Okay es waren nur 16min, aber es war ein Vorgeschmack, wie gut der Film aussieht und wie gut das 3D wirkt. Leider war es für mich heute im Preview nicht genug, um den allgemein mittelmässigen Eindruck, den der Trailer und andere Clips erzeugt hatten, vollständig zu revidieren.
Rein technisch ist der Film ganz okay. Doch wirklich mitreißend fand ich das bisher Gesehene nicht. Was fehlt waren wirkliche neue Ideen, Figuren und Verhaltensweisen die nicht wie eine Zitatenkammer der Game- und Filmgeschichte wirken. Wozu Avatar-Wesen aus dem Rechner, wenn sie im Design grundlegend immer noch wie Menschen aussehen. Ein völlig anderer Körperbau, der aber dennoch von Schauspielern angetrieben wird, wäre originell. Zweibeinige, zweiarmige Wesen, mit normalen Händen und Füssen und einem Gesicht wie metrosexuelle Miezekatzen, sind nicht wirklich beeindruckend. Genausowenig wie die üblichen Dinosaurier-, Echsen und Sonstwasmonster die unseren Helden durchs Unterholz jagen und dabei auch nicht anders aussehen, als die in vergleichbaren Szenen aus Star Trek, Star Wars und ähnlichem Zeugs.
Actionmässig sieht das ganze sehr gewöhnlich aus. Das 3D taucht alles wie gewohnt in recht fahle Farben und ist in den hibbeligen Actionszene zeitweise recht anstrengend. Das MoCap ist ordentlich was die Körperaktion angeht und gewohnt zwiespältig was die schauspielerische Seite angeht. Irgendwie tut sich dann trotz des ganzen Aufwands im Gesicht der Digi-Catz doch weniger als bei einem echten Schauspieler, der prostethisches Make-Up trägt.
Da Avatar ja grade auch die große Emotion und Story bedienen soll, sind die Dialoge nicht unwichtig. Das was in den Ausschnitten zuhören war, blieb allerdings auf recht niedrigem Niveau – der selbstgefällige, klugscheissende Held American-Style, trifft auf die Eingeborene und macht erstmal alles falsch, was falsch zu machen ist.
Aber natürlich erkennt sie sofort das er eigentlich ein ganz toller Hecht ist und nimmt ihn unter ihre Fittiche.
Empire hat Recht: Wenn der Film an etwas erinnert, dann an “Dancing with Wolves” – Ein Ami taucht in einen Indianerstamm ein und wird einer von ihnen, muss sich zwischen seinen Leuten und den Indianern entscheiden. Dazu passt es, dass das Design des fremden Planeten klassischer Ethno-Kitsch ist, der wirkt als wolle man vor allem jene Zielgruppe bedienen, die sich Poster mit heulenden Wölfen, galoppierenden Einhörnern und Traumfänger übers Bett hängt. Jaja… “Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, das man von Pixelkitsch alleine auch nicht leben kann.”
Natürlich gibts Gun-Porn und Macho-Gepose, natürlich gibt’s Action – was mir in den Ausschnitten aber fehlte war eine Vision. Irgendetwas wirklich originelles, das Camerons vollmundige Verlautbarungen der letzten Jahre und seinen selbst gestellten Anspruch die Killer-App für 3D-Kinos produzieren zu wollen, irgendwie einlöst. Was von Avatar zu sehen war, ist nicht schlechter als anderes Effekt-Zeug des Kinojahrs 2009. Nur ohne die optische Inspiration von Coraline oder Up.
Für einen Meilenstein ist das noch etwas wenig.
Retten kann es jetzt eigentlich nur noch die Geschichte – warten wir also, bis der Film im Ganzen zu bestaunen ist.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- November 6th, 2009 •
- 26 Kommentare
- Schlagwörter: Avatar, James Cameron









































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