Okay, wir sind Superhelden und die männlichsten Kerle der Blogosphäre (solange keiner Malcolm seine Schnuffeldecke wegnimmt.) Wir beißen Eisen, kacken Nägel und gurgeln Rasierklingeln mit Minzgeschmack. Aber heute kurz vor Halloween verraten wir euch ein Geheimnis: Auch für uns gibt es Filmszenen uns eine Scheißangst machen. Oder gemacht haben, denn heute sind wir ja groß. Für euch sind wir die finstere Seitenstraße der Erinnerung heruntergeschlichen und haben uns versucht zu erinnern, welche Momente uns wirklich erschrecken.
Exklusiv und nur zwischen euch und uns: Die Geständnisse der F5!

Renington:
1) I can see blind People! Im Ernst: Blinde Menschen in Filmen verursachen bei mir so ein ganz nervöses Unwohlsein, auf so ‘ne komische subtile Art. Wer sich bei der blinden Dame in Nicolas Roegs „Don’t look now“ oder bei diesem blinden Dings in diesem einem Edgar Wallace-Film nicht in die Hosen scheißt, ist entweder selber blind oder hat seine Seele dem Teufel verkauft.
2) Ich bin ja ein gestandener Splatter-Gucker und ich kann da wirklich einiges vertragen. Aber diese eine Szene in „Rabid Grannies“ hat mich ziemlich umgehauen. Im Film verwandeln sich zwei Tanten an ihrer Geburtstagsparty in Monster und metzeln die Verwandschaft nieder, sehr schöner Trash von Troma und in einer Szene sowas von derbe. Da bleibt ein beleibter Herr in einem Kellerfenster stecken und die Damen nehmen seine Rückseite daraufhin sowas von langsam auseinander… dagegen ist das Finale in „Dawn of the Dead“ ein reinster Kindergeburtstag. Hier die Szene auf Youtube, Malcolm: unbedingt angucken, is’ was für Dich!
3) Die dritte Szene, bei der ich mich immer eingeschissen hab, die gibt es gar nicht. Als ich damals mit 12 American Werewolf abends bei uns im Kaff in so einer seltenen Kaff-Kino-Veranstaltung geschaut habe, haben wir uns vorher die krassesten Szenen im Film erzählt. Und ein Kumpel meinte damals, eins der Opfer würde in der U-Bahn zerrissen und man sähe, wie seine Eingeweide auf der Lauftreppe hochgefahren kämen. Die Szene mit der Lauftreppe gibts, nur ohne Eingeweide. Jahre später war ich dann mal in London und bin genau diese Lauftreppe hochgefahren. Dreimal dürft Ihr raten, was ich mir dabei vorgestellt habe.

Jet Strajker
1) Guck’ mal da hinter dir, ein Crawler!
Nie wieder hatte ich einen solchen Schock im Kino: Alles ist dunkel, es tropft, es flutscht, es keucht – und dann steht da plötzlich für einen Moment dieses sabbernde Viech, das man durch den Camcorder sieht. Einen Herzinfarkt und drei Nervenzusammenbrüche später begann das große Schämen… ich hatte im Kino gekreischt wie ein Mädchen (oder Malcolm), das seinen ersten Horrorfilm schaut. Und dabei ist das gar nicht lange her, als ich „The Descent“ seinerzeit erstmalig sah.
2) Schlaf Kindlein, schlaf
Es ist das leibliche Kind des Teufels. Er kam auf die Erde, um es zu zeugen. Sie ist die unwissende Mutter. „Rosemaries Baby“, Roman Polanskis Meisterwerk, hat das schrecklichste Kind der Filmgeschichte hervorgebracht. Wir sehen, wie es gezeugt wird. Wir sehen, wie die arme Rosemarie nichts ahnend einen teuflischen Nachfahren gebären wird. Und wir sehen: Nichts. Denn eben jenes Kind enthält uns der Film vor. Es ist das Zentrum, der Grund allen Übels, der Dämon in Menschengestalt. Aber Polanski gewährt uns keinen Blick – und erzeugt damit etwas, das viel unheimlicher, erschreckender und bedrohlicher wirkt: Eine grausame Vorstellung im Kopf des Zuschauers. Was mir an dieser Schlussszene ewigen Schrecken eingejagt hat: Ich hätte jahrelang nach dem Sehen schwören können, einen Blick auf das Kind oder zumindest dessen Augen erhascht zu haben. Doch dabei geht man nur einem Trick Polanskis auf den Leim, für einen kurzen Moment lässt er uns in einer Traumsequenz, die sich lange vor dem Finale abspielt, in die Augen Satans blicken. Zum Schluss reaktivieren Rosemaries verzweifelte Schreie, was mit den Augen des Kindes passiert sei, dieses Bild im Kopf des Publikums – ohne, dass wir selbigem tatsächlich etwas sehen würden (erst später montiert Polanski die Einstellung noch einmal in die Party).
3) Hans guck an die Wand
Das hysterische Rennen/Nichtssehen/Kreischen im Dunkeln hat mich bei „The Blair Witch Project“ weniger genervt als vielmehr zu Tode geängstigt. Die Unberechenbarkeit dieses effektiven Films, der sich als subversives Phänomen inszenierte, hat sich bei mir jedenfalls in reine Angst verwandelt: Die letzte simple Einstellung gehört zum gruseligsten, was ich jemals gesehen habe.
4) Das Entchen und der Wissenschaftler
Ein Film, der mich als Kind zutiefst verstörte: „Howard the Duck”. Nicht, weil er ziemlich bekloppt und mit Abstand Lucas’ ehrgeizigstes Flop-Spektakel ist, sondern weil sich am Ende ein Wissenschaftler langsam in ein böses Ungeheuer verwandelt, das einige äußerlich sehr unschöne Nachteile mit sich bringt und mich nächtelang im Schlaf verfolgte. Bei der Szene, als ihm irgendwelche Teile aus dem Kopf wachsen (ich kann es nicht näher benennen), habe ich mich mit einer Decke über dem Kopf vor dem Fernseher nicht mehr bewegen können und nach Mutti gerufen, die das filmische Ungestüm ausschalten sollte.
5) Never trust the Raumschiff-Look
Als man den Schrecken beendet glaubt, nicht zuletzt weil Sigourney Weaver sich auszieht und kein Film die Gute in so einer verletzlichen Situation mit etwas Bösem konfrontieren würde, beginnt sich das Technikgedöns des kleinen Raumfrachters plötzlich zu bewegen… das mitgereiste „Alien“ wird von Sigourney zwar ins All befördert, aber der Schock saß bei mir als Kind noch den ganzen Abspann über tief – vielleicht hat mich auch damals schon der heftige Metatext dieses Endes unterbewusst eingenommen. Einer der besten, reinsten, gruseligsten Filme überhaupt.

Mal Sehen
1) Ich hasse Zombies. Schon immer gehasst, diese Scheißviecher. Wer tot ist, soll gefälligst tot bleiben, deswegen müssen sämtliche Zombiefilme aller Zeiten ever in meine Top 5. Und ja, auch Shaun of the Dead. Auch da habe ich mich eingekackt.
2) Der letzte wirklich echte Horrorfilm, den ich im Kino sah, war “Bridget Jones”. Das Starke an dem Film sind nicht einmal die Effekte, die Maske, oder die unglaublich gruselige Hauptdarstellerin, sondern die Zuschauerinnen im Kino. Der Gestank von Östrogen vernebelte meine Sinne so sehr, dass ich mich später bewusstlos kratzte, bei dem Versuch mit Scheuermilch und Stahlschwamm die Bilder von der Netzhaut zu entfernen.
3) Erinnert ihr euch noch an den Film, der in “The Ring” gezeigt wurde? Ich nicht. Ich habe nicht hingeschaut, aus Angst, dass nach dem Kino mein Handy klingelt. Ich werde aber nie vergessen, wie ich weinend vor den kreisförmigen Lampen des spanischen Restaurants neben dem Kino zusammenbrach.
4) Ich schäme mich nicht davor eine Scheißangst gehabt zu haben, als am Ende von Blair Witch Project dieser Typ in der Ecke stand. Ehrlich, ich könnte mich einpullern, wenn ich nur daran de…
Oh, da ist es schon wieder passiert.
5) Ich werde nicht müde zu erzählen wie sehr ich mich gegruselt habe, als die Kleine mich vor Jahren dazu gezwungen hat (mit Androhung körperlicher Gewalt) “Elmo im Grummelland” anzuschauen. Glaubt ihr nicht? Dann schaut selbst:
HorrorElmo

Nilz N.Burger
1) Erinnert sich hier noch irgendjemand an “Invasion vom Mars“? Als ich so 7 oder 8 war, da kamen Donnerstag Abends im WDR immer so alte Schinken, vorzugsweise die ganzen Jack Arnold Klassiker. Die fand ich immer cool. Dann, eines Abends aber kam oben genannter Film und ich guckte ihn mir mal vorbehaltslos an. Und nie vergesse ich die Szene, wie der Vater von dem Berg zurück kommt, hinter dem sein kleiner Sohn ein Ufo hat landen sehen, und er wie verwandelt seinen kleinen Junior davon überzeugen will, doch auch mal mit hinter den Berg zu kommen, um zu sehen das da nichts sei. Und als der Junge sich wehrt, geht die Mutter mit. Und danach versuchen beide, ihren Zögling zu überzeugen, mit monotoner Stimme. Uäh. Immernoch unheimlich. Das Remake aus den 80ern ist auch super, aber eher auf so einer Shockeffekt-Ebene. Wirklich scary ist nur das Original. Ich konnte auf jeden Fall sehr lange nicht mehr schlafen und habe den Film seit damals nie mehr wieder gesehen.
2) Eine eigentlich unspektakuläre Szene aus “Poltergeist” hat die scheisse aus mir raus gecreeped: Die Szene wo die Mutter mit dem Mädchen spricht und dabei die Hausarbeit erledigt. Irgendwie am Esstisch. Dann dreht sie sich kurz um. Als sie wieder zurück blickt, sind alle Stühle Pyramidenförmig auf dem Tisch aufgebaut. Man hat nicht ein Geräusch gehört. Das ist eigentlich eher ein Gag, aber gleichzeitig die Szene die mir in dem ganzen Film immer mit am meisten Angst gemacht hat.
3) Ich habe schon in meiner Jugend relativ viel Zeit im Kino verbracht. Vor allem nachdem in der Nähe des kleinen Städtchens, in dem ich aufgewachsen bin, eines der ersten Multiplexe in unserer Umgebung eröffnet hat. Das war nochmal ein ganz andere Kinogenuss. Natürlich hat man aber so mit 14 keine Lust mehr, nur Filme zu sehen, die auch für Kinder gemacht werden. Deswegen habe ich mich ganz souverän an der Kasse angestellt und mein Ticket für “Arachnophobia” (der war ab 16) gekauft. Und bekommen. Mit einem riesen Becher Cola und einmal Nachos mit Käsesauce setzte ich mich dann in den dunklen, recht leeren Saal. Der Film ging los. Ich versank immer tiefer in meinem Sitz, auch aus der Angst, entdeckt zu werden. Dann kam die Stelle im Urwald, wo die den Baum einräuchern. Die betäubten oder toten Spinnen fallen vom Baum in so extra Netze. Und ein Typ geht mit dem objektiv seiner Kamera ganz langsam und ganz nah an eine zusammengekräuselte Spinne und…DAS VIECH SPRINGT AUF!
Was hab ich mich erschrocken. So sehr, das ich plötzlich merkte, das ich meine Nachos nicht mehr in den Händen hielt, dafür aber eine aufgeregt Stimme ein paar Reihen hinter mir schimpfen rief: “Was soll das denn hier? Mit den Chips? Gehts noch?”. Nun versank ich vollends im Sitz. Den Film aber fand ich super.
4) Timm Thaler, die ganze Serie hat mich verstört. Echt mal. Eine Junge verkauft sein Lachen. An den Teufel. Gehts noch?
5) Ich hatte mal als Kind, so mit 6 Jahren oder so, einen Traum, der so stark war (und so filmisch), das ich mich da heute noch perfekt dran erinnern kann: In diesem Traum war ich mit meinen Eltern in der örtlichen Sparkasse, entweder weil mein Vater Geld holen wollte, oder weil ich wieder was einzahlen durfte, auf mein Sparbuch. Besonders gerne habe ich Kleingeld einsortiert in diese Kleingeldeinsortierungskästen. Dann kamen aber plötzlich vermummte Bankräuber rein, haben geschrieen “Das ist ein Überfall!” und alle Leute haben Panik bekommen. Nun haben die aber weder Waffen dabei gehabt, noch haben sie die Leute gewarnt. Die Typen waren mit Kettensägen ausgestattet und haben jeden in der Bank zersägt, inklusive meiner Eltern. Nur mich nicht. Ich musste alles mitansehen. Leute, ich weiß nicht wie sich dieser Traum in mein Hirn beamen konnte, insbesondere da ich in einem Alter war, in dem ich mit Horror oder so noch wirklich gar nichts zu tun hatte, aber das war wirklich, wirklich spooky. Und absoluter Horror.

Batzman
1) Kindheitstrauma: Frenzy von Hitchcock.
Der Mörder überwältigt eines seiner Opfer und stranguliert es gefühlte Stunden. Die Frau schreit, die Augen quellen hervor, sie wehrt sich, doch der Mörder lässt nicht nach. Und selbst als sie schon tot ist, ist der Horror nicht vorbei, denn die Frau hat es geschafft eine Krawattennadel zu umklammern. Als der Mörder sich daran erinnert, kehrt er zu der schon entsorgten Leiche zurück und muss ihr die Finger brechen um die leichenstarre Hand zu öffnen. Ieeeks! Ich war 9 als ich das gesehen hab und hatte danach einige schlaflose Nächte. Wie schwarzhumorig der Film ist, habe ich erst Jahre später entdeckt.
2) WTF! – Moment: The Thing (1982)
Wieder ein Klassiker. John Carpenters “The Thing” – ist nach wie vor ein sehr beunruhigendes Monster und bietet den besten WTF-Moment, den ich kenne. Wenn der Arzt versucht einen der Polarforscher wiederzubeleben bricht plötzlich die Bauchdecke auf und die zahnbewehrte Bauchhöhle beisst dem armen Doktor die Arme ab. Der Film ist nach wie vor genial, aber dieser Moment ist bis heute ein Klassiker.
3) Ieeeeks-Ich trau mich nicht aufs Klo: Shutter (Original)
Okay, ich hab einen Höllenschiss vor asiatischen Langhaarfrauen und bin da sehr leicht zu kriegen. Aber das Original des Films Shutter hat wirklich in sich. Ich war gewohnt, das diese creepy Tussis aus Fernsehern kriechen oder im Schlafzimmer stehen, aber das sie während der Fahrt plötzlich am Seitenfenster des Autos hängen, just freaks me out.
4) Der Stoff aus dem die Alpträume sind: Poltergeist II
Natürlich ist Teil 2 nicht so brillant, wie der erste. Kein Thema. Aber die Szene in der Reverend Kane am Haus der Familie erscheint und sein kleines, creepiges Lied singt (God lives in his holy temple…) hat mir damals Angst gemacht und ist heute immer noch sehr unheimlich. Der Schauspieler sieht mindestens so unheimlich aus, wie Max Schreck als Nosferatu. Das ist kein Effekt, keine Maske, der Typ sieht wirklich so aus. Und erinnert mich immer an Gunther von Hagen. Ein Grund mehr vor ihm Angst zu haben.
5) Die neue Angst: Audition
Der ganze Film lullt einen mit seinem Arthaus-Stil und den gediegenen Geistermomenten ein, das ich das Ende wirklich nicht so erwartet habe. Mit dieser Frau und ihren Nadeln möchte ich mich wirklich nicht anlegen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 31st, 2009 •
- 45 Kommentare









































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