2012 – Roland Emmerich stürzt den Papst

emmerich

Bruce Willis meinte mal, wenn man im Telefonbuch unter Weltenretter nachschlägt, würde man sein Gesicht finden. Folgerichtig dürften wir, wenn wir weiterblättern und nach Weltuntergang suchen, wohl ein Foto von Roland Emmerich entdecken.

Der Deutsche, der in seiner deutschen Heimat zunächst als Spielbergle verlacht wurde (weil er effektgeladene Unterhaltungsfilme statt deutschem Befindlichkeitskino abliefern wollte) und schließlich erfolgreich in die USA übersiedelte, ist seit Jahrzehnten der Experte für den gediegenen Weltuntergang. Ob er in Independence Day das Weltkulturerbe von Aliens zersprengen ließ, in Godzilla eine Riesenechse auf New York hetzte oder in The Day After Tomorrow die ignorante US-Bevölkerung mit einer überraschenden Klimakatastrophe konfrontierte.

Als Vorbereitung auf seinen neuen Spektakel-Streifen 2012 – Der Schatten der Sonne hatte Sony vor ein paar Tagen zu einer Sondervorführung geladen. Ausgewählte Journalisten durften schon einmal die ersten 50 Minuten des Films erleben und hinterher mit Emmerich, seinem Drehbuchautoren Harald Kloser und den beiden Stars John Cusack und Chiwetel Ejiofor reden, die sichtlich stolz auf ihr Weltuntergangs-Epos waren.

Zurecht, wie man sehen durfte. Denn wenn der ganze Film das Tempo und die Qualität der ersten 50 Minuten hält, dann dürfen sich Fans schon mal auf das wohl gewaltigste Action-Event des Jahres freuen. Selbst als jemand, der kein ausgewiesener Emmerich-Fan ist, musste ich zugeben, dass der Film beeindruckende Bilder und sympathische Figuren zu bieten hat.

Doch auch wenn Emmerich es inspiriert knallen, beben, explodieren und einstürzen lässt, unterscheidet sich 2012 deutlich von Explosionspornos à la Michael Bay. Denn Emmerich stellt keine Testosteron-Tanker, keine Militärkerle und keine juvenilen Power-Heroen in den Mittelpunkt, sondern Normalos, Nerds, Wissenschaftler, Musiker und Familien. Und obwohl der Film seine Exposition sehr fix abhandelt (Sonneneruptionen sorgen für eine Art Mikrowellenstrahlung, die das Erdinnere auflöst und die tektonischen Platten quasi frei auf der Erdoberfläche herumtreiben lässt), nimmt er sich Zeit, die nahende Katastrophe effektvoll einzuführen und in immer stärkeren Eruptionen schließlich hervorbrechen zu lassen. Und noch ein Unterschied zu anderen modernen Actionfilmen: Es gibt tatsächlich Dialoge und die Kamera hält still und wackelt nicht ständig herum, wie Peter Parkinson mit Schluckauf.

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2 Trackbacks

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37 Kommentare

  1. Batzman bejubelt Emmerich? Das ist dann wohl der wahrhaftige Weltuntergang…

  2. einfach unfassbar!

    Kommentar von Sidewinder am 09.10.2009 um 12:16 Uhr
  3. Wieso musstest du das große Mysterium des Films spoilern :(?

  4. grmpf. ich persönlich bin der meinung vor den absatz mit den erruptionen etc. gehört ne spoilerwarnung. für mich ist jetzt schon wieder ein guter teil der luft raus; bin aber auch extrem spoiler-abgeneigt…

    Kommentar von Johnnie Foxtrott am 09.10.2009 um 12:26 Uhr
  5. Also mal ehrlich, wen kümmerts warum genau die Welt jetzt untergeht? Das ist doch wirklich völlig nebensächlich.

    Kommentar von Mozzerino am 09.10.2009 um 13:14 Uhr
  6. Das große Mysterium wird in den ersten 2 Minuten des Films abgefrühstückt und ist kein Mysterium…

  7. Die Frage ist doch eher: Wenn man in Day after Tomorrow vor der Kälte flüchten kann, hinter welcher Tür ist man vor der Apocalypse sicher?

    Ich kenne ja nur die kurze Sequenz aus dem Internet, aber allein da ist ein horrender Schnitt drin (das Auto mitten im Untergang – alle sitzen im Flugzeug), der einzig effektgesteuert ist, gefolgt von den Momenten, in denen der Pilot das Flugzeug unbedingt direkt über dem Boden fliegen lassen muss, damit es dramatisch ist. Nein, danke.

    Kommentar von Patrick am 09.10.2009 um 13:27 Uhr
  8. @Patrick
    ich denke der Schnitt von Auto auf Flugzeug wird nicht dem Ablauf im Film entsprechen. War ja eher sowas wie ein extra geschnittener längerer Trailer und keine zusammenhängende Filmsequenz.
    Was das Flugzeug angeht stimme ich aber zu, schon erstaunlich wie man sich in solch einem abstrusen Konstrukt (Apokalypse mit schwimmenden Erdplatten und so) an solchen Ungereimtheiten stoßen kann.

    Kommentar von Hannes am 09.10.2009 um 13:44 Uhr
  9. ich klick auf beitrag weiterlesen und darf dann auf weiterlesen bei moviepilot klicken. kannste den nicht direkt linken?

    Kommentar von kekkon am 09.10.2009 um 13:57 Uhr
  10. ääähm batzman?
    es ist egal, ob es in zwei minuten erklärt wird.
    es gibt leutedie den film noch nicht gesehn haben, und ich behaupte mal dass 99,99999% der seitenbesucher den film noch nicht gesehn haben.
    und da posaunst du den untergangsgrund heraus, wenn das in den trailern abgehandelt würde wäre es kein spoiler, aber das war eindeutig einer.
    danke für das verderben an dem spaß am drübernachdenken, warum die erde untergeht.
    manchmal bist du echt plump . o.ô
    PS: erst drüber nachdenken DANN schreiben

    Kommentar von TOPF am 09.10.2009 um 14:37 Uhr
  11. …wie es so schön bei wiki zu lesen ist: “Meist ist die Wiedergabe von Handlungselementen eines Plots gemeint, die für den Fortgang oder die Auflösung der jeweiligen Geschichte eine entscheidende Rolle spielen und deren Vorfeldkenntnis dem Leser, Zuschauer oder Hörer die Spannung raubt.”
    Die Information, um die es hier geht, erfüllt diese Kriterien m.E. nicht: die Begründung für den Weltuntergang ist nämlich lediglich AUSLÖSER der Handlungen, die dann diese ganze Schussel-Achterbahnfahrt ergibt, die sich unser Schwabenlümmel da zusammendeliriert hat. Meine Güte, wenn vor einer Achterbahnfahrt “gespoilert” wird, dass die ganze Sache was mit Elektrizität, Mechanik und Fliehkraft zu tun hat, kümmert das doch auch keinen Fahrgast.
    Dass der Weltuntergangsinitiator allerdings der Hartz-4-1-Eurojobber-Gärtner ist, DAS ist ein spoiler ;-))

  12. Warum die Welt unter geht konnte man schon auf diversen Seiten lesen. Für mich muss da keine Spoiler Warnung her. Aber die “Das ist kein Explosionspornos à la Michael Bay” Begründung finde ich dann doch ziemlich schlecht. Statt “Helden” hat man eben “Familien”. Wo ist da der Unterschied. Ist doch genauso pervers Einzelschicksale in den Mittelpunkt zu stellen. Bei “Day after Tomorrow” hat mich das so dermaßen genervt diese “Normalos” zu sehen. Ich kam mir vor wie in einer Soap. Da will ein Sohn zu seinem Vater und sich für alles noch mal Entschuldigen… und dann wird geschnitten… und es geht um ein Liebespaar. Und dann wird geschnitten und es geht um eine Oma und ihr Enkel. Viel blah blah blah.. “Verzeih mir bitte, jetzt wo die Welt unter geht”. Und dann wider “Bumms. Arrrggg. Zoing. Explosion”. Geht gar nicht.

    Kommentar von Dr.Seltsam am 09.10.2009 um 15:48 Uhr
  13. @ TOPF: +1

    Kommentar von Johnnie Foxtrott am 09.10.2009 um 15:49 Uhr
  14. Ich glaub viel besser als hier bei Batz wird im Film die Enthüllung auch nicht inszeniert sein ;P

    Kommentar von SgoTscH am 09.10.2009 um 17:50 Uhr
  15. “Zu erleben, wie John Cusack mit seiner Familie vor der einbrechenden Erde, einstürzenden Häusern und aufbrechenden Abgründen wegfährt, ist schon wirklich großes, wuchtiges Effektkino vom Feinsten.”

    Ach Gott, du meinst das wirklich ernst, oder? Dieser ganze Plastikblödsinn? Ehrlich!?
    Und da du ja mit Bay angefangen hast: Bei ihm sehen die CGI-Effekte wenigstens nicht nach CGI aus…

  16. @Ranor

    Yeah right. Bei Bay sehen die Effekte nach nix aus, weil man nichtmal weiß was grade im Bild ist vor lauter hektischem Gewackel.

  17. Ach komm, mittlerweile ist das Bay-Bashing doch nur noch albern…

  18. Nnnee!: Das kann man noch gaaaaanz laaaange machen! :-)

    Kommentar von burns am 09.10.2009 um 18:38 Uhr
  19. #8: Na ja, als Zuschauer des Films “kaufe ich mich ja ein”, ich bin völlig bereit zu akzeptieren, dass die Welt untergeht. Das gehört zum ungeschriebenen Vertrag, und da gehört auch eine Toleranz nicht allzu abstruser Gründe dazu – okay, sind es also Sonnenflecken. Scheiß drauf.

    Aber es ist, glaube ich, gängige Theorie, dass der Zuschauer einen großen Sprung mitmacht. “Dies ist unsere Welt, außer…” hier eben “…dass die Welt untergeht”. Darum sollte dann der Rest der Handlung halbwegs glaubwürdig sein, sonst reißt es mich raus aus dem Film.

    Und #17: Bay-Bashing ist erst dann albern, wenn der keine Filme mehr macht.

    Kommentar von Patrick am 09.10.2009 um 18:39 Uhr
  20. Ist das nicht Detlev Buck auf dem Foto? Was hatn der mit Roland Emmerich zu tun?

    Kommentar von anon am 09.10.2009 um 21:09 Uhr
  21. Ich hoffe, der Film hat kein Happyend und man sieht am Ende die Erde in Brocken zerfallen, die einen neuen Asteroidengürtel bilden ;-)
    John Cusack fliegt in der dünner werdenden Atmosphäre eines der Brocken, dessen Anziehungskraft nicht mehr genüg, in den Sonnenuntergang hinter dem Mond. Ach, großartig.

  22. haha. Das wäre geil. Im Trailer sah man ja schon “Raumschiffe”. Ich denke mal das wird wie in Day after Tomorrow. Jeder versucht irgendwie irgendwo hin zu gelangen. Weil genau da die Rettung ist. Sprich: Raumschiff um den Planeten zu verlassen. Eine entfernter Planet ist auch schon gefunden. Die Reise dauert zwar 60 Jahre. Aber die Menschheit wird überleben.

    Oder…

    Nach dem ganzen Zusammenbruch hat sich ein neuer Kern gebildet. Die Werde ist einfach nur etwas kleiner geworden. Es gibt neue Kontinente. Alles ist zwar zerstört. Aber es gibt ein paar kleine Inseln. Und da landet man. Und baut aus den Trümmern der alten Welt eine neue Welt.

    Kommentar von Dr.Seltsam am 09.10.2009 um 23:15 Uhr
  23. Spoiler wäre es wenn er verraten hätte wie der Film endet

    Kommentar von dynamitrios am 10.10.2009 um 01:48 Uhr
  24. Mal was zu dem Flugzeug, über das jeder herzieht. Der Kerl fliegt ja über aufbrechende Erde, in die alles hineinstürzt. So wie ich das sehe erzeugt der Riss natürlich einen Unterdruck, da die Luft ja auch da rein will. Deswegen kann der gute Pilot so viel hochziehen wie er will, erst wenn er über normalem Grund ist, dürfte er die Maschine immer weiter hochziehen können, vorher muss er aufpassen, dass es ihn nicht ins Loch zieht.

    Kommentar von Michael am 10.10.2009 um 09:47 Uhr
  25. Voll peinlich, aber: Hab total Bock auf den Film.

    Kommentar von badeboom am 10.10.2009 um 11:49 Uhr
  26. @ Michael :
    Warum erzeugt der Riss einen Unterdruck. Die Erde folgt den Gesetzen der Schwerkraft und fällt nach unten, wo kommt denn da der Untedruck her ? Oder ist Luft starr und wird mit der Erde nacht unten gezogen, sodass ein Sog entsteht ? Bin kein Physiker, aber so ganz versteh’ ich das nicht. Ich brauche mehr Details. ;-) Ist aber eigentlich Worscht. Film wird geglotzt. ;-)

    Kommentar von arakiru am 10.10.2009 um 14:08 Uhr
  27. nochmal @ Michael :

    Ich glaub’ Du hast recht, werter Herr. Die Luft muss ja irgendwo rein, wie Du schon richtig angemerkt hast und die aufbrechende Riesenschlucht bietet sich ja an. Das könnte bei so einer großen Menge Luft, in der Tat zu etwas merkwürdigen Strömungsverhältnissen führen und etwas holprig werden. Ich war etwas übermütig, entschuldige. ^^

    Kommentar von arakiru am 10.10.2009 um 14:41 Uhr
  28. Ich finds übrigens lustig, wie in dem Bild oben Chiwetel Ejiofor sich sichtlich gelangweilt von Detlef Buck zutexten lässt.

    Kommentar von Mozzerino am 10.10.2009 um 16:05 Uhr
  29. @ Mozzerino :

    Ob Du’s glaubst oder nicht, bei uns im Städtle sagt man neben “zuquatschen” oder” zutexten” , auch “zubucken” . Passt ! :-)

    Kommentar von arakiru am 10.10.2009 um 18:15 Uhr
  30. “Ich glaub viel besser als hier bei Batz wird im Film die Enthüllung auch nicht inszeniert sein ;P”

    natürlich nicht XDDDDD
    es geht nur darum, dass er wissen ausgeplaudert hat, das bisher noch nicht veröffentlicht wurde.
    das verstehe ich unter einem spoiler.

    Kommentar von TOPF am 11.10.2009 um 00:56 Uhr
  31. *hach* irgendwie werden da erinnerungen an die guten alten bruckenheimerproduktionen wach…kp warum vllt ist es dieser humor im hintergrund.
    ich fand ja cusacks gesichtsausdruck teilweise seeeehr lustig ;D

    Kommentar von TOPF am 11.10.2009 um 01:03 Uhr
  32. @arakiru
    Kein Problem, ich stell ja auch nur ne Theorie auf. Mal kurz etwas zur Physik der Atmosphäre. So weit ich weiß, verhält sich die Luft wie das Wasser im Meer, nur das es eben leichter ist. Das heißt es gibt Strömungen, wie unter Wasser. Oben “fließt” die warme Luft vor sich hin und wenn es auf eine Kaltfront trifft, sinkt sie hinab bis auf die Erde, wo sie wieder weiter fließt.

    Und wenn es so einen Riss gibt, vor allem so schnell, dann fließt die Luft da rein, weil sie zwar nicht uns erdrückt, aber trotzdem Masse hat, die zum Erdkern hin beschleunigt wird. Also ein Gewichtskraft erzeugt, die das Flugzeug hinab drückt. Und der Pilot muss dagegen halten.

    Leider kein Beweis, aber ich kann mir das so sehr logisch vorstellen ^^

    Kommentar von Michael am 11.10.2009 um 14:29 Uhr
  33. @ michael und arakiru:

    einfach mal in eine Dusche mit Duschvorhang stellen und das Wasser voll aufdrehen, dann wird das Prinzip schnell klar :-)

    Kommentar von kumi am 11.10.2009 um 16:30 Uhr
  34. @ Michael :

    Jupp, für mich hört sich deine Erklärung auch absolut logisch, schlüssig und plausibel an. Und ausführlich war sie auch. Vielen Dank dafür. :-)

    Kommentar von arakiru am 12.10.2009 um 17:57 Uhr
  35. Schaut euch einfach Teil 1 – “Knowing” – an: Sonne böse, Menschheit gerettet, neuer Planet. 10 Euro gespart.

    Kommentar von Schwarzmaler am 13.10.2009 um 14:40 Uhr
  36. Buuuuh!
    Ich schließe mich der Spoilerkritik an! Leider konnte ich meine Augen nicht schnell genug schließen :/

    Kommentar von srm am 15.10.2009 um 11:39 Uhr
  37. … auf den Film freue ich mich schon – MegaKino wie es im Buch steht! Emmerich Go Go Go! (Obey the Law)

    Kommentar von GunGrave am 15.10.2009 um 14:18 Uhr

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