehr sehr schade… R.I.P. — seine Filme hab ich alle in meiner Kindheit & Jugend gesehen. ~_~… Whistle in the Wind!

  • zero_conent

    erstmal:ich liebe auch ‘ferris macht blau’und ‘breakfast club’
    aber lasst uns ehrlich sein!
    ‘breakfast club’ ist pathetisches gewinsel und’ ferris’ ist ein mieser nazibastard!deshalb ist es auch nicht verwunderlich,dass ‘ferris’ der lieblingsfilm von g. w. bush ist.
    i go,i go,i go,i go-arrrg
    r.i.p.

  • Hades

    ? Ferris mag doch keine ismen ?

  • robgordon

    Ich habe es leider erst heute erfahren und bin sehr traurig über diese Nachricht. Ich habe neulich erst mit meinen Schülern (im Schnitt 16 Jahre alt) den “Breakfast Club” gesehen und was soll ich sagen? Der Film funktioniert auch heute noch. “Ein Ticket für Zwei” ist meine absolute Lieblingskomödie, “Schöne Bescherung” wird in jedem Jahr geguckt und Ferris Bueller war mein Idol.
    Auf der Breakfast Club Special Edition (bisher noch nicht in D erschienen) gibt es übrigens auch eine sehr schöne Doku, in der sich die Crew über Hughes äußert.

    Rest in peace, John.

  • Pingback: John Hughes (1950 – 2009) : Cinematze

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