Lesbian Vampire Killers (FFF09 Review)

11 Comments

„Who do you fancy?“ – „Trudy – Massive Tits, no talking at all!“

Originaltitel: Lesbian Vampire Killers
Herstellungsland: UK 2009
Regie: Phil Claydon
Buch: Paul Hupfield, Stewart Williams
Darsteller: James Corden, Mathew Horne, Paul McGann, Emer Kenny, Lucy Gaskell, Louise Dylan


★★★★☆ Renington
★★☆☆☆ Batzman

Fletch und Jimmy geht’s grade nicht so gut. Jimmys Freundin hat grade mal wieder Schluß gemacht, während Fletch mal wieder gefeuert wurde, weil er einen Sechsjährigen verprügelt hat. Auf seiner Geburtstagsparty. Als Clown verkleidet. Die beiden beschließen einen Tramp-Urlaub in einem Kaff namens Cragwich, irgendwo im Nirgendwo des englischen Ostens. Was sie nicht wissen: Auf dem Ort lastet ein Fluch, den die Vampirkönigin Camilla vor ein paar Jahrhunderten ausgeprochen hatte, als Jimmys Ururururur-Ahn ihr der Gar aus machte. Und so werden alle Mädchen genau an ihrem 18. Geburtstag lesbisch und entwickeln einen ungesunden Appetit auf Blut.

Dort angekommen, treffen die beiden selbstverständlich zunächst auf eine Wagenladung voller sexy Ladies und im Pub auf Menschen, die direkt aus dem Mittelalter zu stammen scheinen. Zusammen mit den Mädels will man die Nacht nun in einem baufälligen Gemäuer verbringen, als sich untoter, lesbischer Besuch ankündigt.

„Lesbian Vampire Killers“ ist herrlicher Trash, der trotz Pennäler-Humor bezüglich Körperflüssigkeiten tatsächlich witzig ist. Man stelle sich „Shaun of the Dead“ in einem Hammer-Vampirfilm vor und heraus kommen die Vampir-Lesben. Die Tricks sind zwar billig, dafür aber ästhetisch außerst passend umgesetzt.

LVK ist mit Sicherheit keine große Filmkunst, aber eine schöne Trashperle, die wunderbar leichte Unterhaltung bietet und die vielleicht liebevollste Reminiszenz an 80s-Horror seit „Octalus“ (Deep Rising) darstellt. Unbedingt sehenswert!

+++

Batzman meint:

Im Gegensatz zu Renington, hab ich den Streifen schon vor einer Weile auf DVD gesehen und war wenig angetan. Ich find Gavin & Stacy und die Corden & Horne-Sketch-Show schon nicht so komisch und das Duo Corden / Horne hat nichtmal im Ansatz den Witz, die Chemie und das Timing das Frost und Pegg auszeichnet. Dort wo letztere genau beobachten und runde Charaktere erschaffen und wirklich böse, smarte Pointen setzen, bleibt es bei Corden & Horne auf flachstem Bruahaha-Niveau.

Was im Saal des FFF mit dem eh sehr begeisterugsfreudigen Festivalpublikum noch funktionieren mag (es ist erstaunlich wie relativ schmerzfrei auf dem FFF immer wieder alles beklatscht wird), ist für sich genommen schon ein ziemlich banaler, bissloser Scheiß, der bis auf 2-3 nette Szenen und den zugegeben großartigen Titel nicht viel zu bieten hat.

Der Titel alleine deutet aber auch an, wie sehr dieser Film am Reißbrett entworfen und krampfhaft auf Kulthit getrimmt wurde. Das hier ist aber weniger “Shaun of the Dead” als “Snakes on a plane” all over again. Der Versuch einen ganz doll, schrägen Film zu machen, ohne irgendjemand wirklich vor den Kopf zu stoßen oder herauszufordern. Statt schwarzem Humor gibt harmlosen Klamauk. Statt inspiriertem Splatter gibt Titten in Zeitlupe und viel gebleckte Zähne. Und die Idee einen der Hauptdarsteller den halben Film an einen Baum gefesselt rumstehen zu lassen und ihm dadurch auch noch die letzte Chance auf Interaktion mit seiner anderen Comedyhälfte zu nehmen, ist bezeichnend für den Streifen.

Britischer Humor als Gütesiegel lässt sich diesem weitgehend witzfreien Malen-nach-Zahlen-Streifen nur sehr bedingt attestieren, denn die Intelligenz und der wirklich subversive Ansatz den viele großartige Comedy von der Insel auszeichnet, von Black Adder bis zu Spaced, ist hier durch Slapstick und die üblichen pubertär-notgeilen Klamaukereien ersetzt. Was den Film vielleicht zugänglicher macht, für eine jüngere Zielgruppe (die Pimmelschwerter und Zeitlupentitten noch für das lustigste der Welt halten), aber auch erklärt warum die britische Kritik den Film fast einhellig verrissen hat und lediglich die SUN (das schmierigere Gegenstück zur BILD) sich für den Streifen erwärmen mochte.

Sowas kommt also raus, wenn man zweitklassige Sketch-Comedy-Autoren wie Hupfield und Williams engagiert um einen Kultfilm als Cash-In für zwei TV-Comedians zu schreiben. Immerhin: Mein Respekt vor talentierten Menschen wie Pegg/Wright/Frost, Armstrong/Blackwell (die grade den grandiosen “In the Loop” angeliefert haben) oder Paul Abott ist noch einmal gestiegen.

Hier nochmal der Trailer:

(Youtube Direktlesben)

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  • Rug@dizzer

    Hab ich gestern auch gesehen. Selten so gelacht, trotz höchstem Kalaueralarm. Britisch, witzig, trashig. Das neue Duo der Post-Simon Pegg / Nick Frost-Aera. Kommt aber vermutlich nur im Kino gut rüber.

  • Rug@dizzer

    .. oh, und natürlich freue ich mich schon auf die Fortsetzung “Gay Werewolf Killers”. Jedenfalls war das ein schöner Schlussheuler im Film.
    In Berlin dauerte der Schlussapplaus gut eine Minute. Und das für eine Wiederholung.

  • Lukas

    Ich hatte schon gefürchtet das der Film nicht so gut sein würde.

    Nach dem was ich gehört habe belässt es der Film bei flachen Kalauern anstatt mit der trashigen Idee vonwegen “wir haben haben Vampire, Mörder und Lesben und deswegen muss dieser Film erfolgreich werden” zu arbeiten.
    Ich meine, hätte man das weitergeführt hätte das vielleicht echt einen netten Trashfilm abgegeben.
    Schade.

  • Alf

    Klingt doch eignetlich schon mal garnicht so schlecht, bin mal gespannt wie er wirklich ist. Feststeht das es wohl kein 0815 Film ist ;-)

  • Rug@dizzer

    Ach herrjemineh…., da geht jemand in einen Trashfilm und dann ist es Müll. Mit Pullermannschwertgriffwitzen, viel Titten- und Lesbenwitzen und überhaupt ….Witzen. Mit Verlaub, hast du denn vorher nicht den Titel gelesen? Aber dann noch über das Pulikum beim FFF beschweren, weil es heitere Filmkost ebenso zu schätzen weiß, wie derbe oder kunstvolle? Befremdlich.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Rug

    Es gibt eben einen Unterschied zwischen Trash und pubertärem Mainstream-Gedöns, das als kultiger Trash verkauft wird, weil man ja sooo einen originellen Titel hat. Eben der Unterschied zwischen Plan 9 from outer Space und Snakes on a plane.

  • http://www.mirdochegal.de Blablub

    Also ich hatte an “Snakes on a plane” einen Heidenspass und kann es kaum erwarten LVK zu sehen seit ich den Trailer das erste mal sah.
    Aber was weiss ich schon, ich fand ja auch “Beerfest” lustig… :D

  • http://caffeine.twoday.net sasha-b

    möglicherweise sehe ich das zu eng , aber der ansatz “böser fluch, der alle mädchen des dorfes in _lesbische_ vampire verwandelt” klingt dem geiste konservativer vollpfosten entsprungen…

  • Pingback: Chaosmacherin

  • Andax

    Hab den Film gesehen und der ist echt einfach nur hammer. ^^
    Allerdings zwängt sich mir seit 2 Wochen die Frage auf: Gibts den eigentlich auch auf Deutsch? Ich weiß, klingt jetzt doof, aber ich hab ihn auf Englisch gesehen, und auch wenn überall steht: Release Deutschland Februar 2009 find ich ihn nirgends auf Deutsch. Nich im Internet, nich auf DVD, irgendwie ist er unauffindbar für mich… Suche ich irgendwie falsch, oder gibts den tatsächlich noch nicht auf Deutsch???

  • Andax

    ach ja, und der Satz is falsch: „Who do you fancy?“ – „Trudy – Massive Tits, no talking at all!“
    Fletch sagt (auf Jimmys Frage hin wen er besser findet): Trudy – Massive Tits, never speaks.
    ^^

  • Pingback: Lesbian Vampire Killers | Chaosmacherin Lesbian Vampire Killers | Wo das Chaos herrscht

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