Originaltitel: Fri os fra det onde
Herstellungsland: Dänemark 2009
Regie & Buch: Ole Bornedal
Darsteller: Lasse Rimmer, Lene Nystrøm, Jens Andersen, Pernille Vallentin, Bojan Navojec





Johannes ist grade mit seiner Familien in sein Heimatkaff auf dem Land in Dänemark zurückgekehrt, während sein Bruder Lars ein versoffenes und gewalttätiges Leben mit seiner Freundin und seinen Fascho-Freunden verbringt. Wortführer im Kaff ist ein Transportunternehmer, für den Lars LKW fährt. Als er betrunken die Frau des Unternehmers überfährt, schafft er die Leiche beiseite und beginnt, im grade durchstartenden Dorffest eine Spur zum aus dem Balkan-Krieg geflohenen und zurückgebliebenen Alain zu legen. Als die Leiche gefunden wird und Alain schnell als Schuldiger gelyncht werden soll, bietet Johannes ihm Zuflucht in seinem Haus und während sich die Nacht über das Örtchen legt, eskaliert die Gewalt in deren Sog sich alle Protagonisten restlos die Finger schmutzig machen.
Der neue Film von Ole Bornedal, der damals schon den fantastischen „Nachtwache“ abgeliefert hat, ist ein quasi inoffizielles Remake von Pekinpahs „Straw Dogs“ und dabei ziemlich brillant mit ein paar kleineren Makeln. Eingebettet in eine Erzählung einer ansonsten nicht vorkommenden Frau, die zu Beginn und am Ende direkt in die Kamera spricht, hat der Film an allen Stellen einen leicht ironischen Unterton. Der Film startet mit ausgedehnten Bildern der dänischen Landschaft, gibt sich fast poetisch, zeigt seine Figuren, die eigentlich Parodien realer Menschen sind (der Rechtschaffende, der Nazi, der Unternehmer, der Zurückgebliebene). Und schafft es dann, als sich die Schlinge um Alains Hals immer weiter zuzieht, eine nervenzerfetzende Spannung aufzubauen, die in der Explosion der Gewalt in und um Johannes’ Haus ihren Höhepunkt findet.
Dabei ist all das sehr komponiert inszeniert, in blassen, kontrastreichen und sehr schönen und „schönen“ Bildern fotografiert. Der einzige Vorwurf, den er sich gefallen lassen muss, ist der etwas unschön überzeichnete „Event-Charakter“ der Geschehnisse in der Nacht. Da feiern die Damen der Nazis oben ohne und es schallt laute Techno-Mucke durch die Nacht. Diese ironischen Überhöhung hätte es gar nicht gebraucht und ist alles andere als subtil.
Dennoch ziemlich fantastischer Film, der sich gegen Ende auch nicht scheut, ordentlich hinzulangen und wie bereits erwähnt, kommt keiner der Protagonisten unschuldig aus den Geschehnissen heraus und jeder hat, wenn nicht gestorben, Blut an den Händen. Unbedingt empfehlenswert!
Hier der Trailer:


Von 






































Respekt Jungs für all die FFF Reviews!!
Sehr cool.
Polytechnique und dieser hier sind gute Kandidaten für den München Aufenthalt.
Ich schließe mich mal an, vielen Dank für diese Flut an Reviews und einige interessante Anregungen für einen Kinobesuch oder DVD Abend!
Saubere Arbeit, erleichtert mir meine Filmauswahl fürs FFF in München echt erheblich.
Macht weiter so
Das ist eindeutig der beste Film des diesjährigen Festivals, finde ich. Nicht nur, weil im Laufe der Handlung eigentlich alle Charaktere wider ihr eigenes Klischee handeln und es sich um eine im positiven Sinne widerwärtige White-Trash-Dorfdeppen-Studie handelt, sondern vor allem, weil er auch in ästhetischer Hinsicht überzeugt: Die Fokussierungen auf bestimmte Dinge der Tonspur waren absolut meisterhaft. In Bornedal treffen diesmal von Trier und Haneke auf einmal zusammen!